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Kei Ohkubo: Arte 3 [Rezension]

Von Kunst und der ersten Prügelei. 

Die jun­ge Ade­li­ge und Maler­schü­le­rin Arte hat es auch in ›Arte 3‹ nicht leicht. Sie lebt in einer von Män­nern domi­nier­ten Welt und arbei­tet in einem von Män­nern domi­nier­ten Beruf. Die wenigs­ten trau­en ihr mehr zu, als hübsch auszusehen. 

Doch wer glaubt, dass Arte sich davon unter­krie­gen oder abschre­cken las­sen wür­de, hat sich geschnit­ten. Sie scheut kei­ne Arbeit, ist sie auch noch so hart. Doch obwohl sie über jede Men­ge Wil­lens­kraft und Mut ver­fügt, muss auch sie sich Auf­ga­ben stel­len, für die sie über sich hin­aus­wach­sen muss. Und Arte wäre nicht Arte, wenn sie sich vor die­sen Auf­ga­ben drü­cken würde. 

»Dann neh­me ich die Her­aus­for­de­rung an. Ich wer­de eine Male­rin, die mit ihren Wer­ken auch Kun­den wie Sie über­zeu­gen kann.«

Ohku­bos ›Arte 3‹ ist ein Lie­bes­lied auf die Eigen­stän­dig­keit und Kraft der Frau, ohne Män­nern dadurch posi­ti­ve Eigen­schaf­ten abzu­spre­chen. Mag die jun­ge Frau auf den ers­ten Blick auch etwas naiv erschei­nen, hat sie das Herz und den Ver­stand doch am rech­ten Fleck. Und so fin­det Arte Freun­de und Unter­stüt­zer – jedoch nicht ohne einer hand­fes­ten Aus­ein­an­der­set­zung –, die von ihrer Arbeits­wei­se und ihrer Art begeis­tert sind.

»Ich fand dich schon beim letz­ten Mal viel­ver­spre­chend, aber noch jung und unsi­cher. Leo hat sich einen sehr kampf­be­rei­ten und lus­ti­gen Lehr­ling ins Haus geholt.«

Wäh­rend Arte selbst von Fröh­lich­keit und Leich­tig­keit beschwingt scheint, erlau­ben die Neben­fi­gu­ren des Man­gas einen kla­re­ren Blick auf das Flo­renz des 16. Jahrhunderts. 

In der Welt der Male­rei war­ten auf Arte weder Luxus, Bequem­lich­keit noch reich­lich gedeck­te Tische. Und doch erkauft sie sich Ein­tritt in die­sel­be und bezahlt dafür mit ihrem lan­gen Haar und dem Leben, wie sie es gewohnt war. Doch trotz die­ses Prei­ses ist nur ein Maler­meis­ter bereit, sie in sei­nen Dienst zu nehmen. 

»[Leo] hat­te tat­säch­lich vie­le unkind­li­che Sei­ten. Er war dreist und vor­laut. Schon bei unse­rer ers­ten Begeg­nung war er unausstehlich.«

Fazit zu ›Arte 3‹

Arte 3‹ ist – wie auch ›Arte 1‹ und ›Arte 2‹ – die Geschich­te einer jun­gen Frau, die sich nicht unter­krie­gen lässt und bereit ist, für ihre Träu­me jeden Kampf aus­zu­tra­gen. Wun­der­voll gezeich­net, mit zahl­rei­chen lie­be­vol­len Details lädt Kei Ohku­bos Man­ga die Leser und Lese­rin­nen dazu ein, Arte auf ihrem Weg zu beglei­ten. Ein Man­ga mit Wohlfühlfaktor. 

Buchinfo

Kei Ohku­bo:
Arte

Band 3
über­setzt von: Yuki Kow­alsky
Carl­sen, Ham­burg 2020
194 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Man­ga, Soft­co­ver
Alter: ab 14 Jah­ren
ISBN 978−3−551−79863−3

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Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 4.5 von 5.


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Kei Ohkubo: Arte 2 [Rezension]

Der Traum einer jungen Frau und Schwielen an den Händen. 

