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Anne Fleck: Energy! [Rezension]

Anne Fleck: Energy! [Rezension]

Von Energieräubern, Tipps und dem ›ENERGY!‹-Prinzip.

Mor­gens schon vol­ler Ener­gie auf­wa­chen und end­lich genug Kraft für all die Vor­ha­ben haben, die man hat, statt liter­wei­se Kaf­fee in sich rein­schüt­ten zu müs­sen. Flecks neu­es Buch ›Ener­gy!‹ will dabei hel­fen, dass dies nicht nur Wunsch­den­ken sein muss. 

Ganz gleich, ob es sich um das Auf­spü­ren heim­li­cher Ener­gie­räu­ber han­delt, wie stum­me Ent­zün­dun­gen oder Nah­rungs­mit­tel­in­to­le­ran­zen, oder dar­um, kon­kret aus dem »Müdig­keits­la­by­rinth« her­aus­zu­kom­men – Anne Flecks neu­es Buch ›Ener­gy!‹ ist vol­ler Wis­sen über mög­li­che Zusam­men­hän­ge, Emp­feh­lun­gen und prak­ti­schen Anleitungen. 

Flecks Schreib­stil ist dabei infor­ma­tiv, klar und zugleich zugäng­lich. Zwar kommt ein sol­ches The­ma nicht ohne Fach­be­grif­fe aus – hal­lo Mito­chon­dri­en und Toxo­plas­mo­se –, jedoch ohne das The­ma stär­ker zu ver­kom­pli­zie­ren als nötig.

»Anhal­ten­de Müdig­keit ist immer ein Warn­si­gnal des Körpers.«

Doch ›Ener­gy!‹ zeich­net sich nicht nur durch einen hohen Infor­ma­ti­ons­ge­halt aus. Auch Flecks Rezep­te im Pra­xis­teil kön­nen sich sehen las­sen. Zwar sind nicht alle Zuta­ten im Dis­coun­ter schnell zu fin­den, doch geschmack­lich kön­nen die Gerich­te überzeugen.

Deut­lich wird, wie lan­ge sich Fleck bereits mit den The­men Müdig­keit und Ernäh­rung beschäf­tigt und wie wich­tig ihr die­se sind. Natür­lich kann Fleck den Lesern und Lese­rin­nen die Arbeit nicht abneh­men, selbst auf Ursa­chen­su­che zu gehen, um her­aus­zu­fin­den, wor­an die eige­ne Müdig­keit und Erschöp­fung lie­gen könn­te, oder an der eige­nen Ernäh­rung zuschrau­ben. Aber ›Ener­gy!‹ gibt jede Men­ge Ansatz­punk­te, wie man der eige­nen Ener­gie­lo­sig­keit auf die Spur kom­men kann. 

»Die chro­nisch Müden zei­gen wie ein mensch­li­cher Warn­blin­ker an, dass in uns und um uns her­um Ener­gie­staub­sauger wir­ken, die wir lei­der bis­her zu oft verkennen.«

Ener­gy!‹ ent­hält neben jeder Men­ge Theo­rie auch einen umfang­rei­chen Pra­xis­teil. Fleck hat ein ›30-Tage-Energy!-Programm‹ zusam­men­ge­stellt, das sich in drei Pha­sen glie­dert. Momen­tan bin ich noch mit­ten drin in die­sem Selbst­ex­pe­ri­ment und wer­de berich­ten, sobald ich damit fer­tig bin. Bis­lang über­zeu­gen mich die Rezep­te sehr und machen Lust, weiterzumachen. 

Natür­lich ver­fügt ›Ener­gy!‹ auch über einen Anhang sowie Check­lis­ten und Leit­fä­den. Der Lesen­de kann sich also über eine Men­ge Input freuen.

»Der Mensch ist, was er isst, aber er ist letzt­lich auch nur das, war er ver­wer­ten kann.«

Vorläufiges Fazit zu ›Energy!

