Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen [Rezension]

Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen [Rezension]

Von sechs jungen Menschen, die das Unmögliche wagen. 

bookcoverDie Figu­ren in ›Das Lied der Krä­hen‹ sind Abschaum. Der Dreck auf den Stra­ßen, lie­gen­ge­blie­ben und fest­ge­tre­ten durch die Ver­bre­chen jener, die vor ihnen kamen. 

Das Bar­rel hat sie Leben gelehrt, in sei­nen Freu­den­häu­sern, Stra­ßen­kämp­fen und Kasi­nos, in denen Men­schen­le­ben oft nur eine Ware sind. Sie wis­sen, dass die ver­lie­ren, die Schwä­che zei­gen. Also ver­su­chen sie, sie zu ver­ber­gen: die Her­kunft des einen, die Glücks­spiel­sucht oder die Lie­be des anderen.

Man soll­te anneh­men, dass es Din­ge gibt, die sogar zu ver­rückt und abwe­gig für jene sind, die in Ket­ter­dams dunk­len Gas­sen groß gewor­den sind: Ein Ein­bruch ins Eis­tri­bu­nal der Fje­r­dan, das unzäh­li­ge Gri­sha zum Tode ver­ur­teilt hat, um einen Gefan­ge­nen zu befrei­en, der bes­ser bewacht wird, als jeder sonst im Tribunal.

Eine unmög­li­che, im bes­ten Fall lebens­mü­de Auf­ga­be. Die wenigs­ten wäre so ver­rückt, sich auf solch einen Auf­trag ein­zu­las­sen, selbst wenn eine saf­ti­ge Beloh­nung winkt. Doch die wenigs­ten sind wie Kaz Brek­ker – geris­sen, gefürch­tet und talen­tiert – und sei­ne Dregs. Mit nur fünf Ver­bün­de­ten wagt er sich ins Eis­tri­bu­nal, um eine Per­son zu befrei­en, deren Schick­sal das Leben der Gri­sha für immer ver­än­dern könn­te. Und genau­so unge­wöhn­lich wie sei­ne Metho­den ist die Wahl sei­nes Teams in ›Das Lied der Krä­hen‹.

»Mat­thi­as Hel­var war ein Drüs­kel­le, einer der Hexen­jä­ger aus Fje­r­da, deren Auf­trag es war, Gri­scha zu jagen, um sie dem Gericht und ihrer Exe­ku­ti­on zu über­ant­wor­ten. Doch für sie hat­te er schon immer einem Krie­ger­hei­li­gen geäh­nelt, von gol­de­nem Licht umkränzt.«

Leigh Bar­d­u­gos Glo­ry or Gra­ve‹-Dilo­gie bringt die Leser und Lese­rin­nen zwar nicht zurück in das aus der Tri­lo­gie ›Legen­den der Gri­sha‹ bekann­te Raw­ka, doch zurück in das Gris­ha­ver­se. Weni­ge Jah­re nach den Ereig­nis­sen der Tri­lo­gie und zeit­lich vor der ›Thron aus Asche und Gold‹-Dilogie (›King of Scars‹) sind ›Das Lied der Krä­hen‹ und ›Das Gold der Krä­hen‹ ange­sie­delt. Ich wür­de emp­feh­len, die Krä­hen-Dilo­gie am bes­ten erst nach der Gri­sha-Tri­lo­gie zu lesen. Zwar lässt sie sich auch eigen­stän­dig lesen, doch hat man so den größ­ten Lesegenuss.

In den Stra­ßen Kerchs, in denen Kaz Brek­ker und sei­ne Dregs, zu Hau­se sind, ist es für Gri­sha nicht sicher. Sie wer­den ent­führt, ver­kauft und in Arbeits­ver­trä­ge gezwängt, die nie­mals abge­ar­bei­tet wer­den kön­nen – im bes­ten Fall. Somit kann Kaz für sei­nen Ein­bruch ins Eis­tri­bu­nal nicht auf ein gut aus­ge­bil­de­tes Gri­sha-Team zurück­grei­fen: Kaz’ Ver­stand und Ideen­reich­tum wer­den mehr­fach auf die Pro­be gestellt.

»Kaz zupf­te an den Ärmeln sei­ner Uni­form. ›Nina, die Men­schen lie­ben es, die Auto­ri­tät an gut geklei­de­te Män­ner abzu­ge­ben. Ich besit­ze Uni­for­men von der Stadt­wacht, der Hafen­po­li­zei und die Tracht eines jeden Krä­mer­hau­ses an der Geldstraat.‹«

bookcoverDas Lied der Krä­hen‹ ist auf eine ande­re Art span­nend und fes­selnd, als es die Gri­sha-Tri­lo­gie war. 

Unge­wöhn­li­che Magie ist zwar nicht ganz aus der Welt, doch neh­men Tak­tik und Ideen­reich­tum eine weit­aus grö­ße­re Bedeu­tung ein. 

Fazit zu ›Das Lied der Krähen

Die Sol­da­ten der Ers­ten und Zwei­ten Armee machen Platz für die Gano­ven des Bar­rels. Obwohl ich anfangs die Wär­me ver­misst habe, die ich mit der Gri­sha-Tri­lo­gie ver­bin­de, kön­nen Kaz Brek­ker und sei­ne Trup­pe über­zeu­gen: in ihrer Unter­schied­lich­keit und, weil sie sich nicht unter­krie­gen las­sen, obwohl manch­mal alles gegen sie ver­schwo­ren scheint. Düs­ter, span­nend und Lust auf Mehr machen. Der zwei­te Band, ›Das Gold der Krä­hen‹, wird nicht lan­ge auf mich war­ten müssen.

Buchinfo

bardugo glory or grave 1 das lied der kraehen

Leigh Bar­d­u­go:
Das Lied der Krä­hen

Glo­ry or Gra­ve
Band 1
Über­setzt von: Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2017
592 S., EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−65443−9

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