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Neuerscheinungen 2021

2020 ist sicher­lich in vie­ler­lei Hin­sicht ein beson­de­res Jahr gewe­sen. Doch wie jedes Jahr war­ten auch in die­sem die Ver­lags­vor­schau­en für Frühjahr/Sommer 2021 dar­auf, durch­stö­bert zu wer­den. Eines ist sicher: 2021 ver­spricht ein span­nen­des Lese­jahr in vie­len Gen­res zu wer­den und macht rich­tig Lust auf sei­ne Neu­erschei­nun­gen 2021. Bücher, die mir bereits jetzt ins Auge gesprun­gen sind und auf deren Erschei­nen ich mich schon sehr freue, stel­le ich Euch hier ger­ne vor. Bestimmt wer­den jedoch über das Jahr noch eini­ge Neu­erschei­nun­gen 2021 in mei­ner Lis­te hinzukommen. 

Navi­ga­ti­on
1. Gegen­warts­li­te­ra­tur
2. Klas­si­ker
3. Phan­tas­tik
4. Sach­bü­cher
5. Über­blicks­lis­te

Neuerscheinungen 2021 – Gegenwartsliteratur

Mei­ne Lie­be zu Kat­zen und den meis­ten Tie­ren ist kein Geheim­nis. Umso mehr freue ich mich auf die­ses viel­ver­spre­chen­de Buch, das 2021 im DuMont-Ver­lag erschei­nen soll. Tokyo, die Acht­zi­ger­jah­re und Außen­sei­ter – klingt nach einer tol­len Mischung, oder?
Bücher, in denen Wär­me und Kat­zen­lie­be auf­ein­an­der tref­fen, sind für mich einen genaue­ren Blick wert. 2016 erschie­nen bereits Suke­ga­was Bücher ›Kirsch­blü­ten und rote Boh­nen‹ und ›Die Insel der Freund­schaft‹ bei DuMont.

Duri­an Suke­ga­wa: Die Kat­zen von Shin­juku,
ca. 272 S., ISBN 978−3−8321−8147−5, DuMont,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 12.02.2021


Seit ›Faser­land‹ ist Chris­ti­an Krachts Name aus dem Lite­ra­tur­be­trieb nicht mehr weg­zu­den­ken. Nach wei­te­ren Wer­ken schien dann 2016 ›Die Toten‹ als sein bis­lang neus­tes Buch bei Kiepenheuer&Witsch. Ich bin rich­tig gespannt, was die Leser und Lese­rin­nen in ›Euro­trash‹ erwar­tet. Das Cover sieht jeden­falls toll aus und auch der Klap­pen­text macht Lust.
Nur bis März muss ich mich noch gedul­den, aber ich bin sicher, das War­ten lohnt sich. 

Chris­ti­an Kracht: Euro­trash,
ca. 224 S., ISBN 978−3−462−05083−7, Kiepenheuer&Witsch,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 04.03.2021


Von Bene­dict Wells hät­te ich schon so viel mehr lesen sol­len, als ich es bis­lang getan habe. Seit 2008 erschei­nen sei­ne Bücher im Dio­ge­nes-Ver­lag und jedes hat sei­nen Reiz. Sein neu­es­tes Werk ›Hard Land‹ führt nach Mis­sou­ri und ins Jahr 1985.
Die Geschich­te dreht sich um den 15-jäh­ri­gen Außen­sei­ter Sam, der einen Feri­en­job in einem Kino annimmt und damit den Som­mer sei­nes Lebens erlebt. Klingt super vielversprechend.

Bene­dict Wells: Hard Land,
ca. 352 S., ISBN 978−3−257−07148−1, Dio­ge­nes,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 24.02.2021

Neuerscheinungen 2021 – Klassiker

Mary Shel­leys Buch ›Fran­ken­stein‹ gehört zu mei­nen unan­ge­foch­te­nen Lieb­lin­gen der Sci­ence-Fic­tion-Lite­ra­tur und unter den Klas­si­kern.
Als ich gese­hen habe, dass Reclam im nächs­ten Jahr auch eine Neu­über­set­zung von ›Der letz­te Mensch‹ raus­bringt, war mir sofort klar, dass die­ses Buch ganz oben auf mei­ne Lese­lis­te für das kom­men­de Jahr gehört. Denn eines ist bei Mary Shel­leys Büchern sicher: Sie ver­spre­chen viel Stoff zum Nachdenken. 

Mary Shel­ley: Der letz­te Mensch (Neu­über­set­zung),
ca. 596 S., ISBN 978−3−15−011328−8, Reclam,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 12.02.2021


Auch Daph­ne du Mau­ri­er hat sich mit ihrem Buch ›Rebec­ca‹ einen Platz unter mei­nen Klas­sik­er­lieb­lin­gen gesi­chert. Hat mich auf ›Rebec­ca‹ noch das gleich­na­mi­ge und wahn­sin­nig tol­le Musi­cal auf­merk­sam gemacht, kommt die­ses Buch allein schon wegen der begab­ten Autorin auf mei­ne Lese­lis­te für das kom­men­de Jahr.
Lie­be, Geheim­nis­se und das Leben auf See – klingt nach einer viel­ver­spre­chen­den Mischung, oder nicht? Ich bin jeden­falls super gespannt auf die­ses Buch.

Daph­ne du Mau­ri­er: Die Bucht des Fran­zo­sen,
ca. 300 S., ISBN 978−3−458−68154−0, Suhrkamp/insel,
erscheint vor­aus­sicht­lich 21.06.2021


Zu mei­ner wirk­lich gro­ßen Schan­de muss ich geste­hen, dass ich noch kein Buch von Geor­ge Orwell gele­sen habe. Und das, obwohl der Autor aus der Welt der Lite­ra­tur nicht mehr weg­zu­den­ken ist.
Somit ver­spre­chen die­se bei­den Neu­über­set­zun­gen von ›1984‹ und ›Farm der Tie­re‹ ein super Anfang für mich zu sein. Die bei­den Buch­co­ver fin­de ich jeden­falls mehr als gelungen.

Geor­ge Orwell: 1984 und Farm der Tie­re (Neu­über­set­zun­gen),
ca. 400 & 144 S., ISBN 978−3−7306−0976−7 & 978−3−7306−0977−4, Pen­gu­in Ran­dom House,
erschei­nen vor­aus­sicht­lich am 18.01.2021

Neuerscheinungen 2021 – Phantastik

Auch V. E. Schwab ist eine jener Schrift­stel­le­rin­nen, von denen ich lei­der noch viel zu wenig gele­sen habe. Und nach­dem die eng­lisch­spra­chi­ge Ori­gi­nal­ver­si­on bereits vie­le Anhän­ger gefun­den hat, bin ich umso gespann­ter, auf die deutsch­spra­chi­ge Über­set­zung, die 2021 im Fischer-Ver­lag erschei­nen wird. Ein Teu­fels­pakt, eine span­nen­de Prot­ago­nis­tin und die Kunst – die­se span­nen­de Kom­bi­na­ti­on weckt Vor­freun­de auf die­sen his­to­ri­schen Fantasy-Roman.

