Archiv der Kategorie: Märchen, Mythen, Sagen und Legenden

Julian Auringer: Rot wie Blut. Grausige Märchen und Sagen [Rezension]

Julian Auringer (Hrsg.): Rot wie Blut. Grausige Märchen und Sagen [Rezension]

Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage? 

Dass Mär­chen nicht in ers­ter Linie für Kin­der gesam­melt und geschrie­ben wor­den sind, zeigt sich in ›Rot wie Blut‹ sehr deut­lich. Eben­so, wie weit die ursprüng­li­che­ren Ver­sio­nen der Mär­chen und das, was heu­te noch von ihnen erin­nert wird, auseinanderliegen. 

Ob es das Mär­chen um König Dros­sel­bart ist, Dorn­rös­chen, Rapun­zel oder Rot­käpp­chen: Die Mär­chen und Sagen, die Juli­an Aurin­ger in ›Rot wie Blut‹ gesam­melt hat, machen dem Unter­ti­tel des Buches alle Ehre. Nicht nur blu­ti­ger und gro­tes­ker, auch sexua­li­sier­ter erschei­nen diese. 

In ›Rot wie Blut‹ hat Aurin­ger Mär­chen und Sagen nam­haf­ter Autoren und Autorin­nen bezie­hungs­wei­se Samm­lern und Samm­le­rin­nen zusam­men­ge­stellt. Von Giam­bat­tis­ta Basi­le, über Marie-Cathé­ri­ne d’Aulnoy, Charles Per­rault, Chris­ti­an August Vul­pi­us, Karo­li­ne Stahl, den Brü­dern Grimm, Karl Bartsch, Anton Bir­lin­ger, Carl und Theo­dor Cols­horn, Fried­rich Gott­schalck, Johann Hein­rich Leh­nert, Alex­an­der von Ungern-Stern­berg, Adal­bert Kuhn, Ernst Mei­er, Johan­nes Wil­helm Wolf, Karl Müllen­hoff, Ulrich Jahn, Karl Spie­gel bis hin zu Josef Müller.

»Als schon alles am Tische saß, trat plötz­lich noch eine alte Fee ein, die nicht ein­ge­la­den war und die man ver­ges­sen hat­te, weil man seit mehr als hun­dert Jah­ren nichts von ihr wuss­te und sie für tot oder ver­schol­len hielt.«

Das Dorn­rös­chen oder: Die schla­fen­de Schö­ne im Wald‹

So fin­den sich neben eini­gen der sicher­lich bekann­tes­ten Mär­chen und Sagen auch eini­ge, die im Ver­gleich weni­ger bekannt sind. Mehr­fach sind Illus­tra­tio­nen in die Erzäh­lun­gen eingefügt. 

Doch selbst wer ver­gleichs­wei­se mär­chen­fest zu sein glaubt, kann in ›Rot wie Blut‹ an der ein oder ande­ren Stel­le Neu­es erfah­ren. So wird sich zei­gen, was Dorn­rös­chen mit einer Oge­rin zu tun hat und wie Hän­sel und Gre­tel mit See­räu­bern in Ver­bin­dung stehen. 

»Es war ein­mal ein König, der hat­te drei Töch­ter, in sei­nem Hof aber stand ein Brun­nen mit schö­nem kla­rem Was­ser. An einem hei­ßen Som­mer­tag ging die ältes­te hin­un­ter und schöpf­te sich ein Glas voll her­aus, wie sie es aber so ansah und gegen die Son­ne hielt, sah sie, dass es trüb’ war.«

Der Frosch­prinz

Doch Aurin­gers aus­ge­wähl­te Mär­chen und Sagen sind nicht nur grau­sig und blu­tig. Sie sind magisch, bekannt und zugleich fremd. Ihnen haf­tet der Zau­ber einer ver­gan­ge­nen Zeit an, der auch durch Erzäh­len und Wie­der­erzäh­len noch im Gedächt­nis geblie­ben ist.

»Es saß ein­mal eine Köni­gin zur Win­ters­zeit, als drau­ßen Schnee lag, am Fens­ter, und stick­te an einem Tuche, das in einem Rah­men von schwar­zem Eben­holz gespannt war. Da stach sie sich mit der Näh­na­del in den Fin­ger, dass es blu­te­te, und mach­te das Fens­ter auf, und ließ das Blut auf den Schnee tropfen.«

Schnee­witt­chen
Fazit zu ›Rot wie Blut

Die von Juli­an Aurin­ger aus­ge­wähl­ten Mär­chen und Sagen in ›Rot wie Blut‹ hal­ten, was der Titel des Buches ver­spricht. Mehr als ein Dut­zend unter­schied­li­cher Autoren und Autorin­nen haben hier Ein­zug gefun­den und machen ›Rot wie Blut‹ zu einem teils span­nen­den, teils ver­trau­ten Lese­ver­gnü­gen. Wer Mär­chen und Sagen mag, dem könn­ten auch ›Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen‹ und ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹ gefal­len.

Buchinfo

Juli­an Aurin­ger (Hrsg.):
Rot wie Blut

Grau­si­ge Mär­chen und Sagen
Mit Illus­tra­tio­nen aus den Bil­der­bo­gen
des 19. Jahr­hun­derts
Ana­con­da, Mün­chen 2020
256 S., EUR (D) 4,95 inkl. MwSt.
Hard­co­ver
ISBN 978−3−7306−0908−8

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Leigh Bardugo: Die Sprache der Dornen [Rezension]

Die Magie des Märchenerzählens. 

Ob Hexen, Bes­ti­en oder Meer­jung­frau­en: Auch die Mär­chen in ›Die Spra­che der Dor­nen‹ ken­nen die­se Geschöp­fe, die aus den Mär­chen der Kind­heit ver­traut aufblicken. 

Doch wer Leigh Bar­d­u­gos Roma­ne über ›Die Legen­den der Gri­sha‹, die Dilo­gien ›Glo­ry or Gra­ve‹ oder ›Thron aus Gold und Asche‹ kennt, ahnt, was sich hin­ter den Hexen und Magi­ern die­ses Buches ver­ber­gen könn­te. Doch auch ohne sie zu ken­nen – den sechs ver­schie­de­nen Mit­ter­nachts­ge­schich­ten haf­tet etwas so uner­klär­lich Magi­sches an, dass man stau­nen kann. Obwohl die Geschich­ten vol­ler Magie und unheim­li­cher Figu­ren sind, sind sie zugleich vol­ler Mensch­lich­keit und mensch­li­cher Abgründe. 

Wun­der­schö­ne Illus­tra­tio­nen schmü­cken nicht nur den Sei­ten­rand aller Geschich­ten. Am Ende jeder Erzäh­lung erwar­tet den Leser oder die Lese­rin eine dop­pel­sei­ti­ge Illus­tra­ti­on, die die Atmo­sphä­re der Geschich­ten per­fekt ein­zu­fan­gen weiß. 

Und wäh­rend in man­chen Geschich­ten unauf­fäl­lig Gestal­ten war­ten, die man aus Leigh Bar­d­u­gos Geschich­ten kennt, sind die Anspie­lun­gen an und Fort­füh­run­gen von klas­si­schen Erzäh­lun­gen und Mär­chen vielfältig. 

»In dem Jahr, in dem der Som­mer zu lan­ge blieb, lag die Hit­ze schwer wie ein Leich­nam auf der Prä­rie. Das hohe Gras ver­brann­te unter der unbarm­her­zi­gen Son­ne, und die Tie­re fie­len tot auf den aus­ge­dörr­ten Fel­dern um. In die­sem Jahr waren nur die Flie­gen glück­lich, und Sor­gen kamen über die Köni­gin des west­li­chen Tales.«

Bar­d­u­gos Mit­ter­nachts­ge­schich­ten in ›Die Spra­che der Dor­nen‹ sind ver­mut­lich nicht nur für Gri­sha-Fans ein Genuss. Wer eine Schwä­che für Erzäh­lun­gen mit mär­chen­haf­ten Ele­men­ten hat, kann ihren getrost eine Chan­ce geben. Die Spra­che der Autorin ist düs­ter und stim­mungs­voll. Ihre Figu­ren sind oft eben­so wun­der­schön wie abscheu­lich, wäh­rend die Prin­zes­sin­nen ihrer Geschich­ten sicher­lich nicht nur dar­auf war­ten, dass ein Prinz in glän­zen­der Rüs­tung sie rettet.

»Nie­mand in der Stadt konn­te bestrei­ten, dass Kimas Eltern geseg­net wor­den waren mit ihrer Geburt, denn sie war gewiss dazu bestimmt, einen rei­chen Mann zu hei­ra­ten – viel­leicht sogar einen Prin­zen – und ihnen so Glück zu brin­gen. Doch dann, kaum ein Jahr spä­ter, kam ihre zwei­te Toch­ter auf die Welt, und die Göt­ter lachten.«

Fazit zu ›Die Sprache der Dornen

Bar­d­u­gos Geschich­ten blei­ben im Gedächt­nis. Ihre Prot­ago­nis­ten und Prot­ago­nis­tin­nen sind las­sen sich nicht unter­krie­gen, ganz gleich, ob sie für oder gegen Fami­lie, Freun­de oder sich selbst kämp­fen. Wer also noch eine Geschich­te für Mit­ter­nacht braucht, könn­te hier fün­dig werden.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Die Spra­che der Dor­nen
Mit­ter­nachts­ge­schich­ten
Über­setzt von: Michel­le Gyo
Knaur, Mün­chen 2018
288 S., EUR (D) 16,- inkl. MwSt.
Gebun­den
ISBN 978−3−426−22679−7

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Walter Moers: Ensel und Krete [Rezension]

Von Hexen, Birken und dem Unheimlichen. 

