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Ingeborg Bachmann: Liebe: Dunkler Erdteil [Rezension]

Gedichte aus den Jahren 1942–1967.

Es dau­er­te nach dem Tod von Inge­borg Bach­mann im Jah­re 1973 kaum vier Jah­re, bis der nach ihr benann­te Inge­borg-Bach­mann-Preis 1977 zum ers­ten Mal ver­lie­hen wur­de. ›Lie­be: Dunk­ler Erd­teil‹ ist eine Zusam­men­stel­lung ihrer Gedich­te aus den Jah­ren zwi­schen 1942 und 1967. 

Seit­dem wird der Preis ein­mal im Jahr ver­lie­hen und ist zu einer der bedeu­tends­ten lite­ra­ri­schen Aus­zeich­nun­gen im deut­schen Sprach­raum geworden.

Lie­be: Dunk­ler Erd­teil‹ ent­hält Gedich­te des Zeit­raums als Bach­mann unge­fähr 16 Jah­re alt war bis hin zu Gedich­ten, die sechs Jah­re vor ihrem Tod ent­stan­den sind. Vie­le der Gedich­te des Buches sind bis­lang noch nicht ver­öf­fent­licht gewe­sen und aus ihrem Nach­lass ent­nom­men. Im Anmer­kungs­teil des Buches ist jedoch für jedes Gedicht ange­ge­ben, woher es stamm­te und ob ande­re Bear­bei­tungs­stu­fen vorliegen.

»Der schwar­ze König zeigt die Raub­ti­er­nä­gel,
zehn blas­se Mon­de jagt er in die Bahn,
[…]«

Teil der ers­ten Stro­phe des dem Buch sei­nen Namen
geben­den Gedich­tes ›Lie­be: Dunk­ler Erdteil‹

Der chro­no­lo­gi­sche Auf­bau des Gedicht­ban­des ›Lie­be: Dunk­ler Erd­teil‹ ermög­licht es, den Ver­än­de­run­gen der Gedich­te über die Jahr­zehn­te bei­zu­woh­nen. Doch fal­len neben der Ver­än­de­rung der Gedich­te vor allem die ihnen gleich­blei­ben­den Ele­men­te auf.

Inge­borg Bach­manns Gedich­te schei­nen stets gefüllt zu sein von einem lyri­schen Ich, des­sen Gedan­ken und Gefüh­le ihren Gedich­ten Struk­tur und Leben geben.

© Dr. Heinz Bach­mannn / Piper Verlag
Fazit zu ›Liebe: Dunkler Erdteil

Bach­manns Gedich­te sind gleich­zei­tig von Leich­tig­keit und einer Schwe­re erfüllt. Wäh­rend die Leich­tig­keit vor allem durch ihre kla­re Struk­tur und unge­küns­tel­te Form kommt, erwächst die Schwe­re aus ihrem Inhalt. Das Dunk­le, Ver­lo­re­ne, nicht recht dazu­ge­hö­ren­de fin­det in eini­gen ihrer Gedich­te Gestalt.

So laden die in die­sem Band zum Teil erst­mals abge­druck­ten Wer­ke auch heu­te, über 45 Jah­re nach ihrem Tod, noch dazu ein, gele­sen zu werden.

Buchinfo

Inge­borg Bach­mann:
Lie­be: Dunk­ler Erd­teil
Gedich­te aus den Jah­ren 1942–1967
Piper, Mün­chen 2019
80 S., EUR (D) 8,99 inkl. MwSt.
E‑Book
ISBN 978−3−492−97461−5

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Lucia Lucia: Texte die auf Liebe enden [Rezension]

Über das Einfache und das Schwere. 

Zier­lich und klein liegt Lucia Luci­as Debüt ›Tex­te die auf Lie­be enden‹ in der Hand. Das Cover anspre­chend illus­triert, eine dun­kel­haa­ri­ge Frau, ganz in Rot geklei­det. Doch was auf den ers­ten Blick wie ein net­tes, klei­nes Büch­lein vol­ler Lie­bes­ge­dich­te erscheint, ist weit mehr als das. 

Denn wer ihren Text ›Mat­hil­da‹ bereits kennt, ahnt, dass Lucia Lucia sich nicht nur mit den rosi­gen Aspek­ten der Lie­be und des Lebens beschäf­tigt. In mal kur­zer, mal län­ge­rer Form dre­hen sich Lucia Luci­as Tex­te und Gedich­te um die ver­schie­de­nen Sta­di­en der Lie­be, von »wo die Lie­be anfängt« bis »wo es wei­ter­geht«. Obwohl ihre Gedich­te mit tra­di­tio­nel­len Reim­sche­ma­ta bre­chen, feh­len ihnen kei­nes­falls Melo­die und Klang. 

Der Auf­takt ihres ers­ten Gedich­tes ›trink mich‹ scheint sich durch Lucia Lucia lyri­sches Schaf­fen zu ziehen.

»Ich sehe was, was du nicht siehst,
und das ist die Poesie.«

Denn oft scheint es, als könn­te die Autorin mit ihren Gedich­ten wirk­lich etwas ein­fan­gen, was sonst im Ver­bor­ge­nen bleibt. Es sind Momen­te des All­tags, der gro­ßen und klei­ne­ren Momen­te zwi­schen zwei Men­schen, der hel­len und dunk­len, denen sie in ihren Tex­ten Raum gibt.

Zwi­schen ihren Gedich­ten in Vers­form fin­den sich auch hin und wie­der kür­ze­re pro­sa-arti­ge Tex­te, denen Rhyth­mus jedoch nicht fehlt. Außer­dem zeich­net sich ›Tex­te die auf Lie­be enden‹ auch dadurch aus, dass die Tex­te von Illus­tra­tio­nen von Sere­na Vio­la beglei­tet wer­den, die auch das Cover schmü­cken. Die­se zum Teil abs­trak­ten zum Teil kon­kre­ten Bil­der haben eben­so wie Lucia Lucia Gedich­te ihre eige­ne Hand­schrift. So bleibt in Hin­blick auf die Illus­tra­tio­nen nur zu bedau­ern, dass der Innen­teil des Buches nicht eben­falls far­big ist wie das Cover, son­dern schwarz-weiß.

Fazit zu ›Texte die auf Liebe enden

Wer also einen Blick durch die Augen Lucia Luci­as auf Lie­be und Leben wagen möch­te, dem sei das Buch ›Tex­te die auf Lie­be enden‹ in jedem Fall emp­foh­len. Die Tex­te und das Büch­lein an sich brin­gen ein span­nen­des Tem­po mit sich, kei­ne Pas­sa­gen, die sich zie­hen oder die Tex­te verwässern.

So bleibt, gespannt auf wei­te­re Wer­ke von Lucia Lucia zu war­ten oder ›Tex­te die auf Lie­be enden‹ ein zwei­tes Mal zur Hand zu neh­men, denn trotz des über­grei­fen­den The­mas sind vie­le ihrer Tex­te sehr unter­schied­lich und einen wei­te­ren Blick wert.

Buchinfo

Lucia Lucia:
Tex­te, die auf Lie­be enden
FISCHER New Media, Frank­furt a. M. 2019
144 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−7335−0555−4

Rezen­si­on zuerst erschie­nen auf: Liz­zy­Net

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