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H. P. Lovecraft: Cthulhus Ruf [Rezension]

Von einem uralten Wesen in den Tiefen dieser Welt, das ruht und wartet. 

Die Ahnung von etwas Uralten, Mons­trö­sen erfüllt die Geschich­te ›Cthul­hus Ruf‹. Ist es zu Beginn noch der plötz­li­che Tod des Onkels des Icher­zäh­lers, der Rät­sel auf­gibt, ver­dich­tet sich das düs­te­re Netz aus Geheim­nis­sen und Vor­ah­nun­gen bald. 

Im Nach­lass des Onkels, einem ange­se­he­nen Pro­fes­sor, stößt der Icher­zäh­ler auf Auf­zeich­nun­gen und Unter­la­gen, die Zwei­fel am natür­li­chen Tod sei­nes Onkels auf­kom­men las­sen. Doch was war es, dem der Pro­fes­sor noch bis kurz vor sei­nem Able­ben auf der Spur war? Und war­um hat er davon nichts gewusst?

Der Icher­zäh­ler von ›Cthul­hus Ruf‹ kämpft mit sich und sei­ner Wahr­neh­mung der Welt. Er will ratio­na­le Erklä­run­gen fin­den, die Geheim­nis­se sei­nes Onkels auf Betrug ande­rer zurück­füh­ren, doch je tie­fer er sich in sei­ne Nach­for­schun­gen begibt, des­to stär­ker wird das Gefühl des lau­ern­den Grau­en­haf­ten. Uralte Ritua­le und mons­trö­se Anru­fun­gen, nicht nur in der Fer­ne, son­dern Tief im Her­zen des mensch­li­chen Bewusstseins.

»Ein Fall, dem sich die Anmer­kun­gen mit Nach­druck wid­me­ten, war tra­gisch.
Die betref­fen­de Per­son, ein sehr bekann­ter Archi­tekt mit Inter­es­se an Theo­so­phie und Okkul­tis­mus, wur­de am glei­chen Tag wie Wil­cox von hef­ti­gem Wahn­sinn befal­len und starb eini­ge Mona­te spä­ter nach end­lo­sem Schrei­en, jemand möge ihn doch vor den aus­ge­bro­che­nen Bewoh­nern der Höl­le retten.«

Mehr und mehr dunk­le Geheim­nis­se kreu­zen sei­ne Nach­for­schun­gen. In den unter­schied­lichs­ten Tei­len der Welt stößt er auf wei­te­re Puz­zle­tei­le. Und doch ist kaum jemand übrig, den er direkt befra­gen könn­te. Mys­te­riö­se Todes­fäl­le und Ver­schwin­den säu­men den Weg. Und wie berich­tet man etwas, das nie­mand zu glau­ben bereit ist? Love­craft zieht Leser und Lese­rin­nen sub­til und unter­schwel­lig in die Abgrün­de sei­ner Geschich­te. Sei­te für Sei­te ver­dich­tet sich eine Geschich­te, die unter die Haut geht.

»Es war ein Poli­zist aus New Orleans namens John Ray­mond Legras­se.
Er brach­te den Gegen­stand mit, um des­sent­wil­len er gekom­men war – eine gro­tes­ke, unge­heu­er­lich absto­ßen­de und augen­schein­lich sehr alte Stein­sta­tu­et­te, deren Ursprung er nicht zu bestim­men vermochte.«

Cthul­hus Ruf‹ ist mit Abstand die berühm­tes­te Erzäh­lung H. P. Love­crafts, die natür­lich auch in ›Die bes­ten Geschich­ten‹ von H. P. Love­craft nicht fehlt. Zum Teil jedoch auch in der Zeit des Autors ver­haf­tet ist.

Doch die Abbil­dun­gen von Fran­çois Bar­an­ger machen die­se Aus­ga­be von ›Cthul­hus Ruf‹ nicht nur zu etwas Beson­de­rem, son­dern zu einem Schatz in Buch­ge­stalt. Dun­kel, düs­ter und atmo­sphä­risch fan­gen sie das Unbe­ha­gen und die Ahnun­gen ein, die zwi­schen Love­crafts Zei­len lau­ern. Jede Dop­pel­sei­te ist ein Kunst­werk für sich, die Love­crafts Welt ernst nimmt. 

Fazit zu ›Cthulhus Ruf

Love­crafts ›Cthul­hus Ruf‹ ist düs­ter, atmo­sphä­risch und unglaub­lich span­nend. Der Icher­zäh­ler ist greif­bar, ver­sucht dem Unfass­ba­ren mit Ratio­na­li­tät und Fas­sung zu begeg­nen und erbaut dadurch eine Brü­cke für den Leser in die Welt von ›Cthul­hus Ruf‹.

Die­se Aus­ga­be der berühm­ten Erzäh­lung ›Cthul­hus Ruf‹ ist nicht nur für Love­craft-Ken­ner eine Emp­feh­lung – Fran­çois Bar­an­gers Abbil­dun­gen soll­ten sie sich nicht ent­ge­hen las­sen. Auch für den Love­craft-Neu­ling ist die­se schau­rig-schö­ne und biblio­phi­le Aus­ga­be eine wun­der­ba­re Ein­la­dung in die Welt von Love­craft und Cthulhu. 

»›In sei­nem Haus in R’lyeh
war­tet träu­mend der tote Cthulhu.‹«

Buchinfo

H. P. Love­craft:
Cthul­hus Ruf

Hey­ne, Mün­chen 2020
64 S., EUR (D) 25,- inkl. MwSt.
Mit 64 far­bi­gen Abbil­dun­gen von Fran­çois Bar­an­ger
Hard­co­ver mit Schutz­um­schlag
ISBN 978−3−453−53498−8

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Klassiker, die mich überrascht haben [Buchwelt]

Drei Klassiker, die mich wirklich überrascht haben. 

Es gibt mitt­ler­wei­le so vie­le Adap­tio­nen von Klas­si­kern, sei es als Film, Serie, Game, in Lie­dern oder Thea­ter­stü­cken. Viel­fach wur­den die gro­ßen Figu­ren und mons­trö­sen Gestal­ten als Haupt- oder Neben­cha­rak­te­re für ande­re Bücher oder Fil­me ver­wen­det. So trifft man in dem Film ›Die Liga der außer­ge­wöhn­li­chen Gen­tle­men‹ auf Dori­an Gray oder in der Serie ›Once Upon a Time – Es war ein­mal‹ auf eine gan­ze Rei­he bekann­ter Gestal­ten, unter ihnen Dr. Fran­ken­stein. Auch Jane Aus­tens Roma­ne erfreu­en sich zahl­rei­cher Adaptionen.

So hat selbst jemand, der die Klas­si­ker nicht gele­sen hat, oft eine bestimm­te Vor­stel­lung von einer Figur oder von der Geschich­te, die sie umgibt. Je nach­dem, wel­che Umsetzung(en) man gese­hen oder gehört hat, ist die­se Vor­stel­lung nah am Ori­gi­nal – oder auch ziem­lich weit weg.

