Marie Graßhoff: Cyber Trips [Rezension]

Marie Graßhoff: Neon Birds-Trilogie Band 2: Cyber Trips [Rezension]

Vom Zerfall einer Welt und einem Huhn. 

bookcoverDie Ord­nung ihrer Welt ist im Zer­fall begrif­fen. Nur mit müde sind Sperr­zo­nen errich­tet und ver­tei­digt wor­den, Unzäh­li­ge sind in die­sen Kämp­fen ums Leben gekommen. 

Doch die Moja – men­schen­ähn­li­che Wesen, die nicht über Gefüh­le ver­fü­gen – haben dazu gelernt. Erst lern­ten sie, Kugeln und ande­ren Waf­fen der Men­schen zu trot­zen, nun lern­ten sie, die Mau­ern der Sperr­zo­nen zu zer­stö­ren, als wären sie aus Sand. Beson­ders ein Moja, der Ers­te der Stu­fe 4, hält Oki­jen, Flover, Andra, Byth und Luka in ›Cyber Trips‹ in Atem. 

Was will die­ses Wesen, das aus­ge­bil­de­te und erfah­re­ne Ein­hei­ten aus­löscht, als wären sie Spiel­zeug­sol­da­ten, sogar Bom­ben­an­grif­fen trotzt?

»Das Beben der Geschos­se hallt noch nach, als der Staub sich fast sorg­sam um den Baum gesam­melt und ihn in ein wei­ches Lager aus Erin­ne­run­gen gebet­tet hat. Die Trüm­mer der Mau­er, wie zufäl­lig um die Wur­zeln ver­teilt, wir­ken wie die Grab­stei­ne des alten Riesen.« 

Nach­dem der ers­te Teil der ›Neon Birds‹-Tri­lo­gie mit dem gleich­lau­ten­den Namen ›Neon Birds‹ die Lesen­den an einem Punkt zurück­ge­las­sen hat­te, der nach ›Wei­ter­le­sen‹ geschrie­ben hat, beginnt ›Cyber Trips‹ nicht weni­ger spannend. 

Zwei jun­ge Män­ner flie­hen gemein­sam mit einem Huhn in einem Zug. Flovers und Lukes letz­te Hoff­nung liegt in Flovers Mut­ter Liza, die sich in der Ver­gan­gen­heit nicht durch müt­ter­li­che Qua­li­tä­ten bewie­sen hat. 

Wäh­rend Andra in ›Cyber Trips‹ hin­ge­gen hofft, mit KAMI, dem Moja Stu­fe 4, spre­chen zu kön­nen, scheint Byth etwas vor ihnen zu ver­ber­gen. Eine der weni­gen Aus­weg­mög­lich­kei­ten, der Oki­jen, Byth und Andra bleibt, ruht in Andras Ver­gan­gen­heit. Was hat es mit den Pfei­len auf sich, die durch die Alte in Andras zer­stör­tem Dorf geseg­net wor­den sind?

»Sie hat­te vor dem Dorf gestan­den und gekämpft, war sich so sicher gewe­sen, alle zu beschüt­zen.
Aber sie hat­te sich nicht umge­dreht. Hät­te sie es getan, hät­te sie gese­hen, dass die Moja auch aus ande­ren Rich­tun­gen gekom­men waren.«

Wäh­rend immer mehr Gebie­te der Welt von den Moja über­nom­men und dadurch für Men­schen unbe­wohn­bar wer­den, setzt der Welt­rat alles dar­an, um dies zu ver­hin­dern. Doch wäh­rend die Ord­nung der alten Welt zer­bricht, bleibt auch der Welt­rat von ihrem Ver­fall nicht verschont. 

In ›Cyber Trips‹ beginnt die Auf­lö­sung und Ver­wi­schung des Bekann­ten. Denn wäh­rend KAMI nicht nur lernt, zu über­le­ben und zu kämp­fen, scheint es auch immer mehr über das Wesen des Men­schen zu ler­nen. Schrit­te in die Ver­gan­gen­heit wer­den nötig, alte Wun­den wie­der auf­ge­ris­sen. Wie­so ist Oki­jen van Dire in sei­nen jun­gen Jah­ren bereits so müde, wei­ter­zu­kämp­fen? Und wel­ches Leben haben die drei Per­so­nen geführt, die sich der Welt­rat nen­nen, schon vie­le Jah­re alt sind und so jung aus­se­hen, als wären sie kei­ne drei­ßig? Wie war die­se Welt, bevor die Mojas kamen, und wel­che Opfer muss­ten Liza, Mar­shall und Alas­ka brin­gen, um in der neu­en Welt als Welt­rat hervorzugehen?

»›Es wäre mir eine Ehre, wenn Sie auf mein Huhn auf­pas­sen wür­den, Gene­ral Moo­re‹, rief Luke, wäh­rend er Flover aus dem Raum zerr­te. ›Ihr Name ist Gerta.‹«

Fazit zu ›Cyber Trips

bookcoverCyber Trips‹, der zwei­te Band die­ser span­nungs­ge­la­de­nen Tri­lo­gie, soll­te defi­ni­tiv erst gele­sen wer­den, wenn auch der ers­te Band ›Neon Birds‹ gele­sen wur­de. Das fei­ne Netz an Zusam­men­hän­gen, dass Marie Graß­hoff über Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukunft der Cha­rak­te­re ist zu kom­plex und zu viel­ver­spre­chend, um einen Teil davon ver­pas­sen zu wollen.

Graß­hoffs Schreib­stil in ›Cyber Trips‹ ist klar und frisch, mit einem Hauch von Poe­sie. Und so wird es sicher­lich auch im drit­ten Teil, ›Beta Hearts‹ span­nend wei­ter­ge­hen. Denn zwei Fra­gen beschäf­ti­gen ver­mut­lich jeden Leser und jede Lese­rin der ers­ten bei­den Bän­de: Wel­che Zukunft kann es für eine sol­che Welt geben und was schlum­mert in ihrer Vergangenheit?

Buchinfo

grasshoff 2 cyber trips

Marie Graß­hoff:
Cyber Trips

Sci­ence Fic­tion, Roman
Band 2
Alters­emp­feh­lung: ab 16 Jah­ren
Bas­tei Lüb­be, Köln 2020
445 S., EUR (D) 15,- inkl. MwSt.
Paper­back
ISBN 978−3−404−20967−5

Lust bekom­men?

genialokal microbutton amazon banner 1

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


Bewer­tung: 4 von 5.


Bewer­te die­sen Post ♥
[Total: 1 Average: 5]

3 Kommentare zu „Marie Graßhoff: Cyber Trips [Rezension]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.