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Julia Dippel: Belial [Rezension]

Julia Dippel: Belial [Rezension]

Eine Wette zwischen Göttern und ein Mädchen, das sich nicht beugt. 

Die jun­ge Tem­pel­die­ne­rin Cas­sia hat­te defi­ni­tiv nicht geplant, zum Gegen­stand einer Wet­te zwi­schen Göt­tern zu wer­den. Vor allem nicht, wenn es sich dabei um den grau­sa­men und sadis­ti­schen Dämon Ianus und den Teu­fel Beli­al höchst­per­sön­lich han­delt. Auch dann nicht, wenn der Teu­fel äußerst attrak­tiv und char­mant ist. 

Doch Cas­sia ver­folgt eige­ne Zie­le. Sie weiß genau, wer dafür ver­ant­wort­lich ist, dass immer wie­der Frau­en aus dem Tem­pel ver­schwin­den, in dem sie lebt. Ianus‘ Grau­sam­keit ist bekannt, doch bis­lang konn­te ihm nie etwas nach­ge­wie­sen werden. 

Als Cas­sia die Gele­gen­heit bekommt, Ianus zu Fall zu brin­gen, sagt sie nicht nein. Sie ist bereit, sich als Skla­vin an ihn ver­kau­fen zu las­sen, um nach einem Beweis für sei­ne Ver­bre­chen suchen zu kön­nen und zu erfah­ren, was mit ihrer Freun­din Daph­ne gesche­hen ist.

»Ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl … sonst nichts. Mir wur­de die Keh­le eng. Man hat­te Daph­nes Hab­se­lig­kei­ten bereits weg­ge­bracht und trotz­dem schweb­te die Erin­ne­rung an die jun­ge Pries­te­rin noch immer in die­sen vier Wänden.«

Doch Cas­sia ist nicht die ein­zi­ge, die eine Rech­nung mit Ianus offen hat. Auch der Teu­fel Beli­al ist kein Fan von Ianus. In Ianus‘ Besitz befin­det sich jedoch etwas, das Beli­al unbe­dingt zurück­will: sein Hei­mat­land Mal­ta. Um Mal­ta zurück­zu­be­kom­men, lässt Beli­al sich auf eine Wet­te mit Ianus ein. Wenn Cas­sia ihm inner­halb von fünf Tagen frei­wil­lig ihre See­le ver­spricht, gehört Mal­ta wie­der Beli­al. Wenn nicht, muss er das Knie vor Ianus beugen. 

Aber Cas­sia hat defi­ni­tiv nicht vor, irgend­je­man­dem ihre See­le zu schen­ken, vor allem kei­nen Dämon. Den­noch lie­fert ihr die Wet­te die Gele­gen­heit, an Ianus heranzukommen.

»Die Eisen­ket­ten an mei­nen Hand­ge­len­ken fühl­ten sich inzwi­schen nach einer rich­tig mie­sen Fehl­ent­schei­dung an. Anfangs waren sie nur ein nöti­ges Requi­sit gewe­sen, um unse­re Geschich­te glaub­haft zu machen, doch hier in den Höh­len schie­nen die Ket­ten mit jedem Schritt schwe­rer und schwe­rer zu wer­den. Mei­ne Instink­te rie­ten mir laut­stark zur Flucht.«

Doch ihr wird schnell bewusst, dass ihre Auf­ga­be nicht so leicht wird, wie sie es sich gewünscht hät­te. Ianus hütet sei­ne Geheim­nis­se gut und Beli­al lässt sie kaum einen Moment aus den Augen. Zusätz­lich läuft sie stän­dig Gefahr, von Ianus erwischt und getö­tet zu werden.

Cas­sia hat jedoch einen Vor­teil: Sie wird von den Göt­tern unter­schätzt. Sie wis­sen nicht von ihrer Gabe, die sie immun gegen man­che Kräf­te der Dämo­nen macht und kann nicht durch Illu­sio­nen getäuscht werden.

»Ich sah die Din­ge, wie sie waren und nicht, wie die Dämo­nen sie erschei­nen lie­ßen. Mei­ne Fähig­kei­ten mach­ten mich zu einer sel­te­nen Ano­ma­lie und zum per­fek­ten Wach­hund für Lucusta.«

Beli­al‹ wird abwech­seln aus zwei Per­spek­ti­ven erzählt. Zum einen aus Cas­si­as Per­spek­ti­ve, die den Dämo­nen zutiefst miss­trau. Zum ande­ren aus Beli­als Per­spek­ti­ve, die Ianus zwar eben­so sehr hasst wie Cas­sia, jedoch auf sein Hei­mat­land nicht ver­zich­ten will. In einem Gemisch aus Mani­pu­la­tio­nen, Täu­schung und Ver­füh­rung kom­men sich Cas­sia und Beli­al näher. Bei­de müs­sen erfah­ren, dass sowohl Men­schen als auch Dämo­nen anders sein kön­nen, als sie es sich vor­ge­stellt haben.

Julia Dip­pels neu­er Roman aus den Iza­ra-Chro­ni­ken ist von der ers­ten bis zu letz­ten Sei­te span­nend. Beli­al ist char­mant, mäch­tig und sehr, sehr arro­gant. Cas­sia hin­ge­gen ist klug, mutig und eine Über­le­bens­künst­le­rin. Mit Grim ist Dip­pel eine wun­der­ba­re Neben­fi­gur gelun­gen, die man durch ihre rup­pi­ge und ehr­li­che Art ein­fach mögen muss.

Fazit zu ›Belial‹

Beli­al‹ kann defi­ni­tiv gele­sen wer­den, ohne das man die Iza­ra-Chro­ni­ken bereits gele­sen hat, da es zeit­lich vor die­sen ange­sie­delt ist. Es ist eine lie­be­voll aus­ge­ar­bei­te­te Geschich­te über eine Wet­te, einen gefähr­li­chen Dämon und Cas­sia und Beli­al, auf die im Rom der Ver­gan­gen­heit jede Men­ge Über­ra­schun­gen und Her­aus­for­de­run­gen war­ten. Zugleich endet ›Beli­al‹ mit einem Cliff­han­ger, der defi­ni­tiv nach der Fort­set­zung schreit. Ich bin jeden­falls gespannt, wie es wei­ter­ge­hen wird. Wer ›Beli­al‹ moch­te, wird ver­mut­lich auch ›Cas­sar­dim 1‹ sehr mögen. 

Buchinfo

Julia Dip­pel:
Beli­al

Göt­ter­krieg – Aus den Iza­ra-Chro­ni­ken
(Iza­ra, Band 5)
Unge­kürz­te Lesung mit Sven Macht und Jodie Ahl­born
Sil­ber­fisch, Ham­burg 2021
679 Minu­ten Lauf­zeit, EUR (D) 24,95 inkl. MwSt.
Ab 13 Jah­ren
ISBN 978−3−8449−2739−9

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Bewer­tung: 4 von 5.


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