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Neuerscheinungen 2021

2020 ist sicher­lich in vie­ler­lei Hin­sicht ein beson­de­res Jahr gewe­sen. Doch wie jedes Jahr war­ten auch in die­sem die Ver­lags­vor­schau­en für Frühjahr/Sommer 2021 dar­auf, durch­stö­bert zu wer­den. Eines ist sicher: 2021 ver­spricht ein span­nen­des Lese­jahr in vie­len Gen­res zu wer­den und macht rich­tig Lust auf sei­ne Neu­erschei­nun­gen 2021. Bücher, die mir bereits jetzt ins Auge gesprun­gen sind und auf deren Erschei­nen ich mich schon sehr freue, stel­le ich Euch hier ger­ne vor. Bestimmt wer­den jedoch über das Jahr noch eini­ge Neu­erschei­nun­gen 2021 in mei­ner Lis­te hinzukommen. 

Navi­ga­ti­on
1. Gegen­warts­li­te­ra­tur
2. Klas­si­ker
3. Phan­tas­tik
4. Sach­bü­cher
5. Über­blicks­lis­te

Neuerscheinungen 2021 – Gegenwartsliteratur

Mei­ne Lie­be zu Kat­zen und den meis­ten Tie­ren ist kein Geheim­nis. Umso mehr freue ich mich auf die­ses viel­ver­spre­chen­de Buch, das 2021 im DuMont-Ver­lag erschei­nen soll. Tokyo, die Acht­zi­ger­jah­re und Außen­sei­ter – klingt nach einer tol­len Mischung, oder?
Bücher, in denen Wär­me und Kat­zen­lie­be auf­ein­an­der tref­fen, sind für mich einen genaue­ren Blick wert. 2016 erschie­nen bereits Suke­ga­was Bücher ›Kirsch­blü­ten und rote Boh­nen‹ und ›Die Insel der Freund­schaft‹ bei DuMont.

Duri­an Suke­ga­wa: Die Kat­zen von Shin­juku,
ca. 272 S., ISBN 978−3−8321−8147−5, DuMont,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 12.02.2021


Seit ›Faser­land‹ ist Chris­ti­an Krachts Name aus dem Lite­ra­tur­be­trieb nicht mehr weg­zu­den­ken. Nach wei­te­ren Wer­ken schien dann 2016 ›Die Toten‹ als sein bis­lang neus­tes Buch bei Kiepenheuer&Witsch. Ich bin rich­tig gespannt, was die Leser und Lese­rin­nen in ›Euro­trash‹ erwar­tet. Das Cover sieht jeden­falls toll aus und auch der Klap­pen­text macht Lust.
Nur bis März muss ich mich noch gedul­den, aber ich bin sicher, das War­ten lohnt sich. 

Chris­ti­an Kracht: Euro­trash,
ca. 224 S., ISBN 978−3−462−05083−7, Kiepenheuer&Witsch,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 04.03.2021


Von Bene­dict Wells hät­te ich schon so viel mehr lesen sol­len, als ich es bis­lang getan habe. Seit 2008 erschei­nen sei­ne Bücher im Dio­ge­nes-Ver­lag und jedes hat sei­nen Reiz. Sein neu­es­tes Werk ›Hard Land‹ führt nach Mis­sou­ri und ins Jahr 1985.
Die Geschich­te dreht sich um den 15-jäh­ri­gen Außen­sei­ter Sam, der einen Feri­en­job in einem Kino annimmt und damit den Som­mer sei­nes Lebens erlebt. Klingt super vielversprechend.

Bene­dict Wells: Hard Land,
ca. 352 S., ISBN 978−3−257−07148−1, Dio­ge­nes,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 24.02.2021

Neuerscheinungen 2021 – Klassiker

Mary Shel­leys Buch ›Fran­ken­stein‹ gehört zu mei­nen unan­ge­foch­te­nen Lieb­lin­gen der Sci­ence-Fic­tion-Lite­ra­tur und unter den Klas­si­kern.
Als ich gese­hen habe, dass Reclam im nächs­ten Jahr auch eine Neu­über­set­zung von ›Der letz­te Mensch‹ raus­bringt, war mir sofort klar, dass die­ses Buch ganz oben auf mei­ne Lese­lis­te für das kom­men­de Jahr gehört. Denn eines ist bei Mary Shel­leys Büchern sicher: Sie ver­spre­chen viel Stoff zum Nachdenken. 

Mary Shel­ley: Der letz­te Mensch (Neu­über­set­zung),
ca. 596 S., ISBN 978−3−15−011328−8, Reclam,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 12.02.2021


Auch Daph­ne du Mau­ri­er hat sich mit ihrem Buch ›Rebec­ca‹ einen Platz unter mei­nen Klas­sik­er­lieb­lin­gen gesi­chert. Hat mich auf ›Rebec­ca‹ noch das gleich­na­mi­ge und wahn­sin­nig tol­le Musi­cal auf­merk­sam gemacht, kommt die­ses Buch allein schon wegen der begab­ten Autorin auf mei­ne Lese­lis­te für das kom­men­de Jahr.
Lie­be, Geheim­nis­se und das Leben auf See – klingt nach einer viel­ver­spre­chen­den Mischung, oder nicht? Ich bin jeden­falls super gespannt auf die­ses Buch.

