Archiv der Kategorie: 5 Sterne

Leigh Bardugo: Lodernde Schwingen [Rezension]

Von einem Jungen ohne Namen. 

Es gibt Bücher, die gewin­nen mich schon nach der ers­ten Sei­te für sich. So ging es mir mit ›Gol­de­ne Flam­men‹ von Leigh Bar­d­u­go, das ich in kür­zes­ter Zeit ver­schlun­gen habe. Auch ›Eisi­ge Wel­len‹ habe ich wirk­lich ger­ne gele­sen, doch hat mich der 2. Band der Rei­he ›Legen­den der Gri­sha‹ nicht dar­auf vor­be­rei­tet, wie sehr ich den 3. Band ›Lodern­de Schwin­gen‹ mögen wür­de. Hat­te ich schon nach dem 1. Band kei­ne Zwei­fel mehr dar­an, dass Leigh Bar­d­u­go eine begna­de­te Schrift­stel­le­rin ist, wür­de ich mitt­ler­wei­le jedes Buch von ihr ohne zu zögern lesen. 

Bar­d­u­gos Bücher sind düs­ter, ihre Wel­ten vol­ler Gefah­ren, Geheim­nis­se und Abgrün­de. Und in die­sem düs­te­ren Set­ting kön­nen nicht nur char­man­te Neben­cha­rak­te­re strahlen. 

Nach dem 2. Band ›Eisi­ge Wel­len‹ liegt die Welt der Gri­sha, wie die Lesen­den sie kann­ten, in Trüm­mern. Sowohl der Dunk­le als auch Ali­na sind nur knapp ihrem Tod ent­ron­nen. Vie­le ande­re hat­ten die­ses Glück nicht. Doch wäh­rend der Dunk­le die Zeit danach genutzt hat, um den Thron des Zaren für sich zu bean­spru­chen, lebt Ali­na tief unter der Erde, weg­ge­sperrt vom Son­nen­licht. Doch Ali­na hat etwas in ›Lodern­de Schwin­gen‹, das der Dunk­le nicht hat: Freun­de, die ihr hel­fen wol­len, sich zu befreien.

»Das Unge­heu­er heißt Izum­rud, und man­che sag­ten, es habe die Gän­ge unter­halb von Rav­ka geschaf­fen. Von einem uner­sätt­li­chen Hun­ger getrie­ben, habe die­ser gewal­ti­ge Wurm Schlick und Gestein ver­schlun­gen, sich immer tie­fer gebohrt, bis er zu weit vor­ge­drun­gen sei und sich am Ende in der Fins­ter­nis ver­irrt habe.«

Dabei ist Ali­na Star­kov in ›Lodern­de Schwin­gen‹ im Besitz zwei­er Kräf­te­meh­rer. Obwohl die jun­ge Frau spürt, dass die­se sie ver­än­dern und ihr Wunsch, den drit­ten Kräf­te­meh­rer an sich zu brin­gen, nicht nur posi­ti­ven Ursprungs ist, kann sie die Suche nicht auf­ge­ben. Auch der Dunk­le lässt ihr kei­ne Ruhe, ihr bleibt kaum genug Zeit, ihre Ver­bün­de­ten um sich zu sammeln. 

Doch spä­tes­tens nach dem 1. Band ist klar, dass Freun­de und Ver­bün­de­te oft nur schwer von Fein­den und Ver­rä­tern zu tren­nen sind. Es gibt weni­ge in ›Lodern­de Schwin­gen‹, auf die sich Ali­na glaubt, ver­las­sen zu kön­nen, doch die­se weni­gen haben es in sich. Und hin­ter den Gescheh­nis­sen um Ali­na wird eine wei­te­re Geschich­te in ihren Ansät­zen frei­ge­legt: die Geschich­te einer Fami­lie, aus der ein Mann wie der Dunk­le her­vor­ge­hen konnte.