Ener­gy!‹ ist kein Buch, das man am Stück liest und hin­ter­her ist jede Müdig­keit weg. Es kann Anlei­tun­gen und Anre­gun­gen bie­ten, doch auf Spu­ren­su­che gehen muss der Lesen­de natür­lich selbst – oft­mals mit Arzt oder Ärz­tin. Den­noch kann es hel­fen, bei genau die­ser Spu­ren­su­che vor­an­zu­kom­men und den eige­nen Kör­per bes­ser ken­nen und ver­ste­hen zu ler­nen. Ein Weg zu einer gesün­de­ren Ernäh­rung inklu­si­ve. Wer sich für das The­ma Ernäh­rung inter­es­siert, kann ger­ne auch mal einen Blick in ›Reset your Body‹ wer­fen.

Buchinfo

Anne Fleck:
Ener­gy!

Der gesun­de Weg aus dem Müdig­keits­la­by­rinth
Mit 30-Tage-Selbst­hil­fe­pro­gramm
dtv, Mün­chen 2021
432 S., EUR (D) 25,- inkl. MwSt.
Hard­co­ver
ISBN 978−3−423−28277−2

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Doris Dörrie: Einladung zum Schreiben [Rezension]

50 Kapitel voller Schreibideen. 

Nicht nur für jene, die bereits Doris Dör­ries Buch ›Leben, Schrei­ben, Atmen‹ gele­sen haben, könn­te ihr neu­es Buch ›Ein­la­dung zum Schrei­ben‹ inter­es­sant sein. Auch für Dör­rie-Neu­lin­ge trifft dies zu.

Wäh­rend in ›Leben, Schrei­ben, Atmen‹ neben Ermun­te­run­gen zum Schrei­ben auch für das Erleb­te der Autorin Platz war, kon­zen­triert sich ›Ein­la­dung zum Schrei­ben‹ auf das eige­ne Schreiben.

In ihrem Buch lei­tet Dör­rie in 50 Kapi­teln mit den unter­schied­lichs­ten Schreib­im­pul­sen zum Schrei­ben an. Ob über Gum­mi­bär­chen, Löwen­zahn oder die Dun­kel­heit – bei der Viel­falt an Schrei­b­ideen ist sicher­lich für jeden etwas dabei. Dabei ist ›Ein­la­dung zum Schrei­ben‹ in ers­ter Linie kein Buch über das Schrei­ben, son­dern wie der Unter­ti­tel Schreib­jour­nal bereits ver­rät, ein Buch für das eige­ne Schrei­ben. Neben einer etwa halb­sei­ti­gen Ein­füh­rung sind in jedem Kapi­tel meh­re­re Sei­ten dafür vor­ge­se­hen, dass die Lesen­den die­se selbst fül­len können. 

»Ich schrei­be, um einen Sinn zu fin­den, obwohl es am Ende wahr­schein­lich kei­nen gibt. Schrei­bend erin­ne­re ich mich an mich selbst. Schrei­bend erfor­sche ich die Welt.«

Wer sich jede Woche ein ande­res Kapi­tel aus ›Ein­la­dung zum Schrei­ben‹ vor­nimmt, wird somit fast ein Jahr von Dör­ries Buch beglei­tet und zum Schrei­ben angeregt.

Dabei sind Dör­ries Regeln für das Schrei­ben, die sich an nicht mal zwei Hän­den abzäh­len las­sen, denk­bar leicht zu ver­ste­hen und dabei super effek­tiv. Allen vor­an die Auf­for­de­rung, eine bestimm­te Zeit am Stück zu schrei­ben und sich dabei weder zu unter­bre­chen noch zu bewerten.

»Wenn man schreibt, schreibt man immer über sich selbst. Schrei­bend hal­te ich mich am Leben und über­le­be. Jeden Tag wieder.«

Ein­la­dung zum Schrei­ben‹ ist eine Art geschütz­ter Raum für das eige­ne Schrei­ben. Auch vor der stän­di­gen Selbst­be­wer­tung und Selbst­ab­wer­tung will es durch sei­ne Regeln bewah­ren und somit dem Unge­schrie­be­nem die Chan­ce geben, end­lich geschrie­ben zu werden. 

»Und so ist dies also eine wei­te­re Ein­la­dung, die Schatz­kis­te der eige­nen Erin­ne­run­gen zu öff­nen und zu begrei­fen, dass nie­mand sonst auf der Welt genau die­sen Schatz besitzt, ihn her­vor­zu­ho­len, abzu­stau­ben und zu beschreiben.«

Obwohl ›Ein­la­dung zum Schrei­ben‹ nicht nur für Fans von Dör­ries Buch ›Leben, Schrei­ben, Atmen‹ zu emp­feh­len ist, kann die­ses ger­ne zusätz­lich gele­sen wer­den. Die­ses ist aus­führ­li­cher und kann dadurch einen zusätz­li­chen Moti­va­ti­ons­schub schenken.

