Schlagwort-Archive: Grishaverse

Leigh Bardugo: Glory or Grave [Rezension]

Leigh Bardugo: Glory or Grave [Reihe]

Von Dieben, Wagemut und Freundschaften. 

Gri­sha füh­ren in ›Glo­ry or Gra­ve‹ kein ein­fa­ches Leben in Kerch. In Arbeits­ver­trä­ge gezwun­gen, für die ein Leben nicht reicht, um sie abzu­ar­bei­ten. Ent­führt und ver­kauft, ohne, dass jemand nach ihnen suchen wür­de. Vie­le sind nach dem Bür­ger­krieg aus Rav­ka dort­hin geflo­hen, doch die wenigs­ten nur konn­ten dort Sicher­heit finden. 

Doch nicht nur die Gri­sha sind in Kerch nicht sicher. Auch ande­re wer­den dort­hin ver­schleppt und als Skla­ven ver­kauft, vie­le an Freu­den­häu­ser, wie die jun­ge Akro­ba­tin Inej. Ande­re las­sen sich von den Ver­spre­chen des Glücks­spiels ein­lul­len, bis sie bei den Fal­schen Schul­den machen und Heim und Hof ver­lie­ren. Die wenigs­ten fin­den einen Weg hin­aus aus den uner­bitt­li­chen Teu­fels­krei­sen von Kerch, in denen ein Unglück das nächs­te jagt. 

Nicht ein­mal als Sohn eines wohl­ha­ben­den Krä­mers hat man in Kerch ein siche­res Leben, wie Wyl­an am eige­nen Leib erfah­ren muss. Doch die Fein­de lau­ern nicht immer nur in den Schat­ten und Gos­sen. Häu­fig genug sit­zen sie mit einem zum Abend­essen am Tisch.

»Kaz Brek­ker brauch­te kei­nen Grund für etwas. Die­se Wor­te waren es, die man sich auf den Stra­ßen von Ket­ter­dam zuflüs­ter­te, in den Taver­nen und Kaf­fee­häu­sern, in den dunk­len und ver­schwitz­ten Gas­sen des Ver­gnü­gungs­be­zirks, der als der Bar­rel bekannt war.«

Beginn des zwei­ten Kapi­tels von ›Das Lied der Krä­hen‹, Knaur 2017

Doch wen sonst, wür­de man fra­gen, um ver­mut­lich das gewag­tes­te Ver­bre­chen seit Jah­ren zu bege­hen, wenn nicht die Tunicht­gu­te von Kerch? In Kerch lebt das Ver­bre­chen, es bil­det sei­ne Kin­der aus und lässt nur die geschick­tes­ten am leben. 

Kaz Brek­ker kennt in ›Glo­ry or Gra­ve‹ die Abgrün­de von Kerch bes­ser als die meis­ten. Und er hat noch eini­ge offe­ne Rech­nun­gen zu beglei­chen, allen vor­an mit einem ande­ren Ban­den­boss aus dem Bar­rel. Und dafür kommt ihm das gebo­te­ne Geld genau recht. Die Gegen­leis­tung? Das Unmög­li­che mög­lich machen. Und lan­ge genug leben, um sich dar­an zu erfreuen.

»Was tue ich hier?
Die­ser Gedan­ke war Wyl­an min­des­tens sechs Mal am Tag durch den Kopf geschos­sen, seit er Kaz Brek­ker ken­nen­ge­lernt hat­te. Aber in einer Nacht wie die­ser, in einer Nacht, in der sie ›arbei­te­ten‹, sang er in sei­nem Kopf wie ein ner­vö­ser Tenor, der sei­ne Ton­lei­tern übte: Was­tu­eich­hier­was­tu­eich­hier­was­tu­eich­hier

Beginn des zwei­ten Kapi­tels von ›Das Gold der Krä­hen‹, Knaur 2018

Kei­ner der Sechs aus Kaz Brek­kers Trup­pe, die in das Eis­tri­bu­nal der Fje­r­dan ein­bre­chen sol­len, hat­te es in ›Glo­ry or Gra­ve‹ leicht. Wer sich in den dunk­len Gas­sen von Kerch her­um­treibt, hat zumeist kei­nen ande­ren Ort, an den er gehen kann. Oder eine Schuld abzu­be­zah­len. Und doch schaf­fen es die­se sechs in all ihrer Zer­rüt­tung und mit all ihren Pro­ble­men zu einer Mann­schaft zusam­men­zu­wach­sen, die sich sehen las­sen kann.

Ihre Metho­den sind alles ande­re als gewöhn­lich, ihre Umgangs­for­men oft­mals rau und abwei­send. Und doch hal­ten sie anein­an­der fest, geben sich nicht auf und glau­ben aneinander. 

Fazit zur ›Glory or Grave‹-Reihe

Leigh Bar­d­u­gos Krä­hen-Dilo­gie ›Glo­ry or Gra­ve‹ ist per­fekt für alle, die kan­ti­ge Cha­rak­te­re mögen, die sel­ten ein Blatt vor den Mund neh­men und immer wie­der über­ra­schen kön­nen. Ein­ge­bet­tet wer­den sie in eine span­nen­de Geschich­te, die immer wie­der ein Ass im Ärmel zu haben scheint. Wer also düs­te­re Figu­ren mit schwe­rer Ver­gan­gen­heit will, die zusam­men immer wie­der Momen­te der Inten­si­tät und der Leich­tig­keit erle­ben, der kann sich ger­ne in die Stra­ßen von Ket­ter­dam ent­füh­ren las­sen. Es lohnt sich.


Für Fans von …

  • Stran­ge the Drea­mer‹, Band 1 und 2 von Lai­ni Taylor
  • Muse of Night­ma­res‹, Band 1 und 2 Lai­ni Taylor
  • Kno­chen­die­bin‹ von Mar­ga­ret Owen
  • Die ›Legen­den der Gri­sha‹-Tri­lo­gie von Leigh Bardugo
  • Die ›Thron aus Gold und Asche‹-Duo­lo­gie von Leigh Bardugo

Bewertung

Bewer­tung: 4.5 von 5.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Das Lied der Krä­hen

Glo­ry or Gra­ve, Band 1
Über­setzt von Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2017
EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back, 592 S.,
ISBN 978−3−426−65443−9

Lust bekom­men?