»Er hat­te um die­sen Thron gekämpft, hat­te Hun­der­te von Jah­ren gefoch­ten und gedient, um ihn end­lich für sich bean­spru­chen zu kön­nen. Ich muss­te zuge­ben, dass er wie geschaf­fen dafür war.«

Fazit zu ›Lodernde Schwingen

Wer also wis­sen will, wie es im Kampf um Rav­ka wei­ter­geht, wie der rich­ti­ge Name des Dunk­len lau­tet und wie ein Prinz, der sein Leben lang kei­ne Not kann­te, doch noch ler­nen muss, was Hun­ger ist, der soll­te den fina­len Band der Tri­lo­gie der ›Legen­den der Gri­sha‹ unbe­dingt lesen. Es wird spannend!

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Lodern­de Schwin­gen

Roman
Legen­den der Gri­sha, Band 3
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur, Mün­chen 2020
432 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−426−52446−6

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Victor Hugo: Les Misérables [Rezension]

Von Verbrechen, Gesetzen und Menschen. 

Ein Mann wird zu einer Stra­fe von vier Jah­ren ver­ur­teilt, weil er Brot geklaut hat und dabei eine Schei­be ein­ge­schla­gen hat. Das Leben als Galee­ren­sträf­ling ist hart – mehr­mals ver­sucht der Mann namens Jean Val­jean in ›Les Misé­ra­bles‹ zu flie­hen und wird erwischt. Aus den vier Jah­ren wird eine Haft­stra­fe von ins­ge­samt 19 Jahren. 

Doch auch nach­dem Val­jean sei­ne Stra­fe ver­büßt hat, ist er kein frei­er Mann. Er muss sich an jedem Ort mel­den, an den er kommt. Sei­ne Papie­re brand­mar­ken ihn als gefähr­li­chen Ex-Sträf­ling. Trotz des Gel­des, das er müh­sam auf den Galee­ren gespart hat, fin­det er kei­ne Unter­kunft und nie­mand, der ihm etwas zu Essen ver­kau­fen möch­te. Erst als er an das Haus des Bischofs Myri­el von Digne gelangt, den Val­jean durch sei­ne spar­sa­me Lebens­wei­se nicht als sol­chen erkennt, bekommt er Essen und einen Schlaf­platz. Doch Jean Val­jean weiß, dass er wie­der in die Welt hin­aus muss und beschließt, das weni­ge Sil­ber im Haus des Bischofs zu stehlen.

Val­jean, der sein Glück mitt­ler­wei­le ken­nen müss­te, wenn er ver­such­te, eine Straf­tat zu bege­hen, wird erwischt und wie­der in das Haus des Bischofs gebracht. Doch Myri­el von Digne reagiert auf Val­jeans Dieb­stahl auf eine Art, die Val­jeans gesam­tes Leben ver­än­dern wird.

»Gegen die Frau­en und gegen die Armen, auf denen das Unrecht der Gesell­schaft am schwers­ten las­te­te, war er stets nach­sich­tig. ›Die Sün­den der Frau­en, der Kin­der, der Bedien­ten, der Schwa­chen, der Elen­den und der Unwis­sen­den‹, sag­te er, ›sind immer die Schuld der Män­ner, der Eltern, der Brot­ge­ber, der Star­ken, Rei­chen und Wissenden.‹«

Jean Val­jean ist einer von jenen, nach denen die­ser Roman benannt ist: ›Les Misé­ra­bles‹ – ›Die Elen­den‹. Men­schen, die nicht das Glück haben, in ein wohl­ha­ben­des Haus gebo­ren zu sein, son­dern mit den erdenk­lich schlech­tes­ten Start­be­din­gun­gen auf die­se Welt kom­men, die kei­ne siche­re ist. Jean Val­jean ist in die­sem Stru­del, der ihn wei­ter hin­ab reißt. Er stahl Brot, wur­de zum Sträf­ling und damit zu einem von der Gesell­schaft aus­ge­schlos­se­nen. Als ein sol­cher stiehlt er nicht mehr nur Brot, son­dern Silber.

