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Tomi Adeyemi: Children of Virtue and Vengeance [Rezension]

Von alten und neuen Wunden. 

Obwohl die Magie in ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ nach Orï­sha zurück­ge­kehrt ist, fin­den Zélie und Ama­ri kei­ne Ruhe. Die Magie ist nicht mehr so, wie sie vor der Blut­nacht gewe­sen war, an der sie ihnen genom­men wur­de. Sie ist unbe­re­chen­bar und nicht nur in den Hän­den von Zélies Geg­nern eine gefähr­li­che Waffe. 

Um sie zurück­zu­ho­len, muss­te vie­les geop­fert wer­den: Fami­li­en, Hei­mat, Lie­be. Wäh­rend die Magie sich im Land aus­brei­tet, sit­zen Schmerz und Miss­trau­en in Orï­sha noch immer tief. Kaum jemand scheint durch die Schre­cken der Mon­ar­chie oder des Miss­brauchs von Magie ver­schont geblie­ben zu sein.

Neben dem Gefühl von Schuld pla­gen Zwei­fel Zélie. Zwei­fel an sich, und an ihrer Magie. Zu vie­le sind bereits ver­lo­ren, die sie durch die Magie beschüt­zen wollte. 

»›Wenn du dei­ne Magie nicht mehr willst, was willst du dann?‹
Sei­ne Fra­ge lässt mich inne­hal­ten. Ich will die Men­schen zurück, die ich ver­lo­ren habe, mehr nicht.«

Im zwei­ten Band der Rei­he ›Child­ren of Blood and Bone‹ wer­den Zélie und ihre Ver­bün­de­te ans Äußers­te getrie­ben. Eben­so span­nend, wie der ers­te Band, ›Gol­de­ner Zorn‹, ende­te, geht es im zwei­ten Band wei­ter. Hass und Kampf herr­schen in Orï­sha schon so lan­ge, dass sich kaum noch jemand zu erin­nern scheint, wie es anfing. Zu ver­floch­ten sind ihre Leben und zu ver­win­kelt ihre Entscheidungen.

Adey­e­mi gelingt es, mit ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ einen Roman zu schrei­ben, der jun­ge Men­schen zeigt, die von Her­zen ver­su­chen, das Rich­ti­ge zu tun und doch immer wie­der an Wän­de und Wun­den sto­ßen, die ihnen alles abver­lan­gen. Die Welt von Zélie und ihren Freun­den und Fein­den ist kei­ne ein­fa­che – und auch Adey­e­mi macht es sich beim Erzäh­len die­ser Geschich­te nicht ein­fach: Sie zeigt bei­de Per­spek­ti­ven, jene der Mon­ar­chie und jene der Maji, und ver­steht es, die Kom­ple­xi­tät abzu­bil­den, die in einem Leid wie dem von Orï­sha liegt. Eine ein­zel­ne Tat kann nicht alles wie­der gut wer­den las­sen, zu tief sit­zen Miss­trau­en, Schmerz und Hass, zu ver­wo­ben sind die Geschich­ten der Figuren. 

»Die Göt­ter haben mit mir gespielt wie mit einer Pup­pe und mich bei­sei­te­ge­wor­fen, als die Magie zurück­kam. Ich ver­traue ihnen nicht mehr. Sie haben mir nichts als Schmerz gebracht.«

Doch obwohl Zélie in ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ am liebs­ten davon­lau­fen und Orï­sha hin­ter sich las­sen wür­de, bleibt sie, um für eine bes­se­re Zukunft zu kämp­fen. Und mit ihr ande­re jun­ge Men­schen, oft noch Kin­der, die sich an die Welt ihrer Eltern kaum noch erin­nern kön­nen. In der vagen Hoff­nung, dass ein bes­se­res Orï­sha mög­lich ist, für alle. 

Fazit zu ›Children of Virtue and Vengeance

Und wäh­rend ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ eine Geschich­te erzählt, die berührt und den Atem raubt, lässt sie Raum, um auf­zu­at­men. An einem klei­nen Häus­chen, von Was­ser umge­ben, bei einer Samm­lung von Brie­fen oder in den Armen eines char­man­ten Söld­ners. Es bleibt span­nend, wohin die Rei­se von Zélie und ihren Freun­den füh­ren wird – auf jeden Fall wird sie magisch. 

Buchinfo

Tomi Adey­e­mi:
Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce

Child­ren of Blood and Bone, Band 2
Flam­men­de Schat­ten
Über­setzt von: Andrea Fischer
FISCHER FJB, Frank­furt a. M. 2020
496 S., EUR (D) 18,99 inkl. MwSt.
Roman, Hard­co­ver
ISBN 978−3−8414−4030−3

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Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone – Goldener Zorn [Rezension]

Die Schrecken von Mensch und Magie. 