Leigh Bar­d­u­go:
Das Gold der Krä­hen

Glo­ry or Gra­ve, Band 2
Über­setzt von Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2018
EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back, 592 S.,
ISBN 978−3−426−44380−4

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.



Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 2 Average: 5]

Leigh Bardugo: Das Gold der Krähen [Rezension]

Wenn verratene Krähen sich rächen. 

Die Figu­ren in ›Das Gold der Krä­hen‹ könn­ten unter­schied­li­cher kaum sein: Kaz, Jesper, Wyl­an, Mat­thi­as, Inej und Nina. Die sechs­köp­fi­ge Trup­pe, der es im ers­ten Band der Glo­ry or Gra­ve‹-Dilo­gie, ›Das Lied der Krä­hen‹, gelang, in das Eis­tri­bu­nal ein­zu­bre­chen und eine Gri­sha zu befrei­en. Zuge­ge­ben: Sie haben nicht genau die Per­son befreit, die ihr Auf­trag vor­ge­se­hen hat, aber des­we­gen ist sie kaum weni­ger wert. 

Das Gold der Krä­hen‹ schließt rela­tiv naht­los an die Ereig­nis­se des ers­ten Ban­des an und treibt die Geschich­te in gro­ßen, span­nungs­ge­la­de­nen Schrit­ten dem Fina­le entgegen. 

Für Kaz’ Trup­pe geht es mitt­ler­wei­le um mehr als einen Auf­trag mit­samt sei­ner Beloh­nung: Es geht um ihr Leben und das ihrer Nächs­ten; um die Hoff­nung, ihre Zukunft frei wäh­len zu dür­fen, und um Rache.

»Sei­ne gan­ze Auf­merk­sam­keit galt dem Mann, der an der öst­li­chen Mau­er stand und zu den bun­ten Glas­fens­tern hin­auf­blick­te, einen zer­knit­ter­ten Hut in den Hän­den. Gewis­sens­bis­se durch­zuck­ten Jesper, als er merk­te, dass sein Vater sei­nen bes­ten Anzug trug und sich das rote Haar der Kae­lisch sorg­sam aus der Stirn gekämmt hat­te. Es war von grau­en Sträh­nen durch­zo­gen, die noch nicht da gewe­sen waren, als Jesper sein Zuhau­se ver­las­sen hatte.«

Es ist unglaub­lich fes­selnd zu sehen, wie sich aus den sechs unter­schied­li­chen Mit­glie­dern des Ein­bruch-Trupps Freund­schaf­ten ent­wi­ckeln. In all ihrer Unter­schied­lich­keit, obwohl sie die Lebens­wei­se des Bar­rels ver­in­ner­licht haben und obwohl jeder Ein­zel­ne an sei­ne Gren­zen getrie­ben wird. Dabei bleibt Bar­d­u­go ihren Cha­rak­te­ren treu. Die Gano­ven des Bar­rels ent­wi­ckeln sich nicht plötz­lich zu hel­den­haf­ten Sau­ber­män­nern, die nur von dem Drang, Gutes zu tun, ange­trie­ben werden.

Sie blei­ben geris­sen, ver­schla­gen und ihre Spiel­chen trei­bend, bis zuletzt. Doch Bar­d­u­gos Cha­rak­te­re wären nicht so wahn­sin­nig span­nend, wenn sie nur das wären. Unter all den Über­le­bens­in­stink­ten haben Kaz und sei­ne Trup­pe Zie­le, die sie antrei­ben. Sie geben sich Chan­cen und geben sich bis zuletzt gegen­sei­tig nicht auf. Ein tol­les Team!

»Lie­ber schreck­li­che Wahr­hei­ten als freund­li­che Lügen. Kaz hat­te ihr nie­mals Glück ange­bo­ten, und sie trau­te den Män­nern nicht, die es ihr jetzt auf­tisch­ten. Ihr Lei­den war nicht umsonst gewesen.«

Obwohl ›Das Gold der Krä­hen‹ nicht ins ver­trau­te Rav­ka zurück­kehrt, feh­len bekann­te Gesich­ter in die­sem Band nicht. Immer­hin war Nina frü­her ein­mal ein Mit­glied der Zwei­ten Armee, bevor sie von den Drüs­kel­le gefan­gen genom­men wurde. 

Fazit zu ›Das Gold der Krähen

Span­nend, vol­ler Über­ra­schun­gen und Team­geist. So schreibt Bar­d­u­go ein wei­te­res Stück der Geschich­te der Gri­scha, in einem Land, indem sie kei­nen Schutz genie­ßen. Ich hof­fe sehr, dass auch nach der Dilo­gie noch von Kaz und sei­ner Trup­pe zu lesen sein wird.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Das Gold der Krä­hen

Glo­ry or Gra­ve
Band 2
Über­setzt von: Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2018
592 S., EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−44380−4

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 4.5 von 5.


Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]

Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen [Rezension]

Von sechs jungen Menschen, die das Unmögliche wagen. 

Die Figu­ren in ›Das Lied der Krä­hen‹ sind Abschaum. Der Dreck auf den Stra­ßen, lie­gen­ge­blie­ben und fest­ge­tre­ten durch die Ver­bre­chen jener, die vor ihnen kamen. 

Das Bar­rel hat sie Leben gelehrt, in sei­nen Freu­den­häu­sern, Stra­ßen­kämp­fen und Kasi­nos, in denen Men­schen­le­ben oft nur eine Ware sind. Sie wis­sen, dass die ver­lie­ren, die Schwä­che zei­gen. Also ver­su­chen sie, sie zu ver­ber­gen: die Her­kunft des einen, die Glücks­spiel­sucht oder die Lie­be des anderen.

Man soll­te anneh­men, dass es Din­ge gibt, die sogar zu ver­rückt und abwe­gig für jene sind, die in Ket­ter­dams dunk­len Gas­sen groß gewor­den sind: Ein Ein­bruch ins Eis­tri­bu­nal der Fje­r­dan, das unzäh­li­ge Gri­sha zum Tode ver­ur­teilt hat, um einen Gefan­ge­nen zu befrei­en, der bes­ser bewacht wird, als jeder sonst im Tribunal.