Daph­ne du Mau­ri­er: Die Bucht des Fran­zo­sen,
ca. 300 S., ISBN 978−3−458−68154−0, Suhrkamp/insel,
erscheint vor­aus­sicht­lich 21.06.2021


Zu mei­ner wirk­lich gro­ßen Schan­de muss ich geste­hen, dass ich noch kein Buch von Geor­ge Orwell gele­sen habe. Und das, obwohl der Autor aus der Welt der Lite­ra­tur nicht mehr weg­zu­den­ken ist.
Somit ver­spre­chen die­se bei­den Neu­über­set­zun­gen von ›1984‹ und ›Farm der Tie­re‹ ein super Anfang für mich zu sein. Die bei­den Buch­co­ver fin­de ich jeden­falls mehr als gelungen.

Geor­ge Orwell: 1984 und Farm der Tie­re (Neu­über­set­zun­gen),
ca. 400 & 144 S., ISBN 978−3−7306−0976−7 & 978−3−7306−0977−4, Pen­gu­in Ran­dom House,
erschei­nen vor­aus­sicht­lich am 18.01.2021

Neuerscheinungen 2021 – Phantastik

Auch V. E. Schwab ist eine jener Schrift­stel­le­rin­nen, von denen ich lei­der noch viel zu wenig gele­sen habe. Und nach­dem die eng­lisch­spra­chi­ge Ori­gi­nal­ver­si­on bereits vie­le Anhän­ger gefun­den hat, bin ich umso gespann­ter, auf die deutsch­spra­chi­ge Über­set­zung, die 2021 im Fischer-Ver­lag erschei­nen wird. Ein Teu­fels­pakt, eine span­nen­de Prot­ago­nis­tin und die Kunst – die­se span­nen­de Kom­bi­na­ti­on weckt Vor­freun­de auf die­sen his­to­ri­schen Fantasy-Roman.

V. E. Schwab: Das unsicht­ba­re Leben der Addie LaRue,
ca. 592 S., ISBN 978−3−596−70581−8, Fischer,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 26.05.2021


Leigh Bar­d­u­go ist 2020 in Win­des­ei­le unter mei­ne liebs­ten Fan­ta­sy-Autorin­nen auf­ge­stie­gen. Sowohl die Tri­lo­gie ›Legen­den der Gri­sha‹ als auch die Krä­hen-Dilo­gie sowie ›King of Scars‹ habe ich wahn­sin­nig ger­ne gele­sen.
Und der ers­te Band der ›King-of-Scars‹-Dilo­gie hat an einem Punkt geen­det, an dem wirk­lich jeder Fort­gang der Sto­ry mög­lich ist. Ich bin also wahn­sin­nig gespannt, wie es wei­ter geht für Niko­lai, Nina, und all die ande­ren Figu­ren des Grishaverse. 

Leigh Bar­d­u­go: Rule of Wol­ves, King-of-Scars-Dilo­gie Band 2,
ca. 592 S., ISBN 978−3−426−22701−5, Droemer Knaur,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 01.06.2021


Ich lie­be den Film Das wan­deln­de Schloss von Stu­dio Ghi­b­li. Mir war also sofort klar, dass ich Band 1 der Howl-Saga ›Das wan­deln­de Schloss‹ unbe­dingt lesen muss. Auch Band 2 ›Der Palast im Him­mel‹ habe ich ver­schlun­gen, obwohl ich den ers­ten Band der Saga wesent­lich lie­ber moch­te.
Umso gespann­ter bin ich nun auf Band 3 der Howl-Saga ›Das Haus der tau­send Räu­me‹ und wel­che Aben­teu­er auf Howl & Co. warten.

Dia­na Wyn­ne Jones: Das Haus der tau­send Räu­me, Howl-Saga Band 3,
ca. 272 S., ISBN 978−3−426−52540−1, Knaur,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 01.03.2021

Neuerscheinungen 2021 – Sachbuch

Von Ste­fan Klein konn­te ich in der Ver­gan­gen­heit bereits zwei Bücher lesen, ›Die Glücks­for­mel‹ und ›Träu­me‹, die mir bei­de gut bis sehr gut gefal­len haben. Vor allem ›Träu­me‹ konn­te mich nach­hal­tig begeis­tern, sodass ich noch immer ger­ne über das Buch rede.
Umso gespann­ter bin ich natür­lich auf das neue Buch von Ste­fan Klein ›Wie wir die Welt ver­än­dern‹. Inno­va­tio­nen, der Geist und der Fort­schritt – eine super span­nen­de the­ma­ti­sche Mischung.

Ste­fan Klein: Wie wir die Welt ver­än­dern,
ca. 256 S., ISBN 978−3−10−002492−3, Fischer,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 10.03.2021


Wenn bei mir etwas kaputt­geht, dass ich für rett­bar hal­te, zie­he ich zumeist das Inter­net zu rate. In vie­len Fäl­len bringt mir das auch eine Lösung. Trotz­dem schmei­ße ich noch zu viel weg oder benut­ze es noch, auch wenn es nicht mehr gut funk­tio­niert.
Zum einen sind die Lösun­gen des Inter­nets nicht immer ein­deu­tig oder gut. Zum ande­ren aber, komm ich bei zu vie­len Din­gen ver­mut­lich nicht ein­mal auf die Idee, dass ich sie repa­rie­ren könn­te. Und um das ver­än­dern, bin ich schon super gespannt auf Nick Har­pers Buch ›Wie man alles repa­riert‹.