V. E. Schwab: Das unsicht­ba­re Leben der Addie LaRue,
ca. 592 S., ISBN 978−3−596−70581−8, Fischer,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 26.05.2021


Leigh Bar­d­u­go ist 2020 in Win­des­ei­le unter mei­ne liebs­ten Fan­ta­sy-Autorin­nen auf­ge­stie­gen. Sowohl die Tri­lo­gie ›Legen­den der Gri­sha‹ als auch die Krä­hen-Dilo­gie sowie ›King of Scars‹ habe ich wahn­sin­nig ger­ne gele­sen.
Und der ers­te Band der ›King-of-Scars‹-Dilo­gie hat an einem Punkt geen­det, an dem wirk­lich jeder Fort­gang der Sto­ry mög­lich ist. Ich bin also wahn­sin­nig gespannt, wie es wei­ter geht für Niko­lai, Nina, und all die ande­ren Figu­ren des Grishaverse. 

Leigh Bar­d­u­go: Rule of Wol­ves, King-of-Scars-Dilo­gie Band 2,
ca. 592 S., ISBN 978−3−426−22701−5, Droemer Knaur,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 01.06.2021


Ich lie­be den Film Das wan­deln­de Schloss von Stu­dio Ghi­b­li. Mir war also sofort klar, dass ich Band 1 der Howl-Saga ›Das wan­deln­de Schloss‹ unbe­dingt lesen muss. Auch Band 2 ›Der Palast im Him­mel‹ habe ich ver­schlun­gen, obwohl ich den ers­ten Band der Saga wesent­lich lie­ber moch­te.
Umso gespann­ter bin ich nun auf Band 3 der Howl-Saga ›Das Haus der tau­send Räu­me‹ und wel­che Aben­teu­er auf Howl & Co. warten.

Dia­na Wyn­ne Jones: Das Haus der tau­send Räu­me, Howl-Saga Band 3,
ca. 272 S., ISBN 978−3−426−52540−1, Knaur,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 01.03.2021

Neuerscheinungen 2021 – Sachbuch

Von Ste­fan Klein konn­te ich in der Ver­gan­gen­heit bereits zwei Bücher lesen, ›Die Glücks­for­mel‹ und ›Träu­me‹, die mir bei­de gut bis sehr gut gefal­len haben. Vor allem ›Träu­me‹ konn­te mich nach­hal­tig begeis­tern, sodass ich noch immer ger­ne über das Buch rede.
Umso gespann­ter bin ich natür­lich auf das neue Buch von Ste­fan Klein ›Wie wir die Welt ver­än­dern‹. Inno­va­tio­nen, der Geist und der Fort­schritt – eine super span­nen­de the­ma­ti­sche Mischung.

Ste­fan Klein: Wie wir die Welt ver­än­dern,
ca. 256 S., ISBN 978−3−10−002492−3, Fischer,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 10.03.2021


Wenn bei mir etwas kaputt­geht, dass ich für rett­bar hal­te, zie­he ich zumeist das Inter­net zu rate. In vie­len Fäl­len bringt mir das auch eine Lösung. Trotz­dem schmei­ße ich noch zu viel weg oder benut­ze es noch, auch wenn es nicht mehr gut funk­tio­niert.
Zum einen sind die Lösun­gen des Inter­nets nicht immer ein­deu­tig oder gut. Zum ande­ren aber, komm ich bei zu vie­len Din­gen ver­mut­lich nicht ein­mal auf die Idee, dass ich sie repa­rie­ren könn­te. Und um das ver­än­dern, bin ich schon super gespannt auf Nick Har­pers Buch ›Wie man alles repa­riert‹.

Nick Har­per: Wie man alles repa­riert,
ca. 256 S., ISBN 978−3−7306−0953−8, Pen­gu­in Ran­dom House,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 22.03.2021


Wie ihr seht, wird auch 2021 wie­der ein viel­sei­ti­ges und viel­ver­spre­chen­des Lese­jahr. Bestimmt wird im Lau­fe des Jah­res hier noch das ein oder ande­re Buch dazu­kom­men. Aber natür­lich wer­de ich nicht nur Neu­erschei­nun­gen lesen, also bleibt abzu­war­ten, was in die­sem Jahr alles auf mei­nem Lese­sta­pel lan­den wird, das kei­ne Neu­erschei­nung mehr ist.

Ich wün­sche dir ein span­nen­des Lese­jahr mit den Neu­erschei­nun­gen 2021 und wenn ihr mir Bücher emp­feh­len wollt, auf die ich defi­ni­tiv einen Blick wer­fen soll­te, dann lasst doch ein­fach einen Kom­men­tar da, ich wür­de mich sehr freuen. 🙂

  • Voraussichtliche Erscheinungstermine
    Neuerscheinungen 2021

    Neuerscheinungen 2021 – Januar/Februar/März

    Janu­ar Kei Ohku­bo: Arte 4 (Carl­sen)
    15.01. Immun­boos­ter (Droemer Knaur)
    22.01. Geor­ge Orwell: Farm der Tie­re (Neu­über­set­zung, dtv)
    Febru­ar Micha­el Ende: Momo (Thie­ne­mann-Ess­lin­ger)
    Febru­ar Anne Fleck: Mee­res­glü­hen (Cop­pen­rath)
    01.02. Matt Haig: Die Mit­ter­nachts­bi­blio­thek (Droemer Knaur)
    02.02. Han­nah Frey: Zucker­frei (GU)
    02.02. Eli­sa­beth Meck­len­burg: Mein City-Obst­gar­ten (GU)
    12.02. Duri­an Suke­ga­wa: Die Kat­zen von Shin­juku (Dumont)
    12.02. Mary Shel­ley: Der letz­te Mensch (Reclam)
    18.01. Geor­ge Orwell: 1984 (Neu­über­set­zung, Pen­gu­in Ran­dom House)
    18.01. Geor­ge Orwell: Farm der Tie­re (Neu­über­set­zung, Pen­gu­in Ran­dom House)
    24.02. Miku Sophie Küh­mel: Kint­su­gi (Fischer Taschen­buch)
    24.02. Jay Kristoff: Never­night. Die Prü­fung (Fischer)
    24.02. Doris Dör­rie: Ein­la­dung zum Schrei­ben (Dio­ge­nes)
    24.02. Chris­toph Nie­mann: Away (Dio­ge­nes)
    24.02. Bene­dict Wells: Hard Land (Dio­genes)
    26.02. Anne Pret­tin: Die vier Gezei­ten (Bas­tei Lüb­be)
    März Kei Ohku­bo: Arte 5 (Carl­sen)
    01.03. Dia­na Wyn­ne Jones: Das Haus der tau­send Räu­me (Droemer Knaur)
    02.03. Dia­na Kin­nert: Die neue Ein­sam­keit (Hoff­mann und Cam­pe)
    04.03. Chris­ti­an Kracht: Euro­trash (Kiwi)
    10.03. Ste­fan Klein: Wie wir die Welt ver­än­dern (Fischer)
    12.03. Mary Mcla­ne: Mei­ne Freun­din Anna­bel Lee (Reclam)
    15.03. Anja Kamp­mann: Der Hund ist immer hung­rig (Han­ser)
    15.03. Ste­phen Fry: Mythos (auf­bau)
    15.03. Roman Wolf: Die Nibe­lun­gen (auf­bau)
    18.03. Hel­ga Schu­bert: Vom Auf­ste­hen (dtv)
    18.03. Anne Fleck: Ener­gy! (dtv)
    20.03. Bern­hard Heck­ler: Das Lie­bes­le­ben der Pin­gui­ne (Klett-Cot­ta)
    22.03. Nick Har­per: Wie man alles repa­riert (Pen­gu­in Ran­dom House)
    26.03. Susan­ne Esche-Bel­ke/­Su­zann Kir­sch­ner-Brouns: Re-Power (Bas­tei Lüb­be)
    26.03. Gret­chen Lidi­cker: Mein Magne­si­um (Bas­tei Lüb­be)
    26.03. Ewald Arenz: Der gro­ße Som­mer (Dumont)