›Arte 2‹ führt ins Flo­renz des 16. Jahr­hun­derts. Arte hat es nicht leicht. Zwar hat sie es geschafft, in einer klei­nen Maler­werk­statt eine Aus­bil­dungs­stel­le zu ergat­tern, doch begeis­tert sind davon nicht alle. 

Der Zugang zu ande­ren Werk­stät­ten wird ihr ver­wehrt. Auf­trag­ge­ber neh­men sie nicht ernst, ande­re Maler­ge­sel­len eben­so wenig. Um über­haupt beach­tet zu wer­den, muss die jun­ge Frau nicht 100 Pro­zent geben, son­dern 200.

Doch obwohl sich die Stei­ne in ihrem Weg tür­men und sie so man­ches Mal dar­über stol­pert, hält Arte an ihrem Traum fest: ein selbst­be­stimm­tes Leben als Male­rin führen.

»Wenn du dei­nen Traum ver­wirk­li­chen willst, ruh dich nicht dar­auf aus, dass du eine Frau bist. Und lass dich nicht durch die Lie­be vom Weg abbrin­gen. Die­se Welt ist gna­den­los zu uns Frauen.«

Noch nicht nur Pro­ble­me beglei­ten ihren Weg: Als ein­zi­ger weib­li­cher Maler­lehr­ling ist Arte schnell bekannt. Und obwohl nicht alle ihre Zie­le gut­hei­ßen, dient sie man­chen auch als Bei­spiel. Arte ist auf­rich­tig, direkt und vol­ler Ener­gie. Was die jun­ge Frau anpackt, das schafft sie auch – wenn auch nicht unbe­dingt beim ers­ten Versuch.

»Der Beruf tut nichts zur Sache! Ich … Ich habe Respekt vor sei­nen Anstren­gun­gen und Mühen!«

Der Man­ga ›Arte 2‹ ist eben­so lie­bens­wert gezeich­net wie der ers­te Band. Stück für Stück wird auch der Hin­ter­grund der Neben­cha­rak­te­re her­aus­ge­ar­bei­tet, ihre Pro­ble­me und Wün­sche gezeigt.

Nicht alles ist glanz­voll in der Welt der Male­rei. Vie­les ist har­te Arbeit, Pla­cke­rei und Durchhaltevermögen. 

»Meis­ter Leo ist streng zu mir, weil er mich nicht als Frau, son­dern als sei­nen Lehr­ling sieht. Ich möch­te nicht rück­sichts­voll behan­delt wer­den, son­dern streng. Dann lohnt sich mei­ne Mühe umso mehr.«

Fazit zu ›Arte 2‹

Arte 2‹ ist stim­mig und kann noch stär­ker über­zeu­gen als der ers­te Band. Es ist kei­ne ein­fa­che Zeit für Frau­en, vor allem für jene, die nicht auf den ein­ge­tre­te­nen Pfa­den wei­ter­lau­fen möchten. 

Die Gedan­ken im Man­ga schei­nen zum Teil modern, zugleich beschäf­ti­gen sie sich mit über­zeit­li­chen The­men. Was ist man bereit, für sei­ne Wün­sche und Träu­me zu tun? Wie viel Wider­stand ist man bereit aus­zu­hal­ten? Ist man bereit, ande­re zu ent­täu­schen, um den eige­nen Weg zu gehen? Arte will ein selbst­be­stimm­tes Leben als Frau füh­ren, doch ihre Metho­den sind nicht ihre Ellen­bo­gen, son­dern ihr Herz, ihre Auf­rich­tig­keit und ihre gro­ße Lie­be zur Kunst. 

Buchinfo

Kei Ohku­bo:
Arte

Band 2
über­setzt von: Yuki Kow­alsky
Carl­sen, Ham­burg 2020
194 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Man­ga, Soft­co­ver
Alter: ab 14 Jah­ren
ISBN 978−3−551−79862−6

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Kei Ohkubo: Arte 1 [Rezension]

Eine junge Frau mit Herz und Mut mischt ordentlich die Geschlechterrollen auf. 

Arte 1‹ führt uns nach Flo­renz im 16. Jahr­hun­dert. Das Ziel einer jeden Frau von Adel ist es, zu hei­ra­ten und eine Fami­lie zu grün­den – oder? Nicht, wenn es nach Arte geht. 