Eine unmög­li­che, im bes­ten Fall lebens­mü­de Auf­ga­be. Die wenigs­ten wäre so ver­rückt, sich auf solch einen Auf­trag ein­zu­las­sen, selbst wenn eine saf­ti­ge Beloh­nung winkt. Doch die wenigs­ten sind wie Kaz Brek­ker – geris­sen, gefürch­tet und talen­tiert – und sei­ne Dregs. Mit nur fünf Ver­bün­de­ten wagt er sich ins Eis­tri­bu­nal, um eine Per­son zu befrei­en, deren Schick­sal das Leben der Gri­sha für immer ver­än­dern könn­te. Und genau­so unge­wöhn­lich wie sei­ne Metho­den ist die Wahl sei­nes Teams in ›Das Lied der Krä­hen‹.

»Mat­thi­as Hel­var war ein Drüs­kel­le, einer der Hexen­jä­ger aus Fje­r­da, deren Auf­trag es war, Gri­scha zu jagen, um sie dem Gericht und ihrer Exe­ku­ti­on zu über­ant­wor­ten. Doch für sie hat­te er schon immer einem Krie­ger­hei­li­gen geäh­nelt, von gol­de­nem Licht umkränzt.«

Leigh Bar­d­u­gos Glo­ry or Gra­ve‹-Dilo­gie bringt die Leser und Lese­rin­nen zwar nicht zurück in das aus der Tri­lo­gie ›Legen­den der Gri­sha‹ bekann­te Raw­ka, doch zurück in das Gris­ha­ver­se. Weni­ge Jah­re nach den Ereig­nis­sen der Tri­lo­gie und zeit­lich vor der ›Thron aus Asche und Gold‹-Dilogie (›King of Scars‹) sind ›Das Lied der Krä­hen‹ und ›Das Gold der Krä­hen‹ ange­sie­delt. Ich wür­de emp­feh­len, die Krä­hen-Dilo­gie am bes­ten erst nach der Gri­sha-Tri­lo­gie zu lesen. Zwar lässt sie sich auch eigen­stän­dig lesen, doch hat man so den größ­ten Lesegenuss.

In den Stra­ßen Kerchs, in denen Kaz Brek­ker und sei­ne Dregs, zu Hau­se sind, ist es für Gri­sha nicht sicher. Sie wer­den ent­führt, ver­kauft und in Arbeits­ver­trä­ge gezwängt, die nie­mals abge­ar­bei­tet wer­den kön­nen – im bes­ten Fall. Somit kann Kaz für sei­nen Ein­bruch ins Eis­tri­bu­nal nicht auf ein gut aus­ge­bil­de­tes Gri­sha-Team zurück­grei­fen: Kaz’ Ver­stand und Ideen­reich­tum wer­den mehr­fach auf die Pro­be gestellt.

»Kaz zupf­te an den Ärmeln sei­ner Uni­form. ›Nina, die Men­schen lie­ben es, die Auto­ri­tät an gut geklei­de­te Män­ner abzu­ge­ben. Ich besit­ze Uni­for­men von der Stadt­wacht, der Hafen­po­li­zei und die Tracht eines jeden Krä­mer­hau­ses an der Geldstraat.‹«

Das Lied der Krä­hen‹ ist auf eine ande­re Art span­nend und fes­selnd, als es die Gri­sha-Tri­lo­gie war. 

Unge­wöhn­li­che Magie ist zwar nicht ganz aus der Welt, doch neh­men Tak­tik und Ideen­reich­tum eine weit­aus grö­ße­re Bedeu­tung ein. 

Fazit zu ›Das Lied der Krähen

Die Sol­da­ten der Ers­ten und Zwei­ten Armee machen Platz für die Gano­ven des Bar­rels. Obwohl ich anfangs die Wär­me ver­misst habe, die ich mit der Gri­sha-Tri­lo­gie ver­bin­de, kön­nen Kaz Brek­ker und sei­ne Trup­pe über­zeu­gen: in ihrer Unter­schied­lich­keit und, weil sie sich nicht unter­krie­gen las­sen, obwohl manch­mal alles gegen sie ver­schwo­ren scheint. Düs­ter, span­nend und Lust auf Mehr machen. Der zwei­te Band, ›Das Gold der Krä­hen‹, wird nicht lan­ge auf mich war­ten müssen.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Das Lied der Krä­hen

Glo­ry or Gra­ve
Band 1
Über­setzt von: Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2017
592 S., EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−65443−9

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 4 von 5.


Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]

Leigh Bardugo: Die Sprache der Dornen [Rezension]

Die Magie des Märchenerzählens. 

Ob Hexen, Bes­ti­en oder Meer­jung­frau­en: Auch die Mär­chen in ›Die Spra­che der Dor­nen‹ ken­nen die­se Geschöp­fe, die aus den Mär­chen der Kind­heit ver­traut aufblicken. 

Doch wer Leigh Bar­d­u­gos Roma­ne über ›Die Legen­den der Gri­sha‹, die Dilo­gien ›Glo­ry or Gra­ve‹ oder ›Thron aus Gold und Asche‹ kennt, ahnt, was sich hin­ter den Hexen und Magi­ern die­ses Buches ver­ber­gen könn­te. Doch auch ohne sie zu ken­nen – den sechs ver­schie­de­nen Mit­ter­nachts­ge­schich­ten haf­tet etwas so uner­klär­lich Magi­sches an, dass man stau­nen kann. Obwohl die Geschich­ten vol­ler Magie und unheim­li­cher Figu­ren sind, sind sie zugleich vol­ler Mensch­lich­keit und mensch­li­cher Abgründe. 

Wun­der­schö­ne Illus­tra­tio­nen schmü­cken nicht nur den Sei­ten­rand aller Geschich­ten. Am Ende jeder Erzäh­lung erwar­tet den Leser oder die Lese­rin eine dop­pel­sei­ti­ge Illus­tra­ti­on, die die Atmo­sphä­re der Geschich­ten per­fekt ein­zu­fan­gen weiß. 

Und wäh­rend in man­chen Geschich­ten unauf­fäl­lig Gestal­ten war­ten, die man aus Leigh Bar­d­u­gos Geschich­ten kennt, sind die Anspie­lun­gen an und Fort­füh­run­gen von klas­si­schen Erzäh­lun­gen und Mär­chen vielfältig. 