»Wenn die See­le in Dun­kel­heit schmach­tet, ist sie der Sün­de zugäng­lich. Nicht der ist schul­dig, der die Sün­de begeht, son­dern der die Fins­ter­nis erzeugt hat.«

Ähn­lich ergeht es den ande­ren Figu­ren in Vic­tor Hugos Roman ›Les Misé­ra­bles‹. Der jun­gen und schö­nen Fan­ti­ne, der fre­chen und muti­gen Epo­ni­ne, dem klei­nen Gav­ro­che. Vic­tor Hugo gelingt es, eine Welt um die­se zu erschaf­fen, die berührt und in der ›die Elen­den‹ in all ihrer Mensch­lich­keit sicht­bar wer­den. Er zeigt sie ver­strickt in ihre sozia­len Umstän­de, die sie ein­engen und denen sie immer wie­der bereit sind, etwas Leben abzutrotzen.

Die Zeit, in der der Roman ›Les Misé­ra­bles‹ ist eine, in der sich ein Umbruch ankün­di­gen will. 1815 set­zen die Gescheh­nis­se ein und beglei­ten die Figu­ren bis 1832.

»Es war schwer, sich einen her­ab­ge­kom­me­ne­ren Men­schen als die­sen vor­zu­stel­len. Er war von mitt­le­rem Wuch­se, stäm­mig, und bei Kräf­ten. Sein Alter hät­te man mit sechs­und­vier­zig oder acht­und­vier­zig Jah­ren ange­ben können.«

Fazit zu ›Les Misérables

Obwohl mehr als ein­ein­halb Jahr­hun­der­te ver­gan­gen sind, seit­dem Hugo die­sen Roman ver­öf­fent­licht hat, sind die Kämp­fe der Prot­ago­nis­ten nicht ver­staubt. Er lädt den Leser ein, die­se ›Elen­den‹ bei dem Ver­such zu beglei­ten, über sich hin­aus­zu­wach­sen, in einer Zeit, die von Hun­ger und Armut geprägt war. Eine defi­ni­ti­ve Lese­emp­feh­lung! Mehr zu Klas­si­kern fin­det sich in mei­nem Post ›Klas­si­ker, die mich wirk­lich über­rascht haben‹.

Buchinfo

Vic­tor Hugo:
Les Misé­ra­bles / Die Elen­den
(1862)
Übersetzer/in Edmund Th. Kaur
Auf­bau Taschen­buch, Ber­lin 2000
608 S., EUR (D) 14,00 inkl. MwSt.
Roman, Bro­schur
ISBN 978−3−7466−1700−8

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Hajime Isayama: Attack on Titan Deluxe Edition Band 6 [Rezension]

Die Hoffnung der Menschheit? 

Wenn die bekann­te Welt nur aus dem besteht, was sich inner­halb drei­er, rie­sen­haf­ter Mau­ern befin­det, ist jedes Stück davon kost­bar. Nur weni­ge trau­en sich in ›Attack on Titan Delu­xe Edi­ti­on Band 6‹, die Mau­ern zu ver­las­sen. Und von die­sen kom­men oft nur weni­ge zurück. 

Als die Men­schen des Bezirks Shi­ganshi­na mit­er­le­ben müs­sen, wie ein Wesen, grö­ßer als alles, was sie bis­her gese­hen haben, ein Loch in die äußers­te Mau­er tritt, endet die­se bekann­te Welt. Durch das Loch strö­men Tita­nen hin­ein. Rie­si­ge, men­schen­ähn­li­che Krea­tu­ren, die schein­bar nur ein Ziel ken­nen: zu fressen.

»Da wur­de mir zum ers­ten Mal klar, dass ich nicht frei war. Ich erkann­te, dass ich die gan­ze Zeit in einem Vogel­kä­fig gelebt hatte.«

Der jun­ge Eren muss mit­an­se­hen, wie sei­ne Mut­ter vor sei­nen Augen gefres­sen wird, wäh­rend er nichts tun kann, um ihr zu hel­fen. Nur der Wunsch, jeden ein­zel­nen Tita­nen zu ver­nich­ten, treibt ihn an, wei­ter­zu­le­ben. Der Bezirk inner­halb der äußers­ten Mau­er ist ver­lo­ren. Um Shi­ganshi­na zurück­zu­ge­win­nen, tre­ten Eren und sei­ne bei­den Kind­heits­freun­de dem Auf­klä­rungs­trupp bei: die Grup­pe all jener, die es noch wagen, die Mau­ern zu ver­las­sen und gegen die Tita­nen zu kämpfen.