Fazit zu ›Einladung zum Schreiben‹

Da ich bereits ›Leben, Schrei­ben, Atmen‹ super und sehr inspi­rie­rend und moti­vie­rend fand, wuss­te ich, dass ich ›Ein­la­dung zum Schrei­ben‹ unbe­dingt lesen muss. Ich mag Dör­ries ent­spann­ten und wert­neu­tra­len Ansatz, der ermun­tert und anregt. Beim Kauf von ›Ein­la­dung zum Schrei­ben‹ soll­te jedoch klar sein, dass es sich dabei nicht um ein Buch im klas­si­schen Sin­ne, son­dern um ein Schreib­jour­nal han­delt. Dies bedeu­tet, dass die frei­en Sei­ten zum Selbst­aus­fül­len im Buch die Mehr­zahl aus­ma­chen. Denn genau dar­um geht es dar­in: selbst ins Schrei­ben zu kommen.

Buchinfo

Doris Dör­rie:
Ein­la­dung zum Schrei­ben

Ein Schreib­jour­nal nach dem Best­sel­ler Leben, Schrei­ben, Atmen
Hard­co­ver Lei­nen
Dio­ge­nes, Zürich 2021
224 S., EUR (D) 16,- inkl. MwSt.
ISBN 978−3−257−07110−8

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Holly Black: Elfenthron [Rezension]

Von einem Jungen, den man schwer zu lieben nannte, und einem Mädchen, das es dennoch wagte. 

Jude ist die Köni­gin des Elfen­reichs. Zum ers­ten Mal sitzt in ›Elfen­thron‹ ein Mensch auf dem Thron. Oder, wür­de auf dem Thron sit­zen. Denn kurz nach­dem Car­dan die Ehe mit Jude ein­ge­gan­gen ist, damit sie ihn von sei­ner Gehor­sam­s­pflicht frei­spricht, schickt er sie in die Verbannung.

Für einen Moment hat­te Jude geglaubt, dem schö­nen und grau­sa­men Elfen­prin­zen ver­trau­en zu kön­nen. Ihn viel­leicht sogar lie­ben zu kön­nen. Doch ein Wort von ihm hat genügt, um ihr alles zu neh­men, wofür sie im Elfen­reich gekämpft hat.

Ihr Auf­stieg war schnell. Von einer Schü­le­rin im Elfen­reich, zu einer Spio­nin des Prin­zen, bis hin zur Köni­gin des Elfen­reichs. Schnel­ler noch war nur ihr Fall.

Doch Jude wäre nicht Jude, wenn sie im Men­schen­reich nur rum­sit­zen und nicht hin und wie­der in Schwie­rig­kei­ten ver­wi­ckelt wer­den wür­de. An das Leben im Zwie­licht gewöhnt, nimmt sie dort Auf­trä­ge an, die zumeist Pro­ble­me betref­fen, die vom Klei­nen Volk ver­ur­sacht wer­den: Sie soll einem Wesen, das im Men­schen­reich Elfen jagt und frisst, das Ver­spre­chen abneh­men, damit auf­zu­hö­ren. Viel­leicht hät­te sie län­ger mit der Annah­me des Auf­trags gezö­gert, wenn sie gewusst hät­te, dass es sich bei dem Wesen um eine Rot­kap­pe han­del­te. Wie auch ihr Zieh­va­ter, der sie ins Elfen­reich ver­schlepp­te, nach­dem er ihre Eltern töte­te. Noch dazu nicht irgend­ei­ne Rot­kap­pe, son­dern die legen­dä­re Gri­ma Mog. 