Ich selbst lese sehr ger­ne Klas­si­ker. Oft waren sie für ihre Zeit sehr wich­tig, haben viel­leicht etwas Neu­es in die Lite­ra­tur gebracht oder für das brei­te Publi­kum greif­bar gemacht. Über die Jah­re hat sich gewis­ser­ma­ßen vor­se­lek­tiert, was den Sta­tus als Klas­si­ker erhal­ten hat und damit gleich­falls erhal­ten geblie­ben ist und was nicht. Das muss nicht immer unum­strit­ten sein.

Im Anschluss will ich euch mei­ne Top 3 der Klas­si­ker vor­stel­len, von denen ich vor dem Lesen eine bestimm­te Vor­stel­lung hat­te und beim Lesen dann gemerkt habe, dass ich mei­len­weit davon ent­fernt war. Also Trom­mel­wir­bel für die drei Klas­si­ker, die mich am meis­ten über­rascht haben.

Platz 3 – Theodor Storm: Ein Doppelgänger

Ein Dop­pel­gän­ger‹ war die ers­te Novel­le von Theo­dor Storm, die ich jemals gele­sen habe. Mei­ne Erwar­tun­gen waren gemischt. Ver­knüpf­te ich Storm bis­lang mit »Von drauß vom Wal­de komm’ ich her; / Ich muß euch sagen, es weih­nach­tet sehr!«, änder­te sich dies schlag­ar­tig. Obwohl ich auf die­se Novel­le in einem Semi­nar über ›Kri­mi­na­li­tät in der Lite­ra­tur‹ stieß, hat die Geschich­te um den Ex-Zucht­häus­ler John Han­sen mich tief berührt. Das Tau­meln und Strau­cheln eines Man­nes, der ver­sucht mehr zu sein, als die Stra­fe, die er in jün­ge­ren Jah­ren bekom­men hat. Sei­ne Geschich­te ist nicht hei­ter, sie ist ohne Gna­de und bewe­gend. Eine kur­ze Geschich­te, die mir vie­le, vie­le Stun­den des und dar­über Redens geschenkt hat.


Platz 2 – Friedrich Dürrenmatt: Romulus der Große

Inzwi­schen habe ich eini­ge Bücher von Dür­ren­matt gele­sen und weiß, dass mich ver­mut­lich jedes sei­ner Bücher so über­rascht hät­te. In mei­nem Fall war das ers­te Buch von ihm, das ich je las, ›Romu­lus der Gro­ße‹. Kurz dar­auf folg­te ›Der Besuch der alten Dame‹. Es gibt vie­le Arten eine Geschich­te zu erzäh­len. In den meis­ten Büchern ver­wen­den die Prot­ago­nis­ten sehr viel Zeit und Ener­gie dar­auf, einen für sie und ihre Liebs­ten posi­ti­ven Aus­gang zu errei­chen. Die Hel­den und Hel­din­nen haben ein Ziel, Stei­ne wer­den ihnen in den Weg gelegt, und oft schaf­fen sie es.

Dür­ren­matts Erzähl­stra­te­gie klingt anders: »Eine Geschich­te ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmst­mög­li­che Wen­dung genom­men hat.« Und obwohl Dür­ren­matts Dra­men somit mit mei­nen Erwar­tun­gen gebro­chen haben, fühlt sich ihr Aus­gang inner­halb der Geschich­te kon­se­quent an.


Platz 1 – Mary W. Shelley: Frankenstein

Mei­ne Erwar­tun­gen an ›Fran­ken­stein‹ waren nicht sehr gnä­dig. Erwar­tet hat­te ich ein blut­rüns­ti­ges Mons­ter vol­ler Kraft und Schrau­ben, das nicht weit den­ken kann, viel­leicht nicht ein­mal den eige­nen Namen aus­spre­chen. Kraft hat Fran­ken­steins Mons­ter. Auch Blut fließt in so man­cher Sze­ne. Aber mehr stimm­te nicht mit mei­ner Vor­stel­lung überein.

Fran­ken­stein‹ ist ein Brief­ro­man. Geschrie­ben von einer jun­gen Frau, die bei der Erschei­nung des Buches kaum zwan­zig Jah­re jung war. Und Fran­ken­steins Mons­ter ist alles ande­re als dumm. Es lernt, ver­sucht sich die Welt, die Men­schen und sich selbst zu erklä­ren. Da sein Erschaf­fer ihn schon bei der ›Geburt‹ ver­lässt und Men­schen nicht gnä­dig auf sein mons­trö­ses Äuße­res reagie­ren, ist dies auch der ein­zi­ge Weg, den er hat, um zu ler­nen. Er beob­ach­tet im Gehei­men, bringt sich so die Spra­che der Men­schen bei, und könn­te sicher­lich sei­nen eige­nen Namen feh­ler­frei aus­spre­chen, wenn man ihm einen gege­ben hät­te. Doch sein Schöp­fer, Dr. Fran­ken­stein, gewähr­te ihm kei­nen. Die Gedan­ken­welt des Mons­ters und die anschei­nen­de Nor­ma­li­tät der Men­schen prä­gen den Roman. Wie wird man zum Mons­ter und wie zum Mann? Durch Taten oder kör­per­li­che Mons­tro­si­tät? Mehr dazu war­tet in Mary Shel­ley Klas­si­ker ›Fran­ken­stein‹, erschie­nen unter ande­rem im Fischer-Ver­lag.

Wel­cher Klas­si­ker hat Dich bis­lang am meis­ten überrascht?



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Diana Wynne Jones: Der Palast im Himmel [Rezension]

Von einem Jungen, der eine Enttäuschung war. 

Nur weni­ge Jah­re nach dem ers­ten Band der ›Howl-Saga‹, ›Das wan­deln­de Schloss‹, erschien bereits der zwei­te Band der Rei­he: ›Der Palast im Him­mel‹.

Auf den ers­ten Blick schei­nen die bei­den Roma­ne die Geschich­ten von voll­kom­men unter­schied­li­chen Per­so­nen zu erzäh­len. Abdul­lah ist ein Tag­träu­mer. Wäh­rend er sich durch den Ver­kauf wert­vol­ler und nicht so wert­vol­ler Tep­pi­che über Was­ser hält, ver­bringt er all sei­ne Frei­zeit damit, sich sein Leben so aus­zu­ma­len, wie es sein könn­te. Was wäre, wenn Abdul­lah in Wahr­heit ein Prinz wäre, der noch als Baby ent­führt wor­den ist? 

So ver­bringt der jun­ge, attrak­ti­ve Mann sei­ne Tage, bis plötz­lich ein Frem­der in sei­nem Laden steht. Er will ihm in höchs­ter Not, wie er sagt, einen magi­schen, flie­gen­den Tep­pich ver­kau­fen. Und so neh­men die selt­sa­men Bege­ben­hei­ten ihren Anfang, die Abdul­lah dem Palast im Him­mel immer näher brin­gen sollen. 

