Leigh Bardugo: Eisige Wellen [Rezension]

Leigh Bardugo: Legenden der Grisha 2: Eisige Wellen [Rezension]

Charmante Verbündete und grausame Feinde. 

bookcoverDass gro­ße Macht nicht unbe­dingt ein beque­mes und ein­fa­ches Leben mit sich bringt, muss­te Ali­na Star­kov in der Ver­gan­gen­heit ler­nen. Wie schwer und gefähr­lich es mit ›Eisi­ge Wel­len‹ genau wer­den wür­de, hät­te sie jedoch ver­mut­lich eben­so wenig erwar­tet wie, dass sie über­haupt über der­ar­ti­ge Kräf­te verfügte.

Bereits im ers­ten Band der ›Legen­den der Gri­sha‹-Tri­lo­gie ›Gol­de­ne Flam­men‹ ist es Leigh Bar­d­u­go gelun­gen, eine Welt und eine Geschich­te zu erschaf­fen, die dem Leser den Atem raubt. Wer den ers­ten Band noch nicht gele­sen hat, dem sei emp­foh­len, dies zu tun, bevor er die­se Rezen­si­on und ›Eisi­ge Wel­len‹ liest. Es wäre scha­de, zu vie­le Details und Wen­dun­gen der Geschich­te im Vor­feld zu verraten.

Ali­na Star­kov ist in ›Eisi­ge Wel­len‹ noch nicht lan­ge Teil der Gri­sha, die sich um den Dunk­len scha­ren, als die Regeln und die Welt der Gri­sha durch­ein­an­der­ge­ra­ten. Jäh wird sie aus die­ser beson­de­ren Welt her­aus­ge­ris­sen, noch bevor sie rich­tig dar­in ange­kom­men war. Doch die Gefahr, die ihr droh­te, kommt nicht von außen – obwohl die Gri­sha genug Fein­de haben.

»Kein Gri­sha konn­te etwas Kör­per­li­ches her­vor­brin­gen; wir konn­ten kein Leben erschaf­fen. Trotz­dem kam die­ses Geschöpf auf uns zu, und die Gri­sha aus dem Gefol­ge des Dunk­len drück­ten sich ängst­lich gegen die Zimmerwände.«

bookcoverAuch im zwei­ten Band der Tri­lo­gie ›Eisi­ge Wel­len‹ schafft es die Autorin, an die Span­nung des ers­ten Ban­des anzu­knüp­fen. Ihre Spra­che ist ein­dring­lich, ihre Bil­der stark und ihre Hel­den und Hel­din­nen facettenreich.

Ali­na Star­kov will zugleich weg von all­dem – von Grishas, Magie und der Zaren­fa­mi­lie – und zu ihnen hin. Sie will ein fried­li­ches Leben füh­ren, ohne Gefahr, mit dem Mann, den sie liebt. Doch sie lernt auf grau­sa­me Wei­se, dass ein solch fried­li­ches Leben für sie nicht mög­lich scheint. Ganz gleich, wohin sie geht.

»Frü­her, lan­ge bevor sie die Wah­re See befuh­ren, hat­ten der Jun­ge und das Mäd­chen immer wie­der von Schif­fen geträumt: Schif­fe, rand­voll mit Geschich­ten, ver­zau­ber­te Schif­fe mit Mas­ten aus wohl­rie­chen­dem Zedern­holz und mit Segeln aus purem Gold, von Jung­frau­en gesponnen.« 

So wird Ali­na Teil eines Kamp­fes, der älter ist als sie. Sie erlebt die Schre­cken Rav­kas, die schon viel zu lan­ge andau­ern und was mit jenen geschieht, die zwi­schen die Fron­ten die­ses Kamp­fes geraten.

Bar­d­u­gos Cha­rak­te­re sind viel­fäl­tig, ein­zig­ar­tig und alles ande­re als Abzieh­bil­der von Ste­reo­ty­pen. Nicht nur Ali­nas Fein­de haben es in sich – auch ihre Ver­bün­de­ten müs­sen sich nicht verstecken.

»Ivan erstarr­te, sein Grin­sen ver­flog. Hin­ter ihm stand ein jun­ger, hoch­ge­wach­se­ner Mann, der unge­fähr in mei­nem Alter war, viel­leicht ein paar Jah­re älter – Strub­bel­haa­re, eine krum­me Nase, die bestimmt schon ein paar­mal gebro­chen wor­den war.«

Fazit zu ›Eisige Wellen

Bar­d­u­gos Roman ›Eisi­ge Wel­len‹ ist defi­ni­tiv nicht nur für ein­ge­fleisch­te Fan­ta­sy-Fans ein Muss und vor allem auch für Erwach­se­ne emp­feh­lens­wert. So bleibt nach dem zwei­ten Band der Rei­he nun nur noch auf den drit­ten Band ›Lodern­de Schwin­gen‹ zu war­ten, um das gro­ße Fina­le um Rav­ka zu erle­ben. Ich bin jeden­falls gespannt.

Buchinfo

bardugo eisige wellen

Leigh Bar­d­u­go:
Eisi­ge Wel­len

Legen­den der Gri­sha, Band 2
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur, Mün­chen 2020
448 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch, Roman
ISBN 978−3−426−52445−9

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