Archiv der Kategorie: Phantastik

Hanno Rinke: Fast am Ziel [Rezension]

Von der Kunst, gutes Essen und immer einen Parkplatz zu finden. 

Regis­seur, Kom­po­nist und Schrift­stel­ler – Han­no Rin­ke ist vie­les, aber sicher­lich nicht lang­wei­lig. 1946 in Ber­lin gebo­ren kann er auf vie­le tur­bu­len­te Jahr­zehn­te zurück­bli­cken. In ›Fast am Ziel‹ lädt er dazu ein, ihn auf eine Rei­se von Ham­burg nach Slo­we­ni­en, Kroa­ti­en oder Apu­li­en zu begleiten. 

In 99 Umwe­gen schil­dert er nicht nur den Kampf um Park­plät­ze und gutes Essen, son­dern erzählt über sein Leben. Über die Orte und vor allem auch Men­schen, die es aus­ma­chen und aus­ge­macht haben. 

Han­nos Rei­se umfasst fast vier Mona­te – vom 23. Mai 2016 bis zum 15. Okto­ber 2016 – oder 428 Seiten. 

»Aber weil Schwei­gen mich zu sehr an Tot­sein erin­nert und ich die­sem Zustand ja mit unse­rer Rei­se ent­ge­gen­wir­ken will, schrei­be ich trotz­dem weiter.«

Fast am Ziel‹ ist weder eine klas­si­sche Bio­gra­fie noch ein typi­scher Rei­se­be­richt. Mit Witz und Charme ver­webt Rin­ke bei­des. Vie­le der Orte auf sei­ner Rei­se besuch­te Rin­ke bereits in der Ver­gan­gen­heit, zumeist in ande­rer Beglei­tung, sodass mit Bezug auf den Ort bei­des geschil­dert wer­den kann: das Ver­gan­ge­ne und das Gegen­wär­ti­ge. Auch die Zeit war eine andere. 

Seit sei­nem Schlag­an­fall kann Rin­ke die Welt nicht mehr erlau­fen, wie er es in frü­he­ren Tagen getan hät­te. Wenn mög­lich, brin­gen ein Roll­stuhl und die Fahr­küns­te sei­nes Beglei­ters Rafał an sein Ziel. Häu­fi­ger jedoch muss Rin­ke sich die Orte sei­ner Rei­se über sei­ne Erin­ne­rung erschlie­ßen. Die­se zeigt sich jedoch so leben­dig und ein­la­dend, wie es der Ort selbst kaum sein könn­te, bei lus­ti­gen und bedrü­cken­den Momenten.

»Glücks­mo­men­te habe ich nie durch den Glau­ben erlebt – wie auch? –, son­dern nur im Sex.«

Rin­kes Schreib­stil in ›Fast am Ziel‹ ist poin­tiert und höchst sub­jek­tiv. Sel­ten spre­chen die Sät­ze sei­nes Rei­se­be­richts voll­stän­dig für sich selbst, erst das Wei­ter­le­sen ermög­licht die Ein­ord­nung. Sein kör­per­li­ches Erle­ben ist ein ande­res geworden. 

Denn auch die Glücks­mo­men­te durch Sex schei­nen in die Ver­gan­gen­heit gerückt und nur noch durch sei­ne Erin­ne­rung zu grei­fen. Öff­ne­te er im vor­he­ri­gen Zitat noch eine Art Gegen­satz zwi­schen Glück und Glau­ben, spitzt sich die Pas­sa­ge in der Über­le­gung zu, dass er in Bezug auf sei­ne Glücks­mo­men­te sei­ner Erin­ne­rung ver­trau­en muss, an die­se glau­ben muss.

»Ich woll­te gewandt, durch­trai­niert, ein­fühl­sam und bedeu­tend wer­den. Und was bin ich gewor­den? Begü­tert – mate­ri­ell zumin­dest. Das fin­de ich, wenn die Träu­me nicht in Erfül­lung gehen, einen ange­mes­se­nen Schadenersatz.«

Erleb­tes, Genuss, Sex und Glau­be sind nur eini­ge der zahl­rei­chen The­men, denen sich Rin­ke auf sei­ner Rei­se widmet.

Ergänzt wird sein Rei­se­be­richt von zahl­rei­chen Fotos, Tage­buch­pas­sa­gen, Gedicht- oder Redeauszügen.

Fazit zu ›Fast am Ziel

Fast am Ziel‹ ist eines jener Bücher, das einem nicht stän­dig in die Hän­de fällt. Es gibt Ein­bli­cke in das Leben Han­no Rin­kes und in sei­nen Ver­such, sich mit dem Altern zu arran­gie­ren. Lus­tig, nost­al­gisch, mit­un­ter melan­cho­lisch und über­ra­schend liest sich sein Rei­se­jour­nal, das nicht nur für Rei­se­fans inter­es­sant sein könnte.

Buchinfo

Han­no Rin­ke:
Fast am Ziel
99 Umwe­ge
Rei­se­jour­nal, Flexo­co­ver
Mit­tel­deut­scher Ver­lag, Hal­le 2020
428 S., EUR (D) 20,- inkl. MwSt.
ISBN 978−3−96311−379−6

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H. P. Lovecraft: Cthulhus Ruf [Rezension]

Von einem uralten Wesen in den Tiefen dieser Welt, das ruht und wartet. 

Die Ahnung von etwas Uralten, Mons­trö­sen erfüllt die Geschich­te ›Cthul­hus Ruf‹. Ist es zu Beginn noch der plötz­li­che Tod des Onkels des Icher­zäh­lers, der Rät­sel auf­gibt, ver­dich­tet sich das düs­te­re Netz aus Geheim­nis­sen und Vor­ah­nun­gen bald. 

Im Nach­lass des Onkels, einem ange­se­he­nen Pro­fes­sor, stößt der Icher­zäh­ler auf Auf­zeich­nun­gen und Unter­la­gen, die Zwei­fel am natür­li­chen Tod sei­nes Onkels auf­kom­men las­sen. Doch was war es, dem der Pro­fes­sor noch bis kurz vor sei­nem Able­ben auf der Spur war? Und war­um hat er davon nichts gewusst?

Der Icher­zäh­ler von ›Cthul­hus Ruf‹ kämpft mit sich und sei­ner Wahr­neh­mung der Welt. Er will ratio­na­le Erklä­run­gen fin­den, die Geheim­nis­se sei­nes Onkels auf Betrug ande­rer zurück­füh­ren, doch je tie­fer er sich in sei­ne Nach­for­schun­gen begibt, des­to stär­ker wird das Gefühl des lau­ern­den Grau­en­haf­ten. Uralte Ritua­le und mons­trö­se Anru­fun­gen, nicht nur in der Fer­ne, son­dern Tief im Her­zen des mensch­li­chen Bewusstseins.