»In dem Jahr, in dem der Som­mer zu lan­ge blieb, lag die Hit­ze schwer wie ein Leich­nam auf der Prä­rie. Das hohe Gras ver­brann­te unter der unbarm­her­zi­gen Son­ne, und die Tie­re fie­len tot auf den aus­ge­dörr­ten Fel­dern um. In die­sem Jahr waren nur die Flie­gen glück­lich, und Sor­gen kamen über die Köni­gin des west­li­chen Tales.«

Bar­d­u­gos Mit­ter­nachts­ge­schich­ten in ›Die Spra­che der Dor­nen‹ sind ver­mut­lich nicht nur für Gri­sha-Fans ein Genuss. Wer eine Schwä­che für Erzäh­lun­gen mit mär­chen­haf­ten Ele­men­ten hat, kann ihren getrost eine Chan­ce geben. Die Spra­che der Autorin ist düs­ter und stim­mungs­voll. Ihre Figu­ren sind oft eben­so wun­der­schön wie abscheu­lich, wäh­rend die Prin­zes­sin­nen ihrer Geschich­ten sicher­lich nicht nur dar­auf war­ten, dass ein Prinz in glän­zen­der Rüs­tung sie rettet.

»Nie­mand in der Stadt konn­te bestrei­ten, dass Kimas Eltern geseg­net wor­den waren mit ihrer Geburt, denn sie war gewiss dazu bestimmt, einen rei­chen Mann zu hei­ra­ten – viel­leicht sogar einen Prin­zen – und ihnen so Glück zu brin­gen. Doch dann, kaum ein Jahr spä­ter, kam ihre zwei­te Toch­ter auf die Welt, und die Göt­ter lachten.«

Fazit zu ›Die Sprache der Dornen

Bar­d­u­gos Geschich­ten blei­ben im Gedächt­nis. Ihre Prot­ago­nis­ten und Prot­ago­nis­tin­nen sind las­sen sich nicht unter­krie­gen, ganz gleich, ob sie für oder gegen Fami­lie, Freun­de oder sich selbst kämp­fen. Wer also noch eine Geschich­te für Mit­ter­nacht braucht, könn­te hier fün­dig werden.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Die Spra­che der Dor­nen
Mit­ter­nachts­ge­schich­ten
Über­setzt von: Michel­le Gyo
Knaur, Mün­chen 2018
288 S., EUR (D) 16,- inkl. MwSt.
Gebun­den
ISBN 978−3−426−22679−7

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 5 von 5.


Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]

Leigh Bardugo: King of Scars [Rezension]

Geheimnisse, älter als die Schattenflur. 

Kaum drei Jah­re sind ver­gan­gen, seit der Kampf auf der Schat­ten­flur Rav­ka ver­än­dert hat. Doch wäh­rend eine Bedro­hung abge­wehrt scheint, tre­ten die Pro­ble­me, die der Dunk­le been­den woll­te, in ›King of Scars‹ wie­der deut­lich hervor. 

Rav­ka befin­det sich schon viel zu lan­ge im Krieg. Von allen Sei­ten ist das Land von Fein­den umge­ben, doch auch im Innern wol­len die Unru­hen nicht enden. Vor allem für den König des Lan­des, in des­sen Innern noch immer etwas schlum­mert, das sich nicht kon­trol­lie­ren lässt.

Niko­lai Lant­sov hat vie­le Namen gehabt und eben­so vie­le Leben gelebt. In der Infan­te­rie und auf dem Meer gefürch­tet und geehrt, im eige­nen Land hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand als Bas­tard oder Wel­pe beschimpft. Doch wer glaubt, das hät­te Niko­lai zu einem mür­ri­schen und grau­sa­men Mann her­an­wach­sen las­sen, der irrt.

Wer die ›Gri­sha-Tri­lo­gie‹ (›Gol­de­ne Flam­men‹, ›Eisi­ge Wel­len‹ und ›Lodern­de Schwin­gen‹) bereits gele­sen hat, was drin­gend vor dem Lesen von ›King of Scars‹ emp­foh­len sein will, wird sich sicher­lich an den gut aus­se­hen­den, ein­falls­rei­chen und char­man­ten Prin­zen erin­nern, der nie um eine Ant­wort ver­le­gen ist.

Wäh­rend die Wun­den des letz­ten Kamp­fes kaum ver­heilt sind, ver­än­dert sich Rav­ka. Wun­der­sa­me Ereig­nis­se gesche­hen über­all im Land, die alle­samt in eine Rich­tung zu wei­sen schei­nen: zur Schat­ten­flur. Und mit ihnen wird das Mons­ter in Niko­lais Innern stär­ker: die Dun­kel­heit, die in der schein­bar unbe­küm­mer­tes­ten Figur lauert.

»Der Dämon war damit nicht ein­ver­stan­den. Der Dämon hat­te kein Inter­es­se am Lösen von Pro­ble­men oder an der Staats­kunst oder der Zukunft. Ihn trieb nur der Hun­ger, die Gier des Augen­blicks, Töten und Verschlingen.«

Doch nicht nur in Rav­ka herr­schen Unru­hen und Pro­ble­me. Auch in Fje­r­da sind die Geg­ner der Gri­sha nicht taten­los. Wäh­rend somit die Pro­ble­me noch da sind, die der Schaf­fer der Schat­ten­flur mit ihr lösen woll­te, haben Niko­lai und sei­ne Freun­de und Fein­de alle Hän­de voll zu tun: Ein Mons­ter will besiegt wer­den, eine Hoch­zeit geplant und ein altes Geheim­nis gelöst.

King of Scars‹ ver­eint neue Erzähl­per­spek­ti­ven mit der ver­trau­ten Magie der Gri­sha und lässt neben neu­en Schre­cken, vie­len alten Bekann­ten aus dem Gris­ha­ver­se begegnen.

»Einen Moment stand Nina allein mit dem Tod auf den Docks, zwei müde Rei­sen­de, lang­jäh­ri­ge Gefähr­ten. Aber jetzt sah sie die Art, wie die ande­ren sie beob­ach­te­ten – die Gri­sha-Flücht­lin­ge, Adrik und Leo­ni, sogar der Kapi­tän des Schiffs und sei­ne Mann­schaft, die sich über die Reling beugten.«

Fazit zu ›King of Scars

Bar­d­u­go gelingt es mit ›King of Scars‹ erneut, zu begeis­tern: Sie ver­webt eine fan­tas­ti­sche Geschich­te, mit span­nen­den Cha­rak­te­ren, alten Rät­seln und einer ordent­li­chen Por­ti­on Dun­kel­heit und Humor. Es bleibt span­nend, wohin die Autorin ihre Leser im zwei­ten Band von ›Thron aus Gold und Asche‹ noch füh­ren wird. 