Nick Har­per: Wie man alles repa­riert,
ca. 256 S., ISBN 978−3−7306−0953−8, Pen­gu­in Ran­dom House,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 22.03.2021


Wie ihr seht, wird auch 2021 wie­der ein viel­sei­ti­ges und viel­ver­spre­chen­des Lese­jahr. Bestimmt wird im Lau­fe des Jah­res hier noch das ein oder ande­re Buch dazu­kom­men. Aber natür­lich wer­de ich nicht nur Neu­erschei­nun­gen lesen, also bleibt abzu­war­ten, was in die­sem Jahr alles auf mei­nem Lese­sta­pel lan­den wird, das kei­ne Neu­erschei­nung mehr ist.

Ich wün­sche dir ein span­nen­des Lese­jahr mit den Neu­erschei­nun­gen 2021 und wenn ihr mir Bücher emp­feh­len wollt, auf die ich defi­ni­tiv einen Blick wer­fen soll­te, dann lasst doch ein­fach einen Kom­men­tar da, ich wür­de mich sehr freuen. 🙂

  • Voraussichtliche Erscheinungstermine
    Neuerscheinungen 2021

    Neuerscheinungen 2021 – Januar/Februar/März

    Janu­ar Kei Ohku­bo: Arte 4 (Carl­sen)
    15.01. Immun­boos­ter (Droemer Knaur)
    22.01. Geor­ge Orwell: Farm der Tie­re (Neu­über­set­zung, dtv)
    Febru­ar Micha­el Ende: Momo (Thie­ne­mann-Ess­lin­ger)
    Febru­ar Anne Fleck: Mee­res­glü­hen (Cop­pen­rath)
    01.02. Matt Haig: Die Mit­ter­nachts­bi­blio­thek (Droemer Knaur)
    02.02. Han­nah Frey: Zucker­frei (GU)
    02.02. Eli­sa­beth Meck­len­burg: Mein City-Obst­gar­ten (GU)
    12.02. Duri­an Suke­ga­wa: Die Kat­zen von Shin­juku (Dumont)
    12.02. Mary Shel­ley: Der letz­te Mensch (Reclam)
    18.01. Geor­ge Orwell: 1984 (Neu­über­set­zung, Pen­gu­in Ran­dom House)
    18.01. Geor­ge Orwell: Farm der Tie­re (Neu­über­set­zung, Pen­gu­in Ran­dom House)
    24.02. Miku Sophie Küh­mel: Kint­su­gi (Fischer Taschen­buch)
    24.02. Jay Kristoff: Never­night. Die Prü­fung (Fischer)
    24.02. Doris Dör­rie: Ein­la­dung zum Schrei­ben (Dio­ge­nes)
    24.02. Chris­toph Nie­mann: Away (Dio­ge­nes)
    24.02. Bene­dict Wells: Hard Land (Dio­genes)
    26.02. Anne Pret­tin: Die vier Gezei­ten (Bas­tei Lüb­be)
    März Kei Ohku­bo: Arte 5 (Carl­sen)
    01.03. Dia­na Wyn­ne Jones: Das Haus der tau­send Räu­me (Droemer Knaur)
    02.03. Dia­na Kin­nert: Die neue Ein­sam­keit (Hoff­mann und Cam­pe)
    04.03. Chris­ti­an Kracht: Euro­trash (Kiwi)
    10.03. Ste­fan Klein: Wie wir die Welt ver­än­dern (Fischer)
    12.03. Mary Mcla­ne: Mei­ne Freun­din Anna­bel Lee (Reclam)
    15.03. Anja Kamp­mann: Der Hund ist immer hung­rig (Han­ser)
    15.03. Ste­phen Fry: Mythos (auf­bau)
    15.03. Roman Wolf: Die Nibe­lun­gen (auf­bau)
    18.03. Hel­ga Schu­bert: Vom Auf­ste­hen (dtv)
    18.03. Anne Fleck: Ener­gy! (dtv)
    20.03. Bern­hard Heck­ler: Das Lie­bes­le­ben der Pin­gui­ne (Klett-Cot­ta)
    22.03. Nick Har­per: Wie man alles repa­riert (Pen­gu­in Ran­dom House)
    26.03. Susan­ne Esche-Bel­ke/­Su­zann Kir­sch­ner-Brouns: Re-Power (Bas­tei Lüb­be)
    26.03. Gret­chen Lidi­cker: Mein Magne­si­um (Bas­tei Lüb­be)
    26.03. Ewald Arenz: Der gro­ße Som­mer (Dumont)


