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Heiko Kienbaum: Was Paare glücklich macht [Rezension]

Zum Nachdenken, Ausprobieren und Weiterempfehlen. 

Wie oft liest man einen guten Tipp in der Zei­tung, in einem Buch oder im Inter­net, hält ihn für plau­si­bel und hat ihn im nächs­ten Moment schon wie­der ver­ges­sen? ›Was Paa­re glück­lich macht‹ will die­ses Pro­blem umgehen.

Denn wie vie­le Ideen und Vor­ha­ben blei­ben in der Theo­rie ste­cken, weil sie nicht in die Pra­xis umge­setzt wer­den, obwohl man weiß, dass es gut wäre? 

Hei­ko Kien­baum möch­te, dass genau das mit ›Was Paa­re glück­lich macht‹ nicht pas­siert. Denn sei­ne Geheim­nis­se und Tipps für eine glück­li­che­re Bezie­hung müs­sen vor allem eins: gelebt werden. 

Damit dies gelingt, sind für jedes der zehn Geheim­nis­se in ›Was Paa­re glück­lich macht‹ unter­schied­li­che Übun­gen beschrie­ben, die dabei hel­fen, sie zu ver­in­ner­li­chen. Dabei greift der Autor auf sei­ne Erfah­rung zurück, die er zum einen dabei gesam­melt hat, Paa­re auf die Ehe vor­zu­be­rei­ten. Zum ande­ren hat Kien­baum selbst Höhen und Tie­fen erlebt – er war Ver­mö­gens­mil­lio­när, bis er alles ver­lor –, und dabei ler­nen müs­sen, was wirk­lich im Leben zählt. 

»Jede groß­ar­ti­ge Bezie­hung, die du bei Men­schen in dei­nem Umfeld siehst oder bei Pro­mi­nen­ten im Fern­se­hen, hat irgend­wo klein ange­fan­gen. Aber davor ver­schlie­ßen wir gern die Augen. Wir haben kei­nen Respekt mehr vor den klei­nen Anfän­gen, sie erschei­nen uns nicht so interessant.«

Sein Schreib­stil ist klar, direkt und ein­la­dend. Sei­ne Bei­spie­le sind aus dem Leben gegrif­fen, die Übun­gen gut ver­ständ­lich und pas­send für den All­tag. Kien­baum ver­spricht sei­nen Lesern nicht das Blaue vom Him­mel, er behaup­tet nicht, dass es immer leicht sein wird, in eine glück­li­che Bezie­hung zu inves­tie­ren. Nur, dass es sich lohnt.

Was Paa­re glück­lich macht‹ fühlt sich eher wie ein Gespräch an als wie ein Buch. Sei­te für Sei­te regt Kien­baum zum Nach­den­ken an, nicht nur über die Bezie­hung, son­dern vor allem auch über sich selbst. Vie­le Din­ge, die im All­tag auto­ma­ti­siert sind und selbst­ver­ständ­lich erschei­nen, nimmt er in den Fokus und rückt sie in ein ande­res Licht, zumeist in ein wärmeres.

»Wenn wir im Leben und in der Part­ner­schaft wie­der zufrie­den sein wol­len, geht es nur über Ermu­ti­gung. Und Ermu­ti­gung ist Liebe.«

Fazit zu ›Was Paare glücklich macht

Um von ›Was Paa­re glück­lich macht‹ zu pro­fi­tie­ren, muss man weder beson­ders lang noch beson­ders frisch in einer Bezie­hung sein. Im Prin­zip muss man nicht ein­mal in einer Paar­be­zie­hung sein, denn die Prin­zi­pi­en sei­ner Tipps und Geheim­nis­se fin­den sich auch in vie­len ande­ren Bezie­hun­gen wie­der, aus denen der mensch­li­che All­tag besteht: die Bezie­hung zur Fami­lie, zu Freun­den, Kol­le­gen oder sich selbst. Auf jeden Fall sehr lesenswert.

Buchinfo

Hei­ko Kien­baum:
Was Paa­re glück­lich macht

Die 10 Geheim­nis­se der Lie­be vom Pastor2Go
In Zusam­men­ar­beit mit Lars Chris­ti­an­sen
Gold­mann, Mün­chen 2020
304 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Taschen­buch, Bro­schur
ISBN 978−3−442−17840−7

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Meik Wiking: Die Kunst der Guten Erinnerung [Rezension]

Vom Erzählen und vom Erinnern. 