»Ich seh­ne mich nach Magie, nichts ver­mis­se ich mehr. Mög­li­cher­wei­se ver­mis­se ich sogar mei­ne Ängs­te. Es fühlt sich an, als wür­de ich mei­ne Tage ver­träu­men, ruhe­los, ohne jemals rich­tig wach zu werden.«

Und plötz­lich über­schla­gen sich die Ereig­nis­se in›Elfen­thron‹. Sie hört von einem Atten­tat, das auf das Leben des Königs geplant ist: des Man­nes, den sie auf den Thron gesetzt und der sie im Gegen­zug in die Ver­ban­nung geschickt hat. Auch ihre Schwes­ter Taryn, die sie in den ers­ten bei­den Bän­den so man­ches Mal ver­ra­ten hat, braucht ihre Hilfe.

Ver­ban­nung hin oder her. Jude weiß, dass sie zurück ins Elfen­reich muss. Auch wenn ihr ihre Hin­rich­tung bevor­steht, wenn sie dabei geschnappt wer­den sollte.

»Hier sieht es aus wie in einem Mär­chen von der Sor­te, in der Lie­be etwas Schlich­tes ist und nie­mals ein Anlass für Qua­len.
Nachts sieht die Welt der Sterb­li­chen aus, als wäre sie vol­ler Stern­schnup­pen

Blacks ›Elfen­kro­ne‹-Rei­he ver­liert nicht an Tem­po. In den ers­ten bei­den Bän­den – ›Elfen­kro­ne‹ und ›Elfen­kö­nig‹ – sorg­sam auf­ge­bau­te Neben­cha­rak­te­re, Hand­lungs­strän­ge und Geheim­nis­se bekom­men im drit­ten und letz­ten Band der Tri­lo­gie ihren Auftritt. 

Fazit zu ›Elfenthron

Ganz gleich, ob man die Serie wegen der Hand­lung, der Lie­bes­ge­schich­te oder bei­dem folgt: Im drit­ten Band ›Elfen­thron‹ ist für bei­de gesorgt.

Wer auch nach dem drit­ten Band ›Elfen­thron‹ noch nicht genug von der Welt der ›Elfen­kro­ne‹-Rei­he bekom­men kann, der kann einen Blick in die Novel­le ›Die ver­lo­re­nen Schwes­tern‹ wer­fen. Dar­in schil­dert Taryn ihre Sicht auf die Ereig­nis­se des ers­ten Ban­des bezüg­lich Locke.

Buchinfo

Hol­ly Black:
Elfen­thron

Die Elfen­kro­ne-Rei­he, Band 3
Ab 14 Jah­ren
Über­setzt von: Anne Brau­ner
cbj HC, Mün­chen 2020
384 S., EUR (D) 18,- inkl. MwSt.
Roman, Hard­co­ver mit Schutz­um­schlag
ISBN 978−3−570−16529−4

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Holly Black: Elfenkönig [Rezension]

Wie weit wür­de ein Mensch gehen, um nicht mehr in Angst und Ernied­ri­gung zu leben? Jude war bereit, eine Spio­nin des Prin­zen zu wer­den. Und sie war bereit, dafür zur Mör­de­rin zu wer­den. Was als Ver­tei­di­gung begann, ent­puppt sich bald als Talent – eines, das nur davon über­trof­fen wer­den kann, wie gut es ihr gelingt, das Volk der Elfen zur Weiß­glut zu treiben. 

Nicht nur die Adli­gen des Hofes haben Jude in ›Elfen­kro­ne‹ unter­schätzt – auch ihrem Zieh­va­ter Madoc ist es so ergan­gen. Nie­mand weiß, war­um der jun­ge, schö­ne König sie an sei­ner Sei­te hat und auf ihren Rat hört. Und nur die wenigs­ten wis­sen in ›Elfen­kö­nig‹, dass sie im Ver­bor­ge­nen die Fäden zieht.

Doch das Dasein als Schat­ten­re­gen­tin hat sei­nen Preis. Jude schläft und isst wenig. Mehr­mals begibt sie sich in ›Elfen­kö­nig‹ in Gefahr, ohne es zu ahnen. Denn trotz allem ist Jude kaum erst von der Schul­bank aufgestanden.

»Jude gefiel es eben­falls, wenn sie wütend war, denn Wut war bes­ser als Angst und bes­ser als die Erin­ne­rung dar­an, dass sie eine Sterb­li­che unter Unge­heu­ern war.«

Und wäh­rend sie alles dafür tut, dass Reich der Elfen vor einem Krieg zu bewah­ren, lau­fen die Vor­be­rei­tun­gen für eine Hoch­zeit. Ihre Zwil­lings­schwes­ter soll ihren Ex-Freund hei­ra­ten, der noch immer nicht genug davon hat, Unru­he zu stiften.