Die Zeit, in der die Macht der Maji die Welt beherrsch­te, ist in ›Gol­de­ner Zorn‹ vor­über. Und mit ihr ist die Magie ver­schwun­den. Doch obwohl die Gefahr durch den Miss­brauch von Magie gebannt ist, müs­sen all jene ster­ben, die in der Lage waren, sie auszuführen. 

Wäh­rend mit der Magie die Maji ver­schwin­den, ver­lie­ren vie­le Freun­de, Geschwis­ter, Eltern. Nur wer zu jung ist, um Magie ein­ge­setzt zu haben, darf überleben. 

Doch das Leben jener, die durch das wei­ße Haar noch immer davon zeu­gen, dass es die Maji ein­mal gege­ben hat, ist hart: Sie wer­den grund­los ernied­rigt, gequält oder getö­tet. Wer ihnen hilft, muss mit Pro­ble­men rechnen. 

Doch der Geist der Divî­nés, die in der Zeit der Magie zu Majis gewor­den wären, ist nicht erlo­schen. Im Gehei­men trai­nie­ren eini­ge von ihnen. Dür­fen sie auch kei­ne Waf­fen tra­gen, schu­len sie den­noch ihre Fähig­kei­ten, als spür­ten sie, dass der Tag kom­men wür­de. Und der Tag kommt.

»Die Göt­ter haben bereits ein­ge­grif­fen. Nach so lan­ger Zeit schen­ken sie uns unse­re Gaben erneut. Ihr müsst dar­auf ver­trau­en, dass sie nicht mit dem Schick­sal der Maji spie­len würden.«

Zélie war noch ein Kind, als ihre Mut­ter vor ihren Augen ver­schleppt wur­de. Als sie sie das nächs­te Mal sieht, ist sie bereits tot. Der Geist des Vaters gebro­chen. Der Bru­der selbst noch ein Kind. Und Zélie weiß, dass ihre Mut­ter noch leben wür­de, wenn man ihr zuvor nicht die Magie genom­men hätte.

Doch jetzt, nach vie­len Jah­ren, geschieht etwas, das die Welt wie­der ver­än­dern könn­te: Ist es mög­lich, die Magie zurückzubringen? 

Zélie hofft es, denn so kann es für die Divî­nés nicht wei­ter­ge­hen. Fern ab von dem Dorf, in dem sie auf­wuchs, will sie die­se Hoff­nung wahr machen – und das nicht allein. Doch wäh­rend sie Hil­fe von uner­war­te­ten Ver­bün­de­ten erhält, wächst die Zahl ihrer Fein­de schnell. In einem Land, das von Raub­tie­ren bevöl­kert ist, in dem die Toten von ihren Trau­ma­ta im Dies­seits gehal­ten wer­den und das Leben einer Divî­né nichts wert ist.

»Töte das Mäd­chen.
Ver­nich­te die Magie.
Das ist mein ein­zi­ger Plan.«

Adey­e­mis Figu­ren in ›Gol­de­ner Zorn‹ haben vor allem eines: Mut. Sie las­sen alles hin­ter sich, was sie gekannt haben. Obwohl sie sich noch an die Grau­en der Blut­nacht, die Zélies Mut­ter das Leben gekos­tet hat, erin­nern. Die Regeln die­ser Welt sind grau­sam für jene wie Zélie, die mit wei­ßen Haa­ren gebo­ren sind. Leben ist kaum mehr als Über­le­ben – und auch das nur, falls sie Glück haben.

Doch trotz der Schre­cken, die sie erlebt haben, sprü­hen Adey­e­mis Figu­ren in ›Gol­de­ner Zorn‹ vor Ener­gie. Sie sind nicht auf den Mund gefal­len, kön­nen ihr Tem­pe­ra­ment nicht immer zügeln und hal­ten an den Din­gen fest, an die sie glauben.

Fazit zu ›Goldener Zorn‹

Gol­de­ner Zorn‹ ist ein star­ker Anfang einer Rei­he, der ledig­lich etwas ver­liert, da die klei­nen Span­nungs­bö­gen oft­mals zu früh auf­ge­löst wer­den. Doch wer will schon über man­che der klei­nen Span­nungs­bö­gen kla­gen, wenn der Haupt­span­nungs­bo­gen so über­zeu­gen kann? Der zwei­te Teil ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ ver­spricht span­nend zu werden.

Buchinfo

Tomi Adey­e­mi:
Child­ren of Blood and Bone

Band 1
Gol­de­ner Zorn
Über­setzt von: Andrea Fischer
FISCHER FJB, Frank­furt a. M. 2018
624 S., EUR (D) 18,99 inkl. MwSt.
Roman, Hard­co­ver
ISBN 978−3−8414−4029−7

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Bewer­tung: 4 von 5.


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