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
King of Scars

Thron aus Gold und Asche
Band 1
Über­setzt von: Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2019
512 S., EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−22700−8

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 4.5 von 5.


Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]

Leigh Bardugo: Legenden der Grisha [Reihe]

Wo Schatten und Licht sich berühren. 

In man­chen Städ­ten wer­den sie ver­folgt und ver­brannt, in ande­ren als Skla­ven gehal­ten. In Rav­ka hin­ge­gen füh­ren sie ein Leben in der Zwei­ten Armee, ange­führt von einem Mann namens ›der Dunk­le‹, der mäch­tigs­te der Grisha. 

Drei ver­schie­de­nen Orden kön­nen sie ange­hö­ren: den Kor­po­ral­ki, den Ätheral­ki und den Mate­ri­al­ki. Schon als Kin­der wer­den die Men­schen gesucht, die die­se Gaben in sich tra­gen, und zum Dunk­len gebracht. Und wäh­rend Rav­ka immer wie­der von Krie­gen heim­ge­sucht wird, die gigan­ti­sche Schat­ten­flur das Land spal­tet und den Han­del erschwert, wer­den die Gri­sha im Klei­nen Palast aus­ge­bil­det. Somit hat das Reich in den ›Legen­den der Gri­sha‹ nicht nur mit Pro­ble­men von außer­halb zu kämp­fen, die Schat­ten­flur und die Vol­kra, die in ihr Leben, hal­ten wei­te­re Schre­cken für bereit.

»Die Die­ner nann­ten sie Malench­ki, Geis­ter­chen, denn die Kleins­ten und Jüngs­ten such­ten das Haus des Her­zogs heim wie kichern­de Phan­to­me, rann­ten durch die Zim­mer, ver­steck­ten sich in Schrän­ken, um zu lau­schen, und stah­len die letz­ten Pfir­si­che des Som­mers aus der Küche.«

Beginn von ›Gol­de­ne Flam­men‹, Knaur 2020

Ali­na Star­kov gehört in den ›Legen­den der Gri­sha‹ nicht zu jenen, die von klein auf in der Gunst des Dunk­len leben dür­fen. Als Wai­sen­kind ist sie mit ihrem Kind­heits­freund Mal in Ker­am­zin auf­ge­wach­sen. Und als die bei­den älter wer­den, zieht es sie in zwei unter­schied­li­che Beru­fe: Ali­na will Kar­ten­zeich­ne­rin wer­den, Mal Fährtensucher.

Doch der Tag, an dem die bei­den jun­gen Men­schen die Schat­ten­flur das ers­te Mal in ihrem Leben durch­que­ren müs­sen, ver­än­dert alles. Sie schaf­fen es nicht, die ande­re Sei­te zu errei­chen. Statt­des­sen wer­den sie in etwas hin­ein­ge­zo­gen, das nicht nur ihr Leben, son­dern auch Rav­ka für immer ver­än­dern soll.

»Frü­her, lan­ge bevor sie die Wah­re See befuh­ren, hat­ten der Jun­ge und das Mäd­chen immer wie­der von Schif­fen geträumt: Schif­fe, rand­voll mit Geschich­ten, ver­zau­ber­te Schif­fe mit Mas­ten aus wohl­rie­chen­dem Zedern­holz und mit Segeln aus purem Gold, von Jung­frau­en gesponnen.«

Beginn von ›Eisi­ge Wel­len‹, Knaur 2020

Beglei­tet von Leigh Bar­d­u­gos Händ­chen für span­nen­de Cha­rak­te­re ent­steht in den ›Legen­den der Gri­sha‹ eine Geschich­te um die jun­ge Ali­na, in der sie bald mehr sein wird, als ein Wai­sen­kind aus Ker­am­zin. Doch es war­ten nicht nur Freun­de auf sie, auch ihre Zahl an Fein­den wächst im Ver­lauf der Tri­lo­gie zunehmend.

Die Tri­lo­gie ›Legen­den der Gri­sha‹, bestehend aus ›Gol­de­ne Flam­men‹, ›Eisi­ge Wel­len‹ und ›Lodern­de Schwin­gen‹, ist per­fekt für Leser und Lese­rin­nen, die es ger­ne span­nend, atmo­sphä­risch und düs­ter mögen. Bar­d­u­go macht es ihren Cha­rak­te­ren nicht ein­fach. Geheim­nis­se war­ten in Rav­ka, Über­ra­schun­gen und char­man­te Nebencharaktere.

»Das Unge­heu­er heißt Izum­rud, und man­che sag­ten, es habe die Gän­ge unter­halb von Rav­ka geschaf­fen. Von einem uner­sätt­li­chen Hun­ger getrie­ben, habe die­ser gewal­ti­ge Wurm Schlick und Gestein ver­schlun­gen, sich immer tie­fer gebohrt, bis er zu weit vor­ge­drun­gen sei und sich am Ende in der Fins­ter­nis ver­irrt habe.«

Beginn von ›Lodern­de Schwin­gen‹, Knaur 2020

Bar­d­u­gos Fan­ta­sy-Roma­ne zie­hen nicht nur Jugend­li­che in ihren Bann: auch für Erwach­se­ne ist die Tri­lo­gie emp­feh­lens­wert. Das düs­te­re, geheim­nis­vol­le Set­ting, die span­nen­de Hand­lung und vor allem char­man­te Neben­cha­rak­te­re und inter­es­san­te Ant­ago­nis­ten überzeugen. 


Für Fans von …


Bewertung

Bewer­tung: 5 von 5.

Leigh Bar­d­u­go:
Gol­de­ne Flam­men
Legen­den der Gri­sha, Band 1
Roman
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur TB Ver­lag, Mün­chen 2020
352 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−426−52444−2

Lust bekom­men?

Leigh Bar­d­u­go:
Eisi­ge Wel­len

Legen­den der Gri­sha, Band 2
Roman
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur TB Ver­lag, Mün­chen 2020
448 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−426−52445−9

Lust bekom­men?