    Neuerscheinungen 2021 – April/Mai/Juni

    April Chris­ti­na Hie­mer: The Second Princess (Carl­sen)
    April Liz Bras­well: Die Schö­ne und ihr Geheim­nis (Carl­sen)
    April Haji­me Isaya­ma: Attack on Titan Delu­xe VIII (Carl­sen)
    01.04. Leigh Bar­d­u­go: Rule of Wol­ves (Droemer Knaur)
    01.04. Mech­tild Borr­mann: Glück hat einen lang­sa­men Takt (Droemer Knaur)
    01.04. Yael Adler: Haut nah (Droemer Knaur)
    01.04. Julia Marie Schmoll: Die Maschen der Nar­ziss­ten (GU)
    01.04. Matt Prit­chard: Dir­ty Vegan (GU)
    23.04. Julie Estève: Ich, Antoi­ne (dtv)
    23.04. Ildy Bach: Die Stief­toch­ter (dtv)
    24.04. Susann Sitz­ler: Väter und Töch­ter (Klett-Cot­ta)
    30.04. Neil Gai­man: Der Oze­an am Ende der Stra­ße. Illus­triert (Bas­tei Lüb­be)
    Mai Kei Ohku­bo: Arte 6 (Carl­sen)
    Mai Phil­ip Le Roy: Die Nacht der Acht (Carl­sen)
    17.05. Lucy Pol­lock: Das Buch über das Älter­wer­den (Dumont)
    26.05. V. E. Schwab: Das unsicht­ba­re Leben der Addie LaRue (Fischer)
    26.05. Car­los Ruiz Zafón: Der Fried­hof der ver­ges­se­nen Bücher (Fischer)
    31.05. Oli­ver Pötzsch: Das Buch des Toten­grä­bers (Ull­stein)
    01.06. Nora Bendzko: Die Göt­ter müs­sen ster­ben (Droemer Knaur)
    15.06. Daph­ne du Mau­ri­er: Die Bucht des Fran­zo­sen (Suhrkamp/insel)
    21.06. Chris­ti­na Hen­ry: Die Chro­ni­ken von Peter Pan (Pen­gu­in Ran­dom House)
    23.06. Mar­tin Suter: All­men und der Koi (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    23.06. Amé­lie Nothomb: Klopf an dein Herz (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    23.06. Den­ken mit Oscar Wil­de (dio­ge­nes delu­xe)
    23.06. Pau­lo Coel­ho: Untreue (dio­ge­nes delu­xe)


    Neuerscheinungen 2021 – Juli/August/September

    Juli Zidrou/Frank Pé: Die Bes­tie (Carl­sen)
    Juli Kei Ohku­bo: Arte 7 (Carl­sen)
    05.07. Mark Fah­nert: Echo des Ver­rats (Piper)
    08.07. Simon Beckett: Die Ver­lo­re­nen (Rowohlt)
    28.07. Simo­ne Lap­pert: Der Sprung (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    30.07. Marie Graß­hoff: Der dunk­le Schwarm (Bas­tei Lüb­be)
    Sep­tem­ber Kei Ohku­bo: Arte 8 (Carl­sen)
    14.09. René Wadas: Der Pflan­zen­arzt (Rowohlt)
    30.09. Anne Pät­zold: Right Here (Bas­tei Lüb­be, Lyx)


    Neuerscheinungen 2021 – Oktober/November/Dezember


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Marie Kondo/Scott Sonenshein: Joy at Work [Rezension]

Ein aufgeräumter Arbeitsplatz und andere Zaubertricks. 

Die ›Kon­Ma­ri-Metho­de‹ am Arbeits­platz – heißt das, man räumt mit ›Joy at Work‹ sei­nen Schreib­tisch auf und voilà? 

Spä­tes­tens wenn man an E‑Mails, Mee­tings oder Kon­tak­te denkt, ist klar, dass damit die Arbeit nicht getan ist: Den­noch, das Auf­räu­men der mate­ri­el­len Bestand­tei­le des Berufs bil­det einen per­fek­ten ers­ten Schritt auf dem Weg zu einem Arbeits­platz, an dem man sich wohl­füh­len kann.

Wer Marie Kon­dos ›Kon­Ma­ri-Metho­de‹ kennt, viel­leicht sogar ›Magic Clea­ning‹ gele­sen hat, den dürf­ten die Grund­la­gen des Auf­räu­mens am Arbeits­platz in ›Joy at Work‹ nicht über­ra­schen: nach Kate­go­rien getrennt, in einem Rutsch und an der Fra­ge ori­en­tiert, was Freu­de ent­facht. Zuge­ge­ben, am Arbeits­platz tum­meln sich zumeist sel­te­ner Ber­ge an Klei­dung oder Küchen­uten­si­li­en, dafür umso häu­fi­ger Doku­men­te, E‑Mails oder erschöp­fen­de Besprechungen.

»Das Ziel der in die­sem Buch vor­ge­stell­ten Metho­de besteht nicht nur dar­in, am Ende an einem hübsch auf­ge­räum­ten Schreib­tisch zu sit­zen, son­dern durch das Auf­räu­men mit sich selbst ins Gespräch zu kom­men – zu ent­de­cken, was Sie wert­schät­zen, indem Sie erfor­schen, war­um Sie eigent­lich arbei­ten und wel­che Art Arbeit Sie sich wünschen.«

Wie wun­der­bar sich Marie Kon­dos Auf­räum-Metho­de mit dem Arbeits­le­ben ver­bin­den lässt, zeigt ›Joy at Work‹. Für die­ses Buch haben sich die Auf­räumspe­zia­lis­tin Marie Kon­do und der Exper­te für Unter­neh­mens­or­ga­ni­sa­ti­on Scott Sonen­s­hein zusam­men getan. Und das Ergeb­nis kann sich sehen las­sen: Die Metho­den und Fähig­kei­ten des Autoren­du­os ergän­zen sich hervorragend.