Doch zum Glück hat Jude Ver­bün­de­te, die mit allen Was­sern gewa­schen sind. Die Spio­ne des Hofs der Schat­ten, ihre älte­re Schwes­ter Vivi und ihre Dol­che. Doch wo sich Ver­bün­de­te auf­hal­ten, sind zumeist auch Fein­de und Ver­rä­ter nicht weit.

»›Macht‹, sag­te er. ›Macht ist die Gabe zu bekom­men, was man haben will. Macht ist die Gabe, eige­ne Ent­schei­dun­gen tref­fen zu kön­nen. Und wie kom­men wir an die­se Macht?‹«

Zahl­rei­cher als Ver­bün­de­te sind im Elfen­reich für einen Men­schen auf jeden Fall Fein­de. Selbst wenn man nicht den eige­nen Vater gegen sich auf­bringt, in dem man ihm die Kro­ne aus er Hand geris­sen hat, oder den Prin­zen Bale­kin, der sich eben­falls um die Kro­ne betro­gen fühlt. 

Jude ist stark. Und wütend. Wer Rei­bung und Aus­ein­an­der­set­zung will, kann dies bei ihr fin­den. Doch wenn man ein­mal die­sen Pfad ein­ge­schla­gen hat, ist es schwer, sich wie­der davon zu lösen. Denn ver­zei­hen kann Jude schlecht.

Fazit zu ›Elfenkönig

Elfen­kö­nig‹ ist fan­ta­sie­voll, span­nend und bewe­gend. Der zwei­te Band der Rei­he greift das schnel­le Tem­po auf, das das Ende des ers­ten Ban­des ›Elfen­kro­ne‹ geprägt hat. Span­nend wird, was im drit­ten und letz­ten Band der Rei­he ›Elfen­thron‹ noch alles gesche­hen kann. 

Hol­ly Black:
Elfen­kö­nig

Die Elfen­kro­ne-Rei­he, Band 2
Ab 14 Jah­ren
Über­setzt von: Anne Brau­ner
cbj HC, Mün­chen 2021
450 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Roman, Taschen­buch
ISBN 978−3−570−31399−2

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Holly Black: Elfenkrone [Rezension]

Von einem Mädchen, das sich nicht unterkriegen lässt. 

Zwei Schwes­tern, die sich aufs Haar glei­chen, und doch unter­schied­li­cher nicht sein könn­ten. Nach­dem sie in ›Elfen­kro­ne‹ mit­an­se­hen müs­sen, wie ihre Eltern getö­tet wer­den, ändert sich ihr gan­zes Leben. Nicht nur in einer ande­ren Fami­lie müs­sen sie auf­wach­sen, son­dern in einer ande­ren Welt. Bei eben dem Mann, der ihre Eltern töte­te, als wäre das Töten mühelos. 

Doch ist, bei dem Mör­der ihrer Eltern auf­zu­wach­sen, nicht das Ein­zi­ge, womit die bei­den Zwil­lin­gen und ihre Schwes­ter Vivi zurecht­kom­men müs­sen. Kaum eine Elfe scheint ihnen in ›Elfen­kro­ne‹ freund­lich gesinnt. Vor allem nicht jene, die zum Adel gehö­ren, und zusam­men mit ihnen unter­rich­tet wer­den. Denn der Mör­der ihrer Eltern ist nicht irgend­je­mand, son­dern ein Gene­ral des Königs. 

Elfen kön­nen nicht lügen, doch Men­schen ver­flu­chen und mit Zau­bern bele­gen. Sie haben eine Schwä­che für Rät­sel und für ihres­glei­chen. Und vor allem der Elfen­prinz Car­dan scheint nichts unver­sucht zu las­sen, Jude, die wehr­haf­te­re der bei­den Zwil­lin­ge, zu demütigen.

»Doch eins ver­ste­hen sie nicht: Ja, sie machen mir Angst, aber ich ken­ne es nicht anders, denn so war es von Anfang an. Der Mann, der mei­ne Eltern ermor­det hat, zieht mich hier groß, in einem Land vol­ler Ungeheuer.«

Als wären sie Spiel­zeug, nur dafür gemacht, dass das Elfen­volk sich an ihnen belus­ti­gen kann. Ganz gleich, ob durch Ernied­ri­gung oder Schmerz. 