Mit der Delu­xe-Edi­ti­on legt ›Carl­sen‹ nun eine Ver­si­on des Man­gas vor, die dem biblio­phi­len Leser gefal­len wird: Das Hard­co­ver mit gera­dem Rücken und Faden­hef­tung macht auch nach mehr­fa­chem Lesen noch einen tol­len Ein­druck. Damit der Leser jedoch zugleich nicht auf die Man­gaco­ver der im Hard­co­ver zusam­men­ge­fass­ten Bän­de ver­zich­ten muss, sind auch die­se far­big illus­triert in den Band mit auf­ge­nom­men. Somit kann nicht nur der Innen­teil des Man­ga- und Ani­me-Hits über­zeu­gen: Die Delu­xe-Edi­ti­on von ›Attack on Titan‹ ver­eint mei­ner Mei­nung nach das Bes­te aus den Ein­zel­bän­den mit den Vor­zü­gen eines hoch­wer­ti­gen Sammelbandes.

›Attack on Titan‹ besticht durch unvor­her­ge­se­he­ne Wen­dun­gen, die zugleich fest mit der Geschich­te ver­wo­ben sind. Durch­dach­te Kampf­me­tho­den kom­bi­niert mit über­zeu­gen­den mensch­li­chen Schick­sa­len, die unter die Haut gehen. ›Attack on Titan‹ hält vie­le ›Oha‹- und ›Wow‹-Momente bereit, die nicht nur für den klas­si­schen Ani­me- und Man­ga-Fan span­nend sind. Die aus­ge­klü­gel­te Geschich­te um Eren und sei­ne Freun­de wird von Band zu Band span­nen­der und in dem vor­lie­gen­den ›Attack on Titan Delu­xe Edi­ti­on Band 6‹ darf mit eini­gen lang ersehn­ten Ereig­nis­sen und zugleich neu­en Rät­seln gerech­net werden.

Wer bis­lang nur den Ani­me kennt, dem kann ich den Man­ga nur ans Herz legen. Zwar ist die Hand­lung stark auf­ein­an­der bezo­gen, doch die ein oder ande­re Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on, oder Din­ge, die auf­fal­len kön­nen, da der Man­ga stär­ker eine eige­ne Lese­ge­schwin­dig­keit ermög­licht als der Ani­me eine Schau­ge­schwin­dig­keit, sind es wert.

»Wegen der neu­es­ten Gescheh­nis­se ist das völ­lig in den Hin­ter­grund gerückt, aber wer ist die­ser Feind eigent­lich, gegen den wir da kämpfen?«

Fazit zu ›Attack on Titan Deluxe Edition Band 6

Wer die Bän­de 1–15 schon kennt, bereits im Ani­me weit genug ist, oder kei­ne Angst vor Spoi­lern hat, kann ger­ne am Ende der Rezen­si­on auch eine nicht spoi­ler­freie inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit ›Attack on Titan Delu­xe Edi­ti­on Band 6‹ fin­den. Aber: Wer ›Attack on Titan‹ noch nicht kennt, dem sei auf jeden Fall emp­foh­len, mit dem ers­ten Band zu begin­nen. Ent­we­der in Form des Man­gas – durch den 1. Band der Delu­xe-Edi­ti­on oder den Ein­zel­bän­den – oder in Form des Animes.

Buchinfo

Haji­me Isaya­ma:
Attack on Titan Delu­xe 6

beinhal­tet die Bän­de 16–18
Carl­sen, Ham­burg 2020
564 S., EUR (D) 25,00 inkl. MwSt.
Hard­co­ver, Man­ga
Ab 16 Jah­ren
ISBN 978−3−551−74108−0

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Leigh Bardugo: Goldene Flammen [Rezension]

Von Wünschen, Freundschaft und Entscheidungen. 