Ich kann nicht genau sagen, war­um, aber bei den Büchern von Wal­ter Moers habe ich auf den ers­ten ca. 100 Sei­ten oft das Gefühl, dass die­ses Buch dies­mal nichts für mich ist. So ging es mir bei ›Ensel und Kre­te‹, aber auch bei den gro­ßen ›Zamo­nien‹-Roma­nen. Zwar mag ich in die­sen Momen­ten die beson­de­re Welt und die Figu­ren, die er erschaf­fen hat, aber irgend­wie kön­nen mich sei­ne Bücher auf den ers­ten Sei­ten nicht für sich gewinnen. 

Und dann lese ich wei­ter, anfangs wegen Emp­feh­lun­gen, mitt­ler­wei­le weil ich die Erfah­rung schon ken­ne, und bin super froh dar­über. In Wal­ter Moers Roma­nen gibt es für mich immer die­sen einen Punkt, bei dem plötz­lich alles inein­an­der greift: die Beschrei­bun­gen nicht mehr für sich ste­hen, die Figu­ren Eigen­le­ben ent­wi­ckeln und das Kon­zept der Geschich­te auf­geht. Und dann hat Moers mich kom­plett in sei­nem Bann. 

Bei ›Ensel und Kre­te‹ wur­de mein anfäng­li­cher Ein­druck, dass die­ses Buch von Moers die­ses Mal nichts für mich sei, durch die Beson­der­hei­ten des Tex­tes, wie erklä­ren­de Fuß­no­ten und Ein­schü­be einer Autor­fik­ti­on, noch ver­stärkt. Doch auch die­ses Mal füg­te sich für mich alles wie­der zu einer tol­len und ein­zig­ar­ti­gen Geschich­te, Fuß­no­ten und Ein­schü­be inbegriffen.

»Wenn man in Zamo­nien das Bedürf­nis nach voll­kom­me­ner Har­mo­nie hat­te, dann mach­te man Feri­en im Gro­ßen Wald.«

Ein Geschwis­ter­paar ent­schei­det sich bei ihrem Urlaub in Bau­ming, einer lie­be­voll beschrie­be­nen Lebens­welt der Bunt­bä­ren, von den zuge­las­se­nen Wegen abzu­ge­hen und fin­det den Weg nicht mehr zurück. Was bekannt klingt, formt Moers zu einem völ­lig neu­en Abenteuer.

»Der Natur sind die Tra­gö­di­en, die sich in ihr abspie­len, egal. Noch kein Gal­gen­baum hat sich dar­über auf­ge­regt, daß Unschul­di­ge an ihm auf­ge­knüpft wur­den. Kein Gras­halm eines Schlacht­fel­des trau­ert den Gefal­le­nen nach.«

Und somit ist ›Ensel und Kre­te‹ nicht nur ein span­nen­des Spiel mit bekann­ten und neu ange­wand­ten Mär­chen­ele­men­ten – was durch den Buch­ti­tel sicher­lich nicht über­rascht –, son­dern eines mit Inter­tex­tua­li­tät und Autor­fik­ti­on. Denn der ›Autor‹ Hil­de­gunst von Mythen­metz unter­bricht den Text nicht nur mit für das unmit­tel­ba­re Ver­ständ­nis wich­ti­gen Ein­schü­ben, son­dern auch mit Sei­ten­hie­ben auf sei­ne zamo­ni­schen Kritiker.

Fazit zu ›Ensel und Krete

Ensel und Kre­te‹ hat mich dar­an erin­nert, wie wich­tig es oft ist, der Geschich­te eines Buches sei­ne Zeit zu geben, um sich zu ent­fal­ten. Denn die Geduld ist in die­sem Fall defi­ni­tiv belohnt worden.

Buchinfo

Wal­ter Moers:
Ensel und Kre­te

Ein Mär­chen aus Zamo­nien
Gold­mann, Mün­chen 2002
256 S., EUR (D) 9,95 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−442−45017−6

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Neil Gaiman: Nordische Mythen und Sagen [Rezension]

Vom Ende und vom Anfang der Götter. 