    Neuerscheinungen 2021 – April/Mai/Juni

    April Chris­ti­na Hie­mer: The Second Princess (Carl­sen)
    April Liz Bras­well: Die Schö­ne und ihr Geheim­nis (Carl­sen)
    April Haji­me Isaya­ma: Attack on Titan Delu­xe VIII (Carl­sen)
    01.04. Leigh Bar­d­u­go: Rule of Wol­ves (Droemer Knaur)
    01.04. Mech­tild Borr­mann: Glück hat einen lang­sa­men Takt (Droemer Knaur)
    01.04. Yael Adler: Haut nah (Droemer Knaur)
    01.04. Julia Marie Schmoll: Die Maschen der Nar­ziss­ten (GU)
    01.04. Matt Prit­chard: Dir­ty Vegan (GU)
    23.04. Julie Estève: Ich, Antoi­ne (dtv)
    23.04. Ildy Bach: Die Stief­toch­ter (dtv)
    24.04. Susann Sitz­ler: Väter und Töch­ter (Klett-Cot­ta)
    30.04. Neil Gai­man: Der Oze­an am Ende der Stra­ße. Illus­triert (Bas­tei Lüb­be)
    Mai Kei Ohku­bo: Arte 6 (Carl­sen)
    Mai Phil­ip Le Roy: Die Nacht der Acht (Carl­sen)
    17.05. Lucy Pol­lock: Das Buch über das Älter­wer­den (Dumont)
    26.05. V. E. Schwab: Das unsicht­ba­re Leben der Addie LaRue (Fischer)
    26.05. Car­los Ruiz Zafón: Der Fried­hof der ver­ges­se­nen Bücher (Fischer)
    31.05. Oli­ver Pötzsch: Das Buch des Toten­grä­bers (Ull­stein)
    01.06. Nora Bendzko: Die Göt­ter müs­sen ster­ben (Droemer Knaur)
    15.06. Daph­ne du Mau­ri­er: Die Bucht des Fran­zo­sen (Suhrkamp/insel)
    21.06. Chris­ti­na Hen­ry: Die Chro­ni­ken von Peter Pan (Pen­gu­in Ran­dom House)
    23.06. Mar­tin Suter: All­men und der Koi (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    23.06. Amé­lie Nothomb: Klopf an dein Herz (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    23.06. Den­ken mit Oscar Wil­de (dio­ge­nes delu­xe)
    23.06. Pau­lo Coel­ho: Untreue (dio­ge­nes delu­xe)


    Neuerscheinungen 2021 – Juli/August/September

    Juli Zidrou/Frank Pé: Die Bes­tie (Carl­sen)
    Juli Kei Ohku­bo: Arte 7 (Carl­sen)
    05.07. Mark Fah­nert: Echo des Ver­rats (Piper)
    08.07. Simon Beckett: Die Ver­lo­re­nen (Rowohlt)
    28.07. Simo­ne Lap­pert: Der Sprung (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    30.07. Marie Graß­hoff: Der dunk­le Schwarm (Bas­tei Lüb­be)
    Sep­tem­ber Kei Ohku­bo: Arte 8 (Carl­sen)
    14.09. René Wadas: Der Pflan­zen­arzt (Rowohlt)
    30.09. Anne Pät­zold: Right Here (Bas­tei Lüb­be, Lyx)


    Neuerscheinungen 2021 – Oktober/November/Dezember


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James Gould-Bourn: Pandatage [Rezension]

Wie eine Stangentänzerin und ›Dirty Dancing‹ das Leben verändern können. 

Dass ein Unglück sel­ten allein kommt, weiß Dan­ny in ›Pan­da­ta­ge‹ ver­mut­lich bes­ser als die meis­ten. Seit sei­ne Frau Liz vor einem Jahr plötz­lich bei einem Auto­un­fall ver­starb, ist das Leben der klei­nen Fami­lie nicht mehr das gleiche. 

Sein Sohn Will spricht nicht mehr – weder mit ihm, noch mit ande­ren. War das Geld vor­her schon knapp, reicht es nun nicht ein­mal mehr für das Nötigs­te: Unbe­zahl­te Rech­nun­gen häu­fen sich und sein Ver­mie­ter gehört nicht zur gedul­di­gen Sor­te, dem Gewalt als Lösung fern läge. Als Dan­ny dann noch sei­nen Job als Bau­ar­bei­ter ver­liert, bringt ihn nur der Gedan­ke an sei­nen Sohn noch dazu, mor­gens das Haus zu verlassen. 

»›Ist eine lan­ge Geschich­te‹, sag­te er und schau­te auf sei­nen unbe­ring­ten Ring­fin­ger. Als Liz noch am Leben gewe­sen war, hat­te er sich nie Sor­gen um sei­nen Ehe­ring gemacht, aber nach ihrem Tod hat­te er mit einem Mal schreck­li­che Angst bekom­men, er kön­ne ihn ver­lie­ren, also hat­te er ihn in Wat­te gehüllt, in eine Streich­holz­schach­tel gesteckt und in der Schub­la­de sei­nes Nacht­tischs verborgen.«

Doch ganz gleich, wie sehr er sich auch bemüht, eine Anstel­lung ist für den unge­lern­ten Mann nicht zu fin­den. Hat man ihm bereits sein Leben lang gesagt, dass er zu nichts zu gebrau­chen sei, scheint es sich jetzt zu bewahrheiten. 