Von klein auf haben die Wai­sen­kin­der Ali­na und Mal einen Wunsch: bei­ein­an­der zu sein. Sie leben in einer Welt, in der Krieg und Magie herr­schen und die zum Teil durch eine rie­si­ge Schat­ten­flur über­zo­gen ist. Und die Freund­schaft der bei­den wird in ›Gol­de­ne Flam­men‹ auf die Pro­be gestellt. 

Wai­se, Kar­ten­zeich­ne­rin und meis­tens fehl am Platz: Ali­na Star­kov fühlt sich sel­ten wohl in ihrer Haut. Auch unter Men­schen scheint sie sel­ten dazu­zu­ge­hö­ren – nur bei ihrem bes­ten Freund Mal kennt sie die­ses Gefühl.

Doch als die bei­den älter wer­den und Mal sich zu einem attrak­ti­ven jun­gen Mann ent­wi­ckelt, hat er nur Augen für ande­re Frau­en. Ali­na, auch »Besen­stiel« genannt, kann in ›Gol­de­ne Flam­men‹ dabei nur zusehen.

»Die Die­ner nann­ten sie Malench­ki, Geis­ter­chen, denn die Kleins­ten und Jüngs­ten such­ten das Haus des Her­zogs heim wie kichern­de Phan­to­me, rann­ten durch die Zim­mer, ver­steck­ten sich in Schrän­ken, um zu lau­schen, und stah­len die letz­ten Pfir­si­che des Som­mers aus der Küche.«

Als die bei­den Kind­heits­freu­de im Zuge ihrer Aus­bil­dun­gen zur Kar­ten­zeich­ne­rin und zum Fähr­ten­le­ser die von Vol­kra bewohn­te Schat­ten­flur durch­que­ren müs­sen, ver­än­dern sich die Leben der bei­den grund­le­gend: Ali­na schützt ihren Freund Mal durch Kräf­te, die sie bis­lang nicht ein­mal erahnt hat. Sie ver­las­sen die Schat­ten­flur wie­der und Ali­na Star­kov wird einem Mann über­ge­ben, der sich »Der Dunk­le« nennt. Er ist der Anfüh­rer der Gri­sha und zählt zu den mäch­tigs­ten Män­nern im Reich.

»Die Vol­kra waren blind, weil sie seit Genera­tio­nen auf der Schat­ten­flur leb­ten und jag­ten, aber sie konn­ten Men­schen­blut angeb­lich schon aus wei­ter Fer­ne wittern.«

Und aus­ge­rech­net die als mager und häss­lich ver­lach­te Ali­na, mit ihren dunk­len Augen­rin­gen und den hage­ren Ärm­chen soll Kräf­te besit­zen, für die sich ein sol­cher Mann inter­es­siert? Nicht, wenn man Ali­nas Ein­schät­zung ihrer selbst glau­ben darf. 

Doch der Dunk­le macht sich in ›Gol­de­ne Flam­men‹ ein eige­nes Bild von ihr und wird zu ihrem Men­tor. Sie rei­sen zum Hof des Zaren und Ali­na wird in die Rei­hen der Gri­sha auf­ge­nom­men: wun­der­schö­ne Frau­en und Män­ner, die der Magie mäch­tig sind. Ein Blick in den Spie­gel genügt für sie, um das Gefühl zu haben, dass sie wie­der nicht hin­ein­passt. Bis zu dem Tag, als ihre Kräf­te wie­der aus ihr hervorbrechen.