Spä­tes­tens seit der Ver­fil­mung der Mar­vel-Comics sind Thor, Loki, Odin und wei­te­re Ver­tre­ter der nor­di­schen Göt­ter wie­der im Bewusst­sein von vie­len. ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹ erscheint somit zur pas­sen­den Zeit.

Doch schon mit der ›Edda‹ lie­gen lite­ra­ri­sche Wer­ke vor, die in alt­is­län­di­scher Spra­che über die Göt­ter und Hel­den erzäh­len: von Odin, Loki, Bal­der und vie­len wei­te­ren, zum Teil heu­te noch bekann­ten Figu­ren der Welt der nor­di­schen Mythen. 

Zwi­schen den Schrif­ten der ›Edda‹ und den Comics von Mar­vel lie­gen vie­le, vie­le Jahr­hun­der­te. Wie lan­ge die münd­li­che Über­lie­fe­rung der Geschich­ten der nor­di­schen Göt­ter zuvor bereits exis­tiert hat, weiß viel­leicht nur Odin selbst. Doch auch in den Jahr­hun­der­ten zwi­schen der Ver­schrift­li­chung der ›Edda‹ und der Wie­der­auf­er­ste­hung der nor­di­schen Göt­ter durch Tom Hidd­les­ton, Chris Hems­worth und Antho­ny Hop­kins war es um die Göt­ter nicht still.

Myths of the Nor­se­men: Retold from the Old Nor­se Poems and Tales‹ von Roger Lan­ce­lyn Green, erschie­nen im Jah­re 1960, und Wer­ke des 1941 gebo­re­nen Autors Kevin Cross­ley-Hol­land über die nor­di­sche Mytho­lo­gie haben nicht nur Neil Gai­man tief beeindruckt.

Es gibt sel­ten Bücher, bei denen ich mich bereits in die Ein­lei­tung ver­liebt habe. Neil Gai­man ist das mit ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹ gelun­gen. Eine Wir­kung, die auch im Ver­lauf des knapp 250 Sei­ten lan­gen Buches nicht nachließ.

»Odin und Vili und Ve töte­ten den Rie­sen Ymir. Es muss­te gesche­hen, denn es gab kei­ne ande­re Mög­lich­keit, die Wel­ten zu erschaf­fen. Dies war der Anfang von allem, der Tod, der alles Leben mög­lich machte.«

Neben der Wie­der­ga­be der alten, nor­di­schen Geschich­ten gelingt es Gai­man in ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹, weit mehr als den Inhalt der Geschich­ten wie­der­zu­ge­ben: Er gibt die Fas­zi­na­ti­on für sie wei­ter. Mög­lichst zugäng­lich, span­nend und greif­bar geschrie­ben, kön­nen die Geschich­ten der alten Göt­ter durch ihn Leser von heu­te ohne Vor­wis­sen und beson­de­re Sprach­kennt­nis­se errei­chen und abho­len in eine Welt, die noch ande­ren Geset­zen folgte.

»Thor sag­te nichts. Er dach­te an den ver­gan­ge­nen Abend, dar­an wie er mit dem hohen Alter gerun­gen und den Oze­an getrun­ken hat­te. Er dach­te an die Midgardschlange.«

Neil Gai­man legt mit ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹ kei­ne his­to­risch-kri­ti­sche Ver­si­on der ›Edda‹ vor, son­dern eine Nach­er­zäh­lung von Geschich­ten, die span­nend sein und unter­hal­ten will, und den­noch den alten Göt­tern der nor­di­schen Welt nah bleibt. Von Ymir bis zu Ragna­r­ök und über all die Gestal­ten, die ihre Welt bevölkern.

Eini­ge der 15 Geschich­ten des Buches zeich­nen sich durch Witz und Humor aus, wie die Geschich­ten, wie Sif ihr Haar ver­liert oder Thor sei­nen Ham­mer. Ande­re hin­ge­gen wer­den durch Span­nung und Tra­gik getra­gen, wie die Geschich­ten, wie Höd sei­nen Bru­der ver­liert oder Tyr sei­ne Hand.

»Die Tat­sa­che, dass die­se Welt und ihre Geschich­ten enden wür­den, und die Art, wie sie eines Tages enden und neu ent­ste­hen soll­ten, mach­te die Göt­ter und die Rie­sen und alle ande­ren Figu­ren zu tra­gi­schen Hel­den und zu tra­gi­schen Schurken.«

Fazit zu ›Nordische Mythen und Sagen

Doch eines eint die Geschich­ten von Neil Gai­man, obwohl ihnen allen eine Art Ende inne­wohnt: Sie sind vol­ler Leben und begeis­tern für ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹.

