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Neuerscheinungen 2021

2020 ist sicher­lich in vie­ler­lei Hin­sicht ein beson­de­res Jahr gewe­sen. Doch wie jedes Jahr war­ten auch in die­sem die Ver­lags­vor­schau­en für Frühjahr/Sommer 2021 dar­auf, durch­stö­bert zu wer­den. Eines ist sicher: 2021 ver­spricht ein span­nen­des Lese­jahr in vie­len Gen­res zu wer­den und macht rich­tig Lust auf sei­ne Neu­erschei­nun­gen 2021. Bücher, die mir bereits jetzt ins Auge gesprun­gen sind und auf deren Erschei­nen ich mich schon sehr freue, stel­le ich Euch hier ger­ne vor. Bestimmt wer­den jedoch über das Jahr noch eini­ge Neu­erschei­nun­gen 2021 in mei­ner Lis­te hinzukommen. 

Navi­ga­ti­on
1. Gegen­warts­li­te­ra­tur
2. Klas­si­ker
3. Phan­tas­tik
4. Sach­bü­cher
5. Über­blicks­lis­te

Neuerscheinungen 2021 – Gegenwartsliteratur

Mei­ne Lie­be zu Kat­zen und den meis­ten Tie­ren ist kein Geheim­nis. Umso mehr freue ich mich auf die­ses viel­ver­spre­chen­de Buch, das 2021 im DuMont-Ver­lag erschei­nen soll. Tokyo, die Acht­zi­ger­jah­re und Außen­sei­ter – klingt nach einer tol­len Mischung, oder?
Bücher, in denen Wär­me und Kat­zen­lie­be auf­ein­an­der tref­fen, sind für mich einen genaue­ren Blick wert. 2016 erschie­nen bereits Suke­ga­was Bücher ›Kirsch­blü­ten und rote Boh­nen‹ und ›Die Insel der Freund­schaft‹ bei DuMont.

Duri­an Suke­ga­wa: Die Kat­zen von Shin­juku,
ca. 272 S., ISBN 978−3−8321−8147−5, DuMont,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 12.02.2021


Seit ›Faser­land‹ ist Chris­ti­an Krachts Name aus dem Lite­ra­tur­be­trieb nicht mehr weg­zu­den­ken. Nach wei­te­ren Wer­ken schien dann 2016 ›Die Toten‹ als sein bis­lang neus­tes Buch bei Kiepenheuer&Witsch. Ich bin rich­tig gespannt, was die Leser und Lese­rin­nen in ›Euro­trash‹ erwar­tet. Das Cover sieht jeden­falls toll aus und auch der Klap­pen­text macht Lust.
Nur bis März muss ich mich noch gedul­den, aber ich bin sicher, das War­ten lohnt sich. 

Chris­ti­an Kracht: Euro­trash,
ca. 224 S., ISBN 978−3−462−05083−7, Kiepenheuer&Witsch,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 04.03.2021


Von Bene­dict Wells hät­te ich schon so viel mehr lesen sol­len, als ich es bis­lang getan habe. Seit 2008 erschei­nen sei­ne Bücher im Dio­ge­nes-Ver­lag und jedes hat sei­nen Reiz. Sein neu­es­tes Werk ›Hard Land‹ führt nach Mis­sou­ri und ins Jahr 1985.
Die Geschich­te dreht sich um den 15-jäh­ri­gen Außen­sei­ter Sam, der einen Feri­en­job in einem Kino annimmt und damit den Som­mer sei­nes Lebens erlebt. Klingt super vielversprechend.

Bene­dict Wells: Hard Land,
ca. 352 S., ISBN 978−3−257−07148−1, Dio­ge­nes,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 24.02.2021

Neuerscheinungen 2021 – Klassiker

Mary Shel­leys Buch ›Fran­ken­stein‹ gehört zu mei­nen unan­ge­foch­te­nen Lieb­lin­gen der Sci­ence-Fic­tion-Lite­ra­tur und unter den Klas­si­kern.
Als ich gese­hen habe, dass Reclam im nächs­ten Jahr auch eine Neu­über­set­zung von ›Der letz­te Mensch‹ raus­bringt, war mir sofort klar, dass die­ses Buch ganz oben auf mei­ne Lese­lis­te für das kom­men­de Jahr gehört. Denn eines ist bei Mary Shel­leys Büchern sicher: Sie ver­spre­chen viel Stoff zum Nachdenken. 