»Ein Fall, dem sich die Anmer­kun­gen mit Nach­druck wid­me­ten, war tra­gisch.
Die betref­fen­de Per­son, ein sehr bekann­ter Archi­tekt mit Inter­es­se an Theo­so­phie und Okkul­tis­mus, wur­de am glei­chen Tag wie Wil­cox von hef­ti­gem Wahn­sinn befal­len und starb eini­ge Mona­te spä­ter nach end­lo­sem Schrei­en, jemand möge ihn doch vor den aus­ge­bro­che­nen Bewoh­nern der Höl­le retten.«

Mehr und mehr dunk­le Geheim­nis­se kreu­zen sei­ne Nach­for­schun­gen. In den unter­schied­lichs­ten Tei­len der Welt stößt er auf wei­te­re Puz­zle­tei­le. Und doch ist kaum jemand übrig, den er direkt befra­gen könn­te. Mys­te­riö­se Todes­fäl­le und Ver­schwin­den säu­men den Weg. Und wie berich­tet man etwas, das nie­mand zu glau­ben bereit ist? Love­craft zieht Leser und Lese­rin­nen sub­til und unter­schwel­lig in die Abgrün­de sei­ner Geschich­te. Sei­te für Sei­te ver­dich­tet sich eine Geschich­te, die unter die Haut geht.

»Es war ein Poli­zist aus New Orleans namens John Ray­mond Legras­se.
Er brach­te den Gegen­stand mit, um des­sent­wil­len er gekom­men war – eine gro­tes­ke, unge­heu­er­lich absto­ßen­de und augen­schein­lich sehr alte Stein­sta­tu­et­te, deren Ursprung er nicht zu bestim­men vermochte.«

Cthul­hus Ruf‹ ist mit Abstand die berühm­tes­te Erzäh­lung H. P. Love­crafts, die natür­lich auch in ›Die bes­ten Geschich­ten‹ von H. P. Love­craft nicht fehlt. Zum Teil jedoch auch in der Zeit des Autors ver­haf­tet ist.

Doch die Abbil­dun­gen von Fran­çois Bar­an­ger machen die­se Aus­ga­be von ›Cthul­hus Ruf‹ nicht nur zu etwas Beson­de­rem, son­dern zu einem Schatz in Buch­ge­stalt. Dun­kel, düs­ter und atmo­sphä­risch fan­gen sie das Unbe­ha­gen und die Ahnun­gen ein, die zwi­schen Love­crafts Zei­len lau­ern. Jede Dop­pel­sei­te ist ein Kunst­werk für sich, die Love­crafts Welt ernst nimmt. 

Fazit zu ›Cthulhus Ruf

Love­crafts ›Cthul­hus Ruf‹ ist düs­ter, atmo­sphä­risch und unglaub­lich span­nend. Der Icher­zäh­ler ist greif­bar, ver­sucht dem Unfass­ba­ren mit Ratio­na­li­tät und Fas­sung zu begeg­nen und erbaut dadurch eine Brü­cke für den Leser in die Welt von ›Cthul­hus Ruf‹.

Die­se Aus­ga­be der berühm­ten Erzäh­lung ›Cthul­hus Ruf‹ ist nicht nur für Love­craft-Ken­ner eine Emp­feh­lung – Fran­çois Bar­an­gers Abbil­dun­gen soll­ten sie sich nicht ent­ge­hen las­sen. Auch für den Love­craft-Neu­ling ist die­se schau­rig-schö­ne und biblio­phi­le Aus­ga­be eine wun­der­ba­re Ein­la­dung in die Welt von Love­craft und Cthulhu. 

»›In sei­nem Haus in R’lyeh
war­tet träu­mend der tote Cthulhu.‹«

Buchinfo

H. P. Love­craft:
Cthul­hus Ruf

Hey­ne, Mün­chen 2020
64 S., EUR (D) 25,- inkl. MwSt.
Mit 64 far­bi­gen Abbil­dun­gen von Fran­çois Bar­an­ger
Hard­co­ver mit Schutz­um­schlag
ISBN 978−3−453−53498−8

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Stephenie Meyer: Biss zur Mitternachtssonne [Rezension]

Man kann Edward in ›Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne‹ nicht vor­wer­fen, dass er nicht aus­führ­lich über die Ange­le­gen­heit mit Bel­la nach­ge­dacht hät­te. Doch sind es nicht nur sei­ne Gedan­ken, die ihm zu schaf­fen machen. Auch die Gedan­ken sei­ner Mit­men­schen strö­men pau­sen­los auf ihn ein. Er ist mitt­ler­wei­le gut dar­in, frem­de Gedan­ken aus­zu­blen­den. Sei es aus Anstand wie bei sei­ner Fami­lie oder aus Lan­ge­wei­le, wie bei den meis­ten anderen. 

Wer ›Bis(s) zum Mor­gen­grau­en‹ gele­sen hat, den dürf­ten die Sze­nen zwi­schen Bel­la und Edward – zumin­dest in Bezug auf die Hand­lung – nicht über­ra­schen. Nie­mand in Forks ahnt, dass eine Vam­pir­fa­mi­lie im Ort lebt. Dabei leben sie mit­ten unter den Men­schen: Arbei­ten im Kran­ken­haus oder gehen zur Schu­le. Zwi­schen den Men­schen und den Vam­pi­ren kommt es aber sel­ten zu mehr Kon­takt als nötig. Zumin­dest bis zu dem Tag, an dem Bel­la Swan auf­taucht. Denn zum ers­ten Mal in sei­nem Leben begeg­net Edward einem Men­schen, des­sen Gedan­ken er nicht lesen kann. Und der neben­bei noch so unver­schämt gut riecht, dass das mit dem sich fern­hal­ten kaum funk­tio­nie­ren will.

»Ich woll­te mich nicht wei­ter ver­geb­lich mühen – ich war es nicht gewohnt, etwas nicht zu kön­nen, es ärger­te mich. Ich woll­te nicht anfan­gen, mich für ihre ver­bor­ge­nen Gedan­ken zu inter­es­sie­ren, nur weil sie mir ver­bor­gen blie­ben. Zwei­fel­los wür­den sich ihre Gedan­ken, wenn ich sie erst ein­mal ent­schlüs­selt hat­te – und das wür­de mir gewiss noch gelin­gen –, als eben­so banal erwei­sen wie die aller ande­ren Menschen.«

Etwas Neu­es zu erfah­ren, gibt es vor allem in den Sze­nen, in denen Bel­la nicht mit Edward zusam­men ist. Denn wäh­rend ›Bis(s) zum Mor­gen­grau­en‹ die Hand­lung aus Bel­las Sicht erzähl­te, zeigt ›Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne‹ nun Edwards Sicht. Dadurch erhält der Leser oder die Lese­rin erst­mals einen Ein­blick in die Sze­nen, in denen Bel­la und Edward nicht bei­ein­an­der waren. 