Einen Werk­zeug­kof­fer vol­ler Tech­ni­ken haben Sonen­s­hein und Kon­do mit­ge­bracht: Ganz gleich, ob es sich um digi­ta­le Daten, Pro­ble­me mit der Ent­schei­dungs­fin­dung oder der Team­ar­beit geht. Mit Offen­heit und einer Men­ge Kar­tei­kar­ten kann es ans Werk gehen. Wie groß der Unter­schied sein kann, den ein Freu­de spen­den­der Arbeits­platz schafft, ist spä­tes­tens dann klar, wenn man dar­über nach­denkt, wie vie­le Stun­den man durch­schnitt­lich auf der Arbeit verbringt.

»Der Schlüs­sel zu mehr Freu­de bei der Arbeit liegt dar­in, mehr Zeit in Tätig­kei­ten zu inves­tie­ren, die Spaß machen, und weni­ger in sol­che, die es nicht tun.«

Fazit zu ›Joy at Work

Und wenn man bedenkt, wie oft man nach einem bestimm­ten Doku­ment sucht, das man doch letz­tens noch hat­te, was bei den wenigs­ten Hoch­ge­füh­le aus­löst, ist es viel­leicht einen Ver­such wert, dem Buch ›Joy at Work‹ eine Chan­ce geschrieben. 

Ein fri­scher Schreib­stil, wis­sen­schaft­li­che Quel­len und ein sym­pa­thi­sches Autoren­duo mit einer Men­ge Berufs­er­fah­rung laden dazu ein, zukünf­tig viel­leicht mehr Freu­de am Arbeits­platz zu fin­den: Einen Ver­such ist es alle­mal wert.

Buchinfo

Marie Kondo/Scott Sonen­s­hein:
Joy at Work

Auf­ge­räumt und erfolg­reich im
Arbeits­le­ben
Magic Clea­ning fürs Büro
über­setzt von: Antoi­net­te Git­tin­ger;
Ursu­la Pesch; Rita Gra­vert; Kat­ja Hald
Rowohlt, Ham­burg 2020
256 S., EUR (D) 14,99 inkl. MwSt.
Ebook
ISBN 978−3−644−00604−1

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 5 von 5.


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Marie Kondo: Magic Cleaning [Rezension und Selbstversuch]

Vom Danke sagen und klareren Blicken. 

Ich habe nie ger­ne Din­ge weg­ge­wor­fen. Irgend­et­was schien stets an ihnen zu haf­ten, das mich sie behal­ten vor ›Magic Clea­ning‹ ließ. Man­che Din­ge hat­te ich geschenkt bekom­men und obwohl ich sie nicht ver­wen­de­te – und sie mir oft­mals nicht gefie­len –, behielt ich sie. Immer­hin waren es Geschen­ke und jemand hat­te sich Gedan­ken gemacht. 

Ande­re Din­ge schie­nen eine Erin­ne­rung zu tra­gen. Nicht unbe­dingt eine kon­kre­te, eher eine Zeit, für die sie stan­den. Da ich oft umge­zo­gen und auch früh von zu Hau­se aus­ge­zo­gen bin, wur­den die Gegen­stän­de, die ich mit­neh­men konn­te, ein Mit­neh­men der Orte, an denen sie vor mei­nem Umzug gewe­sen waren.

Und über die Zeit kamen so eini­ge Gegen­stän­de zusam­men. Vie­le tru­gen kei­ne kon­kre­te Erin­ne­rung (oder kei­ne bedeu­ten­de), son­dern eher die Angst, sie könn­ten etwas Wich­ti­ges tragen.

»Doch wie eig­net man sich die rich­ti­ge Ein­stel­lung an? Indem man die Fähig­keit zum Auf­räu­men ent­wi­ckelt und stärkt, denn die­se Fähig­keit haben wir alle in uns.«

Somit sam­mel­te ich nicht nur Gegen­stän­de, son­dern vor allem ›schwe­re‹ Gegen­stän­de an. Ich habe mich oft­mals gezwun­gen aus­zu­mis­ten, aber den durch­schla­gen­den, anhal­ten­den Erfolg konn­te ich nicht erzie­len. Trotz­dem spür­te ich, dass ich die­ses The­ma für mich noch lösen muss­te, weil ich nicht von immer mehr Din­gen auf enger wer­den­dem Raum umge­ben sein woll­te, und ver­such­te erfolg­los ver­schie­de­ne Methoden.

Bis ich auf Marie Kon­do und ›Magic Clea­ning‹ stieß.

Aus­mis­ten mit die­sem Prin­zip ist viel­leicht nicht für alle die ers­te Wahl, aber für jeman­den wie mich, die vor allem mit der Emo­ti­ons- und Bedeu­tungs­zu­ord­nung ihrer Gegen­stän­de klar­kom­men muss­te, war es befreiend.

»Oft sind hier bewuss­te oder unbe­wuss­te Blo­cka­den und Abwehr­me­cha­nis­men dem Auf­räu­men gegen­über am Werk. Also muss an der inne­ren Ein­stel­lung zur Ord­nung gear­bei­tet werden.«

In ihrem Buch ›Magic Clea­ning‹, in dem Marie Kon­do ihre Kon­Ma­ri-Metho­de vor­stellt, lernt der Lesen­de zuerst Marie und ihre per­sön­li­che Ent­wick­lung im Kampf gegen die Unord­nung ken­nen. Aus den Schwie­rig­kei­ten, die ihr über die Jah­re begeg­net sind – sel­ten lang anhal­ten­de Ergeb­nis­se und bald schon neu­es Ansam­meln von Din­gen –, schuf sie die­se Methode. 

Die Grund­prin­zi­pi­en von ›Magic Clea­ning‹ sind denk­bar ein­fach und doch ist es wich­tig, sich an die Metho­de zu hal­ten (zumin­dest habe ich dies getan). Zuerst Klei­dung, dann Bücher, dann Doku­men­te, jetzt alles ande­re und zuletzt Erinnerungsstücke.

Auch inner­halb die­ser Kate­go­rien ist das Vor­ge­hen in ›Magic Clea­ning‹ sim­pel struk­tu­riert, aber rigo­ros: alle Gegen­stän­de einer Kate­go­rie auf einen Berg. Alle Klei­der, die man besitzt, egal, ob auf dem Spei­cher, in Schrän­ken, Kis­ten oder ver­ges­se­nen Ecken. Alle Klei­der auf einen Berg und die Mas­se des­sen, was man besitzt, auf sich wirk­lich las­sen. Ich gehorch­te. Mein Schlaf­zim­mer wur­de zu einem rie­si­gen Berg aus Kleidung. 

»Nur durch das dras­ti­sche Auf­räu­men in einem Rutsch wird ein Bewusst­seins­wan­del ausgelöst.«

Aus Gehor­sam wur­de Über­for­de­rung und tie­fes Durch­at­men. Sehr tie­fes Durch­at­men. Wei­ter­ma­chen. Ein Klei­dungs­stück nach dem ande­ren, jedes ein­mal in den Hän­den gehabt und mich gefragt haben, ob es mich glück­lich macht und, ob es zu dem Leben gehört, das ich füh­ren will.