Mary Shel­ley: Der letz­te Mensch (Neu­über­set­zung),
ca. 596 S., ISBN 978−3−15−011328−8, Reclam,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 12.02.2021


Auch Daph­ne du Mau­ri­er hat sich mit ihrem Buch ›Rebec­ca‹ einen Platz unter mei­nen Klas­sik­er­lieb­lin­gen gesi­chert. Hat mich auf ›Rebec­ca‹ noch das gleich­na­mi­ge und wahn­sin­nig tol­le Musi­cal auf­merk­sam gemacht, kommt die­ses Buch allein schon wegen der begab­ten Autorin auf mei­ne Lese­lis­te für das kom­men­de Jahr.
Lie­be, Geheim­nis­se und das Leben auf See – klingt nach einer viel­ver­spre­chen­den Mischung, oder nicht? Ich bin jeden­falls super gespannt auf die­ses Buch.

Daph­ne du Mau­ri­er: Die Bucht des Fran­zo­sen,
ca. 300 S., ISBN 978−3−458−68154−0, Suhrkamp/insel,
erscheint vor­aus­sicht­lich 21.06.2021


Zu mei­ner wirk­lich gro­ßen Schan­de muss ich geste­hen, dass ich noch kein Buch von Geor­ge Orwell gele­sen habe. Und das, obwohl der Autor aus der Welt der Lite­ra­tur nicht mehr weg­zu­den­ken ist.
Somit ver­spre­chen die­se bei­den Neu­über­set­zun­gen von ›1984‹ und ›Farm der Tie­re‹ ein super Anfang für mich zu sein. Die bei­den Buch­co­ver fin­de ich jeden­falls mehr als gelungen.

Geor­ge Orwell: 1984 und Farm der Tie­re (Neu­über­set­zun­gen),
ca. 400 & 144 S., ISBN 978−3−7306−0976−7 & 978−3−7306−0977−4, Pen­gu­in Ran­dom House,
erschei­nen vor­aus­sicht­lich am 18.01.2021

Neuerscheinungen 2021 – Phantastik

Auch V. E. Schwab ist eine jener Schrift­stel­le­rin­nen, von denen ich lei­der noch viel zu wenig gele­sen habe. Und nach­dem die eng­lisch­spra­chi­ge Ori­gi­nal­ver­si­on bereits vie­le Anhän­ger gefun­den hat, bin ich umso gespann­ter, auf die deutsch­spra­chi­ge Über­set­zung, die 2021 im Fischer-Ver­lag erschei­nen wird. Ein Teu­fels­pakt, eine span­nen­de Prot­ago­nis­tin und die Kunst – die­se span­nen­de Kom­bi­na­ti­on weckt Vor­freun­de auf die­sen his­to­ri­schen Fantasy-Roman.

V. E. Schwab: Das unsicht­ba­re Leben der Addie LaRue,
ca. 592 S., ISBN 978−3−596−70581−8, Fischer,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 26.05.2021


Leigh Bar­d­u­go ist 2020 in Win­des­ei­le unter mei­ne liebs­ten Fan­ta­sy-Autorin­nen auf­ge­stie­gen. Sowohl die Tri­lo­gie ›Legen­den der Gri­sha‹ als auch die Krä­hen-Dilo­gie sowie ›King of Scars‹ habe ich wahn­sin­nig ger­ne gele­sen.
Und der ers­te Band der ›King-of-Scars‹-Dilo­gie hat an einem Punkt geen­det, an dem wirk­lich jeder Fort­gang der Sto­ry mög­lich ist. Ich bin also wahn­sin­nig gespannt, wie es wei­ter geht für Niko­lai, Nina, und all die ande­ren Figu­ren des Grishaverse. 