Der Vor­teil: Auch Edwards Fami­lie bekommt Gele­gen­heit, ande­re Sei­ten von sich zu prä­sen­tie­ren. Sei es nun Jas­pers Kampf gegen den ewi­gen Hun­ger oder Ali­ce’ beson­de­re Fähig­kei­ten. Durch Edwards Fähig­keit, Gedan­ken zu lesen, kön­nen Geschich­ten der ande­ren Vam­pi­re nun haut­nah aus ihrer Erin­ne­rung erlebt werden.

Obwohl ›Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne‹ mit neu­en Ein­bli­cken in Edwards Leben über­ra­schen kann, bleibt er hin­ter ›Bis(s) zum Mor­gen­grau­en‹ zurück. Vor allem der Anfang ist durch Edwards Fähig­keit, Gedan­ken zu lesen, mit­un­ter sehr hand­lungs­arm und sehr gedan­ken­reich. Dadurch ver­liert Ste­phe­nie Mey­ers Schreib­stil zum Teil an der Leich­tig­keit, die man gewohnt war. Und dies kratzt auch an dem char­man­ten Vam­pir, der noch in ›Bis(s) zum Mor­gen­grau­en‹ zu sehen war und nun sehr von sich selbst über­zeugt wirkt. Zuge­ge­ben, da ›Bis(s) zum Mor­gen­grau­en‹ aus Bel­las Sicht erzählt war, blieb viel Raum, um Edward zu idea­li­sie­ren. ›Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne‹ zeigt eher einen weni­ger idea­li­sier­ten, dafür all­täg­li­che­ren Edward. Bel­la hin­ge­gen ver­liert etwas von dem Mäd­chen, mit dem man sich noch gut iden­ti­fi­zie­ren konn­te, da wir sie nun durch Edwards Blick erleben. 

»Ihre Anzie­hungs­kraft hat­te kein biss­chen nach­ge­las­sen. Wann immer sie in mei­ner Nähe war, wur­den mei­ne nie­ders­ten und drän­gends­ten Instink­te geweckt. Gift schoss mir in den Mund, und mein Kör­per woll­te sie packen – woll­te sie in die Arme rei­ßen und mei­ne Zäh­ne in ihre Keh­le schlagen.«

Fazit zu ›Biss zur Mitternachtssonne

Leser und Lese­rin­nen soll­ten am bes­ten die ursprüng­li­che Rei­hen­fol­ge bei­be­hal­ten und zuerst ›Bis(s) zum Mor­gen­grau­en‹ lesen. Für den ein­ge­fleisch­ten Fan bie­tet sich ›Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne‹ vor allem dafür an, um noch mehr über die viel­fäl­ti­gen Cha­rak­te­re und Hin­ter­grün­de zu erfah­ren, die das Gesche­hen in ›Bis(s) zum Mor­gen­grau­en‹ mit­be­stimmt haben. 

Buchinfo

Ste­phe­nie Mey­er:
Biss zur Mit­ter­nachts­son­ne
Bel­la und Edward 5
Über­setzt von Syl­ke Hach­meis­terAnnet­te von der Wep­penHen­ning Ahrens und wei­te­ren
Carl­sen, Ham­burg 2020
848 S., EUR (D) 28,- inkl. MwSt.
Hard­co­ver
Ab 14 Jah­ren
ISBN 978−3−551−58446−5

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Diana Wynne Jones: Der Palast im Himmel [Rezension]

Von einem Jungen, der eine Enttäuschung war. 

Nur weni­ge Jah­re nach dem ers­ten Band der ›Howl-Saga‹, ›Das wan­deln­de Schloss‹, erschien bereits der zwei­te Band der Rei­he: ›Der Palast im Him­mel‹.

Auf den ers­ten Blick schei­nen die bei­den Roma­ne die Geschich­ten von voll­kom­men unter­schied­li­chen Per­so­nen zu erzäh­len. Abdul­lah ist ein Tag­träu­mer. Wäh­rend er sich durch den Ver­kauf wert­vol­ler und nicht so wert­vol­ler Tep­pi­che über Was­ser hält, ver­bringt er all sei­ne Frei­zeit damit, sich sein Leben so aus­zu­ma­len, wie es sein könn­te. Was wäre, wenn Abdul­lah in Wahr­heit ein Prinz wäre, der noch als Baby ent­führt wor­den ist? 

So ver­bringt der jun­ge, attrak­ti­ve Mann sei­ne Tage, bis plötz­lich ein Frem­der in sei­nem Laden steht. Er will ihm in höchs­ter Not, wie er sagt, einen magi­schen, flie­gen­den Tep­pich ver­kau­fen. Und so neh­men die selt­sa­men Bege­ben­hei­ten ihren Anfang, die Abdul­lah dem Palast im Him­mel immer näher brin­gen sollen. 

»Unglück­li­cher­wei­se – und auch dar­in waren sich alle einig – hat­te Abdul­lah den Cha­rak­ter von sei­ner Mut­ter geerbt, der zwei­ten Frau sei­nes Vaters. Sie war eine träu­me­ri­sche und ängst­li­che Frau gewe­sen und für alle eine gro­ße Enttäuschung.«

Beim Lesen stellt sich lan­ge die Fra­ge, war­um die­ser Band als Teil 2 der ›Howl-Saga‹ bezeich­net wird. Bekann­te Namen und Gesich­ter las­sen lan­ge auf sich war­ten –, zumin­dest auf den ers­ten Blick. Denn wer ›Das wan­deln­de Schloss‹ gele­sen hat, weiß Jones’ Fähig­kei­ten, das Gesuch­te oder Ver­miss­te direkt vor der eige­nen Nase zu ver­ste­cken, zu schätzen. 

»Der Tep­pich gehorch­te, indem er sich wie eine Schlan­ge über die hohen Mau­ern wand. Danach glitt er über die Haus­dä­cher wie eine Flun­der über den Mee­res­bo­den. Abdul­lah, der Sol­dat und auch die Kat­zen blick­ten stau­nend nach unten.«

Der Palast im Him­mel‹ lebt von Fan­ta­sie und Magie. Lie­bens­wer­te, leicht schrä­ge und in jedem Fall beson­de­re Cha­rak­te­re stel­len sich einem Aben­teu­er, das aus Träu­men gebaut sein könn­te. Ein flie­gen­der Tep­pich mit einer Schwä­che für Schmei­che­lei­en, ein Sol­dat mit einer Vor­lie­be für Kat­zen und ein Dschinn, der bereit ist, alles zu tun, um sein Leben zurückzuerlangen. 