Der Berg wur­de zuse­hends klei­ner und klei­ner, mein Selbst­ver­trau­en in mei­ne Auf­räums­kills wuchs und zugleich ein Gespür dafür, was ich wirk­lich behal­ten woll­te. Ich habe mich durch das Buch und zugleich durch mei­nen Besitz gear­bei­tet. Marie Kon­dos Schreib­stil ist schlicht, authen­tisch und ein­neh­mend. Ihre Beob­ach­tun­gen sind an vie­len Stel­len so tref­fend und ihre Erklä­run­gen motivierend. 

Fazit zu ›Magic Cleaning

Natür­lich habe ich nicht nur mei­ne Klei­der aus­sor­tiert, alle Kate­go­rien habe ich in Angriff genom­men, auch mei­ne Bücher. Mitt­ler­wei­le ist es über ein Jahr her, dass ich Marie Kon­do und ihre ›Magic Clea­ning‹-Metho­de ken­nen­ge­lernt und mit mei­nem Aus­mis­te­pro­jekt begon­nen hat­te. Und es hat funk­tio­niert. Ich habe mich von Schät­zungs­wei­se 70–80 % mei­ner Din­ge getrennt, und ver­mis­se nichts davon. Zugleich habe ich den frei wer­den­den Platz nicht mit neu­em Kram gefüllt. Zum einen durch den Schock über die Maße an Din­gen, die ich besaß, zum ande­ren, weil ich viel bes­ser weiß, was ich wirk­lich behal­ten will. Aus­mis­ten für einen freie­ren Blick auf die Din­ge, die einem wirk­lich am Her­zen liegen.

So ist ›Magic Clea­ning‹ ein kom­pak­ter, auf den Punkt gebrach­ter und erfri­schend geschrie­be­ner Rat­ge­ber, der defi­ni­tiv einen Ver­such wert ist. Auch zum The­ma Arbeit hat Marie Kon­do in ›Joy at Work‹ eini­ge Tricks auf Lager.

Buchinfo

Marie Kon­do:
Magic Clea­ning

Wie rich­ti­ges Auf­räu­men Ihr Leben ver­än­dert
über­setzt von Moni­ka Lubitz
Rowohlt Verlage/rororo, Ham­burg 2013
224 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−499−62481−0

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Daniel Kehlmann: Beerholms Vorstellung [Rezension]

Von einem Mann, der auszog, um Theologie zu studieren, und zu einem Magier wurde. 

Ein jun­ger Mann ›Beer­holms Vor­stel­lung‹ will Theo­lo­gie stu­die­ren und Pries­ter sein, bis er es nicht mehr sein will. Ein jun­ger Mann will sich der Zau­be­rei wid­men und Magi­er wer­den, bis er es nicht mehr will. 

Arthur Beer­holm hat die­se bei­den Leben gelebt. Und umso unter­schied­li­cher sie in ihrem Wesen auch klin­gen, des­to stär­ker fal­len die Din­ge auf, die bei Beer­holm über bei­de Beru­fe hin­weg kon­stant geblie­ben sind. 

Zum einen Beer­holms Vor­lie­be für Schlaf­ta­blet­ten. Manch­mal scheint es, als wäre sei­ne Lebens­ge­schich­te von nichts so stark beglei­tet, als von sei­nem Tablet­ten­miss­brauch. Zum ande­ren gesund­heit­li­che Pro­ble­me, die mehr­mals mit sei­ner Wahr­neh­mung zu spie­len scheinen. 

»Weißt du eigent­lich, daß man unun­ter­bro­chen auf sich selbst ein­re­det? In einem Win­kel unse­res Kop­fes sitzt ein Schwät­zer und spricht, spricht, spricht vom Augen­blick unse­res Auf­wa­chens bis in die letz­ten im Dun­kel ver­schwim­men­den Regun­gen vor dem Einschlafen.«

Kehl­manns Debüt­ro­man ›Beer­holms Vor­stel­lung‹ ist ein Kipp­bild: In man­chen Momen­ten ist er voll wun­der­sa­mer Ereig­nis­se, der Zau­be­rei scheint ech­te Magie inne­zu­woh­nen. In ande­ren Momen­ten tauscht er sei­nen Zau­ber gegen Alter­na­tiv­erklä­run­gen, wie Träu­me, Fie­ber­wahn, Tablet­ten­miss­brauch. Exis­tiert Magie in ›Beer­holms Vor­stel­lung‹ oder han­delt es sich in vie­len Momen­ten ledig­lich um außer­ge­wöhn­li­che Zufäl­le, die den Anschein von Bedingt­heit und Vor­be­stim­mung erwe­cken? Schafft Wahr­schein­lich­keit Realität?

»Ich setz­te ein iro­ni­sches Lächeln auf – was außer den unbe­ein­druck­bar schwei­gen­den Mön­chen kei­ner sah – und beschloß, die Sei­te von ihrer komi­schen Sei­te zu betrach­ten. Dann, nach und nach, fand ich her­aus, daß sie kei­ne komi­sche Sei­te hatte.«

Fazit zu ›Beerholms Vorstellung

Bereits in sei­nem Erst­lings­werk sind eini­ge der The­men ange­legt, die auch für Kehl­manns spä­te­res Werk maß­ge­bend sein wer­den, wie ›F‹ oder ›Tyll‹. Die Wirk­lich­keit und ihre Wahr­neh­mung wer­den spie­le­risch auf die Pro­be gestellt. Doch scheint es ›Beer­holms Vor­stel­lung‹ im Ver­gleich zu sei­nen spä­te­ren Wer­ken noch an Schliff zu feh­len, die­se The­men sind noch nicht so prä­zi­se her­aus­ge­ar­bei­tet, wie es ihm in spä­te­ren Roma­nen gelin­gen wird, ohne, dass sein vir­tuo­ser Umgang mit Wirk­lich­keit dar­un­ter zu lei­den hät­te. Doch ver­fliegt dies nach 50 Sei­ten wie­der und übrig bleibt ein Roman, der sich auch am Ende nicht in die Enge drän­gen lässt.

Denn die eige­ne Wahl, ob Magie in Beer­holms Lebens­wirk­lich­keit exis­tiert oder nicht, bleibt für den Roman­ver­lauf nicht folgenlos.

Buchinfo

Dani­el Kehl­mann:
Beer­holms Vor­stel­lung

Roman
rowohlt/rororo, Ham­burg 2007
256 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−499−24549−7

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Neuerscheinungen 2020

2019 ist zu Ende gegan­gen und 2020 hat begon­nen. Die Ver­lags­vor­schau­en für (Frühjahr/Sommer) 2020 lie­gen bei vie­len Ver­la­gen vor und ver­spre­chen ein span­nen­des neu­es Lese­jahr in vie­len Gen­res. Bücher, die mir bereits jetzt ins Auge gesprun­gen sind und auf deren Erschei­nen ich mich schon sehr freue, stel­le ich Euch ger­ne vor. Ver­mut­lich wer­den über das Jahr noch eini­ge Bücher dazu­kom­men, aber die­se Neu­erschei­nun­gen 2020 haben bereits mei­ne Vor­freu­de ent­facht und ich hof­fe, sie rezen­sie­ren zu können. 

