Marie Graßhoff: Beta Hearts [Rezension]

Marie Graßhoff: Neon Birds 3. Beta Hearts [Rezension]

Vergessene Sünden, verlorene Erinnerungen.

bookcoverDie Welt, die sie kannten, gibt es nicht mehr. KAMI hat die Sperrzonen verlassen. Immer mehr Bezirke fallen in ›Beta Hearts‹ dem von Menschen geschaffenen Virus zum Opfer, der seinen Wirten jegliche Emotionen raubt.

Denn KAMI lernt, es entwickelt sich und ist den Menschen längst entwachsen. Und in ihm wächst ein Drang heran, stärker noch als der Wunsch, alle Menschen zu assimilieren: Es will sie verstehen. Es will wissen, warum sie so handeln, wie sie handeln. Es will Emotionen verstehen lernen. Und es will, dass die Welt in all ihren Farben und Formen endlich nicht mehr unter den Menschen zu leiden hat.

»Danach erinnere ich mich nur an Chaos. An Schreie, Schüsse, Rauch, Angst und Dunkelheit. So viel Dunkelheit in so vielen Gedanken.«

Was ist das für eine Welt, die Marie Graßhoff in ihrer ›Neon Birds‹-Trilogie beschreibt und die ein Kind braucht, das sich Stück für Stück zu einer Maschine machen lässt? Wie viel bleibt von diesem Kind übrig, das zwar mit den Jahren zu einem jungen Erwachsenen heranwächst, doch dessen Körper bis dahin zu mehr als 70 Prozent nicht mehr menschlich ist?

Und wie kann dieses Kind, das nie etwas anderes gekannt hat, als das Kämpfen, damit aufhören? Erst nach und nach wird in ›Neon Birds‹, ›Cyber Trips‹ und ›Beta Hearts‹ klar, wie kaputt diese Welt ist, in der Okijen, Andra, Flover, Luke und Byth versuchen, zu überleben. Was auf den ersten Blick fortschrittlich, erstrebenswert und makellos erscheint, bekommt Risse. Geheimnisse scheinen durch, Leerstellen bilden sich. Und immer größer wird der Wunsch, zu wissen, wie diese Welt der ›Neon Birds‹-Trilogie entstanden ist. Und vor allem, was aus ihr werden soll.

»Die Menschen gaben mir die Macht zu lernen. Und ich lernte, mich zu erinnern. An diese Wesen, die an ihren Besitztümern hängen wie an Ankern.«

Denn während alle ihre Kräfte bündeln und vereinen in dem Wunsch, KAMI endgültig auszulöschen, wächst in Andra ein anderes Ziel heran. Ist der Mensch überhaupt dazu in der Lage, KAMI in einem Kampf zu schlagen? Wenn nicht, was bleibt dann noch?

Andras Pfad ist einsam. Wen ist sie bereit, zurückzulassen, und wer ist bereit, sie zu verraten? In ›Beta Hearts‹ schließt sich die Schlinge um die Hälse der viel zu jungen Kämpfer.

»Gab es überhaupt noch Menschen auf dieser Welt außer ihnen? Gab es Städte und Dörfer und Siedlungen, in denen Menschen lebten, die keine Moja waren? Wo wären sie sicher?«

Graßhoffs Science Fiction-Trilogie ist von der ersten bis zu letzten Seite spannend. Die Fragen, die zwischen den Zeilen schlummern, rühren tief an den Kern des Menschseins heran. Die Geschichte der Menschheit ist von Kämpfen durchzogen, wie sollte es in der Zukunft anders sein? Sind Okijen und die anderen bereit, diese Welt von den Generationen vor ihnen zu übernehmen?

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Fazit zu ›Beta Hearts

bookBereits in den ersten beiden Bänden der ›Neon Birds‹-Trilogie ›Neon Birds‹ und ›Cyber Trips‹ hat Graßhoff bewiesen, dass sie schreiben kann und das Finale ›Beta Hearts‹ steht hierbei in nichts nach. Es ist eine dieser Reihen, über die man stundenlang sprechen könnte, weil so viele essenzielle Fragen darin schlummern.

Zugleich bleibt auch in ›Beta Hearts‹ noch vieles unbeantwortet. Zum Teil auch Fragen, um die sich die drei Bände stark gedreht haben. So bleibt zu hoffen, dass ›Beta Hearts‹ zwar das Finale der Trilogie ist, das ›Neon Birds‹-Universum jedoch noch fortgesetzt wird. Ich bin gespannt!

Buchinfo

Marie Graßhoff:
Beta Hearts

Science Fiction, Roman
Band 3
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Bastei Lübbe, Köln 2020
511 S., EUR (D) 15,- inkl. MwSt.
Paperback
ISBN 978-3-404-20968-2

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Werke der Autorin (Auswahl)

Neon Birds-Trilogie
Neon Birds
Cyber Trips
Beta Hearts

Der dunkle Schwarm


Bewertung: 4 von 5.


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3 Kommentare zu „Marie Graßhoff: Beta Hearts [Rezension]

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