Fazit zu ›Der Palast im Himmel

Der zwei­te Band, ›Der Palast im Him­mel‹, kommt zwar nicht ganz an den ers­ten Teil her­an, ist jedoch eines der Bücher, das man auf jeden Fall zwei­mal lesen soll­te. Das ers­te Mal, um das Aben­teu­er Abdul­lahs zu erle­ben, das zwei­te Mal, um das Wie­der­se­hen mit den Cha­rak­te­ren aus ›Das wan­deln­de Schloss‹ in vol­len Zügen genie­ßen zu können.

Buchinfo

Dia­na Wyn­ne Jones:
Der Palast im Him­mel

Die Howl-Saga, Band 2
Über­setzt von Doro­thee Haent­jes-Hol­län­der
Droemer Knaur, Mün­chen 2020
272 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−52539−5

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Laini Taylor: Muse of Nightmares 2 (Strange the Dreamer 4) [Rezension]

Was von den Göttern übrig blieb. 

Die Göt­ter haben mit den Figu­ren von ›Muse of Night­ma­res 2‹ gespielt. Mit den Frau­en von Weep, die sie hol­ten. Mit ihren Män­nern, die sie meis­tens zurück­lie­ßen. Eril-Fane hat­ten die Göt­ter nicht in der Stadt zurück­ge­las­sen, um wie alle ande­ren dar­auf zu war­ten und zu hof­fen, dass die Ent­führ­ten wie­der zurück­ge­bracht wer­den würden. 

Ska­this, der Gott der Bes­ti­en, nahm ihn mit und schenk­te ihn der Göt­tin der Ver­zweif­lung als Spiel­zeug. Eril-Fanes jun­ge Frau war es, die in Weep zurück­blieb und war­ten muss­te. Die Jah­re ver­gin­gen, doch ihr Mann kehr­te nicht zurück. Bis Ska­this auch vor ihrer Tür auf­tauch­te, um sie zur Zita­del­le mit­zu­neh­men. Und die jun­ge Frau war bereit –, glaub­te sie zumindest. 

Inzwi­schen sind in ›Muse of Night­ma­res 2‹ die grau­sa­men Göt­ter längst fort. Doch ihre Spu­ren haben sie nicht nur an den Gebäu­den und Orten, son­dern auch an und in den Men­schen hin­ter­las­sen. In der schwe­ben­den Zita­del­le ver­su­chen die letz­ten der Göt­ter­brut – Kin­der gezeugt von Göt­tern und Men­schen – am Leben zu blei­ben. Und mit dem Grau­en des Tages zu leben, als ein Mensch im Säug­lings­trakt all die ande­ren Kin­der der Göt­ter abschlach­te­te, um die Men­schen von den Göt­tern zu befrei­en. Doch auch im Schat­ten der Zita­del­le leben noch immer Men­schen, die die Schre­cken der Göt­ter nicht ver­ges­sen kön­nen, die zu lan­ge ihr Leben bestimmt haben. 

»Die Frau­en von Weep teil­ten ein selt­sa­mes Gefühl mit­ein­an­der, gegen das sie ihr gan­zes Leben lang zu kämp­fen hat­ten, näm­lich, dass sie nur halb exis­tie­ren. Sie waren Rest­stü­cke, übrig geblie­be­ne Kru­men vom Fest­schmaus der Götter.«

Wie lebt man mit einer Ver­gan­gen­heit, die so vol­ler Grau­en und Ver­zweif­lung ist? Wie lebt man damit, die Schuld auf sich gela­den zu haben, die Göt­ter und ihre Babys zu töten? Wie lebt man mit der Erin­ne­rung, als Klein­kind nur in der Lage gewe­sen zu sein, vier der Babys zu ret­ten, weil man nicht mehr tra­gen konnte?

»Doch Sarai wuss­te, was nur sie allein wis­sen konn­te, näm­lich dass Eril-Fane jeden Tag die größ­te Mut­pro­be ableg­te, die sie je gese­hen hat­te: Um ande­ren zu hel­fen, leb­te er wei­ter, obwohl es viel ein­fa­cher gewe­sen wäre, ein­fach damit aufzuhören.«

Stran­ge the Drea­mer‹, Band 1 und Band 2, sowie ›Muse of Night­ma­res 1‹ und Band 2, von Lai­ni Tay­lor stel­len die­se Fra­gen. Die Fan­ta­sy-Roma­ne zei­gen das Leben jener, die übrig geblie­ben sind: Ihre Ver­su­che, einen Weg hin­aus aus Hass, Wut und Ver­zweif­lung zu fin­den, die nicht immer gelin­gen können. 

Doch obwohl das Grund­the­ma der Bän­de düs­ter und kom­plex ist, gelingt es Tay­lor, eine Roman­welt zu erschaf­fen, die von der Suche nach Hoff­nung, Lie­be und Ver­ge­bung erfüllt sind. Vie­le der Über­le­ben­den in ›Muse of Night­ma­res 2‹ sind Kin­der, die nichts für die Ver­bre­chen ihrer Eltern kön­nen, sich nicht ein­mal an sie erin­nern, doch deren blo­ße Exis­tenz genügt, um an die­se zu erin­nern. Dabei ist Tay­lors Spra­che ein­fach, klar und zugleich poetisch. 

Fazit zu ›Muse of Nightmares 2

Ein biss­chen scha­de ist es, dass meh­re­re Auf­lö­sun­gen von Rät­seln und Geheim­nis­sen in ›Muse of Night­ma­res 2‹ über geraff­te Erzäh­ler­mo­no­lo­ge gesche­hen und nicht wie bis­her an das Erle­ben und Erin­nern der Figu­ren gebun­den sind. Auch die Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen Lazlo und Sarai hat mich nie ganz über­zeu­gen kön­nen, doch im Ver­gleich zu der unglaub­lich tie­fen und geheim­nis­vol­len Geschich­te, die Tay­lors Roman­welt zu bie­ten hat, ver­liert sie dadurch nur wenig.

Wer die Bän­de ›Stran­ge the Drea­mer‹ und ›Muse of Night­ma­res 1‹ noch nicht kennt, aber eine Schwä­che für Geheim­nis­se, Trau­ma­ta und Göt­ter hat, dem sind sie wärms­tens zu empfehlen.