Leigh Bar­d­u­go: Rule of Wol­ves, King-of-Scars-Dilo­gie Band 2,
ca. 592 S., ISBN 978−3−426−22701−5, Droemer Knaur,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 01.06.2021


Ich lie­be den Film Das wan­deln­de Schloss von Stu­dio Ghi­b­li. Mir war also sofort klar, dass ich Band 1 der Howl-Saga ›Das wan­deln­de Schloss‹ unbe­dingt lesen muss. Auch Band 2 ›Der Palast im Him­mel‹ habe ich ver­schlun­gen, obwohl ich den ers­ten Band der Saga wesent­lich lie­ber moch­te.
Umso gespann­ter bin ich nun auf Band 3 der Howl-Saga ›Das Haus der tau­send Räu­me‹ und wel­che Aben­teu­er auf Howl & Co. warten.

Dia­na Wyn­ne Jones: Das Haus der tau­send Räu­me, Howl-Saga Band 3,
ca. 272 S., ISBN 978−3−426−52540−1, Knaur,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 01.03.2021

Neuerscheinungen 2021 – Sachbuch

Von Ste­fan Klein konn­te ich in der Ver­gan­gen­heit bereits zwei Bücher lesen, ›Die Glücks­for­mel‹ und ›Träu­me‹, die mir bei­de gut bis sehr gut gefal­len haben. Vor allem ›Träu­me‹ konn­te mich nach­hal­tig begeis­tern, sodass ich noch immer ger­ne über das Buch rede.
Umso gespann­ter bin ich natür­lich auf das neue Buch von Ste­fan Klein ›Wie wir die Welt ver­än­dern‹. Inno­va­tio­nen, der Geist und der Fort­schritt – eine super span­nen­de the­ma­ti­sche Mischung.

Ste­fan Klein: Wie wir die Welt ver­än­dern,
ca. 256 S., ISBN 978−3−10−002492−3, Fischer,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 10.03.2021


Wenn bei mir etwas kaputt­geht, dass ich für rett­bar hal­te, zie­he ich zumeist das Inter­net zu rate. In vie­len Fäl­len bringt mir das auch eine Lösung. Trotz­dem schmei­ße ich noch zu viel weg oder benut­ze es noch, auch wenn es nicht mehr gut funk­tio­niert.
Zum einen sind die Lösun­gen des Inter­nets nicht immer ein­deu­tig oder gut. Zum ande­ren aber, komm ich bei zu vie­len Din­gen ver­mut­lich nicht ein­mal auf die Idee, dass ich sie repa­rie­ren könn­te. Und um das ver­än­dern, bin ich schon super gespannt auf Nick Har­pers Buch ›Wie man alles repa­riert‹.

Nick Har­per: Wie man alles repa­riert,
ca. 256 S., ISBN 978−3−7306−0953−8, Pen­gu­in Ran­dom House,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 22.03.2021


Wie ihr seht, wird auch 2021 wie­der ein viel­sei­ti­ges und viel­ver­spre­chen­des Lese­jahr. Bestimmt wird im Lau­fe des Jah­res hier noch das ein oder ande­re Buch dazu­kom­men. Aber natür­lich wer­de ich nicht nur Neu­erschei­nun­gen lesen, also bleibt abzu­war­ten, was in die­sem Jahr alles auf mei­nem Lese­sta­pel lan­den wird, das kei­ne Neu­erschei­nung mehr ist.

Ich wün­sche dir ein span­nen­des Lese­jahr mit den Neu­erschei­nun­gen 2021 und wenn ihr mir Bücher emp­feh­len wollt, auf die ich defi­ni­tiv einen Blick wer­fen soll­te, dann lasst doch ein­fach einen Kom­men­tar da, ich wür­de mich sehr freuen. 🙂