Doch auch wenn sie die Zwil­lin­ge nicht täg­lich dar­an erin­nern wür­den, wie stark sich die bei­den Völ­ker von­ein­an­der unter­schei­den, könn­ten sie es nicht ver­ges­sen. Es ist nicht nur die Form ihrer Ohren, die sie trennt: Auch die Kör­per sind anders, vol­ler Kur­ven und Run­dun­gen, die den schö­nen Elfen fehlen.

»Die gan­ze Nacht hat Prinz Car­dan mich nicht aus den Augen gelas­sen, wie ein Hai, der rast­los im Kreis schwimmt und auf den rich­ti­gen Zeit­punkt war­tet, um zuzu­bei­ßen. Ich sehe sei­ne raben­schwar­zen Augen immer noch vor mir. Und wenn ich, um ihn zu ärgern, immer noch lau­ter lach­te, strah­len­der lächel­te und Locke län­ger küss­te, ist das eine Tücke, die nicht ein­mal das klei­ne Volk verurteilt.«

Auch, dass sie die Zieh­töch­ter eines Gene­rals sind, kann sie immer weni­ger schüt­zen. Jude ist es genug. Sie will sich nicht mehr klein machen und wie Dreck behan­delt wer­den. Sie will sich weh­ren. Und wird dadurch Teil eines Spiels, von dem sie noch nicht wuss­te, dass es gespielt wird. 

Doch dafür muss Jude Ent­schei­dun­gen tref­fen. Obwohl sie weiß, dass danach nichts mehr so sein kann, wie es war.

Fazit zu ›Elfenkrone

Mit ›Elfen­kro­ne‹ ist Hol­ly Black ein fan­tas­ti­scher Ein­stieg in eine Tri­lo­gie gelun­gen, die sicher­lich noch vie­le Über­ra­schun­gen bereit­hal­ten wird. Obwohl es anfangs etwas dau­er­te, in der Welt wirk­lich anzu­kom­men, war danach kein Hal­ten mehr. Zu facet­ten­reich sind die Cha­rak­te­re, zu ver­wi­ckelt ihre Ver­gan­gen­heit und ihre Ent­schei­dun­gen. Die­se Welt, in der Jude gezwun­gen ist auf­zu­wach­sen, ist blu­tig und geheimnisvoll. 

Man wünscht den Mäd­chen eine Ver­schnauf­pau­se und Wär­me, doch mit jeder wei­te­ren Ent­schei­dung wird deut­lich, dass es das nicht so leicht geben wird. Und so bleibt es span­nend mit­zu­er­le­ben, ob Jude das Elfen­reich zu einem Ort machen kann, an dem auch Men­schen respek­tiert wer­den. Ich wer­de auf jeden Fall wei­ter­le­sen. Mehr von Jude und ihrer Schwes­ter gibt es in ›Die ver­lo­re­nen Schwes­tern‹, ›Elfen­kö­nig‹ und ›Elfen­thron.‹

Buchinfo

Hol­ly Black:
Elfen­kro­ne

Die Elfen­kro­ne-Rei­he, Band 1
Ab 14 Jah­ren
Über­setzt von: Anne Brau­ner
cbj HC, Mün­chen 2020
448 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Roman, Taschen­buch
ISBN 978−3−570−31358−9

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Leigh Bardugo: Eisige Wellen [Rezension]

Charmante Verbündete und grausame Feinde. 

Dass gro­ße Macht nicht unbe­dingt ein beque­mes und ein­fa­ches Leben mit sich bringt, muss­te Ali­na Star­kov in der Ver­gan­gen­heit ler­nen. Wie schwer und gefähr­lich es mit ›Eisi­ge Wel­len‹ genau wer­den wür­de, hät­te sie jedoch ver­mut­lich eben­so wenig erwar­tet wie, dass sie über­haupt über der­ar­ti­ge Kräf­te verfügte.

