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Katharina Seck: Die Silberne Königin [Rezension]

Katharina Seck: Die Silberne Königin [Rezension]

Silberminen, Schokolade und ein König ohne Herz. 

Ein Land aus Eis und Schnee. Jeder Schritt fern­ab der Wege kann in ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ den Tod bedeu­ten, denn ein Sturz genügt, um zu erfrie­ren. Es wird von einem König regiert, den kaum jemand je zu Gesicht bekommt, doch des­sen Herz eben­so kalt sein soll wie sein Land. 

Wie die meis­ten Bewoh­ner der Stadt hält sich Emma vom Schloss fern. Selbst wenn sie es woll­te, hät­te sie kaum die Zeit, so weit von ihrem gewohn­ten Weg abzu­kom­men. Denn Emma arbei­tet in den Sil­ber­mi­nen, in denen sie sich zwar nie sicher gefühlt hat, aber auch nicht so sehr in Gefahr, wie an dem Tag, als einer der Stol­len wäh­rend ihrer Schicht ein­stürzt. Emma will nie wie­der zurück in die Minen. Und Arbeit ist im Land eben­so sel­ten wie Son­nen­stun­den. Doch Emma braucht Arbeit. Nicht nur für sich, son­dern auch für ihren Vater, der seit dem Tod ihrer Mut­ter kaum mehr das Haus ver­lässt, nicht arbei­tet und zu viel trinkt. 

»Am nächs­ten Mor­gen war der Berg wie­der zu Ruhe gekom­men, aber in Emmas Träu­men groll­te er noch immer.«

Doch alles ändert sich, als es Emma wie durch ein Wun­der gelingt, einen Job in der Cho­co­la­te­rie zu fin­den. Denn dort fin­det Emma nicht nur Arbeit, son­dern auch ech­te Freun­de und lernt den Zau­ber von Geschich­ten ken­nen. Geschich­ten, die mehr Wahr­heit in sich tra­gen, als sie je geahnt hätte.

Auch die Arbeit in der Cho­co­la­te­rie ist es, die Emma das ers­te Mal über die Schwel­le des Schlos­ses führt. Denn der König ist einer der Weni­gen, der sich den Luxus von Scho­ko­la­de noch erlau­ben kann. Nur das Schloss ist noch käl­ter als das es umge­ben­de Land aus Eis und Schnee. Und als die zen­tra­le Han­dels­stra­ße durch den Schnee unpas­sier­bar wird, wis­sen die Bewoh­ner der Stadt, dass nun ein Wett­lauf gegen das Ver­hun­gern begon­nen hat.

»Casper neig­te den Kopf. Das amü­sier­te Lächeln auf sei­nen Lip­pen hät­te char­mant wir­ken kön­nen, wenn die­ses Blit­zen in sei­nen Augen nicht wäre. Es war der Aus­druck eines Raub­tiers, das mit sei­ner Beu­te spielte.«

Fast 150 Sei­ten dau­er­te es, bis ich mit die­sem Buch wirk­lich warm gewor­den bin. Erst als der König in Erschei­nung tritt, hat sich die Geschich­te so ver­dich­tet, dass sie ihre Sog­wir­kung ent­fal­tet hat. Mit dem König Casper ist Seck ein wun­der­bar fas­zi­nie­ren­der Cha­rak­ter gelun­gen. Ein Herz aus Eis, den Men­schen fern, und nur durch das Erzäh­len eines Mär­chens dazu zu bewe­gen, sei­ne dunk­len Vor­ha­ben auf­zu­schie­ben. Ein wenig wie ›Tau­send­und­ei­ne Nacht‹, nur viel käl­ter. Und doch eine Lie­bes­er­klä­rung an die Kraft und den Zau­ber von Mär­chen und Geschichten.

Fazit zu ›Die Silberne Königin

Wäh­rend sich die Ereig­nis­se für mich anfangs zu lang­sam ent­fal­te­ten, ging mir bei der Pro­blem­lö­sung dann alles etwas zu schnell, um es spoi­ler­frei zu for­mu­lie­ren. In ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ ste­cken vie­le, wun­der­schö­ne Ele­men­te, mit­ein­an­der ver­wo­ben durch eine mär­chen­haf­te, das Beson­de­re fin­den­de Spra­che. Nur bei der Aus­ar­bei­tung hät­te ich mir mehr gewünscht. Den­noch, wer Mär­chen und Fan­ta­sy liebt, kann die­sem Buch ger­ne eine Chan­ce geben. Sobald man sich warm gele­sen hat, lohnt es sich, die Geschich­te um Casper zu erfahren. 