»Die­ser Dunk­le hat­te die Gri­sha schon vor mei­ner Geburt befeh­ligt, und trotz­dem wirk­te der Mann, der vor mir auf dem Podest thron­te, nicht viel älter als ich. Sein Gesicht war schön und mar­kant, er hat­te vol­les schwar­zes Haar und kla­re graue, wie Quarz glän­zen­de Augen. Es hieß, die mäch­tigs­ten Gri­sha leb­ten sehr lan­ge, und der Dunk­le war der mäch­tigs­te von allen.«

Mit ›Gol­de­ne Flam­men‹ schafft Leigh Bar­d­u­go den Auf­takt zu einer Fan­ta­sy-Rei­he um die ›Legen­den der Gri­sha‹, der von der ers­ten Sei­te an mit­reißt und den Figu­ren Leben ein­haucht. Dabei ist die fan­tas­ti­sche Welt, die sie schafft, erfri­schend kli­schee­frei. Was zu Beginn schwarz und weiß scheint, ver­liert bald an Klar­heit. Die Zie­le und Plä­ne der Figu­ren über­schnei­den und ver­wi­schen sich.

Fazit zu ›Goldene Flammen

Bar­d­u­go macht es ihren Figu­ren nicht leicht, sie treibt sie wie­der­holt zum Äußers­ten und lässt nicht für einen Moment Lang­wei­le auf­kom­men. Und doch über­schla­gen sich die Ereig­nis­se mit­un­ter so schnell, dass auch der Leser her­um­ge­wir­belt wird, bis nur noch Eines klar ist: Die nächs­ten Bän­de ›Eisi­ge Wel­len‹ und ›Lodern­de Schwin­gen‹ müs­sen so schnell wie mög­lich erscheinen.

Buchinfo

Leigh Bar­d­u­go:
Gol­de­ne Flam­men

Legen­den der Gri­sha, Band 1
Roman
Über­setzt von: Hen­ning Ahrens
Knaur TB Ver­lag, Mün­chen 2020
352 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−426−52444−2

Rezen­si­on erst­mals erschie­nen auf: Liz­zy­Net

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Marie Kondo: Magic Cleaning [Rezension und Selbstversuch]

Vom Danke sagen und klareren Blicken. 

Ich habe nie ger­ne Din­ge weg­ge­wor­fen. Irgend­et­was schien stets an ihnen zu haf­ten, das mich sie behal­ten vor ›Magic Clea­ning‹ ließ. Man­che Din­ge hat­te ich geschenkt bekom­men und obwohl ich sie nicht ver­wen­de­te – und sie mir oft­mals nicht gefie­len –, behielt ich sie. Immer­hin waren es Geschen­ke und jemand hat­te sich Gedan­ken gemacht. 

Ande­re Din­ge schie­nen eine Erin­ne­rung zu tra­gen. Nicht unbe­dingt eine kon­kre­te, eher eine Zeit, für die sie stan­den. Da ich oft umge­zo­gen und auch früh von zu Hau­se aus­ge­zo­gen bin, wur­den die Gegen­stän­de, die ich mit­neh­men konn­te, ein Mit­neh­men der Orte, an denen sie vor mei­nem Umzug gewe­sen waren.

Und über die Zeit kamen so eini­ge Gegen­stän­de zusam­men. Vie­le tru­gen kei­ne kon­kre­te Erin­ne­rung (oder kei­ne bedeu­ten­de), son­dern eher die Angst, sie könn­ten etwas Wich­ti­ges tragen.

»Doch wie eig­net man sich die rich­ti­ge Ein­stel­lung an? Indem man die Fähig­keit zum Auf­räu­men ent­wi­ckelt und stärkt, denn die­se Fähig­keit haben wir alle in uns.«

Somit sam­mel­te ich nicht nur Gegen­stän­de, son­dern vor allem ›schwe­re‹ Gegen­stän­de an. Ich habe mich oft­mals gezwun­gen aus­zu­mis­ten, aber den durch­schla­gen­den, anhal­ten­den Erfolg konn­te ich nicht erzie­len. Trotz­dem spür­te ich, dass ich die­ses The­ma für mich noch lösen muss­te, weil ich nicht von immer mehr Din­gen auf enger wer­den­dem Raum umge­ben sein woll­te, und ver­such­te erfolg­los ver­schie­de­ne Methoden.

Bis ich auf Marie Kon­do und ›Magic Clea­ning‹ stieß.