Buchinfo

Lai­ni Tay­lor:
Muse of Night­ma­res

Das Erwa­chen der Träu­me­rin
Band 2 (Stran­ge the Drea­mer Band 4)
Roman
Über­setzt von: Ulri­ke Rai­mer-Nol­te
One, Köln 2020
368 S., EUR (D) 15,- inkl. MwSt.
Hard­co­ver
ISBN 978−3−8466−0101−3

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Katharina Seck: Die Silberne Königin [Rezension]

Silberminen, Schokolade und ein König ohne Herz. 

Ein Land aus Eis und Schnee. Jeder Schritt fern­ab der Wege kann in ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ den Tod bedeu­ten, denn ein Sturz genügt, um zu erfrie­ren. Es wird von einem König regiert, den kaum jemand je zu Gesicht bekommt, doch des­sen Herz eben­so kalt sein soll wie sein Land. 

Wie die meis­ten Bewoh­ner der Stadt hält sich Emma vom Schloss fern. Selbst wenn sie es woll­te, hät­te sie kaum die Zeit, so weit von ihrem gewohn­ten Weg abzu­kom­men. Denn Emma arbei­tet in den Sil­ber­mi­nen, in denen sie sich zwar nie sicher gefühlt hat, aber auch nicht so sehr in Gefahr, wie an dem Tag, als einer der Stol­len wäh­rend ihrer Schicht ein­stürzt. Emma will nie wie­der zurück in die Minen. Und Arbeit ist im Land eben­so sel­ten wie Son­nen­stun­den. Doch Emma braucht Arbeit. Nicht nur für sich, son­dern auch für ihren Vater, der seit dem Tod ihrer Mut­ter kaum mehr das Haus ver­lässt, nicht arbei­tet und zu viel trinkt. 

»Am nächs­ten Mor­gen war der Berg wie­der zu Ruhe gekom­men, aber in Emmas Träu­men groll­te er noch immer.«

Doch alles ändert sich, als es Emma wie durch ein Wun­der gelingt, einen Job in der Cho­co­la­te­rie zu fin­den. Denn dort fin­det Emma nicht nur Arbeit, son­dern auch ech­te Freun­de und lernt den Zau­ber von Geschich­ten ken­nen. Geschich­ten, die mehr Wahr­heit in sich tra­gen, als sie je geahnt hätte.

Auch die Arbeit in der Cho­co­la­te­rie ist es, die Emma das ers­te Mal über die Schwel­le des Schlos­ses führt. Denn der König ist einer der Weni­gen, der sich den Luxus von Scho­ko­la­de noch erlau­ben kann. Nur das Schloss ist noch käl­ter als das es umge­ben­de Land aus Eis und Schnee. Und als die zen­tra­le Han­dels­stra­ße durch den Schnee unpas­sier­bar wird, wis­sen die Bewoh­ner der Stadt, dass nun ein Wett­lauf gegen das Ver­hun­gern begon­nen hat.

»Casper neig­te den Kopf. Das amü­sier­te Lächeln auf sei­nen Lip­pen hät­te char­mant wir­ken kön­nen, wenn die­ses Blit­zen in sei­nen Augen nicht wäre. Es war der Aus­druck eines Raub­tiers, das mit sei­ner Beu­te spielte.«

Fast 150 Sei­ten dau­er­te es, bis ich mit die­sem Buch wirk­lich warm gewor­den bin. Erst als der König in Erschei­nung tritt, hat sich die Geschich­te so ver­dich­tet, dass sie ihre Sog­wir­kung ent­fal­tet hat. Mit dem König Casper ist Seck ein wun­der­bar fas­zi­nie­ren­der Cha­rak­ter gelun­gen. Ein Herz aus Eis, den Men­schen fern, und nur durch das Erzäh­len eines Mär­chens dazu zu bewe­gen, sei­ne dunk­len Vor­ha­ben auf­zu­schie­ben. Ein wenig wie ›Tau­send­und­ei­ne Nacht‹, nur viel käl­ter. Und doch eine Lie­bes­er­klä­rung an die Kraft und den Zau­ber von Mär­chen und Geschichten.

Fazit zu ›Die Silberne Königin

Wäh­rend sich die Ereig­nis­se für mich anfangs zu lang­sam ent­fal­te­ten, ging mir bei der Pro­blem­lö­sung dann alles etwas zu schnell, um es spoi­ler­frei zu for­mu­lie­ren. In ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ ste­cken vie­le, wun­der­schö­ne Ele­men­te, mit­ein­an­der ver­wo­ben durch eine mär­chen­haf­te, das Beson­de­re fin­den­de Spra­che. Nur bei der Aus­ar­bei­tung hät­te ich mir mehr gewünscht. Den­noch, wer Mär­chen und Fan­ta­sy liebt, kann die­sem Buch ger­ne eine Chan­ce geben. Sobald man sich warm gele­sen hat, lohnt es sich, die Geschich­te um Casper zu erfahren. 

Wer ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ mag, dem könn­te auch ›Der Dieb ohne Herz‹ gefal­len.

Buchinfo

Katha­ri­na Seck:
Die Sil­ber­ne Köni­gin

Roman
Bas­tei Lüb­be, Köln 2016
366 S., EUR (D) 12,- inkl. MwSt.
Paper­back
Alters­emp­feh­lung: ab 16 Jah­ren
ISBN 978−3−404−20862−3

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Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 3.5 von 5.


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Leigh Bardugo: Glory or Grave [Reihe]

Von Dieben, Wagemut und Freundschaften. 

Gri­sha füh­ren in ›Glo­ry or Gra­ve‹ kein ein­fa­ches Leben in Kerch. In Arbeits­ver­trä­ge gezwun­gen, für die ein Leben nicht reicht, um sie abzu­ar­bei­ten. Ent­führt und ver­kauft, ohne, dass jemand nach ihnen suchen wür­de. Vie­le sind nach dem Bür­ger­krieg aus Rav­ka dort­hin geflo­hen, doch die wenigs­ten nur konn­ten dort Sicher­heit finden. 

Doch nicht nur die Gri­sha sind in Kerch nicht sicher. Auch ande­re wer­den dort­hin ver­schleppt und als Skla­ven ver­kauft, vie­le an Freu­den­häu­ser, wie die jun­ge Akro­ba­tin Inej. Ande­re las­sen sich von den Ver­spre­chen des Glücks­spiels ein­lul­len, bis sie bei den Fal­schen Schul­den machen und Heim und Hof ver­lie­ren. Die wenigs­ten fin­den einen Weg hin­aus aus den uner­bitt­li­chen Teu­fels­krei­sen von Kerch, in denen ein Unglück das nächs­te jagt. 