»Unglück­li­cher­wei­se – und auch dar­in waren sich alle einig – hat­te Abdul­lah den Cha­rak­ter von sei­ner Mut­ter geerbt, der zwei­ten Frau sei­nes Vaters. Sie war eine träu­me­ri­sche und ängst­li­che Frau gewe­sen und für alle eine gro­ße Enttäuschung.«

Beim Lesen stellt sich lan­ge die Fra­ge, war­um die­ser Band als Teil 2 der ›Howl-Saga‹ bezeich­net wird. Bekann­te Namen und Gesich­ter las­sen lan­ge auf sich war­ten –, zumin­dest auf den ers­ten Blick. Denn wer ›Das wan­deln­de Schloss‹ gele­sen hat, weiß Jones’ Fähig­kei­ten, das Gesuch­te oder Ver­miss­te direkt vor der eige­nen Nase zu ver­ste­cken, zu schätzen. 

»Der Tep­pich gehorch­te, indem er sich wie eine Schlan­ge über die hohen Mau­ern wand. Danach glitt er über die Haus­dä­cher wie eine Flun­der über den Mee­res­bo­den. Abdul­lah, der Sol­dat und auch die Kat­zen blick­ten stau­nend nach unten.«

Der Palast im Him­mel‹ lebt von Fan­ta­sie und Magie. Lie­bens­wer­te, leicht schrä­ge und in jedem Fall beson­de­re Cha­rak­te­re stel­len sich einem Aben­teu­er, das aus Träu­men gebaut sein könn­te. Ein flie­gen­der Tep­pich mit einer Schwä­che für Schmei­che­lei­en, ein Sol­dat mit einer Vor­lie­be für Kat­zen und ein Dschinn, der bereit ist, alles zu tun, um sein Leben zurückzuerlangen. 

Fazit zu ›Der Palast im Himmel

Der zwei­te Band, ›Der Palast im Him­mel‹, kommt zwar nicht ganz an den ers­ten Teil her­an, ist jedoch eines der Bücher, das man auf jeden Fall zwei­mal lesen soll­te. Das ers­te Mal, um das Aben­teu­er Abdul­lahs zu erle­ben, das zwei­te Mal, um das Wie­der­se­hen mit den Cha­rak­te­ren aus ›Das wan­deln­de Schloss‹ in vol­len Zügen genie­ßen zu können.

Buchinfo

Dia­na Wyn­ne Jones:
Der Palast im Him­mel

Die Howl-Saga, Band 2
Über­setzt von Doro­thee Haent­jes-Hol­län­der
Droemer Knaur, Mün­chen 2020
272 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−52539−5

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Bram Stoker: Dracula [Rezension]

Als das Böse nach London kam. 

Der Graf, den Jona­than Har­ker in ›Dra­cu­la‹ in Trans­sil­va­ni­en ken­nen­lernt, ist höf­lich, gebil­det und wiss­be­gie­rig. Beson­ders, wenn es Eng­land betrifft – das Land, in dem der alte Mann in naher Zukunft woh­nen will. 

Doch bereits nach kur­zer Zeit merkt Jona­than, dass im Schloss des Gra­fen etwas selt­sam ist. Kei­ne ande­re Men­schen­see­le begeg­net ihm, vie­le Türen sind ver­schlos­sen und der Graf begeg­net ihm nur bei Nacht. 

Und je län­ger er beim Gra­fen bleibt, um mit ihm alle recht­li­chen Fra­gen bezüg­lich sei­nes Umzu­ges nach Eng­land zu klä­ren, ist er sich siche­rer, dass es sich dabei nicht um Zufäl­le han­deln kann.

Doch als Jona­than die Furcht beschleicht, er könn­te ihn an sei­ner Heim­rei­se hin­dern wol­len, kann er nicht mehr ruhig blei­ben. Er durch­sucht das Schloss, soweit er kommt, und über­tritt damit eine der Regeln des Gra­fen. Zum ers­ten Mal begeg­net er im Schloss jemand ande­rem als den Gra­fen, doch die­ses Tref­fen bringt alles ande­re als Erleichterung.

»Mit der schma­len Adler­na­se und den eigen­tüm­lich gebo­ge­nen Nasen­flü­geln, der hoch­ge­wölb­ten Stirn und dem an den Schlä­fen spär­li­chen, sonst recht üppi­gen Haar hat­te er etwas von einem Raub­vo­gel. Sei­ne mäch­ti­gen, buschig gekräu­sel­ten Augen­brau­en stie­ßen über der Nasen­wur­zel fast zusam­men. Der Mund, soweit ich ihn unter dem Schnurr­bart sehen konn­te, wirk­te ziem­lich hart und grausam.«

Und wäh­rend Jona­than nach Trans­sil­va­ni­en ver­reist ist, muss sich sei­ne Ver­lob­te Mina mit ganz ande­ren Din­gen aus­ein­an­der­set­zen. Die schö­ne jun­ge Lucy, mit der sie in Whit­by ein Zim­mer teilt, schlaf­wan­delt. Mit­ten in der Nacht zieht sie sich an und ver­sucht, das Haus zu ver­las­sen. Selbst als Mina das Zim­mer ver­schließt und den Schlüs­sel an ihr Hand­ge­lenk bin­det, fin­det sie sel­ten Ruhe. So auch in der Nacht, in der es Lucy schla­fend gelingt, das Haus zu ver­las­sen. Zu einer Zeit, in der auch Jona­thans Brie­fe immer befremd­li­cher wer­den und schließ­lich ganz auf­hö­ren zu kommen.

Dra­cu­la‹ ist einer jener Roma­ne, für die man Zeit und Ruhe braucht. Die Figu­ren sind anfangs manch­mal schwer aus­ein­an­der­zu­hal­ten, wer­den sie bei­spiels­wei­se an einer Stel­le nur mit Vor­na­men genannt, dann wie­der nur über den Nach­na­men. Er hat nicht die Form eines klas­si­schen Romans, son­dern ist viel mehr ein groß­teils chro­no­lo­gi­sches Sam­mel­su­ri­um aus Zei­tungs­aus­schnit­ten, Brie­fen, Tele­gram­men, Tage­bü­chern und ande­rem, die ver­schie­de­ne Per­spek­ti­ven wie­der­ge­ben. Doch was anfangs etwas ver­wir­ren mag, gewinnt bald an Reiz. Denn die­se zahl­rei­chen Per­spek­ti­ven las­sen die Geschich­te durch Per­so­nen unter­schied­li­cher Spe­zi­al­ge­bie­te betrach­ten, sei es der Arzt, der Psych­ia­ter, Mina, Lucy oder durch die Presse. 