  • Voraussichtliche Erscheinungstermine
    Neuerscheinungen 2021

    Neuerscheinungen 2021 – Januar/Februar/März

    Janu­ar Kei Ohku­bo: Arte 4 (Carl­sen)
    15.01. Immun­boos­ter (Droemer Knaur)
    22.01. Geor­ge Orwell: Farm der Tie­re (Neu­über­set­zung, dtv)
    Febru­ar Micha­el Ende: Momo (Thie­ne­mann-Ess­lin­ger)
    Febru­ar Anne Fleck: Mee­res­glü­hen (Cop­pen­rath)
    01.02. Matt Haig: Die Mit­ter­nachts­bi­blio­thek (Droemer Knaur)
    02.02. Han­nah Frey: Zucker­frei (GU)
    02.02. Eli­sa­beth Meck­len­burg: Mein City-Obst­gar­ten (GU)
    12.02. Duri­an Suke­ga­wa: Die Kat­zen von Shin­juku (Dumont)
    12.02. Mary Shel­ley: Der letz­te Mensch (Reclam)
    18.01. Geor­ge Orwell: 1984 (Neu­über­set­zung, Pen­gu­in Ran­dom House)
    18.01. Geor­ge Orwell: Farm der Tie­re (Neu­über­set­zung, Pen­gu­in Ran­dom House)
    24.02. Miku Sophie Küh­mel: Kint­su­gi (Fischer Taschen­buch)
    24.02. Jay Kristoff: Never­night. Die Prü­fung (Fischer)
    24.02. Doris Dör­rie: Ein­la­dung zum Schrei­ben (Dio­ge­nes)
    24.02. Chris­toph Nie­mann: Away (Dio­ge­nes)
    24.02. Bene­dict Wells: Hard Land (Dio­genes)
    26.02. Anne Pret­tin: Die vier Gezei­ten (Bas­tei Lüb­be)
    März Kei Ohku­bo: Arte 5 (Carl­sen)
    01.03. Dia­na Wyn­ne Jones: Das Haus der tau­send Räu­me (Droemer Knaur)
    02.03. Dia­na Kin­nert: Die neue Ein­sam­keit (Hoff­mann und Cam­pe)
    04.03. Chris­ti­an Kracht: Euro­trash (Kiwi)
    10.03. Ste­fan Klein: Wie wir die Welt ver­än­dern (Fischer)
    12.03. Mary Mcla­ne: Mei­ne Freun­din Anna­bel Lee (Reclam)
    15.03. Anja Kamp­mann: Der Hund ist immer hung­rig (Han­ser)
    15.03. Ste­phen Fry: Mythos (auf­bau)
    15.03. Roman Wolf: Die Nibe­lun­gen (auf­bau)
    18.03. Hel­ga Schu­bert: Vom Auf­ste­hen (dtv)
    18.03. Anne Fleck: Ener­gy! (dtv)
    20.03. Bern­hard Heck­ler: Das Lie­bes­le­ben der Pin­gui­ne (Klett-Cot­ta)
    22.03. Nick Har­per: Wie man alles repa­riert (Pen­gu­in Ran­dom House)
    26.03. Susan­ne Esche-Bel­ke/­Su­zann Kir­sch­ner-Brouns: Re-Power (Bas­tei Lüb­be)
    26.03. Gret­chen Lidi­cker: Mein Magne­si­um (Bas­tei Lüb­be)
    26.03. Ewald Arenz: Der gro­ße Som­mer (Dumont)


    Neuerscheinungen 2021 – April/Mai/Juni

    April Chris­ti­na Hie­mer: The Second Princess (Carl­sen)
    April Liz Bras­well: Die Schö­ne und ihr Geheim­nis (Carl­sen)
    April Haji­me Isaya­ma: Attack on Titan Delu­xe VIII (Carl­sen)
    01.04. Leigh Bar­d­u­go: Rule of Wol­ves (Droemer Knaur)
    01.04. Mech­tild Borr­mann: Glück hat einen lang­sa­men Takt (Droemer Knaur)
    01.04. Yael Adler: Haut nah (Droemer Knaur)
    01.04. Julia Marie Schmoll: Die Maschen der Nar­ziss­ten (GU)
    01.04. Matt Prit­chard: Dir­ty Vegan (GU)
    23.04. Julie Estève: Ich, Antoi­ne (dtv)
    23.04. Ildy Bach: Die Stief­toch­ter (dtv)
    24.04. Susann Sitz­ler: Väter und Töch­ter (Klett-Cot­ta)
    30.04. Neil Gai­man: Der Oze­an am Ende der Stra­ße. Illus­triert (Bas­tei Lüb­be)
    Mai Kei Ohku­bo: Arte 6 (Carl­sen)
    Mai Phil­ip Le Roy: Die Nacht der Acht (Carl­sen)
    17.05. Lucy Pol­lock: Das Buch über das Älter­wer­den (Dumont)
    26.05. V. E. Schwab: Das unsicht­ba­re Leben der Addie LaRue (Fischer)
    26.05. Car­los Ruiz Zafón: Der Fried­hof der ver­ges­se­nen Bücher (Fischer)
    31.05. Oli­ver Pötzsch: Das Buch des Toten­grä­bers (Ull­stein)
    01.06. Nora Bendzko: Die Göt­ter müs­sen ster­ben (Droemer Knaur)
    15.06. Daph­ne du Mau­ri­er: Die Bucht des Fran­zo­sen (Suhrkamp/insel)
    21.06. Chris­ti­na Hen­ry: Die Chro­ni­ken von Peter Pan (Pen­gu­in Ran­dom House)
    23.06. Mar­tin Suter: All­men und der Koi (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    23.06. Amé­lie Nothomb: Klopf an dein Herz (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    23.06. Den­ken mit Oscar Wil­de (dio­ge­nes delu­xe)
    23.06. Pau­lo Coel­ho: Untreue (dio­ge­nes delu­xe)