Navi­ga­ti­on
1. Gegen­warts­li­te­ra­tur
2. Klas­si­ker
3. Phan­tas­tik
4. Sach­bü­cher
5. Über­blicks­lis­te

Gegenwartsliteratur

Bei Suhr­kamp wird Ben­ja­min Maacks neu­es Buch Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein erschei­nen, das sich mit dem Leben mit Depres­sio­nen beschäf­tigt und auf das ich mich sehr freue. Ich habe bereits sei­nen Erzähl­band Mons­ter gele­sen, der mir unheim­lich nah gegan­gen ist und bin sehr gespannt, womit der Autor uns die­ses Jahr über­ra­schen wird. Maack ver­bin­de ich mit unge­wöhn­li­cher, authen­ti­scher und auf­rich­ti­ger Lite­ra­tur, die ich nur schwer aus der Hand legen kann.

Ben­ja­min Maack: Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein,
333 S., ISBN: 978−3−518−47073−2, Suhr­kamp, erschie­nen am 09.03.2020


Maxim Bil­ler gehört zu mei­nen abso­lu­ten Lieb­lin­gen der deutsch­spra­chi­gen Gegen­warts­li­te­ra­tur und so lan­den sei­ne Bücher auto­ma­tisch auf mei­ner Lese­lis­te. 2020 wird bei KiWi Sie­ben Ver­su­che zu lie­ben erschei­nen, das ich sicher­lich lesen wer­de. Dar­in ent­hal­ten sind gesam­mel­te Fami­li­en­ge­schich­ten von Maxim Bil­ler und weil mir sei­ne Bücher immer einen neu­en Blick auf die Din­ge geschenkt haben, bin ich schon sehr gespannt, wie die­ser neue Blick bei Fami­li­en­ge­schich­ten aus­se­hen wird.

Maxim Bil­ler: Sie­ben Ver­su­che zu lie­ben. Fami­li­en­ge­schich­ten,
368 S., ISBN: 978−3−462−05437−8, Kiepenheuer&Witsch, erschie­nen am 13.02.2020


Seit ich vor vie­len Jah­ren das Buch 19 Minu­ten von Jodi Picoult gele­sen habe, über das ich bereits vie­le span­nen­de Gesprä­che geführt habe, habe ich immer wie­der zu Roma­nen der Schrift­stel­le­rin gegrif­fen und wur­de bis­lang nicht ent­täuscht. Ich mag die kom­ple­xen, emo­tio­na­len und viel­schich­ti­gen The­men, die sie in ihren Roma­nen behan­delt. Auch in Der Fun­ke des Lebens hat sie sich einem sol­chen – eine Gei­sel­na­me in einer Frau­en­kli­nik – angenommen.

Jodi Picoult: Der Fun­ke des Lebens, Roman,
448 S., ISBN: 978−3−570−10400−2, Ber­tels­mann, erschie­nen am 27.04.2020

Klassiker

Bei Suhr­kamp wird eine Gra­phic Novel von Nico­las Mah­ler zu Ulys­ses von James Joy­ce erschei­nen. Ich bin ein gro­ßer Fan von Klas­si­kern im neu­en Gewand und von krea­ti­ven Mög­lich­kei­ten, Lesern Klas­si­ker näher­zu­brin­gen. Dar­um bin ich auch sehr gespannt, wie Ulys­ses in die­ser Gra­phic Novel umge­setzt wurde.

Nico­las Mah­ler: Ulys­ses von James Joy­ce, Gra­phic Novel,
ca. 288 S., ISBN: 978−3−518−47006−0, Suhr­kamp, erscheint vor­aus­sicht­lich am 17.08.2020


Von allen Klas­si­kern sind mir vor allem auch die Roma­ne der Schwes­tern Bron­të ans Herz gewach­sen, egal ob in Buch­form oder als Ver­fil­mung. Umso glückli­cker bin ich, dass bei Reclam 2020 ein wirk­lich sehr hüb­scher Schu­ber erschei­nen wird, in dem Jane Eyre, Sturm­hö­he und Agnes Grey ent­hal­ten sein wer­den. Ich bin ein gro­ßer Fan der Schu­ber, die bei Reclam erschei­nen, wie der bezau­bern­de Schu­ber zu Grimms Mär­chen. Am meis­ten freue ich mich, Agnes Grey zu lesen, da ich mit die­sem Roman bis­lang am wenigs­ten zu tun hat­te. Es wird spannend.

Anne/Charlotte/Emily Bron­të: Jane Eyre/Sturm­hö­he/Agnes Grey,
insg. 1434 S., ISBN: 978−3−15−030066−4, Reclam, erschie­nen Febru­ar 2020 


Auch Rowohlt hat ab 2020 zwei Klas­si­ker im Pro­gramm, auf die ich mein Auge gewor­fen habe. Dabei han­delt es sich um Die Sturm­flu­ten des Früh­lings und Die fünf­te Kolon­ne von Heming­way. Da ich bis­lang noch sehr Heming­way-unbe­le­sen bin, freue ich mich schon sehr auf die­se bei­den Bücher, um mei­ne Kennt­nis­se auszuweiten.

Ernest Heming­way: Die Sturm­flu­ten des Früh­lings und Die fünf­te Kolon­ne,
ca. 96 & 128 S., ISBN: 978−3−499−00368−4 & 978−3−499−00369−1, Rowohlt, erschei­nen vor­aus­sicht­lich am 15.09.2020

Phantastik

Nach­dem Band 1 und Band 2 (vor allem Band 2) von Stran­ge the Drea­mer 2019 bereits eine wun­der­ba­re Über­ra­schung waren, die ich wirk­lich sehr ger­ne gele­sen habe, bin ich umso glück­li­cher, dass 2020 bereits Band 3 und Band 4 – jedoch Muse of Night­ma­res Band 1 und Band 2 genannt – erschei­nen wer­den. Eine gelun­ge­ne Mischung aus Phan­tas­tik, Span­nung und ori­gi­nel­len Ideen.

Lai­ni Tay­lor: Muse of Night­ma­res, Band 1 und 2,
ISBN: 978−3−8466−0100−6 & 978−3−8466−0101−3, Bas­tei Lüb­be, One, erschie­nen am 29.06. & erscheint vor­aus­sicht­lich am 28.08.2020


Leigh Bar­d­u­gos Gri­sha-Tri­lo­gieGol­de­ne Flam­men, Eisi­ge Wel­len, Lodern­de Schwin­gen – wird bei Knaur in neu­er Aus­stat­tung erschei­nen und ich freue mich rie­sig, die­se Roma­ne ken­nen­zu­ler­nen, nach­dem ich die Lese­pro­ben dazu bereits sehr moch­te. Die Autorin ist von die­sen abge­se­hen jedoch ein voll­kom­men unbe­schrie­be­nes Blatt für mich und ich bin sehr gespannt, nach­dem ich so viel Gutes über ihre Roma­ne gehört habe.