»Zum Glück ist das Wet­ter so warm, dass sie sich nicht erkäl­ten kann, aber den­noch macht mir die Sor­ge und das stän­di­ge Geweckt­wer­den all­mäh­lich zu schaf­fen. Ich wer­de selbst ner­vös und fin­de immer weni­ger Schlaf.«

Vie­le bekann­ten Ele­men­te, die uns heu­te aus Vam­pir­ro­ma­nen, ‑fil­men und ‑seri­en so ver­traut sind, hat ›Dra­cu­la‹ vor über 120 Jah­ren gekannt. Sowohl Graf Dra­cu­la selbst als auch Abra­ham van Hel­sing sind nach wie vor bekannt, eben­so das Motiv der spit­zen Zäh­ne, des Pfäh­lens, der feh­len­den Spie­gel, des Knob­lauchs und der Nachtaktivität.

Auch nach so vie­len Jah­ren hat Bram Sto­kers ›Dra­cu­la‹ noch sei­nen Reiz. Eine Geschich­te, in der sich das Dunk­le und Unbe­kann­te in die schein­bar nor­ma­le und schö­ne Welt, vol­ler Geschlech­ter­rol­len­vor­stel­lun­gen, schleicht.

Fazit zu ›Dracula

Wer also auf eine Ent­de­ckungs­rei­se gehen will, was es mit dem heu­te all­seits bekann­ten Namen ›Dra­cu­la‹ auf sich hat, soll­te sich auf die­sen Klas­si­ker ein­las­sen und sich über­ra­schen las­sen, wie vie­le Moti­ve wie­der­erkennt wer­den können.

Buchinfo

Bram Sto­ker:
Dra­cu­la
(1897)
Roman
Neu über­setzt von Andre­as Nohl
dtv, Mün­chen 2014
592 S., EUR (D) 12,90 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−423−14299−1

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Agatha Christie: Das fehlende Glied in der Kette [Rezension]

Alte Bekannte, Poirot und ein Mord. 

Das Wie­der­se­hen mit einem alten Bekann­ten gestal­tet sich in ›Das feh­len­de Glied in der Ket­te‹ für Has­tings anders als erwar­tet: Auf Hei­mat­ur­laub trifft er auf John Caven­dish, der ihn zu sich nach Hau­se nach Styles ein­lädt, um dort den Rest sei­nes Urlaubs zu verbringen. 

Obwohl er John, des­sen Bru­der Law­rence und ihre schon betag­te Mut­ter seit Jah­ren nicht gese­hen hat, sind die Erin­ne­run­gen an Styles noch lebendig. 

Doch nicht alles ist so geblie­ben, wie es Has­tings aus sei­ner Jugend erin­nert: Trotz ihres hohen Alters hat Johns und Law­rence Mut­ter noch ein­mal gehei­ra­tet – und zwar einen Mann, der bei nie­man­dem Sym­pa­thien aus­zu­lö­sen scheint.

Zum ers­ten Bruch auf dem char­man­ten Anwe­sen Styles kommt es, als die reso­lu­te Evie es nach einem Streit verlässt.

»Ich spür­te, dass zusam­men mit Evie etwas Unde­fi­nier­ba­res aus der Atmo­sphä­re ver­schwun­den war. Ihre Anwe­sen­heit hat­te Sicher­heit bedeu­tet. Jetzt war die­se Sicher­heit ver­schwun­den und nun war die Luft vol­ler Verdächtigungen.«

Was in ›Das feh­len­de Glied in der Ket­te‹ als ver­gnüg­li­ches Wie­der­se­hen von alten Freun­den beginnt, wird schnell ernst. Noch wäh­rend Has­tings sei­nen Hei­mat­ur­laub in Styles genießt, ver­stirbt eine sei­ner Jugend­be­kannt­schaf­ten und es dau­ert nicht lan­ge, bis der Ver­dacht sich regt, dass dies kein natür­li­cher Tod war.

Doch zum Glück sind die auf Styles Leben­den nicht die ein­zi­gen alten Bekann­ten, die Has­tings auf sei­nem Hei­mat­ur­laub trifft: Auch Her­cu­le Poi­rot, ein ehe­ma­li­ger Mit­ar­bei­ter der bel­gi­schen Kri­mi­nal­po­li­zei, der für sein Kön­nen bekannt ist, läuft ihm wie­der über den Weg. 

Und was lie­ge da näher, als den etwas schrul­li­gen, jedoch dis­kre­ten und fähi­gen Poi­rot dar­um zu bit­ten, sich der Auf­klä­rung des Falls anzunehmen?

»Poi­rot war ein klei­ner Mann von unge­wöhn­li­chem Aus­se­hen. Er war knapp einen Meter sech­zig groß, aber sei­ne Hal­tung ver­riet Wür­de. Sein Kopf hat­te genau die Form eines Eies, und er neig­te ihn stets ein wenig zur Seite.«

Mit ›Das feh­len­de Glied in der Ket­te‹ – im Ori­gi­nal bekannt unter dem Titel ›The Mys­te­rious Affair at Styles‹ – beglei­ten die Leser und Lese­rin­nen Poi­rot bei der Auf­klä­rung sei­nes ers­ten Falls. Dut­zen­de Roma­ne über ihn waren in den fol­gen­den Jah­ren erschienen.

Wäh­rend Has­tings und Poi­rot nach und nach die Fra­ge nach dem ›Wie?‹ des Todes ent­schlüs­seln, hat der Leser oder die Lese­rin vom Anfang bis zum Ende die Gele­gen­heit, mit­zu­rät­seln und sich den Kopf über die Fra­ge nach dem ›Wer?‹ zu zer­bre­chen. Denn eines ist klar, ein Motiv wäre wohl bei jedem zu finden.

Fazit zu ›Das fehlende Glied in der Kette

So ver­fügt bereits die­ser ers­te Fall für Her­cu­le Poi­rot über vie­le der Ele­men­te, die an Aga­tha Chris­ties Kri­mi­nal­ro­ma­nen so geschätzt wer­den: Span­nung, Charme und eine ordent­li­che Por­ti­on Rätselvergnügen.

Buchinfo

Aga­tha Chris­tie:
Das feh­len­de Glied in der Ket­te

Poi­rots ers­ter Fall
Über­setzt von: Nina Schind­ler
Atlan­tik, Ham­burg 2020
224 S., EUR (D) 20,- inkl. MwSt.
Papp­band
ISBN 978−3−455−00883−8

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Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame [Rezension]

Die Sünden der Vergangenheit. 

Wer sich nicht unbe­dingt freut, dem Ex-Freund oder der Ex-Freun­din über den Weg zu lau­fen, der wird mit Alfred Ill in ›Der Besuch der alten Dame‹ mit­füh­len kön­nen. Vor allem, wenn der oder die Ex in der Zwi­schen­zeit stein­reich gewor­den ist und man selbst kei­nen so luxu­riö­sen Wer­de­gang vor­wei­sen kann. 