Nicht ein­mal als Sohn eines wohl­ha­ben­den Krä­mers hat man in Kerch ein siche­res Leben, wie Wyl­an am eige­nen Leib erfah­ren muss. Doch die Fein­de lau­ern nicht immer nur in den Schat­ten und Gos­sen. Häu­fig genug sit­zen sie mit einem zum Abend­essen am Tisch.

»Kaz Brek­ker brauch­te kei­nen Grund für etwas. Die­se Wor­te waren es, die man sich auf den Stra­ßen von Ket­ter­dam zuflüs­ter­te, in den Taver­nen und Kaf­fee­häu­sern, in den dunk­len und ver­schwitz­ten Gas­sen des Ver­gnü­gungs­be­zirks, der als der Bar­rel bekannt war.«

Beginn des zwei­ten Kapi­tels von ›Das Lied der Krä­hen‹, Knaur 2017

Doch wen sonst, wür­de man fra­gen, um ver­mut­lich das gewag­tes­te Ver­bre­chen seit Jah­ren zu bege­hen, wenn nicht die Tunicht­gu­te von Kerch? In Kerch lebt das Ver­bre­chen, es bil­det sei­ne Kin­der aus und lässt nur die geschick­tes­ten am leben. 

Kaz Brek­ker kennt in ›Glo­ry or Gra­ve‹ die Abgrün­de von Kerch bes­ser als die meis­ten. Und er hat noch eini­ge offe­ne Rech­nun­gen zu beglei­chen, allen vor­an mit einem ande­ren Ban­den­boss aus dem Bar­rel. Und dafür kommt ihm das gebo­te­ne Geld genau recht. Die Gegen­leis­tung? Das Unmög­li­che mög­lich machen. Und lan­ge genug leben, um sich dar­an zu erfreuen.

»Was tue ich hier?
Die­ser Gedan­ke war Wyl­an min­des­tens sechs Mal am Tag durch den Kopf geschos­sen, seit er Kaz Brek­ker ken­nen­ge­lernt hat­te. Aber in einer Nacht wie die­ser, in einer Nacht, in der sie ›arbei­te­ten‹, sang er in sei­nem Kopf wie ein ner­vö­ser Tenor, der sei­ne Ton­lei­tern übte: Was­tu­eich­hier­was­tu­eich­hier­was­tu­eich­hier

Beginn des zwei­ten Kapi­tels von ›Das Gold der Krä­hen‹, Knaur 2018

Kei­ner der Sechs aus Kaz Brek­kers Trup­pe, die in das Eis­tri­bu­nal der Fje­r­dan ein­bre­chen sol­len, hat­te es in ›Glo­ry or Gra­ve‹ leicht. Wer sich in den dunk­len Gas­sen von Kerch her­um­treibt, hat zumeist kei­nen ande­ren Ort, an den er gehen kann. Oder eine Schuld abzu­be­zah­len. Und doch schaf­fen es die­se sechs in all ihrer Zer­rüt­tung und mit all ihren Pro­ble­men zu einer Mann­schaft zusam­men­zu­wach­sen, die sich sehen las­sen kann.

Ihre Metho­den sind alles ande­re als gewöhn­lich, ihre Umgangs­for­men oft­mals rau und abwei­send. Und doch hal­ten sie anein­an­der fest, geben sich nicht auf und glau­ben aneinander. 

Fazit zur ›Glory or Grave‹-Reihe

Leigh Bar­d­u­gos Krä­hen-Dilo­gie ›Glo­ry or Gra­ve‹ ist per­fekt für alle, die kan­ti­ge Cha­rak­te­re mögen, die sel­ten ein Blatt vor den Mund neh­men und immer wie­der über­ra­schen kön­nen. Ein­ge­bet­tet wer­den sie in eine span­nen­de Geschich­te, die immer wie­der ein Ass im Ärmel zu haben scheint. Wer also düs­te­re Figu­ren mit schwe­rer Ver­gan­gen­heit will, die zusam­men immer wie­der Momen­te der Inten­si­tät und der Leich­tig­keit erle­ben, der kann sich ger­ne in die Stra­ßen von Ket­ter­dam ent­füh­ren las­sen. Es lohnt sich.


Für Fans von …

  • Stran­ge the Drea­mer‹, Band 1 und 2 von Lai­ni Taylor
  • Muse of Night­ma­res‹, Band 1 und 2 Lai­ni Taylor
  • Kno­chen­die­bin‹ von Mar­ga­ret Owen
  • Die ›Legen­den der Gri­sha‹-Tri­lo­gie von Leigh Bardugo
  • Die ›Thron aus Gold und Asche‹-Duo­lo­gie von Leigh Bardugo

Bewertung

Bewer­tung: 4.5 von 5.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Das Lied der Krä­hen

Glo­ry or Gra­ve, Band 1
Über­setzt von Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2017
EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back, 592 S.,
ISBN 978−3−426−65443−9

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Leigh Bar­d­u­go:
Das Gold der Krä­hen

Glo­ry or Gra­ve, Band 2
Über­setzt von Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2018
EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back, 592 S.,
ISBN 978−3−426−44380−4

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Leigh Bardugo: Das Gold der Krähen [Rezension]

Wenn verratene Krähen sich rächen. 

Die Figu­ren in ›Das Gold der Krä­hen‹ könn­ten unter­schied­li­cher kaum sein: Kaz, Jesper, Wyl­an, Mat­thi­as, Inej und Nina. Die sechs­köp­fi­ge Trup­pe, der es im ers­ten Band der Glo­ry or Gra­ve‹-Dilo­gie, ›Das Lied der Krä­hen‹, gelang, in das Eis­tri­bu­nal ein­zu­bre­chen und eine Gri­sha zu befrei­en. Zuge­ge­ben: Sie haben nicht genau die Per­son befreit, die ihr Auf­trag vor­ge­se­hen hat, aber des­we­gen ist sie kaum weni­ger wert. 

Das Gold der Krä­hen‹ schließt rela­tiv naht­los an die Ereig­nis­se des ers­ten Ban­des an und treibt die Geschich­te in gro­ßen, span­nungs­ge­la­de­nen Schrit­ten dem Fina­le entgegen. 

Für Kaz’ Trup­pe geht es mitt­ler­wei­le um mehr als einen Auf­trag mit­samt sei­ner Beloh­nung: Es geht um ihr Leben und das ihrer Nächs­ten; um die Hoff­nung, ihre Zukunft frei wäh­len zu dür­fen, und um Rache.