Leigh Bar­d­u­go: Gol­de­ne Flam­men/Eisi­ge Wel­len/Lodern­de Schwingen,
352÷448÷432 S., ISBN: 978−3−426−52444−2÷978−3−426−52445−9÷978−3−426−52446−6, Droemer Knaur,
erschie­nen am 02.03./01.04./04.05.2020


Mit der Howl-Saga habe ich begon­nen, da ich den Film Das wan­deln­de Schloss von Stu­dio Ghi­b­li sehr moch­te. Band 1 habe ich wirk­lich sehr ger­ne gele­sen und jetzt bin ich gespannt wie es in Band 2 Der Palast im Him­mel wei­ter­ge­hen wird. Das Cover ist jeden­falls wunderschön.

Dia­na Wyn­ne Jones: Der Palast im Him­mel, Howl-Saga Band 2,
272 S., ISBN 978−3−426−52539−5 , Knaur, erscheint vor­aus­sicht­lich am 03.08.2020


Die Tri­bu­te von Panem gehö­ren zu den Fan­ta­sy-Rei­hen, die mich nach dem Lesen bzw. Hören noch lan­ge beschäf­tigt haben. Umso mehr freue ich mich, dass ein Pre­quel die­ser tol­len Serie in die­sem Jahr her­aus­kommt und ich fin­de die Wahl des Prot­ago­nis­ten wirk­lich unglaub­lich span­nend!
Das Lied von Vogel und Schlan­ge wer­de ich mir auf kei­nen Fall ent­ge­hen lassen.

Suzan­ne Col­lins: Die Tri­bu­te von Panem. Das Lied von Vogel und Schlan­ge,
608 S., ISBN 978−3−7891−2002−2 , Oetin­ger, erschie­nen am 19.05.2020

Sachbücher

Ich glau­be, Marie Kon­dos Kon­Ma­ri-Metho­de muss man pro­biert haben, um zu ver­ste­hen, was es damit auf sich hat und, ob es was für einen ist. Seit ich ihr Buch Magic Clea­ning gele­sen (und das vor­ge­schla­ge­ne Prin­zip beher­zigt) habe, bin ich (nicht immer ohne Kampf mit mir selbst) eine Men­ge Din­ge los­ge­wor­den und füh­le mich wirk­lich woh­ler in mei­ner häus­li­chen Umge­bung. Da man bekannt­lich in der Regel eini­ge Stun­den sei­nes Lebens bei der Arbeit ver­bringt, bin ich sehr gespannt, ob Joy at Work von Marie Kon­do und Scott Sonen­s­hein einen ähn­lich posi­ti­ven Effekt auf mein Arbeits­le­ben haben wird. Pro­bie­ren wer­de ich es auf jeden Fall.

Marie Kon­do und Scott Sonen­s­hein: Joy at Work,
224 S., ISBN 978−3−8052−0056−1, Wun­der­lich Ver­lag, erschie­nen am 28.04.2020


Als stu­dier­te Psy­cho­lo­gin und Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin bin ich immer sehr gespannt auf Bücher, die ver­su­chen, Psy­cho­lo­gie und Lite­ra­tur oder das Schrei­ben mit­ein­an­der zu ver­bin­den und für den Leser nutz­bar zu machen. Des­we­gen hal­te ich immer wie­der Aus­schau nach Büchern, die einen sol­chen Ansatz ver­fol­gen. Die­ses Jahr wird von der aus­ge­bil­de­ten Poe­sie­t­he­ra­peu­tin Sil­ke Hei­mes, die Medi­zin und Ger­ma­nis­tik stu­diert hat, das Buch Ich schrei­be mich gesund erschei­nen. Ich bin schon sehr gespannt auf ihren Ansatz und wer­de sicher­lich berichten.

Sil­ke Hei­mes: Ich schrei­be mich gesund,
240 S., ISBN 978−3−423−28222−2, dtv, erschie­nen am 21.02.2020


Wie ihr seht, wird 2020 sicher­lich ein viel­sei­ti­ges Lese­jahr. Ich bin sicher, es wer­den noch eini­ge Neu­erschei­nun­gen 2020 dazu­kom­men, die von Inter­es­se sind und die ich hier bespre­chen wer­de. Bleibt natür­lich abzu­war­ten, was in die­sem Jahr alles auf mei­nem Lese­sta­pel lan­den wird, das kei­ne Neu­erschei­nung mehr ist, aber sicher­lich eben­so span­nend zu lesen.

Ich wün­sche ein span­nen­des Lese­jahr 2020 und wenn ihr mir Bücher emp­feh­len wollt, auf die ich defi­ni­tiv einen Blick wer­fen soll­te, dann lasst doch ein­fach einen Kom­men­tar da, ich wür­de mich freuen. 🙂

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Daniel Kehlmann: ›F‹ [Rezension]

Vom Zufall und von Fügungen. 

Als ein Vater in ›F‹ mit sei­nen drei Söh­nen von zwei ver­schie­de­nen Frau­en einen Aus­flug zum Hyp­no­ti­seur macht, ahnen die vier nicht, was die Fol­gen sein wer­den: Der Vater ver­lässt im Anschluss auch sei­ne zwei­te Lebens­ge­fähr­tin und mit ihr sei­ne drei jugend­li­chen Söhne. 

Als die drei Söh­ne erwach­sen wer­den, wäh­len sie die unter­schied­lichs­ten Beru­fe und Lebens­wei­sen. Der Ältes­te, Mar­tin, wird zu einem wohl beleib­ten Geist­li­chen, der den Glau­ben nicht so recht fin­den kann. Von den Zwil­lin­gen, schlägt Iwan den Pfad eines Künst­lers ein, ohne recht an sei­ne eige­ne Kunst glau­ben zu kön­nen, und Eric hei­ra­tet, bekommt eine Toch­ter und wird zu einem Geschäfts­mann, der an sei­ne Rea­li­tät und sei­nen Ver­stand nicht mehr so recht glau­ben kann. 

Unge­fähr in der Mit­te wird der Roman ›F‹ von einer Ahnen­schau durch­zo­gen. Lebens­läu­fe und Figu­ren, von denen eine inter­es­san­ter ist als die ande­re und sicher­lich einen eige­nen Roman fül­len könn­te – eine der Beschrei­bun­gen erin­nert an Claus Ulen­spie­gel aus ›Tyll‹ –, wer­den ausgebreitet. 

Man meint, die Ver­stor­be­nen wären irgend­wo auf­be­wahrt. Man meint, dem Uni­ver­sum blie­ben ihre Spu­ren eingeschrieben.

Doch Kehl­mann beschränkt sich nicht dar­auf, die Geschich­te die­ser drei Söh­ne und ihres Vaters zu erzäh­len. Was ihm in ›F‹ gelingt, ist ein Auf­rau­en der Wahr­neh­mung von Wirk­lich­keit. Er spielt mit dem mensch­li­chen Bemü­hen, (Lebens-)Geschichten eine Kau­sa­li­tät und Deter­mi­niert­heit abrin­gen zu wol­len, indem er die Momen­te auf­zeigt, in denen sei­ne Figu­ren Ent­schei­dun­gen tref­fen müs­sen. Sie bedie­nen sich Erklä­rungs­mo­del­len, nach denen die Din­ge wer­den, wie sie sein sol­len, ob durch gött­li­ches Ein­grei­fen, einen höhe­ren Plan oder Schick­sal. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, ob sie ihr Glück in der Kunst, der Reli­gi­on oder der Wirt­schaft suchen.