Leigh Bar­d­u­go:
Lodern­de Schwin­gen

Legen­den der Gri­sha, Band 3
Roman
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur TB Ver­lag, Mün­chen 2020
432 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−426−52446−6

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.



Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]

Leigh Bardugo: The Demon in the Wood [Kurzrezension]

Von einem Jungen, der zu viele Namen hatte. 

Bevor ein Mann namens ›der Dunk­le‹ die Welt der Gri­sha ver­än­der­te und nie­mand mehr sei­nen rich­ti­gen Namen kann­te, gab es einen Jun­gen, der zu vie­le Namen haben muss­te. An jedem Ort, an den sie flo­hen, muss­ten er und sei­ne Mut­ter einen neu­en Namen anneh­men. Zu vie­le Geheim­nis­se muss­ten sie wah­ren und zu gefähr­lich war ihre Welt.

Doch für den 13-jäh­ri­gen Jun­gen in ›The Demon in the Wood‹ birgt jeder neue Ort nicht nur Risi­ken, son­dern auch Hoff­nun­gen. Wür­den sie die­ses Mal län­ger blei­ben können? 

In einer Zeit, in der die Gri­sha in ganz Rav­ka in Gefahr waren und sich in Ber­gen oder Wäl­dern ver­ste­cken muss­ten, um nicht Hexen­jä­gern in die Hän­de zu fal­len. Eine Zeit, bevor es eine Zwei­te Armee unter dem Zaren gab und Orte, an denen Gri­sha offen mit­ein­an­der leben durften.

»For the readers––thank you for
wan­ting to know more«

Doch der Jun­ge und sei­ne Mut­ter sind nicht nur für otkazat’sya Frem­de, auch für die ande­ren Gri­sha sind ihre Kräf­te fremd­ar­tig. Wenn die­se nicht Angst her­vor­ru­fen, dann ist es Gier. Sel­ten tref­fen der Jun­ge und sei­ne Mut­ter auf Normalität.

»He’d once asked his mother if that was the truth, if his father was real­ly dead.
He will be, she’d said. Befo­re you can blink your eye. You’ll out­li­ve him by a hund­red years, may­be a thousand, may­be more

Und in die­ser Zeit, in der der Jun­ge und sei­ne Mut­ter stän­dig auf der Flucht sind, und dabei auf Gri­sha tref­fen, die sich ver­ste­cken müs­sen und in Ver­zweif­lung leben, wird in ›The Demon in the Wood‹ eine Idee gebo­ren. Die Idee von einem Rav­ka, in dem kein Gri­sha mehr ver­bor­gen leben muss.

Fazit zu ›The Demon in the Wood

Für Fans von Leigh Bar­d­u­go und ihrer Tri­lo­gie ›Legen­den der Gri­sha‹ – ›Gol­de­ne Flam­men‹, ›Eisi­ge Wel­len‹ und ›Lodern­de Schwin­gen‹ – defi­ni­tiv ein must-read. ›The Demon in the Wood‹ ist eine span­nen­de Kurz­ge­schich­te mit stim­mungs­vol­lem Set­ting, die mehr über ›den Dunk­len‹ und Baghra verrät. 

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
The Demon in the Wood

A Dar­k­ling Pre­quel Sto­ry
Legen­den der Gri­sha
Spra­che: Eng­lisch
Hen­ry Holt and Co. 2015
Ebook
Kurzgeschichte/Erzählung
ISBN 9781627796620

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 5 von 5.


Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]

Leigh Bardugo: Lodernde Schwingen [Rezension]

Von einem Jungen ohne Namen. 

Es gibt Bücher, die gewin­nen mich schon nach der ers­ten Sei­te für sich. So ging es mir mit ›Gol­de­ne Flam­men‹ von Leigh Bar­d­u­go, das ich in kür­zes­ter Zeit ver­schlun­gen habe. Auch ›Eisi­ge Wel­len‹ habe ich wirk­lich ger­ne gele­sen, doch hat mich der 2. Band der Rei­he ›Legen­den der Gri­sha‹ nicht dar­auf vor­be­rei­tet, wie sehr ich den 3. Band ›Lodern­de Schwin­gen‹ mögen wür­de. Hat­te ich schon nach dem 1. Band kei­ne Zwei­fel mehr dar­an, dass Leigh Bar­d­u­go eine begna­de­te Schrift­stel­le­rin ist, wür­de ich mitt­ler­wei­le jedes Buch von ihr ohne zu zögern lesen. 

Bar­d­u­gos Bücher sind düs­ter, ihre Wel­ten vol­ler Gefah­ren, Geheim­nis­se und Abgrün­de. Und in die­sem düs­te­ren Set­ting kön­nen nicht nur char­man­te Neben­cha­rak­te­re strahlen. 

Nach dem 2. Band ›Eisi­ge Wel­len‹ liegt die Welt der Gri­sha, wie die Lesen­den sie kann­ten, in Trüm­mern. Sowohl der Dunk­le als auch Ali­na sind nur knapp ihrem Tod ent­ron­nen. Vie­le ande­re hat­ten die­ses Glück nicht. Doch wäh­rend der Dunk­le die Zeit danach genutzt hat, um den Thron des Zaren für sich zu bean­spru­chen, lebt Ali­na tief unter der Erde, weg­ge­sperrt vom Son­nen­licht. Doch Ali­na hat etwas in ›Lodern­de Schwin­gen‹, das der Dunk­le nicht hat: Freun­de, die ihr hel­fen wol­len, sich zu befreien.

»Das Unge­heu­er heißt Izum­rud, und man­che sag­ten, es habe die Gän­ge unter­halb von Rav­ka geschaf­fen. Von einem uner­sätt­li­chen Hun­ger getrie­ben, habe die­ser gewal­ti­ge Wurm Schlick und Gestein ver­schlun­gen, sich immer tie­fer gebohrt, bis er zu weit vor­ge­drun­gen sei und sich am Ende in der Fins­ter­nis ver­irrt habe.«

Dabei ist Ali­na Star­kov in ›Lodern­de Schwin­gen‹ im Besitz zwei­er Kräf­te­meh­rer. Obwohl die jun­ge Frau spürt, dass die­se sie ver­än­dern und ihr Wunsch, den drit­ten Kräf­te­meh­rer an sich zu brin­gen, nicht nur posi­ti­ven Ursprungs ist, kann sie die Suche nicht auf­ge­ben. Auch der Dunk­le lässt ihr kei­ne Ruhe, ihr bleibt kaum genug Zeit, ihre Ver­bün­de­ten um sich zu sammeln. 