Aber Dan­ny wäre nicht Dan­ny, wenn er ein­fach auf­ge­ben wür­de. Das Pan­da­kos­tüm, das er in einem her­un­ter­ge­kom­me­nen Laden bekommt, ist weder schön noch sau­ber. Aber es ist güns­tig und erfüllt somit Dan­nys Haupt­vor­aus­set­zung. Doch schon bald muss Dan­ny fest­stel­len, dass es nicht genügt, sich mit einem Kos­tüm in einen Park zu stel­len. Um genug Geld zu bekom­men, um sei­ne Mie­te zu zah­len, muss er den Leu­ten etwas bieten. 

Dan­ny kann nicht tan­zen. Aber da er all die ande­ren Sachen, für die Leu­te einem Mann im Pan­da­kos­tüm Geld zah­len wür­den, noch schlech­ter kann, bleibt ihm nichts ande­res übrig. 

»Wäh­rend sei­ne ver­stor­be­ne Frau auf der Tanz­flä­che eine Art Natur­ta­lent gewe­sen war, war Dan­ny eher eine Natur­ka­ta­stro­phe. Sein Pro­blem war ganz ein­fach. Er hat­te kei­nen Rhythmus.«

Pan­da­ta­ge‹ ist ein Roman, der trotz sei­ner tra­gi­schen The­ma­tik immer wie­der zum Lachen bringt. Die trau­ri­gen Momen­te sind weder kit­schig noch pathe­tisch. Gould-Bourn gelingt es, auf eine sub­ti­le Art stark mit Dan­ny und Will mit­füh­len zu las­sen. Die lus­ti­gen Momen­te las­sen den Leser oder die Lese­rin laut auf­la­chen. An man­chen Stel­len kann die Komik zwar etwas zu auf­ge­setzt und kon­stru­iert wir­ken und dadurch dar­an erin­nern, was ›Pan­da­ta­ge‹ ist: ein Roman. Ein Roman, der die Kraft zeigt, über die man ver­fügt, wenn man sich nicht unter­krie­gen lässt. Und Freun­de hat, die einen unterstützen. 

Fazit zu ›Pandatage

Pan­da­ta­ge‹ ist kein Roman, der zeigt, dass alles wie­der gut wird, viel­leicht kann es das auch gar nicht. Und doch führt er vor Augen, dass es wie­der gut wird, dass es wei­ter­ge­hen kann, auch wenn es weh­tut und sicher­lich nicht leicht fällt. ›Pan­da­ta­ge‹ ist vol­ler Figu­ren, die man fast schon mögen muss, ob Dan­ny und Will, oder die Stan­gen­tän­ze­rin Krys­tal und den Ukrai­ner Ivan. Gould-Bourns Debüt ist defi­ni­tiv ein Lesevergnügen.

Buchinfo

James Gould-Bourn:
Pan­da­ta­ge

Roman
Über­setzt von: Ste­phan Klei­ner
Kiepenheuer&Witsch, Köln 2020
384 S., EUR (D) 20,- inkl. MwSt.
Gebun­de­ne Aus­ga­be
ISBN 978−3−462−05364−7

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 4 von 5.


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Neuerscheinungen 2020

2019 ist zu Ende gegan­gen und 2020 hat begon­nen. Die Ver­lags­vor­schau­en für (Frühjahr/Sommer) 2020 lie­gen bei vie­len Ver­la­gen vor und ver­spre­chen ein span­nen­des neu­es Lese­jahr in vie­len Gen­res. Bücher, die mir bereits jetzt ins Auge gesprun­gen sind und auf deren Erschei­nen ich mich schon sehr freue, stel­le ich Euch ger­ne vor. Ver­mut­lich wer­den über das Jahr noch eini­ge Bücher dazu­kom­men, aber die­se Neu­erschei­nun­gen 2020 haben bereits mei­ne Vor­freu­de ent­facht und ich hof­fe, sie rezen­sie­ren zu können. 

Navi­ga­ti­on
1. Gegen­warts­li­te­ra­tur
2. Klas­si­ker
3. Phan­tas­tik
4. Sach­bü­cher
5. Über­blicks­lis­te

Gegenwartsliteratur

Bei Suhr­kamp wird Ben­ja­min Maacks neu­es Buch Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein erschei­nen, das sich mit dem Leben mit Depres­sio­nen beschäf­tigt und auf das ich mich sehr freue. Ich habe bereits sei­nen Erzähl­band Mons­ter gele­sen, der mir unheim­lich nah gegan­gen ist und bin sehr gespannt, womit der Autor uns die­ses Jahr über­ra­schen wird. Maack ver­bin­de ich mit unge­wöhn­li­cher, authen­ti­scher und auf­rich­ti­ger Lite­ra­tur, die ich nur schwer aus der Hand legen kann.

Ben­ja­min Maack: Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein,
333 S., ISBN: 978−3−518−47073−2, Suhr­kamp, erschie­nen am 09.03.2020


Maxim Bil­ler gehört zu mei­nen abso­lu­ten Lieb­lin­gen der deutsch­spra­chi­gen Gegen­warts­li­te­ra­tur und so lan­den sei­ne Bücher auto­ma­tisch auf mei­ner Lese­lis­te. 2020 wird bei KiWi Sie­ben Ver­su­che zu lie­ben erschei­nen, das ich sicher­lich lesen wer­de. Dar­in ent­hal­ten sind gesam­mel­te Fami­li­en­ge­schich­ten von Maxim Bil­ler und weil mir sei­ne Bücher immer einen neu­en Blick auf die Din­ge geschenkt haben, bin ich schon sehr gespannt, wie die­ser neue Blick bei Fami­li­en­ge­schich­ten aus­se­hen wird.