»Sei­ne gan­ze Auf­merk­sam­keit galt dem Mann, der an der öst­li­chen Mau­er stand und zu den bun­ten Glas­fens­tern hin­auf­blick­te, einen zer­knit­ter­ten Hut in den Hän­den. Gewis­sens­bis­se durch­zuck­ten Jesper, als er merk­te, dass sein Vater sei­nen bes­ten Anzug trug und sich das rote Haar der Kae­lisch sorg­sam aus der Stirn gekämmt hat­te. Es war von grau­en Sträh­nen durch­zo­gen, die noch nicht da gewe­sen waren, als Jesper sein Zuhau­se ver­las­sen hatte.«

Es ist unglaub­lich fes­selnd zu sehen, wie sich aus den sechs unter­schied­li­chen Mit­glie­dern des Ein­bruch-Trupps Freund­schaf­ten ent­wi­ckeln. In all ihrer Unter­schied­lich­keit, obwohl sie die Lebens­wei­se des Bar­rels ver­in­ner­licht haben und obwohl jeder Ein­zel­ne an sei­ne Gren­zen getrie­ben wird. Dabei bleibt Bar­d­u­go ihren Cha­rak­te­ren treu. Die Gano­ven des Bar­rels ent­wi­ckeln sich nicht plötz­lich zu hel­den­haf­ten Sau­ber­män­nern, die nur von dem Drang, Gutes zu tun, ange­trie­ben werden.

Sie blei­ben geris­sen, ver­schla­gen und ihre Spiel­chen trei­bend, bis zuletzt. Doch Bar­d­u­gos Cha­rak­te­re wären nicht so wahn­sin­nig span­nend, wenn sie nur das wären. Unter all den Über­le­bens­in­stink­ten haben Kaz und sei­ne Trup­pe Zie­le, die sie antrei­ben. Sie geben sich Chan­cen und geben sich bis zuletzt gegen­sei­tig nicht auf. Ein tol­les Team!

»Lie­ber schreck­li­che Wahr­hei­ten als freund­li­che Lügen. Kaz hat­te ihr nie­mals Glück ange­bo­ten, und sie trau­te den Män­nern nicht, die es ihr jetzt auf­tisch­ten. Ihr Lei­den war nicht umsonst gewesen.«

Obwohl ›Das Gold der Krä­hen‹ nicht ins ver­trau­te Rav­ka zurück­kehrt, feh­len bekann­te Gesich­ter in die­sem Band nicht. Immer­hin war Nina frü­her ein­mal ein Mit­glied der Zwei­ten Armee, bevor sie von den Drüs­kel­le gefan­gen genom­men wurde. 

Fazit zu ›Das Gold der Krähen

Span­nend, vol­ler Über­ra­schun­gen und Team­geist. So schreibt Bar­d­u­go ein wei­te­res Stück der Geschich­te der Gri­scha, in einem Land, indem sie kei­nen Schutz genie­ßen. Ich hof­fe sehr, dass auch nach der Dilo­gie noch von Kaz und sei­ner Trup­pe zu lesen sein wird.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Das Gold der Krä­hen

Glo­ry or Gra­ve
Band 2
Über­setzt von: Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2018
592 S., EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−44380−4

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Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen [Rezension]

Von sechs jungen Menschen, die das Unmögliche wagen. 

Die Figu­ren in ›Das Lied der Krä­hen‹ sind Abschaum. Der Dreck auf den Stra­ßen, lie­gen­ge­blie­ben und fest­ge­tre­ten durch die Ver­bre­chen jener, die vor ihnen kamen. 

Das Bar­rel hat sie Leben gelehrt, in sei­nen Freu­den­häu­sern, Stra­ßen­kämp­fen und Kasi­nos, in denen Men­schen­le­ben oft nur eine Ware sind. Sie wis­sen, dass die ver­lie­ren, die Schwä­che zei­gen. Also ver­su­chen sie, sie zu ver­ber­gen: die Her­kunft des einen, die Glücks­spiel­sucht oder die Lie­be des anderen.

Man soll­te anneh­men, dass es Din­ge gibt, die sogar zu ver­rückt und abwe­gig für jene sind, die in Ket­ter­dams dunk­len Gas­sen groß gewor­den sind: Ein Ein­bruch ins Eis­tri­bu­nal der Fje­r­dan, das unzäh­li­ge Gri­sha zum Tode ver­ur­teilt hat, um einen Gefan­ge­nen zu befrei­en, der bes­ser bewacht wird, als jeder sonst im Tribunal.

Eine unmög­li­che, im bes­ten Fall lebens­mü­de Auf­ga­be. Die wenigs­ten wäre so ver­rückt, sich auf solch einen Auf­trag ein­zu­las­sen, selbst wenn eine saf­ti­ge Beloh­nung winkt. Doch die wenigs­ten sind wie Kaz Brek­ker – geris­sen, gefürch­tet und talen­tiert – und sei­ne Dregs. Mit nur fünf Ver­bün­de­ten wagt er sich ins Eis­tri­bu­nal, um eine Per­son zu befrei­en, deren Schick­sal das Leben der Gri­sha für immer ver­än­dern könn­te. Und genau­so unge­wöhn­lich wie sei­ne Metho­den ist die Wahl sei­nes Teams in ›Das Lied der Krä­hen‹.

»Mat­thi­as Hel­var war ein Drüs­kel­le, einer der Hexen­jä­ger aus Fje­r­da, deren Auf­trag es war, Gri­scha zu jagen, um sie dem Gericht und ihrer Exe­ku­ti­on zu über­ant­wor­ten. Doch für sie hat­te er schon immer einem Krie­ger­hei­li­gen geäh­nelt, von gol­de­nem Licht umkränzt.«

Leigh Bar­d­u­gos Glo­ry or Gra­ve‹-Dilo­gie bringt die Leser und Lese­rin­nen zwar nicht zurück in das aus der Tri­lo­gie ›Legen­den der Gri­sha‹ bekann­te Raw­ka, doch zurück in das Gris­ha­ver­se. Weni­ge Jah­re nach den Ereig­nis­sen der Tri­lo­gie und zeit­lich vor der ›Thron aus Asche und Gold‹-Dilogie (›King of Scars‹) sind ›Das Lied der Krä­hen‹ und ›Das Gold der Krä­hen‹ ange­sie­delt. Ich wür­de emp­feh­len, die Krä­hen-Dilo­gie am bes­ten erst nach der Gri­sha-Tri­lo­gie zu lesen. Zwar lässt sie sich auch eigen­stän­dig lesen, doch hat man so den größ­ten Lesegenuss.