Buchinfo

Neil Gai­man:
Nor­di­sche Mythen und Sagen

Aus dem ame­ri­ka­ni­schen Eng­lisch über­setzt
von André Mum­ot
Eich­born Ver­lag, Köln 2019
253 S., EUR (D) 14,- inkl. MwSt.
Paper­back
Alters­emp­feh­lung: ab 16 Jah­ren
ISBN 978−3−8479−0667−4

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Hube (Hrsg.): Die schönsten norwegischen Märchen [Rezension]

Von vielköpfigen Trollen und weißen Bären. 

Auf über 200 Sei­ten hat Hans-Jür­gen Hube sie gesam­melt: ›Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen‹. Sie sind voll von muti­gen Prin­zen, ent­führ­ten Prin­zes­sin­nen, lie­bens­wer­ten Hel­fern und rol­len­den Troll­köp­fen. Miss­güns­ti­ge Brü­der, die den jüngs­ten nicht mit­neh­men wol­len und sich über ihn lus­tig machen, fin­den eben­so Ein­zug in die Geschich­ten wie Stief­müt­ter, die sich der ver­hass­ten Stief­söh­ne ent­le­di­gen wollen. 

Ein­ge­lei­tet wer­den die ein­zel­nen Geschich­ten von der ver­trau­ten Mär­chen-For­mel »Es war ein­mal«, doch geschlos­sen nur sel­ten von der alt­be­kann­ten »Und wenn sie nicht gestor­ben sind«-Formel.

Neben bekann­ten Mär­chen-Ele­men­ten, wie dem Raub der schö­nen Prin­zes­sin, fin­den sich vie­le, den nor­we­gi­schen Mär­chen eige­ne Ele­men­te, wie die viel­köp­fi­gen Trol­le und den bös­ar­ti­gen Trollhexen.

»Als Lil­le­kort ein Weil­chen gewan­dert war, traf er ein altes, krum­mes buck­li­ges Weib, das nur ein Auge hatte.«

Zudem vari­ie­ren die ein­zel­nen Mär­chen erheb­lich in ihrer Län­ge. Wäh­rend man­che Geschich­ten kaum eine Sei­te lang sind, erstre­cken sich wie­der ande­re auf ein hal­bes Dut­zend Sei­ten. Unter den Ele­men­ten, von denen sich eini­ge immer­fort zu wie­der­ho­len schei­nen, fal­len doch jene Geschich­ten beson­ders auf, die eige­ne­re Inhal­te erzählen. 

Unter mei­nen liebs­ten nor­we­gi­schen Mär­chen dür­fen sowohl der ›Weiß­bär König Vale­mon‹, ›Die Müh­le auf dem Mee­res­grun­de‹, ›Lil­le­kort‹ als auch ›All­schwarz und All­weiß‹ nicht fehlen. 

Auf jeden Fall zäh­le ich ›Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen‹ schon jetzt zu den Büchern, die ich in die­sem Jahr gele­sen habe und deren Cover mir mit am meis­ten gefal­len hat.

Ich fin­de, dass das Cover die Stim­mung der Geschich­ten in ›Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen‹ wun­der­bar ein­fängt und gro­ße Lust macht, das hüb­sche und hand­li­che Büch­lein wie­der und wie­der in die Hand zu nehmen.

»Es waren ein­mal zwei Brü­der, der eine hieß Treu, der ande­re Unge­treu; und Treu war stets gut und auf­rich­tig, Unge­treu aber böse und vol­ler Lügen; nie­mand konn­te sich auf ihn ver­las­sen. Ihre Mut­ter war eine arme Wit­we, die nur wenig zum Leben hatte …«

Fazit zu ›Die schönsten norwegischen Märchen

Wer sich für Mär­chen inter­es­siert, soll­te, obwohl auch ein paar der Mär­chen durch die sich wie­der­ho­len­den, jedoch mär­chen­ty­pi­schen Ele­men­te ein­tö­nig wir­ken kön­nen, doch auch ein­mal einen Blick auf nor­we­gi­sche Mär­chen wer­fen, unter denen sicher­lich der eine oder ande­re Lieb­ling gewon­nen wer­den kann.

Buchinfo

Hans-Jür­gen Hube (Hrsg.):
Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen

Über­setzt v. F. Bre­se­mann & H.-J. Hube
insel taschen­buch, Ber­lin 2019
231 S., EUR (D) 11,- inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−458−36400−9

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