Maxim Bil­ler: Sie­ben Ver­su­che zu lie­ben. Fami­li­en­ge­schich­ten,
368 S., ISBN: 978−3−462−05437−8, Kiepenheuer&Witsch, erschie­nen am 13.02.2020


Seit ich vor vie­len Jah­ren das Buch 19 Minu­ten von Jodi Picoult gele­sen habe, über das ich bereits vie­le span­nen­de Gesprä­che geführt habe, habe ich immer wie­der zu Roma­nen der Schrift­stel­le­rin gegrif­fen und wur­de bis­lang nicht ent­täuscht. Ich mag die kom­ple­xen, emo­tio­na­len und viel­schich­ti­gen The­men, die sie in ihren Roma­nen behan­delt. Auch in Der Fun­ke des Lebens hat sie sich einem sol­chen – eine Gei­sel­na­me in einer Frau­en­kli­nik – angenommen.

Jodi Picoult: Der Fun­ke des Lebens, Roman,
448 S., ISBN: 978−3−570−10400−2, Ber­tels­mann, erschie­nen am 27.04.2020

Klassiker

Bei Suhr­kamp wird eine Gra­phic Novel von Nico­las Mah­ler zu Ulys­ses von James Joy­ce erschei­nen. Ich bin ein gro­ßer Fan von Klas­si­kern im neu­en Gewand und von krea­ti­ven Mög­lich­kei­ten, Lesern Klas­si­ker näher­zu­brin­gen. Dar­um bin ich auch sehr gespannt, wie Ulys­ses in die­ser Gra­phic Novel umge­setzt wurde.

Nico­las Mah­ler: Ulys­ses von James Joy­ce, Gra­phic Novel,
ca. 288 S., ISBN: 978−3−518−47006−0, Suhr­kamp, erscheint vor­aus­sicht­lich am 17.08.2020


Von allen Klas­si­kern sind mir vor allem auch die Roma­ne der Schwes­tern Bron­të ans Herz gewach­sen, egal ob in Buch­form oder als Ver­fil­mung. Umso glückli­cker bin ich, dass bei Reclam 2020 ein wirk­lich sehr hüb­scher Schu­ber erschei­nen wird, in dem Jane Eyre, Sturm­hö­he und Agnes Grey ent­hal­ten sein wer­den. Ich bin ein gro­ßer Fan der Schu­ber, die bei Reclam erschei­nen, wie der bezau­bern­de Schu­ber zu Grimms Mär­chen. Am meis­ten freue ich mich, Agnes Grey zu lesen, da ich mit die­sem Roman bis­lang am wenigs­ten zu tun hat­te. Es wird spannend.

Anne/Charlotte/Emily Bron­të: Jane Eyre/Sturm­hö­he/Agnes Grey,
insg. 1434 S., ISBN: 978−3−15−030066−4, Reclam, erschie­nen Febru­ar 2020 


Auch Rowohlt hat ab 2020 zwei Klas­si­ker im Pro­gramm, auf die ich mein Auge gewor­fen habe. Dabei han­delt es sich um Die Sturm­flu­ten des Früh­lings und Die fünf­te Kolon­ne von Heming­way. Da ich bis­lang noch sehr Heming­way-unbe­le­sen bin, freue ich mich schon sehr auf die­se bei­den Bücher, um mei­ne Kennt­nis­se auszuweiten.

Ernest Heming­way: Die Sturm­flu­ten des Früh­lings und Die fünf­te Kolon­ne,
ca. 96 & 128 S., ISBN: 978−3−499−00368−4 & 978−3−499−00369−1, Rowohlt, erschei­nen vor­aus­sicht­lich am 15.09.2020

Phantastik

Nach­dem Band 1 und Band 2 (vor allem Band 2) von Stran­ge the Drea­mer 2019 bereits eine wun­der­ba­re Über­ra­schung waren, die ich wirk­lich sehr ger­ne gele­sen habe, bin ich umso glück­li­cher, dass 2020 bereits Band 3 und Band 4 – jedoch Muse of Night­ma­res Band 1 und Band 2 genannt – erschei­nen wer­den. Eine gelun­ge­ne Mischung aus Phan­tas­tik, Span­nung und ori­gi­nel­len Ideen.

Lai­ni Tay­lor: Muse of Night­ma­res, Band 1 und 2,
ISBN: 978−3−8466−0100−6 & 978−3−8466−0101−3, Bas­tei Lüb­be, One, erschie­nen am 29.06. & erscheint vor­aus­sicht­lich am 28.08.2020


Leigh Bar­d­u­gos Gri­sha-Tri­lo­gieGol­de­ne Flam­men, Eisi­ge Wel­len, Lodern­de Schwin­gen – wird bei Knaur in neu­er Aus­stat­tung erschei­nen und ich freue mich rie­sig, die­se Roma­ne ken­nen­zu­ler­nen, nach­dem ich die Lese­pro­ben dazu bereits sehr moch­te. Die Autorin ist von die­sen abge­se­hen jedoch ein voll­kom­men unbe­schrie­be­nes Blatt für mich und ich bin sehr gespannt, nach­dem ich so viel Gutes über ihre Roma­ne gehört habe.