Sich die Geschich­ten aus dem letz­ten Som­mer­ur­laub erzäh­len, gemein­sam Fotos aus dem letz­ten Jahr anse­hen oder noch ein­mal lus­ti­ge Momen­te des gest­ri­gen Abends nach­er­zäh­len: Wer dem Erzäh­len schö­ner Momen­te in sei­nem All­tag Platz ein­räumt, tut laut ›Die Kunst der guten Erin­ne­rung‹ bereits eini­ges für dau­er­haft gute Erin­ne­run­gen und das eige­ne Glück. 

Obwohl Meik Wikings neu­es Buch ›Die Kunst der guten Erin­ne­rung‹ aus der moder­nen Gedächt­nis- und Glücks­for­schung schöpft, gelingt es ihm, die Leser und Lese­rin­nen in ihrem All­tags­er­le­ben abzu­ho­len. Dafür rei­chert er die Essenz wis­sen­schaft­li­cher Theo­rien mit eige­nen Erfah­run­gen an und schil­dert sie auf eine authen­ti­sche, leich­te und inspi­rie­ren­de Weise.

Somit hat Wikings neu­es Buch ›Die Kunst der guten Erin­ne­rung‹ zugleich Feel-Good-Ele­men­te und wis­sen­schaft­lich Hand und Fuß. Man lernt nicht nur eini­ges über das eige­ne Gedächt­nis und sei­ne Fehl­bar­keit, son­dern auch, wie die­se genutzt wer­den kön­nen, um glück­li­che Erin­ne­run­gen zu festigen.

»Es ist ein Miss­ver­ständ­nis, wenn wir glau­ben, dass unser Gedächt­nis funk­tio­niert wie eine Kame­ra oder ein Aktenschrank.«

Wiking greift die ver­schie­de­nen Zuta­ten auf, die es braucht, um Erin­ne­run­gen zu fes­ti­gen, und zeigt somit das Wesen der guten Erin­ne­rung. Von Auf­merk­sam­keit, über die Erfas­sung eines Momen­tes mit allen Sin­nen, bis hin zum Erzäh­len von Geschich­ten. Wer gute Erin­ne­run­gen und Glück schaf­fen will, wen­det sich sei­ner Welt und sei­nen Mit­men­schen zu. Nicht sel­ten blei­ben Wikings Erzäh­lun­gen und Anek­do­ten vor allem im Gedächt­nis, weil sie mit beson­de­ren Details und mensch­li­cher Wär­me ange­rei­chert sind.

Die Kunst der guten Erin­ne­rung‹ ist ein Plä­doy­er für das Erzäh­len, das gemein­sa­me Erin­nern und das Beson­de­re im All­täg­li­chen. In klei­ne Geschich­ten und Abschnit­te auf­ge­teilt, mit vie­len Bil­dern und Gra­fi­ken ange­rei­chert, wer­den sogar Tabel­len und Gra­fi­ken zu Hinguckern.

Zugleich ist Wikings neu­es Buch eine Ein­la­dung sich dar­auf ein­zu­las­sen, sich stär­ker mit den eige­nen Erin­ne­run­gen aus­ein­an­der­zu­set­zen und die­se zu bewah­ren. Vie­le sei­ner Tipps, Anlei­tun­gen und Gedan­ken sind gut in den All­tag zu inte­grie­ren, sodass sich der Leser oder die Lese­rin unwei­ger­lich fra­gen muss, war­um er oder sie nicht schon frü­her auf die­se Wei­se die eige­nen Erin­ne­run­gen ange­rei­chert hat.

»Unse­re Lebens­zu­frie­den­heit, unser Glück ist zum Teil davon abhän­gig, ob wir eine posi­ti­ve Geschich­te unse­res Lebens zu erzäh­len haben.«

Fazit zu ›Die Kunst der guten Erinnerung

Somit ist man nach dem Lesen von ›Die Kunst der guten Erin­ne­rung‹ zwar nicht schlag­ar­tig von allen schlech­ten Erin­ne­run­gen befreit und aus­nahms­los glück­lich, doch man fühlt sich mit eini­gen neu­en Werk­zeu­gen gerüs­tet, zukünf­ti­ge Erleb­nis­se bes­ser zu bewah­ren und somit das Glück, das sie in sich tra­gen, mit sich zu nehmen.

Buchinfo

Meik Wiking:
Die Kunst der Guten Erin­ne­rung
und wie sie uns dau­er­haft glück­li­cher macht
Bas­tei Lüb­be, Köln 2019
288 S., EUR (D) 20,- inkl. MwSt.
Life­style, Hard­co­ver
ISBN 978−3−7857−2663−1

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