    Neuerscheinungen 2021 – Juli/August/September

    Juli Zidrou/Frank Pé: Die Bes­tie (Carl­sen)
    Juli Kei Ohku­bo: Arte 7 (Carl­sen)
    05.07. Mark Fah­nert: Echo des Ver­rats (Piper)
    08.07. Simon Beckett: Die Ver­lo­re­nen (Rowohlt)
    28.07. Simo­ne Lap­pert: Der Sprung (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    30.07. Marie Graß­hoff: Der dunk­le Schwarm (Bas­tei Lüb­be)
    Sep­tem­ber Kei Ohku­bo: Arte 8 (Carl­sen)
    14.09. René Wadas: Der Pflan­zen­arzt (Rowohlt)
    30.09. Anne Pät­zold: Right Here (Bas­tei Lüb­be, Lyx)


    Neuerscheinungen 2021 – Oktober/November/Dezember


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Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame [Rezension]

Die Sünden der Vergangenheit. 

Wer sich nicht unbe­dingt freut, dem Ex-Freund oder der Ex-Freun­din über den Weg zu lau­fen, der wird mit Alfred Ill in ›Der Besuch der alten Dame‹ mit­füh­len kön­nen. Vor allem, wenn der oder die Ex in der Zwi­schen­zeit stein­reich gewor­den ist und man selbst kei­nen so luxu­riö­sen Wer­de­gang vor­wei­sen kann. 

Der Ort Gül­len, in dem Alfred Ill lebt, ist wirt­schaft­lich am Ende. Doch die Bewoh­ner sind über­zeugt, dass finan­zi­el­le Hil­fe von Alfreds Ex-Freun­din, die in ihren jun­gen Jah­ren eben­falls im Ort gelebt hat, aus­rei­chen wür­de, um wie­der in Schwung zu kommen. 

Und klingt es dabei nicht nach einer guten Idee, dass Alfred sei­ne ehe­ma­li­ge Ver­bun­den­heit zu Clai­re nutzt – immer­hin ist die Tren­nung lan­ge her –, um die Mög­lich­keit auf das Geld zu steigern?

»Vom Städt­chen her der Bür­ger­meis­ter, der Leh­rer, der Pfar­rer und Ill, ein Mann von fast fünf­und­sech­zig Jah­ren, alle schä­big gekleidet.«

Bei ihren Plä­nen schei­nen die Damen und Her­ren von Gül­len jedoch nicht bedacht zu haben, dass die nun rei­che Clai­re Zachanas­si­an ihren Geburts­ort damals nicht ohne Grund ver­las­sen hat.

Und wäh­ren die Bewoh­ner von Gül­len sich durch Clai­re finan­zi­el­le Mit­tel erhof­fen, hat Clai­re eige­ne Vor­stel­lun­gen davon, wie der Ort wie­der blü­hen könn­te. Die Bewoh­ner von Gül­len müs­sen sich in ›Der Besuch der alten Dame‹ der Ent­schei­dung stel­len, wie weit sie bereit sind zu gehen.