Leigh Bar­d­u­go: Gol­de­ne Flam­men/Eisi­ge Wel­len/Lodern­de Schwingen,
352÷448÷432 S., ISBN: 978−3−426−52444−2÷978−3−426−52445−9÷978−3−426−52446−6, Droemer Knaur,
erschie­nen am 02.03./01.04./04.05.2020


Mit der Howl-Saga habe ich begon­nen, da ich den Film Das wan­deln­de Schloss von Stu­dio Ghi­b­li sehr moch­te. Band 1 habe ich wirk­lich sehr ger­ne gele­sen und jetzt bin ich gespannt wie es in Band 2 Der Palast im Him­mel wei­ter­ge­hen wird. Das Cover ist jeden­falls wunderschön.

Dia­na Wyn­ne Jones: Der Palast im Him­mel, Howl-Saga Band 2,
272 S., ISBN 978−3−426−52539−5 , Knaur, erscheint vor­aus­sicht­lich am 03.08.2020


Die Tri­bu­te von Panem gehö­ren zu den Fan­ta­sy-Rei­hen, die mich nach dem Lesen bzw. Hören noch lan­ge beschäf­tigt haben. Umso mehr freue ich mich, dass ein Pre­quel die­ser tol­len Serie in die­sem Jahr her­aus­kommt und ich fin­de die Wahl des Prot­ago­nis­ten wirk­lich unglaub­lich span­nend!
Das Lied von Vogel und Schlan­ge wer­de ich mir auf kei­nen Fall ent­ge­hen lassen.

Suzan­ne Col­lins: Die Tri­bu­te von Panem. Das Lied von Vogel und Schlan­ge,
608 S., ISBN 978−3−7891−2002−2 , Oetin­ger, erschie­nen am 19.05.2020

Sachbücher

Ich glau­be, Marie Kon­dos Kon­Ma­ri-Metho­de muss man pro­biert haben, um zu ver­ste­hen, was es damit auf sich hat und, ob es was für einen ist. Seit ich ihr Buch Magic Clea­ning gele­sen (und das vor­ge­schla­ge­ne Prin­zip beher­zigt) habe, bin ich (nicht immer ohne Kampf mit mir selbst) eine Men­ge Din­ge los­ge­wor­den und füh­le mich wirk­lich woh­ler in mei­ner häus­li­chen Umge­bung. Da man bekannt­lich in der Regel eini­ge Stun­den sei­nes Lebens bei der Arbeit ver­bringt, bin ich sehr gespannt, ob Joy at Work von Marie Kon­do und Scott Sonen­s­hein einen ähn­lich posi­ti­ven Effekt auf mein Arbeits­le­ben haben wird. Pro­bie­ren wer­de ich es auf jeden Fall.

Marie Kon­do und Scott Sonen­s­hein: Joy at Work,
224 S., ISBN 978−3−8052−0056−1, Wun­der­lich Ver­lag, erschie­nen am 28.04.2020


Als stu­dier­te Psy­cho­lo­gin und Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin bin ich immer sehr gespannt auf Bücher, die ver­su­chen, Psy­cho­lo­gie und Lite­ra­tur oder das Schrei­ben mit­ein­an­der zu ver­bin­den und für den Leser nutz­bar zu machen. Des­we­gen hal­te ich immer wie­der Aus­schau nach Büchern, die einen sol­chen Ansatz ver­fol­gen. Die­ses Jahr wird von der aus­ge­bil­de­ten Poe­sie­t­he­ra­peu­tin Sil­ke Hei­mes, die Medi­zin und Ger­ma­nis­tik stu­diert hat, das Buch Ich schrei­be mich gesund erschei­nen. Ich bin schon sehr gespannt auf ihren Ansatz und wer­de sicher­lich berichten.

Sil­ke Hei­mes: Ich schrei­be mich gesund,
240 S., ISBN 978−3−423−28222−2, dtv, erschie­nen am 21.02.2020


Wie ihr seht, wird 2020 sicher­lich ein viel­sei­ti­ges Lese­jahr. Ich bin sicher, es wer­den noch eini­ge Neu­erschei­nun­gen 2020 dazu­kom­men, die von Inter­es­se sind und die ich hier bespre­chen wer­de. Bleibt natür­lich abzu­war­ten, was in die­sem Jahr alles auf mei­nem Lese­sta­pel lan­den wird, das kei­ne Neu­erschei­nung mehr ist, aber sicher­lich eben­so span­nend zu lesen.

Ich wün­sche ein span­nen­des Lese­jahr 2020 und wenn ihr mir Bücher emp­feh­len wollt, auf die ich defi­ni­tiv einen Blick wer­fen soll­te, dann lasst doch ein­fach einen Kom­men­tar da, ich wür­de mich freuen. 🙂

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Jonathan Safran Foer: Wir sind das Klima! [Rezension]

Erfrischend authentisch, nah und nicht zuletzt selbstkritisch. 