Der Ort Gül­len, in dem Alfred Ill lebt, ist wirt­schaft­lich am Ende. Doch die Bewoh­ner sind über­zeugt, dass finan­zi­el­le Hil­fe von Alfreds Ex-Freun­din, die in ihren jun­gen Jah­ren eben­falls im Ort gelebt hat, aus­rei­chen wür­de, um wie­der in Schwung zu kommen. 

Und klingt es dabei nicht nach einer guten Idee, dass Alfred sei­ne ehe­ma­li­ge Ver­bun­den­heit zu Clai­re nutzt – immer­hin ist die Tren­nung lan­ge her –, um die Mög­lich­keit auf das Geld zu steigern?

»Vom Städt­chen her der Bür­ger­meis­ter, der Leh­rer, der Pfar­rer und Ill, ein Mann von fast fünf­und­sech­zig Jah­ren, alle schä­big gekleidet.«

Bei ihren Plä­nen schei­nen die Damen und Her­ren von Gül­len jedoch nicht bedacht zu haben, dass die nun rei­che Clai­re Zachanas­si­an ihren Geburts­ort damals nicht ohne Grund ver­las­sen hat.

Und wäh­ren die Bewoh­ner von Gül­len sich durch Clai­re finan­zi­el­le Mit­tel erhof­fen, hat Clai­re eige­ne Vor­stel­lun­gen davon, wie der Ort wie­der blü­hen könn­te. Die Bewoh­ner von Gül­len müs­sen sich in ›Der Besuch der alten Dame‹ der Ent­schei­dung stel­len, wie weit sie bereit sind zu gehen.

»Du woll­test, daß die Zeit auf­ge­ho­ben wür­de, eben, im Wald unse­rer Jugend, voll von Ver­gäng­lich­keit. Nun habe ich sie auf­ge­ho­ben, und nun will ich Gerech­tig­keit, Gerech­tig­keit für eine Milliarde.«

Als Dür­ren­matt 1956 ›Der Besuch der alten Dame‹ ver­öf­fent­lich­te, selbst noch in sei­nen 30ern, war das Stück über­aus erfolg­reich. Mit dem Unter­ti­tel ›Tra­gi­sche Komö­die‹ ver­se­hen, ver­fügt es über bei­de Ele­men­te. Die Tra­gik, die sich in der Gestalt von Clai­res und Ills gemein­sa­mer Ver­gan­gen­heit über die Stadt legt, und nur für die bei­den wirk­lich begreif­bar scheint. Eine Komik, da die ande­ren Bewoh­ner Gül­lens, sich schon an den Gedan­ken einer Mil­li­ar­de zu gewöh­nen schei­nen, bevor die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen sind.

Wäh­rend die Lösung für Gül­len zu Beginn des Dra­mas ›Der Besuch der alten Dame‹ auf der Hand zu lie­gen scheint, wird bald deut­lich, dass der Ort nicht nur wirt­schaft­li­che Pro­ble­me hat. Dür­ren­matt denkt sei­ne Stü­cke und Geschich­ten strikt zu Ende. Die Wun­den und die Schuld sei­ner Cha­rak­te­re sit­zen tief.

Fazit zu ›Der Besuch der alten Dame

Dür­ren­matts Dra­men zeich­nen sich durch ori­gi­nel­le Ideen, Tie­fe und Kür­ze aus. Kaum ein Wort scheint belang­los, alles arbei­tet auf den Höhe­punkt zu. Auch 30 Jah­re nach dem Tod des Schrift­stel­lers über­zeu­gen sei­ne Stü­cke und soll­ten unbe­dingt gele­sen wer­den. Mehr zu Klas­si­kern fin­det sich in mei­nem Post ›Klas­si­ker, die mich wirk­lich über­rascht haben‹.

Buchinfo

Fried­rich Dür­ren­matt:
Der Besuch der alten Dame

Tra­gi­sche Komö­die
Dio­ge­nes, Zürich 1998 (1956)
160 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−257−23045−1

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Charlotte Brontë: Jane Eyre. Eine Autobiographie [Rezension, Schuberexemplar]

Eine Liebe im Schatten der Vergangenheit. 

Das Wai­sen­kind Jane Eyre hat alles ande­re als eine rosi­ge Kind­heit. Weder bei ihrer ver­wit­we­ten Tan­te Mrs. Reed noch im Inter­nat Lowood kann das ruhi­ge und intel­li­gen­te Mäd­chen in Ruhe leben. Immer wie­der ist sie Anfein­dun­gen Gemein­hei­ten aus­ge­setzt. Typhus und Tuber­ku­lo­se suchen das Inter­nat heim. 

Erst nach­dem der Lei­ter des Inter­nats ent­las­sen ist, beginnt für Jane Eyre eine ange­neh­me­re Zeit. Erst bleibt sie als Leh­re­rin in Lowood, doch nach­dem ihre Ver­trau­te das Inter­nat ver­lässt, hält auch Jane nichts mehr dort.

Und Jane wür­de heu­te nicht als die wohl bekann­tes­te eng­li­sche Gou­ver­nan­te in der Lite­ra­tur gel­ten, wenn sie danach nicht eine Stel­le als Gou­ver­nan­te für ein Mäd­chen auf Thorn­field Hall ange­nom­men hätte.

»Wie gern hät­te ich bes­se­re Fähig­kei­ten beses­sen als die Gabe, unge­stü­me und hit­zi­ge Reden zu füh­ren, wie gern ein weni­ger grim­mi­ges Gefühl in mir genährt als fins­te­re Empörung!«

Geht es auf dem Anwe­sen anfangs sehr ruhig und fried­lich zu, ändert sich dies schnell, als der Haus­herr Mr. Roches­ter zurück­kommt – ein oft­mals ver­bit­tert und düs­te­rer Mann. Schnell mer­ken die bei­den, dass den ande­ren etwas Beson­de­res umgibt. Doch wäh­rend die bei­den immer wie­der in lan­ge Unter­hal­tun­gen mit­ein­an­der ver­strickt wer­den, spürt Jane, dass Thorn­field Hall ein Geheim­nis hat. Rät­sel­haf­te und unheim­li­che Din­ge gesche­hen auf dem Anwe­sen, für die sie kei­ne Erklä­rung fin­den kann.

Ein Geheim­nis, das nicht nur Mr. Roches­ter, son­dern bald auch Jane und alle, die auf Thorn­field Hall leben, in Gefahr bringt.