»Du woll­test, daß die Zeit auf­ge­ho­ben wür­de, eben, im Wald unse­rer Jugend, voll von Ver­gäng­lich­keit. Nun habe ich sie auf­ge­ho­ben, und nun will ich Gerech­tig­keit, Gerech­tig­keit für eine Milliarde.«

Als Dür­ren­matt 1956 ›Der Besuch der alten Dame‹ ver­öf­fent­lich­te, selbst noch in sei­nen 30ern, war das Stück über­aus erfolg­reich. Mit dem Unter­ti­tel ›Tra­gi­sche Komö­die‹ ver­se­hen, ver­fügt es über bei­de Ele­men­te. Die Tra­gik, die sich in der Gestalt von Clai­res und Ills gemein­sa­mer Ver­gan­gen­heit über die Stadt legt, und nur für die bei­den wirk­lich begreif­bar scheint. Eine Komik, da die ande­ren Bewoh­ner Gül­lens, sich schon an den Gedan­ken einer Mil­li­ar­de zu gewöh­nen schei­nen, bevor die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen sind.

Wäh­rend die Lösung für Gül­len zu Beginn des Dra­mas ›Der Besuch der alten Dame‹ auf der Hand zu lie­gen scheint, wird bald deut­lich, dass der Ort nicht nur wirt­schaft­li­che Pro­ble­me hat. Dür­ren­matt denkt sei­ne Stü­cke und Geschich­ten strikt zu Ende. Die Wun­den und die Schuld sei­ner Cha­rak­te­re sit­zen tief.

Fazit zu ›Der Besuch der alten Dame

Dür­ren­matts Dra­men zeich­nen sich durch ori­gi­nel­le Ideen, Tie­fe und Kür­ze aus. Kaum ein Wort scheint belang­los, alles arbei­tet auf den Höhe­punkt zu. Auch 30 Jah­re nach dem Tod des Schrift­stel­lers über­zeu­gen sei­ne Stü­cke und soll­ten unbe­dingt gele­sen wer­den. Mehr zu Klas­si­kern fin­det sich in mei­nem Post ›Klas­si­ker, die mich wirk­lich über­rascht haben‹.

Buchinfo

Fried­rich Dür­ren­matt:
Der Besuch der alten Dame

Tra­gi­sche Komö­die
Dio­ge­nes, Zürich 1998 (1956)
160 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−257−23045−1

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Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


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Doris Dörrie: Leben schreiben atmen [Rezension]

Von der Kunst, sich Zeit zu nehmen. 

Hast du als Kind gelo­gen? Hast du schon­mal etwas ver­lo­ren, oder jeman­den? Schrei­be über dein Eltern­haus, was ist noch da? So oder so ähn­lich lau­ten eini­ge der Fra­gen und Anre­gun­gen, die Doris Dör­rie in ihrem neu­en Buch ›Leben schrei­ben atmen‹ für den Leser bereithält. 

In 50 Kapi­teln, die zumeist nur weni­ge Sei­ten lang sind, begeg­nen ihnen die Lesen­den und mit ihnen der »Ein­la­dung zum Schrei­ben«. Dör­rie löst die­ses Ver­spre­chen ein, das der Unter­ti­tel des Buches gibt: Kaum hat man das Buch auf­ge­schla­gen, begeg­net man der ers­ten die­ser Fra­gen und Anre­gun­gen, die zum Schrei­ben inspirieren.

Doch Leben schrei­ben atmen ist kein Fron­tal­un­ter­richt, bei dem Dör­rie die Fra­gen dik­tiert und die Ler­nen­den brav eine Ant­wort geben sol­len. Viel­mehr erin­nert das Buch an einen Dia­log, denn noch bevor die Lesen­den die Fra­ge ken­nen­ler­nen, gibt die Autorin kur­ze Erzähl­pas­sa­gen von sich preis, die sich um die kom­men­de Fra­ge drehen.