Doch spä­tes­tens nach dem 1. Band ist klar, dass Freun­de und Ver­bün­de­te oft nur schwer von Fein­den und Ver­rä­tern zu tren­nen sind. Es gibt weni­ge in ›Lodern­de Schwin­gen‹, auf die sich Ali­na glaubt, ver­las­sen zu kön­nen, doch die­se weni­gen haben es in sich. Und hin­ter den Gescheh­nis­sen um Ali­na wird eine wei­te­re Geschich­te in ihren Ansät­zen frei­ge­legt: die Geschich­te einer Fami­lie, aus der ein Mann wie der Dunk­le her­vor­ge­hen konnte.

»Er hat­te um die­sen Thron gekämpft, hat­te Hun­der­te von Jah­ren gefoch­ten und gedient, um ihn end­lich für sich bean­spru­chen zu kön­nen. Ich muss­te zuge­ben, dass er wie geschaf­fen dafür war.«

Fazit zu ›Lodernde Schwingen

Wer also wis­sen will, wie es im Kampf um Rav­ka wei­ter­geht, wie der rich­ti­ge Name des Dunk­len lau­tet und wie ein Prinz, der sein Leben lang kei­ne Not kann­te, doch noch ler­nen muss, was Hun­ger ist, der soll­te den fina­len Band der Tri­lo­gie der ›Legen­den der Gri­sha‹ unbe­dingt lesen. Es wird spannend!

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Lodern­de Schwin­gen

Roman
Legen­den der Gri­sha, Band 3
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur, Mün­chen 2020
432 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−426−52446−6

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 5 von 5.


Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]

Leigh Bardugo: Eisige Wellen [Rezension]

Charmante Verbündete und grausame Feinde. 

Dass gro­ße Macht nicht unbe­dingt ein beque­mes und ein­fa­ches Leben mit sich bringt, muss­te Ali­na Star­kov in der Ver­gan­gen­heit ler­nen. Wie schwer und gefähr­lich es mit ›Eisi­ge Wel­len‹ genau wer­den wür­de, hät­te sie jedoch ver­mut­lich eben­so wenig erwar­tet wie, dass sie über­haupt über der­ar­ti­ge Kräf­te verfügte.

Bereits im ers­ten Band der ›Legen­den der Gri­sha‹-Tri­lo­gie ›Gol­de­ne Flam­men‹ ist es Leigh Bar­d­u­go gelun­gen, eine Welt und eine Geschich­te zu erschaf­fen, die dem Leser den Atem raubt. Wer den ers­ten Band noch nicht gele­sen hat, dem sei emp­foh­len, dies zu tun, bevor er die­se Rezen­si­on und ›Eisi­ge Wel­len‹ liest. Es wäre scha­de, zu vie­le Details und Wen­dun­gen der Geschich­te im Vor­feld zu verraten.

Ali­na Star­kov ist in ›Eisi­ge Wel­len‹ noch nicht lan­ge Teil der Gri­sha, die sich um den Dunk­len scha­ren, als die Regeln und die Welt der Gri­sha durch­ein­an­der­ge­ra­ten. Jäh wird sie aus die­ser beson­de­ren Welt her­aus­ge­ris­sen, noch bevor sie rich­tig dar­in ange­kom­men war. Doch die Gefahr, die ihr droh­te, kommt nicht von außen – obwohl die Gri­sha genug Fein­de haben.

»Kein Gri­sha konn­te etwas Kör­per­li­ches her­vor­brin­gen; wir konn­ten kein Leben erschaf­fen. Trotz­dem kam die­ses Geschöpf auf uns zu, und die Gri­sha aus dem Gefol­ge des Dunk­len drück­ten sich ängst­lich gegen die Zimmerwände.«

Auch im zwei­ten Band der Tri­lo­gie ›Eisi­ge Wel­len‹ schafft es die Autorin, an die Span­nung des ers­ten Ban­des anzu­knüp­fen. Ihre Spra­che ist ein­dring­lich, ihre Bil­der stark und ihre Hel­den und Hel­din­nen facettenreich.

Ali­na Star­kov will zugleich weg von all­dem – von Grishas, Magie und der Zaren­fa­mi­lie – und zu ihnen hin. Sie will ein fried­li­ches Leben füh­ren, ohne Gefahr, mit dem Mann, den sie liebt. Doch sie lernt auf grau­sa­me Wei­se, dass ein solch fried­li­ches Leben für sie nicht mög­lich scheint. Ganz gleich, wohin sie geht.

»Frü­her, lan­ge bevor sie die Wah­re See befuh­ren, hat­ten der Jun­ge und das Mäd­chen immer wie­der von Schif­fen geträumt: Schif­fe, rand­voll mit Geschich­ten, ver­zau­ber­te Schif­fe mit Mas­ten aus wohl­rie­chen­dem Zedern­holz und mit Segeln aus purem Gold, von Jung­frau­en gesponnen.« 

So wird Ali­na Teil eines Kamp­fes, der älter ist als sie. Sie erlebt die Schre­cken Rav­kas, die schon viel zu lan­ge andau­ern und was mit jenen geschieht, die zwi­schen die Fron­ten die­ses Kamp­fes geraten.

Bar­d­u­gos Cha­rak­te­re sind viel­fäl­tig, ein­zig­ar­tig und alles ande­re als Abzieh­bil­der von Ste­reo­ty­pen. Nicht nur Ali­nas Fein­de haben es in sich – auch ihre Ver­bün­de­ten müs­sen sich nicht verstecken.