»Acht Jah­re! Da müs­sen Sie aber eine zäh­ne Natur haben. Ich war der Mei­nung, schon die hal­be Zeit an so einem Ort genüg­tem um den robus­tes­ten Men­schen umzu­brin­gen. Kein Wun­der, dass Sie bei­na­he so aus­se­hen, als kämen Sie aus einer ande­ren Welt.«

Als Char­lot­te Bron­të ›Jane Eyre‹ 1847 ver­öf­fent­lich­te, tat sie dies unter dem Pseud­onym Cur­rer Bell. Doch der Roman erhielt, eben­so wie ›Sturm­hö­he‹ von ihrer Schwes­ter Emi­ly Bron­të, schnell Bekannt­heit. Auch ihre Schwes­ter Anne Bron­të schrieb Roma­ne, unter ande­ren ›Agnes Grey‹.

Der Klas­si­ker ›Jane Eyre‹ besticht durch klu­ge Dia­lo­ge, vor allem zwi­schen Jane und Mr. Roches­ter. Weder Geschlech­ter- noch Stan­des­schran­ken schei­nen Jane bei ihrer Ent­wick­lung in Thorn­field Hall stark ein­zu­schrän­ken. Und obwohl zu Beginn ihrer Anstel­lung als Gou­ver­nan­te erst 18 Jah­re jung ist, muss sich ihre Intel­li­genz und ihre Schlag­fer­tig­keit nicht verstecken.

»Manch­mal kom­men Sie mir vor wie ein neu­gie­ri­ger Vogel hin­ter den engen Git­ter­stä­ben sei­nes Käfigs, der sich, wäre er frei, hoch in die Lüf­te erhöbe.«

Fazit zu ›Jane Eyre

Char­lot­te Bron­të ver­webt in ihrem Roman die Geschich­ten zwei­er voll­kom­men unter­schied­li­cher Leben, die mit sich und ihren Umstän­den zu kämp­fen haben. Zugleich wird das Ken­nen­ler­nen der bei­den von dem Gefühl beschat­tet, dass auf Thorn­field Hall etwas nicht stimmt.

Damals wie heu­te fes­selt der Roman durch sei­ne Ein­dring­lich­keit, sei­ne Span­nung und sei­ne abwechs­lungs­rei­chen Cha­rak­te­re. Ein Klas­si­ker, den man auf jeden Fall gele­sen haben sollte.

Buchinfo

Char­lot­te Bron­të:
Jane Eyre.

Eine Auto­bio­gra­phie
Teil des Schu­bers: Die gro­ßen Roma­ne
der Schwes­tern Bron­të
Reclam, Stutt­gart 2020
1434 S. (734 S.), EUR (D) 28,- inkl. MwSt.
gebun­den, im Schu­ber
ISBN 978−3−15−030066−4

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Victor Hugo: Les Misérables [Rezension]

Von Verbrechen, Gesetzen und Menschen. 

Ein Mann wird zu einer Stra­fe von vier Jah­ren ver­ur­teilt, weil er Brot geklaut hat und dabei eine Schei­be ein­ge­schla­gen hat. Das Leben als Galee­ren­sträf­ling ist hart – mehr­mals ver­sucht der Mann namens Jean Val­jean in ›Les Misé­ra­bles‹ zu flie­hen und wird erwischt. Aus den vier Jah­ren wird eine Haft­stra­fe von ins­ge­samt 19 Jahren. 

Doch auch nach­dem Val­jean sei­ne Stra­fe ver­büßt hat, ist er kein frei­er Mann. Er muss sich an jedem Ort mel­den, an den er kommt. Sei­ne Papie­re brand­mar­ken ihn als gefähr­li­chen Ex-Sträf­ling. Trotz des Gel­des, das er müh­sam auf den Galee­ren gespart hat, fin­det er kei­ne Unter­kunft und nie­mand, der ihm etwas zu Essen ver­kau­fen möch­te. Erst als er an das Haus des Bischofs Myri­el von Digne gelangt, den Val­jean durch sei­ne spar­sa­me Lebens­wei­se nicht als sol­chen erkennt, bekommt er Essen und einen Schlaf­platz. Doch Jean Val­jean weiß, dass er wie­der in die Welt hin­aus muss und beschließt, das weni­ge Sil­ber im Haus des Bischofs zu stehlen.

Val­jean, der sein Glück mitt­ler­wei­le ken­nen müss­te, wenn er ver­such­te, eine Straf­tat zu bege­hen, wird erwischt und wie­der in das Haus des Bischofs gebracht. Doch Myri­el von Digne reagiert auf Val­jeans Dieb­stahl auf eine Art, die Val­jeans gesam­tes Leben ver­än­dern wird.

»Gegen die Frau­en und gegen die Armen, auf denen das Unrecht der Gesell­schaft am schwers­ten las­te­te, war er stets nach­sich­tig. ›Die Sün­den der Frau­en, der Kin­der, der Bedien­ten, der Schwa­chen, der Elen­den und der Unwis­sen­den‹, sag­te er, ›sind immer die Schuld der Män­ner, der Eltern, der Brot­ge­ber, der Star­ken, Rei­chen und Wissenden.‹«

Jean Val­jean ist einer von jenen, nach denen die­ser Roman benannt ist: ›Les Misé­ra­bles‹ – ›Die Elen­den‹. Men­schen, die nicht das Glück haben, in ein wohl­ha­ben­des Haus gebo­ren zu sein, son­dern mit den erdenk­lich schlech­tes­ten Start­be­din­gun­gen auf die­se Welt kom­men, die kei­ne siche­re ist. Jean Val­jean ist in die­sem Stru­del, der ihn wei­ter hin­ab reißt. Er stahl Brot, wur­de zum Sträf­ling und damit zu einem von der Gesell­schaft aus­ge­schlos­se­nen. Als ein sol­cher stiehlt er nicht mehr nur Brot, son­dern Silber.

»Wenn die See­le in Dun­kel­heit schmach­tet, ist sie der Sün­de zugäng­lich. Nicht der ist schul­dig, der die Sün­de begeht, son­dern der die Fins­ter­nis erzeugt hat.«

Ähn­lich ergeht es den ande­ren Figu­ren in Vic­tor Hugos Roman ›Les Misé­ra­bles‹. Der jun­gen und schö­nen Fan­ti­ne, der fre­chen und muti­gen Epo­ni­ne, dem klei­nen Gav­ro­che. Vic­tor Hugo gelingt es, eine Welt um die­se zu erschaf­fen, die berührt und in der ›die Elen­den‹ in all ihrer Mensch­lich­keit sicht­bar wer­den. Er zeigt sie ver­strickt in ihre sozia­len Umstän­de, die sie ein­engen und denen sie immer wie­der bereit sind, etwas Leben abzutrotzen.

Die Zeit, in der der Roman ›Les Misé­ra­bles‹ ist eine, in der sich ein Umbruch ankün­di­gen will. 1815 set­zen die Gescheh­nis­se ein und beglei­ten die Figu­ren bis 1832.

