Julia Dippel: Cassardim 1. Jenseits der goldenen Brücke [Rezension]

Julia Dippel: Cassardim 1 [Rezension]

Über ein junges Mädchen und die Geheimnisse ihrer Eltern. 

undefinedAls wäre im Leben der nicht auf den Mund gefal­le­nen Icher­zäh­le­rin von ›Cas­sar­dim 1‹ nicht sowie­so schon vie­les uner­klär­lich und son­der­bar, brin­gen ihr Vater und ihre Brü­der eines Tages einen Gefan­ge­nen in das Familienanwesen.

Obwohl Ama­ia dies ver­ges­sen soll – ande­re ver­ges­sen zu las­sen ist eine Spe­zia­li­tät ihrer Eltern –, kämpft sie dage­gen an und behält die Erin­ne­rung an den Frem­den in ihrem Keller.

Und mit die­sem Frem­den – ein gut aus­se­hen­der, düs­te­rer und kamp­fes­lus­ti­ger Kerl –, gerät Amai­as Welt end­gül­tig aus den Fugen. Denn nach­dem Amai­as bun­te und gro­ße Fami­lie in ihrem Haus über­fal­len wird, kann sie nicht mehr in ihr vor­he­ri­ges Leben zurück.

»›Hey, klei­nes Kätz­chen. Ich brau­che eine Ant­wort.‹«
Was hat­te er gera­de gesagt? Der lächer­li­che Kose­na­me kom­bi­niert mit die­ser abstru­sen Situa­ti­on brach­te mich zurück in die Realität.«

undefined›Cas­sar­dim. Jen­seits der Gol­de­nen Brü­cke‹ lau­tet der Titel die­ses ers­ten Ban­des der neu­en Fan­ta­sy-Rei­he der erfolg­rei­chen Autorin Julia Dippel.

Das Buch kommt im anspre­chen­den Design und lässt den Zau­ber des Buches bereits erah­nen. Die Figu­ren sind mit viel Lie­be zum Detail erson­nen, die Sze­nen sind dicht und las­sen kei­ne Lan­ge­wei­le zu. 

»Plötz­lich flog die Tür auf und eine Frau in einer wehen­den Robe rausch­te her­ein. Von Anklop­fen hielt man hier wohl nicht viel.«

Doch obwohl ich mich so sehr auf den Titel gefreut hab, und das Motiv des Reichs der Toten span­nend fand, konn­ten ›Cas­sar­dim 1‹ und ich nicht so recht zusam­men­fin­den. Ich konn­te mich nicht völ­lig ein­las­sen auf die Welt von Ama­ia, was zum Teil viel­leicht an der Art der Icher­zäh­le­rin liegt. Ein jung wir­ken­des, keckes und selbst­iro­ni­sches Mäd­chen – doch so pas­send mir die­se Eigen­schaf­ten in vie­len Situa­tio­nen erschei­nen und mich zum Schmun­zeln gebracht haben, des­to mehr stö­ren sie mich in ande­ren Momen­ten. Zum Bei­spiel als eine nahe Bezugs­per­son von Ama­ia stirbt, oder sie Gewalt­sze­nen beobachtet.

Fazit zu ›Cassardim 1‹

Doch ich bin sicher, dass die­se Punk­te nur mein eige­nes Emp­fin­den wider­spie­geln, und der fan­ta­sie­vol­len und unter­halt­sa­men Geschich­te um Ama­ia kaum Abbruch tun. Ich wer­de sicher­lich zu einem spä­te­ren Zeit­punkt Cas­sar­dim 1‹ noch ein­mal lesen, denn manch­mal fällt einem ein Buch nur zur fal­schen Zeit in die Hand.

Cas­sar­dim 1‹ kann ohne wei­te­res allen emp­foh­len wer­den, die Fan­ta­sie mögen, in der geheim­nis­vol­le Frem­de und kes­se Prot­ago­nis­tin­nen eine für den Leser und Ama­ia neue Welt ken­nen­ler­nen, die lie­be­voll aus­ge­ar­bei­tet ist.

Buchinfo

dippel cassardim

Julia Dip­pel:
Cas­sar­dim
Band 1
Jen­seits der Gol­de­nen Brü­cke
Pla­net!, Stutt­gart 2019
528 S., EUR (D) 17,- inkl. MwSt.
Roman, gebun­den
ISBN 978−3−522−50645−8

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Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


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