Doch ›F‹ fällt kein end­gül­ti­ges Urteil dar­über, ob die Per­so­nen dem Zufall, Schick­sal oder etwas ande­rem unter­wor­fen sind, son­dern erwei­tert die­se Fra­ge um die Dimen­si­on, was pas­sie­ren wür­de, wenn das ›Schick­sal‹ selbst von Zufall oder Irr­tum beein­flusst wäre.

Doch malen in eines ande­ren Namen, das ist eine Mög­lich­keit, das funk­tio­niert. Und was mich jeden Tag von neu­em wun­dert: Ich bin glück­lich dabei.

Fazit zu ›F‹

›F‹ ist einer jener Roma­ne, die nicht ein­fach nur gele­sen wer­den kön­nen, son­dern vom Leser wie­der und wie­der durch­dacht und neu betrach­tet wer­den kön­nen und müs­sen. So fügt sich, was anfangs aus ver­schie­de­nen Leben zusam­men­ge­setzt scheint, zu einem Gan­zen zusam­men, das den Leser so schnell nicht los­lässt und bei dem die Gren­ze zwi­schen Rea­li­tät und Vor­stel­lung ver­schwun­den ist.

Buchinfo

Dani­el Kehl­mann:
F

Rowohlt, Ham­burg 2013
384 S., EUR (D) 22,95 inkl. MwSt.
Roman, Hard­co­ver
ISBN 978−3−498−03544−0

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Daniel Kehlmann: Tyll [Rezension]

Von Menschen und Narren. 

Geschich­ten über Till Eulen­spie­gel kennt man bereits seit dem 14. und 15. Jahr­hun­dert. Mal Dil oder Dyl genannt, mal Ulens­pe­gel oder Ulen­spie­gel, war nicht nur sein Name über die Zeit aller­lei Ver­än­de­run­gen unterworfen. 

Was um 1510 lite­ra­risch unter dem Titel ›Ein kurtzwei­lig lesen von Dyl Vlen­spie­gel‹ begann, greift Dani­el Kehl­mann über ein hal­bes Jahr­tau­send spä­ter in sei­nem Roman ›Tyll‹ wie­der auf. Doch wäh­rend das ers­te Kapi­tel ›Schu­he‹ the­ma­tisch noch an sein his­to­ri­sches Vor­bild erin­nert, zeu­gen die wei­te­ren Kapi­tel weni­ger von den Strei­chen und Scher­zen des Gauk­lers, als von den Gescheh­nis­sen um den Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg und sei­ne Zeit. 

Denn der Narr Tyll Ulen­spie­gel, wie er bei Kehl­mann heißt, kann Ein­bli­cke in jede Gesell­schafts­schicht bie­ten. Tyll wächst als Sohn eines Mül­lers auf, der sei­ner Zeit ent­rückt scheint. Statt sich mit sei­ner Arbeit als Mül­ler zu beschäf­ti­gen, stu­diert er lie­ber die Rät­sel der Son­ne und des Mondes.

»Neu­lich hat der Jun­ge ihn gefragt, wie vie­le Ster­ne es eigent­lich gibt, und da er erst vor kur­zem nach­ge­zählt hat, hat er ihm nicht ohne Stolz eine Ant­wort geben können.«

Doch Claus Ulen­spie­gels Wis­sens­drang geht weit über sol­che Fra­gen hin­aus und so ist es nur eine Fra­ge der Zeit, bis die Inqui­si­ti­on in Gestalt von Tesi­mond und Kir­cher auf ihn auf­merk­sam wird.

Jah­re spä­ter macht der Narr Tyll Ulen­spie­gel Bekannt­schaft mit dem Win­ter­kö­nig, sei­ner Frau Liz und Gus­tav Adolf. Es ist nicht die Inqui­si­ti­on, die die­se Heim­sucht, son­dern die Pest und die Schat­ten­sei­ten des Krieges.

Doch so viel­sei­tig die Ein­bli­cke auch sind, die der Narr dem Leser gewährt, so unzu­ver­läs­sig ist Kehl­manns Erzähl­stil, die Wirk­lich­keit zeigt sich sel­ten ein­deu­tig. Zum einen ist die Welt Claus Ulen­spie­gels im Wis­sen und Glau­ben ihrer Zeit ver­haf­tet, fort­schritt­li­che Mei­nun­gen kom­men bei sei­ner Ankla­ge zwar zu Wort, fin­den jedoch kein wohl­wol­len­des Gehör. Auch die Zau­ber, die Claus Ulen­spie­gel kennt, blei­ben ambi­va­lent, denn wenn die­se ver­sa­gen, fin­det sich zumeist eine Alter­na­tiv­erklä­rung dafür, sodass nicht abschlie­ßend geklärt wer­den kann, ob in der Welt Tyll Ulen­spiegls Zau­ber und Magie einen Platz haben; im Aber­glau­ben der Zeit hat­ten sie ihn jedenfalls.

Auch die letz­ten Wor­te und Gedan­ken des Win­ter­kö­nigs blei­ben in der Schwe­be. Denn wäh­rend der letz­ten Nach­richt, die er sei­ner Frau Liz zukom­men las­sen will, fällt ihm das kla­re Den­ken nicht mehr leicht. 

»Er konn­te nur hof­fen, dass er alles, was wich­tig war, schon auf­ge­schrie­ben hatte.«

Dani­el Kehl­mann gelingt es in sei­nem Roman ›Tyll‹ ein geschick­tes Netz aus den Gegen­sät­zen der Zeit, zwi­schen Fort­schritt und Aber­glau­be, Humor und Tod, sowie Wirk­lich­keit und Schein-Wirk­lich­keit, zu knüp­fen. Doch alle Maschen sind stark und so behält ›Tyll‹, obwohl die Geschich­ten eini­ger Figu­ren zu Ende erzählt sind, Abschluss fin­den und Fra­gen geklärt wer­den, doch sei­ne Offenheit.

Fazit zu ›Tyll

Sel­ten hat ein Buch so stark dazu ein­ge­la­den, sich auf Per­spek­tiv­wech­sel und Ambi­va­len­zen ein­zu­las­sen. Wäh­rend die Spra­che klar und struk­tu­riert ist und so ein stim­mi­ges Gerüst bil­det, sind es die Gedan­ken­wel­ten der Figu­ren sel­ten. Und somit lässt Kehl­mann dem Leser genug Luft, sei­ne eige­nen Gedan­ken in die­se seit Jahr­hun­der­ten ver­gan­ge­ne Zeit ein­zu­brin­gen. Nur, ob sie auf die rich­ti­ge Fähr­te füh­ren, bleibt abzu­war­ten. Auch die Roma­ne ›F‹ und ›Ruhm‹ des Autors kann ich emp­feh­len, obwohl sie kei­ne his­to­ri­sche Kom­po­nen­te haben.

Buchinfo

Dani­el Kehl­mann:
Tyll
Rowohlt Ver­lag, Rein­bek bei Ham­burg 2018
480 S., EUR (D) 22,95 inkl. MwSt.
Roman, gebun­den
ISBN 978−3−498−03567−9

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