»Es war schwer, sich einen her­ab­ge­kom­me­ne­ren Men­schen als die­sen vor­zu­stel­len. Er war von mitt­le­rem Wuch­se, stäm­mig, und bei Kräf­ten. Sein Alter hät­te man mit sechs­und­vier­zig oder acht­und­vier­zig Jah­ren ange­ben können.«

Fazit zu ›Les Misérables

Obwohl mehr als ein­ein­halb Jahr­hun­der­te ver­gan­gen sind, seit­dem Hugo die­sen Roman ver­öf­fent­licht hat, sind die Kämp­fe der Prot­ago­nis­ten nicht ver­staubt. Er lädt den Leser ein, die­se ›Elen­den‹ bei dem Ver­such zu beglei­ten, über sich hin­aus­zu­wach­sen, in einer Zeit, die von Hun­ger und Armut geprägt war. Eine defi­ni­ti­ve Lese­emp­feh­lung! Mehr zu Klas­si­kern fin­det sich in mei­nem Post ›Klas­si­ker, die mich wirk­lich über­rascht haben‹.

Buchinfo

Vic­tor Hugo:
Les Misé­ra­bles / Die Elen­den
(1862)
Übersetzer/in Edmund Th. Kaur
Auf­bau Taschen­buch, Ber­lin 2000
608 S., EUR (D) 14,00 inkl. MwSt.
Roman, Bro­schur
ISBN 978−3−7466−1700−8

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Anne Brontë: Agnes Grey [Rezension, Schuberexemplar]

Vom Wusch, Gouvernante zu werden und sich selbst treu zu bleiben. 

Als sich eine jun­ge, vor­neh­me Frau aus gutem Hau­se ent­schei­det, einen Geist­li­chen zu hei­ra­ten, wird sie ent­erbt und ver­liert jeg­li­chen Kon­takt zu ihrer Fami­lie. Von da an muss sie auf alle Annehm­lich­kei­ten ver­zich­ten, die sie bis­lang kann­te, doch bereu­en wird sie ihre Ent­schei­dung nie. 

Spä­tes­tens als ihre Töch­ter Mary und die jün­ge­re Agnes gebo­ren wer­den, ist ihr Glück per­fekt. Doch ihr Mann kann nie ganz über­win­den, dass er sei­ne Frau um so vie­les gebracht hat, und inves­tiert in ris­kan­te finan­zi­el­le Geschäf­te. Als sich sei­ne Hoff­nun­gen zer­schla­gen, steht die Fami­lie einem Schul­den­berg gegen­über. Wäh­rend die älte­re Toch­ter Mary selbst gezeich­ne­te Aqua­rel­le ver­kauft, will Agnes eine Stel­le als Gou­ver­nan­te antre­ten, um die Fami­lie unter­stüt­zen zu können.

Doch obwohl Agnes über­zeugt ist, als Erzie­he­rin zurecht­zu­kom­men, da sie sich selbst noch gut in ihre Bedürf­nis­se ein­zu­füh­len zu kön­nen glaubt, stößt sie vor vie­le Pro­ble­me. Wäh­rend die Erwar­tung an sie kaum grö­ßer sein könn­ten, hat sie bei der Wahl ihrer Erzie­hungs­me­tho­den aller­lei Ein­schrän­kun­gen hinzunehmen.

»Hät­te sie der Gat­tung der Tie­re ange­hört, wäre Matil­da akzep­ta­bel gewe­sen in ihrer Leb­haf­tig­keit, Vita­li­tät und ihrem Bewe­gungs­drang, als mensch­li­ches Wesen aber war sie unge­heu­er ein­fäl­tig, unge­leh­rig, gleich­gül­tig und unver­nünf­tig und somit eine Qual für jeman­den, der die Auf­ga­be hat­te, ihren Ver­stand zu ent­wi­ckeln, ihre Umgangs­for­men zu ver­bes­sern und ihr zu hel­fen, sich zu schmü­cken und zurecht­zu­ma­chen, was sie, im Gegen­satz zu ihrer Schwes­ter, wie alles ande­re auch verachtete.«

Agnes merkt schnell, dass die Wer­te­vor­stel­lun­gen ihrer Schütz­lin­ge und ihrer Fami­li­en weit ent­fernt von ihren eige­nen lie­gen. Da sie sich kaum mit jeman­dem aus­tau­schen kann, der ihr ähn­lich ist, beginnt die jun­ge Frau, zu vereinsamen.

Agnes Grey erzählt die Geschich­te einer jun­gen Frau, die durch ihre beruf­li­che Stel­lung in einer Art ›Dazwischen‹-Zustand leben muss. Weder zu den vor­neh­men Per­so­nen gehö­rend, die sie erzie­hen muss, noch zur Die­ner­schaft, scheint sie für die meis­ten Men­schen um sie her­um fast unsicht­bar zu sein. Sie wird sel­ten gegrüßt oder ange­spro­chen, noch sel­te­ner nach ihrem Befin­den gefragt.

Doch wäh­rend Agnes für die meis­ten ihrer Mit­men­schen unsicht­bar ist, nimmt die jun­ge Frau die Welt um sie her­um wahr: die Lie­be­lei­en und Ver­feh­lun­gen ihrer Schü­ler und Schü­le­rin­nen. Zwar ist die­se Wahr­neh­mung durch­weg durch Agnes beson­de­ren Blick auf die Welt gefärbt – sie ist christ­lich erzo­gen und schätzt vor allem christ­li­che Tugen­den wie die Nächs­ten­lie­be –, doch ermahnt sie sich mehr­mals zur Reflexion.

So legt Anne Bron­të in ihrem Roman­de­büt Agnes Grey eine Cha­rak­ter­stu­die vor, die durch die kon­tras­tie­ren­de Gegen­über­stel­lung von Per­so­nen an Schär­fe gewinnt.

»… da ich es aber mit eige­nen Augen sah und auch dar­un­ter litt, konn­te ich nur fol­gern, dass über­mä­ßi­ge Eitel­keit genau wie Trunk­sucht das Herz ver­här­tet, die natür­li­chen Anla­gen ver­küm­mern lässt und die Gefüh­le ver­dirbt; und dass Hun­de nicht die ein­zi­gen Geschöp­fe sind, die, nach­dem sie sich bis oben­hin satt gefres­sen haben, sich noch über das freu­en, was sie gar nicht mehr her­un­ter­brin­gen, dem hun­gern­den Bru­der aber noch den kleins­ten Bis­sen missgönnen.«

Die­ser wun­der­schö­ne Schu­ber, des­sen ein­zel­ne Roma­ne mit Nach­wor­ten ver­se­hen sind, lädt dazu ein, die drei gro­ßen Roma­ne der Bron­të-Schwes­tern ver­glei­chend zu betrachten.

So fällt auf, dass Agnes Grey weit weni­ger unheim­lich und rät­sel­haft erscheint als das Anwe­sen in Jane Eyre oder die Moor­land­schaft von Sturm­hö­he‹. Auch die zer­stö­re­ri­sche Lei­den­schaft, die vor allem Sturm­hö­he‹ inne­wohnt, scheint dem Roman fern. Und doch erzählt Agnes Grey auf sei­ne Wei­se die Geschich­te einer jun­gen Frau, die sich ihren Weg vor dem Hin­ter­grund gesell­schaft­li­cher Stel­lun­gen, Hin­ter­list und Lie­be zu erkämp­fen suchte.