In den Stra­ßen Kerchs, in denen Kaz Brek­ker und sei­ne Dregs, zu Hau­se sind, ist es für Gri­sha nicht sicher. Sie wer­den ent­führt, ver­kauft und in Arbeits­ver­trä­ge gezwängt, die nie­mals abge­ar­bei­tet wer­den kön­nen – im bes­ten Fall. Somit kann Kaz für sei­nen Ein­bruch ins Eis­tri­bu­nal nicht auf ein gut aus­ge­bil­de­tes Gri­sha-Team zurück­grei­fen: Kaz’ Ver­stand und Ideen­reich­tum wer­den mehr­fach auf die Pro­be gestellt.

»Kaz zupf­te an den Ärmeln sei­ner Uni­form. ›Nina, die Men­schen lie­ben es, die Auto­ri­tät an gut geklei­de­te Män­ner abzu­ge­ben. Ich besit­ze Uni­for­men von der Stadt­wacht, der Hafen­po­li­zei und die Tracht eines jeden Krä­mer­hau­ses an der Geldstraat.‹«

Das Lied der Krä­hen‹ ist auf eine ande­re Art span­nend und fes­selnd, als es die Gri­sha-Tri­lo­gie war. 

Unge­wöhn­li­che Magie ist zwar nicht ganz aus der Welt, doch neh­men Tak­tik und Ideen­reich­tum eine weit­aus grö­ße­re Bedeu­tung ein. 

Fazit zu ›Das Lied der Krähen

Die Sol­da­ten der Ers­ten und Zwei­ten Armee machen Platz für die Gano­ven des Bar­rels. Obwohl ich anfangs die Wär­me ver­misst habe, die ich mit der Gri­sha-Tri­lo­gie ver­bin­de, kön­nen Kaz Brek­ker und sei­ne Trup­pe über­zeu­gen: in ihrer Unter­schied­lich­keit und, weil sie sich nicht unter­krie­gen las­sen, obwohl manch­mal alles gegen sie ver­schwo­ren scheint. Düs­ter, span­nend und Lust auf Mehr machen. Der zwei­te Band, ›Das Gold der Krä­hen‹, wird nicht lan­ge auf mich war­ten müssen.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Das Lied der Krä­hen

Glo­ry or Gra­ve
Band 1
Über­setzt von: Michel­le Gyo
Knaur HC, Mün­chen 2017
592 S., EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−65443−9

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Leigh Bardugo: Die Sprache der Dornen [Rezension]

Die Magie des Märchenerzählens. 

Ob Hexen, Bes­ti­en oder Meer­jung­frau­en: Auch die Mär­chen in ›Die Spra­che der Dor­nen‹ ken­nen die­se Geschöp­fe, die aus den Mär­chen der Kind­heit ver­traut aufblicken. 

Doch wer Leigh Bar­d­u­gos Roma­ne über ›Die Legen­den der Gri­sha‹, die Dilo­gien ›Glo­ry or Gra­ve‹ oder ›Thron aus Gold und Asche‹ kennt, ahnt, was sich hin­ter den Hexen und Magi­ern die­ses Buches ver­ber­gen könn­te. Doch auch ohne sie zu ken­nen – den sechs ver­schie­de­nen Mit­ter­nachts­ge­schich­ten haf­tet etwas so uner­klär­lich Magi­sches an, dass man stau­nen kann. Obwohl die Geschich­ten vol­ler Magie und unheim­li­cher Figu­ren sind, sind sie zugleich vol­ler Mensch­lich­keit und mensch­li­cher Abgründe. 

Wun­der­schö­ne Illus­tra­tio­nen schmü­cken nicht nur den Sei­ten­rand aller Geschich­ten. Am Ende jeder Erzäh­lung erwar­tet den Leser oder die Lese­rin eine dop­pel­sei­ti­ge Illus­tra­ti­on, die die Atmo­sphä­re der Geschich­ten per­fekt ein­zu­fan­gen weiß. 

Und wäh­rend in man­chen Geschich­ten unauf­fäl­lig Gestal­ten war­ten, die man aus Leigh Bar­d­u­gos Geschich­ten kennt, sind die Anspie­lun­gen an und Fort­füh­run­gen von klas­si­schen Erzäh­lun­gen und Mär­chen vielfältig. 

»In dem Jahr, in dem der Som­mer zu lan­ge blieb, lag die Hit­ze schwer wie ein Leich­nam auf der Prä­rie. Das hohe Gras ver­brann­te unter der unbarm­her­zi­gen Son­ne, und die Tie­re fie­len tot auf den aus­ge­dörr­ten Fel­dern um. In die­sem Jahr waren nur die Flie­gen glück­lich, und Sor­gen kamen über die Köni­gin des west­li­chen Tales.«

Bar­d­u­gos Mit­ter­nachts­ge­schich­ten in ›Die Spra­che der Dor­nen‹ sind ver­mut­lich nicht nur für Gri­sha-Fans ein Genuss. Wer eine Schwä­che für Erzäh­lun­gen mit mär­chen­haf­ten Ele­men­ten hat, kann ihren getrost eine Chan­ce geben. Die Spra­che der Autorin ist düs­ter und stim­mungs­voll. Ihre Figu­ren sind oft eben­so wun­der­schön wie abscheu­lich, wäh­rend die Prin­zes­sin­nen ihrer Geschich­ten sicher­lich nicht nur dar­auf war­ten, dass ein Prinz in glän­zen­der Rüs­tung sie rettet.

»Nie­mand in der Stadt konn­te bestrei­ten, dass Kimas Eltern geseg­net wor­den waren mit ihrer Geburt, denn sie war gewiss dazu bestimmt, einen rei­chen Mann zu hei­ra­ten – viel­leicht sogar einen Prin­zen – und ihnen so Glück zu brin­gen. Doch dann, kaum ein Jahr spä­ter, kam ihre zwei­te Toch­ter auf die Welt, und die Göt­ter lachten.«

Fazit zu ›Die Sprache der Dornen

Bar­d­u­gos Geschich­ten blei­ben im Gedächt­nis. Ihre Prot­ago­nis­ten und Prot­ago­nis­tin­nen sind las­sen sich nicht unter­krie­gen, ganz gleich, ob sie für oder gegen Fami­lie, Freun­de oder sich selbst kämp­fen. Wer also noch eine Geschich­te für Mit­ter­nacht braucht, könn­te hier fün­dig werden.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Die Spra­che der Dor­nen
Mit­ter­nachts­ge­schich­ten
Über­setzt von: Michel­le Gyo
Knaur, Mün­chen 2018
288 S., EUR (D) 16,- inkl. MwSt.
Gebun­den
ISBN 978−3−426−22679−7

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Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 5 von 5.


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