»Mei­ne Erin­ne­run­gen ver­mi­schen sich mit dei­nen Erin­ne­run­gen.
Wenn ich über Ver­lo­re­nes schrei­be, erin­nerst du dich an Ver­lo­re­nes. Wenn ich über Gewon­ne­nes schrei­be, erin­nerst du dich an Gewon­ne­nes.
«

Leben schrei­ben atmen ist ein Ken­nen­ler­nen durch Schrei­ben und Geschrie­be­nes. Wäh­rend das Bild der Erzäh­le­rin durch ihre Erzähl­tex­te Kon­tur annimmt, wer­den die Lesen­den auch auf ihre eige­nen Kon­tu­ren sto­ßen und die­se neu abzu­tas­ten versuchen.

Doris Dör­rie gelingt es, ihren Lesern – wenn die­se sich auf ihre Ein­la­dung ein­las­sen und zu Schrei­ben­den wer­den –, mit einem uner­schöpf­li­chen Vor­rat an Geschich­ten ver­traut zu machen: Jene Geschich­ten, die der Mensch durch sei­ne Erleb­nis­se und Erin­ne­run­gen in sich trägt. Fra­gen, die zunächst leicht beant­wort­bar erschei­nen, ent­pup­pen sich als Gold­gru­ben. Denn Dör­ries Prin­zip, min­des­tens zehn Minu­ten am Stück zu schrei­ben, führt dazu, dass es bei der schnel­len Ant­wort auf eine Fra­ge nicht blei­ben kann, Asso­zia­tio­nen wer­den geweckt, der Lesen­de gräbt tie­fer nach einer Ant­wort und noch ehe er sich ver­sieht, ist die Ant­wort auf die Fra­ge weit grö­ßer gewor­den, als sie je aus­ge­se­hen hat. Und grö­ßer, als dass sie in zehn Minu­ten nie­der­zu­schrei­ben wäre.

»Erin­ne­run­gen auf­schrei­ben ist wie Per­len auf eine Ket­te auf­zie­hen. Eine nach der ande­ren. Nichts ist verloren.«

Einladung statt Anleitung

Wer sich auf Dör­ries Ein­la­dung zum Schrei­ben ein­lässt, lernt schnell, den eige­nen Kopf beim Schrei­ben nicht mehr als Geg­ner oder Blo­cka­de wahr­zu­neh­men, son­dern ihn zur Quel­le des­sen zu machen.

»Wenn wir dar­über nach­den­ken, was wir so den­ken, schä­men wir uns schnell. Und wenn wir uns schä­men, kön­nen wir schlecht schrei­ben. Wofür schä­men wir uns?«

Leben schrei­ben atmen ver­sucht nicht, letzt­gül­ti­ge Regeln dar­über fest­zu­le­gen, wie geschrie­ben wer­den soll. Es belehrt nicht und kann den­noch eine gro­ße Wir­kung auf sei­ne Leser und Lese­rin­nen ent­fal­ten: Dör­ries Fra­gen inspi­rie­ren, sie regen an und hel­fen, sich selbst zum Schrei­ben zu verhelfen.

Doris Dör­ries neu­es Werk ist kein Buch, das am Stück gele­sen wer­den soll, um dann in den Untie­fen des Bücher­re­gals neben dicken Wör­ter­bü­chern zu ver­schwin­den. Viel­mehr kann es immer wie­der her­vor­ge­zo­gen wer­den, um erneut zum Schrei­ben einzuladen.

Fazit zu ›Leben schreiben atmen

Wer nach kla­ren Vor­ga­ben sucht, wie geschrie­ben wer­den soll, wird bei Dör­rie nicht fün­dig. Doch was sich durch das Buch zieht, ist die Auf­for­de­rung, das geschrie­ben wer­den soll, am bes­ten täg­lich, min­des­tens zehn Minu­ten. Wer ler­nen will, im eige­nen Kopf einen Weg zu pflas­tern, der zu einem Quell an Inspi­ra­ti­on führt, soll­te Leben schrei­ben atmen in sei­nen Werk­zeug­kas­ten packen, denn man­che Ein­la­dun­gen soll­te man nicht ausschlagen.

Buchinfo

Doris Dör­rie:
Leben, schrei­ben, atmen

Eine Ein­la­dung zum Schrei­ben
Dio­ge­nes, Zürich 2019
288 S., EUR (D) 18,- inkl. MwSt.
Hard­co­ver, Lei­nen, im Schutz­um­schlag
ISBN 978−3−257−07069−9

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