»Das mensch­li­che Herz ist sehr dehn­bar: Schon eine Klei­nig­keit lässt es schwel­len, aber es bedarf gro­ßer Anläs­se, es zum Bers­ten zu brin­gen. Denn wenn auch ›schon ein wenig mehr als nichts das Herz beun­ru­higt, brauchts doch kaum weni­ger als alles‹, es zu bre­chen. So wie unse­re Glied­ma­ßen besitzt auch das Herz eine eige­ne leben­di­ge Kraft, die es gegen Ver­let­zun­gen von außen stark macht.«

Fazit zu ›Agnes Grey

Nach ›Agnes Grey‹ ver­öf­fent­lich­te Anne Bron­të (1820–1849) nur ein wei­te­res Werk – ›The Ten­ant of Wild­fell Hall(›Die Her­rin von Wild­fell Hall‹) –, bevor sie 1849 im Alter von 29 Jah­ren ver­starb. Doch das im Ver­gleich zu ›Jane Eyre‹ und ›Sturm­hö­he‹ oft weni­ger bekann­te Werk der jüngs­ten der Bron­të-Schwes­tern ist defi­ni­tiv eine nähe­re Betrach­tung wert.

Buchinfo

Anne Bron­të:
Agnes Grey

Teil des Schu­bers: Die gro­ßen Roma­ne
der Schwes­tern Bron­të
Reclam, Stutt­gart 2020
1434 S. (256 S.), EUR (D) 28,- inkl. MwSt.
gebun­den, im Schu­ber
ISBN 978−3−15−030066−4

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Diana Wynne Jones: Das wandelnde Schloss [Rezension]

Von einem Mädchen, das an sein Unglück glaubte. 

Als Dia­na Wyn­ne Jones (1934–2011) im Jah­re 1986 den ers­ten Band der ›Howl-Saga‹ ›Das wan­deln­de Schloss‹ ver­öf­fent­lich­te, war sie im Lite­ra­tur­be­trieb längst kei­ne Unbe­kann­te mehr. Neben eigen­stän­di­gen Wer­ken der Kinder‑, Jugend- und Erwach­se­nen­li­te­ra­tur hat­te sie bereits die ers­ten Bän­de ihrer ›Chres­to­man­ci‹- und ihrer ›Dale­mark‹-Serie ver­öf­fent­licht.

Das wan­deln­de Schloss‹ erzählt die Geschich­te der jun­gen Sophie Hat­ter, die in einem Hut­la­den arbei­tet und beson­de­re Hüte schnei­dert, bis sie eines Tages von einem bösen Fluch in eine alte Frau ver­wan­delt wird. Sophie, die über­zeugt davon ist, das nur das Unglück auf sie war­te, weil sie die ältes­te von drei Schwes­tern ist, kann sich nie­man­dem in ihrem Hei­mat­ort anvertrauen. 

Sie geht fort und ent­schließt sich, als ihr die Stra­pa­zen ihres neu­en Alters bewusst wer­den, zum Schloss des Zau­be­rers Howl zu gehen, von dem behaup­tet wird, dass er jun­ge Mäd­chen ent­füh­re und auffresse. 

Doch statt auf einen men­schen­fres­sen­den Zau­be­rer zu tref­fen, wird sie Teil der selt­sams­ten und lie­bens­wür­digs­ten Wohn­ge­mein­schaft, die man sich vor­stel­len kann. 

»Was mich her­ge­führt hat, jun­ger Mann?«, frag­te sie. Das lag doch auf der Hand, jetzt, wo sie das Schloss gese­hen hat­te. »Ich bin her­ge­kom­men, weil ich dei­ne neue Putz­frau bin, ist doch klar.«

Mit einer wohl plat­zier­ten und dosier­ten Por­ti­on Humor räumt Sophie Hat­ter in vie­ler­lei Hin­sicht in die­ser neu­en Welt der Zau­be­rei auf. Umge­ben von dem sich stets bekla­gen­den Ofen­feu­er, dem ver­lieb­ten Lehr­ling des Zau­be­rers, ver­folgt von einer flot­ten Vogel­scheu­che und stets bereit, eine neue Sei­te an Howl ken­nen­zu­ler­nen, fin­det sie weit mehr als das Unglück, das sie in ihrem Leben erwar­tet hatte. 

Klas­si­sche Ele­men­te der Fan­tas­tik wie die Sie­ben­mei­len­stie­fel, ver­zau­ber­te Gegen­stän­de und Tie­re, wer­den gemischt mit ori­gi­nel­len Figu­ren und einer zau­ber­haf­ten Schreib­wei­se und machen so ›Das wan­deln­de Schloss‹ zu einem gro­ßen Ver­gnü­gen – und dies nicht nur für jene, die bereits den gleich­na­mi­gen Film von ›Stu­dio Ghi­b­li‹ mochten. 

»Die­ser Mann und die­ses rie­si­ge, wich­ti­ge Ding, sein König­tum eben, kamen ihr in ihrem ver­wirr­ten Zustand vor wie zwei unter­schied­li­che Wesen, die nur durch Zufall den­sel­ben Ses­sel besetz­ten. Und ihr ging auf, dass sie jedes Wort der von Howl sorg­sam aus­ge­tüf­tel­ten Rede ver­ges­sen hatte.«

Der ers­te Band der ›Howl-Saga‹ lebt von dem Unaus­ge­spro­che­nem. Die Per­so­nen haben Geheim­nis­se vor­ein­an­der, nicht alles ist leicht aus­zu­spre­chen, ob durch Angst oder einen Fluch. Und obwohl die Kapi­tel­über­schrif­ten bereits einen Vor­aus­blick zulas­sen, um zu wis­sen, was das Kapi­tel brin­gen wird, trägt das Unaus­ge­spro­che­ne als Grund­span­nung über den Roman hinweg. 

Fazit zu ›Das wandelnde Schloss

Das wan­deln­de Schloss‹ ist eine Lie­bes­er­klä­rung an die Fan­tas­tik, an lie­be­voll ent­wor­fe­ne Figu­ren mit Kan­ten und an klei­ne Hel­den und Hel­din­nen, die zusam­men Gro­ßes bewir­ken kön­nen. Ich freue mich auf ein Wie­der­se­hen mit Howl und Sophie in ›Der Palast im Him­mel‹.

Buchinfo

Dia­na Wyn­ne Jones:
Das wan­deln­de Schloss

Die Howl-Saga, Band 1
Über­setzt von Dr. Gabrie­le Haefs
Droemer Knaur, Mün­chen 2019
304 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−52538−8

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