Wer ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ mag, dem könn­te auch ›Der Dieb ohne Herz‹ gefal­len.

Buchinfo

Katha­ri­na Seck:
Die Sil­ber­ne Köni­gin

Roman
Bas­tei Lüb­be, Köln 2016
366 S., EUR (D) 12,- inkl. MwSt.
Paper­back
Alters­emp­feh­lung: ab 16 Jah­ren
ISBN 978−3−404−20862−3

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Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 3.5 von 5.


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Harlan Coben: Ich vermisse dich [Rezension]

Was ihr Ex ihr verschwieg. 

Kat Dono­van, Detec­ti­ve bei der Kri­mi­nal­po­li­zei, gehört zu jenen Frau­en, die nicht auf den Mund gefal­len sind. Schon ihr Vater war bei der Poli­zei, der vor fast zwan­zig Jah­ren ermor­det wurde. 

Und mit dem Tod ihres Vaters hat sich auch ihr dama­li­ger Ver­lob­ter von ihr ent­frem­det und sie ver­las­sen. Seit­dem klafft ein Loch in Kats Leben, das durch die Arbeit nicht gefüllt wer­den kann. 

Der Mann, der für den Mord an ihrem Vater hin­ter Git­tern sitzt, liegt im Ster­ben. Ein letz­tes Mal ver­sucht Kat von ihm zu erfah­ren, wer den Mord an ihrem Vater in Auf­trag gab und war­um. Zur glei­chen Zeit hat ihre Freun­din Sta­cy die Idee, Kat Dono­van bei einer Online-Sin­gle­bör­se anzumelden.

»Man erfährt viel über Bezie­hun­gen, wenn der eige­ne Job gewis­ser­ma­ßen dar­in besteht, sie zu zer­stö­ren. Die Wahr­heit ist aber, dass es in fast jeder Bezie­hung Bruch­stel­len gibt. Jede Bezie­hung hat Ris­se und Sprünge.«

Doch was, wenn die Sin­gle­bör­se dir nicht hilft, auf ande­re Gedan­ken zu kom­men, son­dern dir das Bild dei­nes Ex-Ver­lob­ten vorschlägt? 

Und wäh­rend Kat in ›Ich ver­mis­se dich‹ dar­an zu kau­en hat, dass ihr Ex-Ver­lob­ter plötz­lich wie­der in Reich­wei­te scheint und der ver­ur­teil­te Mör­der ihres Vaters ster­ben könn­te, ohne ihr ihre letz­ten Fra­gen beant­wor­tet zu haben, braucht ein Jun­ge Kats Hilfe.

Men­schen ver­schwin­den, wäh­rend die noch unge­lös­ten Fra­gen in Kats Ver­gan­gen­heit wie­der in die Gegen­wart rei­chen. Wäh­rend sich alles mehr und mehr zu ver­mi­schen und zu ver­wi­schen scheint, stellt sich bald die Fra­ge, wem Kat noch ver­trau­en und glau­ben kann. Und vor allem – kann sie ihrem eige­nen Urteil noch trauen?

»Meis­tens emp­fand sie nur glü­hen­den Hass für ihn, manch­mal wur­de ihr jedoch klar, dass es war, als wür­de sie eine Pis­to­le has­sen. Er war die Waf­fe, mehr nicht.«

Fazit zu ›Ich vermisse dich

Coben ver­steht es, in ›Ich ver­mis­se dich‹ eine span­nen­de und erschre­cken­de Hand­lung mit den Geschich­ten der Figu­ren zu ver­we­ben. Ein Sog ent­steht, der durch über­ra­schen­de Wen­dun­gen, klu­ge Dia­lo­ge und glaub­haf­te Cha­rak­te­re durch das Buch treibt. Ein Thril­ler, der in Atem hält.

Buchinfo

Har­lan Coben:
Ich ver­mis­se dich

Thril­ler
Aus dem Ame­ri­ka­ni­schen von Gun­nar Kwisin­ski
Gold­mann, Mün­chen 2016
512 S., EUR (D) 9,99 inkl. MwSt.
Roman, Taschen­buch, Klap­pen­bro­schur
ISBN 978−3−442−48435−5

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Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 4 von 5.


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