Bereits im ers­ten Band der ›Legen­den der Gri­sha‹-Tri­lo­gie ›Gol­de­ne Flam­men‹ ist es Leigh Bar­d­u­go gelun­gen, eine Welt und eine Geschich­te zu erschaf­fen, die dem Leser den Atem raubt. Wer den ers­ten Band noch nicht gele­sen hat, dem sei emp­foh­len, dies zu tun, bevor er die­se Rezen­si­on und ›Eisi­ge Wel­len‹ liest. Es wäre scha­de, zu vie­le Details und Wen­dun­gen der Geschich­te im Vor­feld zu verraten.

Ali­na Star­kov ist in ›Eisi­ge Wel­len‹ noch nicht lan­ge Teil der Gri­sha, die sich um den Dunk­len scha­ren, als die Regeln und die Welt der Gri­sha durch­ein­an­der­ge­ra­ten. Jäh wird sie aus die­ser beson­de­ren Welt her­aus­ge­ris­sen, noch bevor sie rich­tig dar­in ange­kom­men war. Doch die Gefahr, die ihr droh­te, kommt nicht von außen – obwohl die Gri­sha genug Fein­de haben.

»Kein Gri­sha konn­te etwas Kör­per­li­ches her­vor­brin­gen; wir konn­ten kein Leben erschaf­fen. Trotz­dem kam die­ses Geschöpf auf uns zu, und die Gri­sha aus dem Gefol­ge des Dunk­len drück­ten sich ängst­lich gegen die Zimmerwände.«

Auch im zwei­ten Band der Tri­lo­gie ›Eisi­ge Wel­len‹ schafft es die Autorin, an die Span­nung des ers­ten Ban­des anzu­knüp­fen. Ihre Spra­che ist ein­dring­lich, ihre Bil­der stark und ihre Hel­den und Hel­din­nen facettenreich.

Ali­na Star­kov will zugleich weg von all­dem – von Grishas, Magie und der Zaren­fa­mi­lie – und zu ihnen hin. Sie will ein fried­li­ches Leben füh­ren, ohne Gefahr, mit dem Mann, den sie liebt. Doch sie lernt auf grau­sa­me Wei­se, dass ein solch fried­li­ches Leben für sie nicht mög­lich scheint. Ganz gleich, wohin sie geht.

»Frü­her, lan­ge bevor sie die Wah­re See befuh­ren, hat­ten der Jun­ge und das Mäd­chen immer wie­der von Schif­fen geträumt: Schif­fe, rand­voll mit Geschich­ten, ver­zau­ber­te Schif­fe mit Mas­ten aus wohl­rie­chen­dem Zedern­holz und mit Segeln aus purem Gold, von Jung­frau­en gesponnen.« 

So wird Ali­na Teil eines Kamp­fes, der älter ist als sie. Sie erlebt die Schre­cken Rav­kas, die schon viel zu lan­ge andau­ern und was mit jenen geschieht, die zwi­schen die Fron­ten die­ses Kamp­fes geraten.

Bar­d­u­gos Cha­rak­te­re sind viel­fäl­tig, ein­zig­ar­tig und alles ande­re als Abzieh­bil­der von Ste­reo­ty­pen. Nicht nur Ali­nas Fein­de haben es in sich – auch ihre Ver­bün­de­ten müs­sen sich nicht verstecken.

»Ivan erstarr­te, sein Grin­sen ver­flog. Hin­ter ihm stand ein jun­ger, hoch­ge­wach­se­ner Mann, der unge­fähr in mei­nem Alter war, viel­leicht ein paar Jah­re älter – Strub­bel­haa­re, eine krum­me Nase, die bestimmt schon ein paar­mal gebro­chen wor­den war.«

Fazit zu ›Eisige Wellen

Bar­d­u­gos Roman ›Eisi­ge Wel­len‹ ist defi­ni­tiv nicht nur für ein­ge­fleisch­te Fan­ta­sy-Fans ein Muss und vor allem auch für Erwach­se­ne emp­feh­lens­wert. So bleibt nach dem zwei­ten Band der Rei­he nun nur noch auf den drit­ten Band ›Lodern­de Schwin­gen‹ zu war­ten, um das gro­ße Fina­le um Rav­ka zu erle­ben. Ich bin jeden­falls gespannt.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Eisi­ge Wel­len

Legen­den der Gri­sha, Band 2
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur, Mün­chen 2020
448 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch, Roman
ISBN 978−3−426−52445−9

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