›Wir sind das Kli­ma!‹ ist eines jener Bücher, das man am liebs­ten allen Men­schen, die man kennt und nicht kennt, emp­feh­len will. Zugleich ist es aber auch eines jener Bücher, von denen man weiß, dass eine sol­che Emp­feh­lung sehr gemisch­te Reak­tio­nen her­vor­ru­fen wird. 

Jona­than Safran Foers neu­es Buch ›Wir sind das Kli­ma!‹ beschäf­tigt sich mit einem The­ma, das der­zeit in aller Mun­de ist. Doch obwohl viel über den Kli­ma­wan­del, sei­ne Fol­gen und sei­ne Ursa­chen gespro­chen wird, setzt er sich auf eine Art und Wei­se mit die­sem The­ma aus­ein­an­der, die erfri­schend authen­tisch, nah und nicht zuletzt selbst­kri­tisch ist. 

Denn das, was Foer in die­sem Buch tut, geht über das Sam­meln von Fak­ten hin­aus: Obwohl die­se das Grund­ge­rüst für das Reden über das Kli­ma bil­den, genü­gen sie laut Foer dem Anschein nach nicht allein, um indi­vi­du­el­le und kol­lek­ti­ve Ver­än­de­run­gen loszutreten.

Und dann frag­te Foer nach dem ›War­um‹.

Er fragt, wie es sein kann, dass wir zwar auf der Fak­ten­ebe­ne oft wis­sen, dass der Kli­ma­wan­del ver­her­ren­de Fol­gen für die Welt hat und haben wird, doch sich die­ses Wis­sen oft nicht in Hand­lung nie­der­schlägt. Es bleibt abs­trakt. Viel abs­trak­ter in jedem Fall, als die ver­trau­ten gemein­sa­men Mahl­zei­ten, oder die prak­ti­schen Fahr­ten zum Super­markt um die Ecke.

Es ist eine der bedeu­tends­ten Stär­ken von Jona­than Safran Foer, das er genau hin­se­hen will. Und, dass er in der Lage ist, das, was er sieht, unter dut­zen­den Zwie­bel­schich­ten von Emo­tio­nen frei­zu­schä­len. Foer liebt das Essen und die Tra­di­tio­nen sei­ner Fami­lie. Sie sind nicht abs­trakt, sie sind fest ver­an­kert. Doch Foer weiß, dass er sie auf gelie­he­ner Zeit genießt.

»Wir kön­nen nicht unse­re ver­trau­ten Mahl­zei­ten und zugleich unse­ren ver­trau­ten Pla­ne­ten behalten.«

Doch ›Wir sind das Kli­ma!‹ ist kein tro­cke­nes Sam­mel­su­ri­um an Wis­sen. Foer ver­bin­det die abs­trak­ten, rie­si­gen Zah­len der For­schung mit einer Geschich­te über das Mensch­sein in sei­nen schwa­chen und star­ken Momen­ten. Denn obwohl vie­le Fol­gen zeit­lich und räum­lich weit weg erschei­nen, sodass der Ein­zel­ne sie schwer fas­sen kann, kämpft sich Foer zu einem ande­ren Ansatz durch: Sei­ne Bereit­schaft, etwas zu ver­än­dern, damit es die­sem Pla­ne­ten viel­leicht ein wenig bes­ser gehen kann, kommt nicht daher, dass er es emo­tio­nal begrei­fen kann, son­dern, dass es getan wer­den muss. Foer kehrt die Rei­hen­fol­ge um: Nicht emo­tio­na­les Erfas­sen sorgt für sei­ne Ent­schei­dung, son­dern sei­ne Ent­schei­dung ist der Startpunkt.

»Ist radi­ka­ler Wan­del gefragt, behaup­ten vie­le, man kön­ne ihn als Ein­zel­ner ja sowie­so nicht her­bei­füh­ren, brau­che es also gar nicht erst zu ver­su­chen. Das genaue Gegen­teil trifft zu: Die Ohn­macht des Ein­zel­nen ist der Grund, aus dem alle es ver­su­chen müssen.«

Fazit zu ›Wir sind das Klima!

Jona­than Safran Foers Buch ›Wir sind das Kli­ma!‹ gehört bereits jetzt zu den Büchern, die man gele­sen haben muss. Und je mehr etwas sich dage­gen wehrt, des­to mehr soll­te man es tun. Sein Schreib­stil ist leben­dig, sei­ne Ideen und Anek­do­ten ori­gi­nell und inspi­rie­rend, sodass das Buch trotz aller Inten­si­tät schnell gele­sen ist. ›Wir sind das Kli­ma!‹ kann den Leser nur schwer kalt­las­sen, wenn sich die­ser dar­auf ein­lässt, den Buch­de­ckel aufzuschlagen.

Buchinfo

Jona­than Safran Foer:
Wir sind das Kli­ma!
Wie wir unse­ren Pla­ne­ten schon beim Früh­stück ret­ten kön­nen
Kiepenheuer&Witsch, Köln 2019
336 S., EUR (D) 22,- inkl. MwSt.
gebun­den mit SU
ISBN 978−3−462−05321−0

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Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 6 von 5.


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