Denn viel wei­ter oben in der Lis­te ihrer Wün­sche steht die Kunst. Und die jun­ge Frau ist bereit, viel dafür auf­zu­ge­ben, um ihr Leben der Kunst wid­men zu dür­fen und sich nicht davon abhän­gig zu machen, ob ein poten­zi­el­ler Ehe­mann sie malen las­sen wür­de: ihr Heim, ihre Annehm­lich­kei­ten und ihr lan­ges Haar.

Nach dem Tod ihres Vaters ver­sucht ihre Mut­ter, Arte mög­lichst schnell zu ver­hei­ra­ten. Eben­so schnell ver­sucht Arte, als Lehr­ling in einer Kunst­werk­statt ange­nom­men zu wer­den. Doch Arte erhält eine Absa­ge nach der ande­ren – ihre Bil­der wer­den nicht eines Bli­ckes gewür­digt. Denn eine Frau als Lehr­ling wäre nicht nur unty­pisch, son­dern hat in der Ansicht der Meis­ter in einer Werk­statt auch nichts zu suchen. Somit muss sich Arte nicht nur vor ihrer Mut­ter bewei­sen, son­dern auch einen Meis­ter der Maler­zunft von sich überzeugen. 

»Ich wür­de es mit Sicher­heit genau­so bereu­en, wenn ich hei­ra­te. Wenn ich schon bereu­en muss, dann lie­ber etwas, das ich aus eige­nem Wil­len getan habe.«

Arte weiß in ›Arte 1‹ was sie will und vor allem, was sie nicht will. Sie will nicht, auf ihre Rol­le als Frau redu­ziert wer­den, ein Leben ohne die Kunst füh­ren, in dem sie nur dafür da ist, Kin­der zu gebä­ren und groß­zu­zie­hen. Denn obwohl die Male­rei in ›Arte 1‹ Artes Lei­den­schaft ist, trei­ben sie noch ganz ande­re Gefüh­le an, nicht das von ihrer Mut­ter gewünsch­te Leben füh­ren zu wollen.

»Mich hat etwas ande­res bewegt. Nicht die­ses Gefühl. Heu­te wie damals war etwas ande­res in mei­nem Her­zen: Wut.«

Arte lässt sich nicht unter­krie­gen, ist vol­ler Ener­gie, sym­pa­thisch und lebens­froh. Mit allen ihr zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln ver­sucht sie, sich einen Platz im Leben zu erkämp­fen, an dem sie atmen kann. Und wächst dabei jedes Mal ein Stück wei­ter über sich hinaus.

Der Man­ga ›Arte 1‹ ist lie­be­voll gezeich­net und mir gefal­len die Zeich­nun­gen im Innen­teil viel bes­ser als das Cover. Das Flo­renz des 16. Jahr­hun­derts ist detail­ver­liebt und leben­dig ein­ge­fan­gen. Ger­ne folgt man der jun­gen Ade­li­gen Arte auf ihrem Weg durch das Leben als Malerlehrling.

»Ich bestim­me selbst, wie ich lebe. Ihr habt kein Recht fest­zu­le­gen, wo mei­ne Gren­zen sind.«

Fazit zu ›Arte 1

Dabei wir­ken ihre Ideen und Gedan­ken oft modern und ihrer Zeit ent­rückt. Auch heu­te berührt Artes Ener­gie, die sich nicht in ein enges Kor­sett pres­sen las­sen will. Der ers­te Band der Man­ga-Serie liest sich wie eine Lie­bes­er­klä­rung an die Kraft und den Mut von Frau­en: Ich bin gespannt, wie es im zwei­ten Band weitergeht.

Buchinfo

Kei Ohku­bo:
Arte

Band 1
über­setzt von: Yuki Kow­alsky
Carl­sen, Ham­burg 2020
194 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Man­ga, Soft­co­ver
Alter: ab 14 Jah­ren
ISBN 978−3−551−79861−9

Rezen­si­on zuerst erschie­nen auf: Liz­zy­Net

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Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 4 von 5.


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