»Ivan erstarr­te, sein Grin­sen ver­flog. Hin­ter ihm stand ein jun­ger, hoch­ge­wach­se­ner Mann, der unge­fähr in mei­nem Alter war, viel­leicht ein paar Jah­re älter – Strub­bel­haa­re, eine krum­me Nase, die bestimmt schon ein paar­mal gebro­chen wor­den war.«

Fazit zu ›Eisige Wellen

Bar­d­u­gos Roman ›Eisi­ge Wel­len‹ ist defi­ni­tiv nicht nur für ein­ge­fleisch­te Fan­ta­sy-Fans ein Muss und vor allem auch für Erwach­se­ne emp­feh­lens­wert. So bleibt nach dem zwei­ten Band der Rei­he nun nur noch auf den drit­ten Band ›Lodern­de Schwin­gen‹ zu war­ten, um das gro­ße Fina­le um Rav­ka zu erle­ben. Ich bin jeden­falls gespannt.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Eisi­ge Wel­len

Legen­den der Gri­sha, Band 2
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur, Mün­chen 2020
448 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch, Roman
ISBN 978−3−426−52445−9

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 4 von 5.


Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]

Leigh Bardugo: Goldene Flammen [Rezension]

Von Wünschen, Freundschaft und Entscheidungen. 

Von klein auf haben die Wai­sen­kin­der Ali­na und Mal einen Wunsch: bei­ein­an­der zu sein. Sie leben in einer Welt, in der Krieg und Magie herr­schen und die zum Teil durch eine rie­si­ge Schat­ten­flur über­zo­gen ist. Und die Freund­schaft der bei­den wird in ›Gol­de­ne Flam­men‹ auf die Pro­be gestellt. 

Wai­se, Kar­ten­zeich­ne­rin und meis­tens fehl am Platz: Ali­na Star­kov fühlt sich sel­ten wohl in ihrer Haut. Auch unter Men­schen scheint sie sel­ten dazu­zu­ge­hö­ren – nur bei ihrem bes­ten Freund Mal kennt sie die­ses Gefühl.

Doch als die bei­den älter wer­den und Mal sich zu einem attrak­ti­ven jun­gen Mann ent­wi­ckelt, hat er nur Augen für ande­re Frau­en. Ali­na, auch »Besen­stiel« genannt, kann in ›Gol­de­ne Flam­men‹ dabei nur zusehen.

»Die Die­ner nann­ten sie Malench­ki, Geis­ter­chen, denn die Kleins­ten und Jüngs­ten such­ten das Haus des Her­zogs heim wie kichern­de Phan­to­me, rann­ten durch die Zim­mer, ver­steck­ten sich in Schrän­ken, um zu lau­schen, und stah­len die letz­ten Pfir­si­che des Som­mers aus der Küche.«

Als die bei­den Kind­heits­freu­de im Zuge ihrer Aus­bil­dun­gen zur Kar­ten­zeich­ne­rin und zum Fähr­ten­le­ser die von Vol­kra bewohn­te Schat­ten­flur durch­que­ren müs­sen, ver­än­dern sich die Leben der bei­den grund­le­gend: Ali­na schützt ihren Freund Mal durch Kräf­te, die sie bis­lang nicht ein­mal erahnt hat. Sie ver­las­sen die Schat­ten­flur wie­der und Ali­na Star­kov wird einem Mann über­ge­ben, der sich »Der Dunk­le« nennt. Er ist der Anfüh­rer der Gri­sha und zählt zu den mäch­tigs­ten Män­nern im Reich.

»Die Vol­kra waren blind, weil sie seit Genera­tio­nen auf der Schat­ten­flur leb­ten und jag­ten, aber sie konn­ten Men­schen­blut angeb­lich schon aus wei­ter Fer­ne wittern.«

Und aus­ge­rech­net die als mager und häss­lich ver­lach­te Ali­na, mit ihren dunk­len Augen­rin­gen und den hage­ren Ärm­chen soll Kräf­te besit­zen, für die sich ein sol­cher Mann inter­es­siert? Nicht, wenn man Ali­nas Ein­schät­zung ihrer selbst glau­ben darf. 

Doch der Dunk­le macht sich in ›Gol­de­ne Flam­men‹ ein eige­nes Bild von ihr und wird zu ihrem Men­tor. Sie rei­sen zum Hof des Zaren und Ali­na wird in die Rei­hen der Gri­sha auf­ge­nom­men: wun­der­schö­ne Frau­en und Män­ner, die der Magie mäch­tig sind. Ein Blick in den Spie­gel genügt für sie, um das Gefühl zu haben, dass sie wie­der nicht hin­ein­passt. Bis zu dem Tag, als ihre Kräf­te wie­der aus ihr hervorbrechen.

»Die­ser Dunk­le hat­te die Gri­sha schon vor mei­ner Geburt befeh­ligt, und trotz­dem wirk­te der Mann, der vor mir auf dem Podest thron­te, nicht viel älter als ich. Sein Gesicht war schön und mar­kant, er hat­te vol­les schwar­zes Haar und kla­re graue, wie Quarz glän­zen­de Augen. Es hieß, die mäch­tigs­ten Gri­sha leb­ten sehr lan­ge, und der Dunk­le war der mäch­tigs­te von allen.«

Mit ›Gol­de­ne Flam­men‹ schafft Leigh Bar­d­u­go den Auf­takt zu einer Fan­ta­sy-Rei­he um die ›Legen­den der Gri­sha‹, der von der ers­ten Sei­te an mit­reißt und den Figu­ren Leben ein­haucht. Dabei ist die fan­tas­ti­sche Welt, die sie schafft, erfri­schend kli­schee­frei. Was zu Beginn schwarz und weiß scheint, ver­liert bald an Klar­heit. Die Zie­le und Plä­ne der Figu­ren über­schnei­den und ver­wi­schen sich.

Fazit zu ›Goldene Flammen

Bar­d­u­go macht es ihren Figu­ren nicht leicht, sie treibt sie wie­der­holt zum Äußers­ten und lässt nicht für einen Moment Lang­wei­le auf­kom­men. Und doch über­schla­gen sich die Ereig­nis­se mit­un­ter so schnell, dass auch der Leser her­um­ge­wir­belt wird, bis nur noch Eines klar ist: Die nächs­ten Bän­de ›Eisi­ge Wel­len‹ und ›Lodern­de Schwin­gen‹ müs­sen so schnell wie mög­lich erscheinen.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Gol­de­ne Flam­men

Legen­den der Gri­sha, Band 1
Roman
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur TB Ver­lag, Mün­chen 2020
352 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−426−52444−2

Rezen­si­on erst­mals erschie­nen auf: Liz­zy­Net

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 5 von 5.


Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]