Aus­mis­ten mit die­sem Prin­zip ist viel­leicht nicht für alle die ers­te Wahl, aber für jeman­den wie mich, die vor allem mit der Emo­ti­ons- und Bedeu­tungs­zu­ord­nung ihrer Gegen­stän­de klar­kom­men muss­te, war es befreiend.

»Oft sind hier bewuss­te oder unbe­wuss­te Blo­cka­den und Abwehr­me­cha­nis­men dem Auf­räu­men gegen­über am Werk. Also muss an der inne­ren Ein­stel­lung zur Ord­nung gear­bei­tet werden.«

In ihrem Buch ›Magic Clea­ning‹, in dem Marie Kon­do ihre Kon­Ma­ri-Metho­de vor­stellt, lernt der Lesen­de zuerst Marie und ihre per­sön­li­che Ent­wick­lung im Kampf gegen die Unord­nung ken­nen. Aus den Schwie­rig­kei­ten, die ihr über die Jah­re begeg­net sind – sel­ten lang anhal­ten­de Ergeb­nis­se und bald schon neu­es Ansam­meln von Din­gen –, schuf sie die­se Methode. 

Die Grund­prin­zi­pi­en von ›Magic Clea­ning‹ sind denk­bar ein­fach und doch ist es wich­tig, sich an die Metho­de zu hal­ten (zumin­dest habe ich dies getan). Zuerst Klei­dung, dann Bücher, dann Doku­men­te, jetzt alles ande­re und zuletzt Erinnerungsstücke.

Auch inner­halb die­ser Kate­go­rien ist das Vor­ge­hen in ›Magic Clea­ning‹ sim­pel struk­tu­riert, aber rigo­ros: alle Gegen­stän­de einer Kate­go­rie auf einen Berg. Alle Klei­der, die man besitzt, egal, ob auf dem Spei­cher, in Schrän­ken, Kis­ten oder ver­ges­se­nen Ecken. Alle Klei­der auf einen Berg und die Mas­se des­sen, was man besitzt, auf sich wirk­lich las­sen. Ich gehorch­te. Mein Schlaf­zim­mer wur­de zu einem rie­si­gen Berg aus Kleidung. 

»Nur durch das dras­ti­sche Auf­räu­men in einem Rutsch wird ein Bewusst­seins­wan­del ausgelöst.«

Aus Gehor­sam wur­de Über­for­de­rung und tie­fes Durch­at­men. Sehr tie­fes Durch­at­men. Wei­ter­ma­chen. Ein Klei­dungs­stück nach dem ande­ren, jedes ein­mal in den Hän­den gehabt und mich gefragt haben, ob es mich glück­lich macht und, ob es zu dem Leben gehört, das ich füh­ren will.

Der Berg wur­de zuse­hends klei­ner und klei­ner, mein Selbst­ver­trau­en in mei­ne Auf­räums­kills wuchs und zugleich ein Gespür dafür, was ich wirk­lich behal­ten woll­te. Ich habe mich durch das Buch und zugleich durch mei­nen Besitz gear­bei­tet. Marie Kon­dos Schreib­stil ist schlicht, authen­tisch und ein­neh­mend. Ihre Beob­ach­tun­gen sind an vie­len Stel­len so tref­fend und ihre Erklä­run­gen motivierend. 

Fazit zu ›Magic Cleaning

Natür­lich habe ich nicht nur mei­ne Klei­der aus­sor­tiert, alle Kate­go­rien habe ich in Angriff genom­men, auch mei­ne Bücher. Mitt­ler­wei­le ist es über ein Jahr her, dass ich Marie Kon­do und ihre ›Magic Clea­ning‹-Metho­de ken­nen­ge­lernt und mit mei­nem Aus­mis­te­pro­jekt begon­nen hat­te. Und es hat funk­tio­niert. Ich habe mich von Schät­zungs­wei­se 70–80 % mei­ner Din­ge getrennt, und ver­mis­se nichts davon. Zugleich habe ich den frei wer­den­den Platz nicht mit neu­em Kram gefüllt. Zum einen durch den Schock über die Maße an Din­gen, die ich besaß, zum ande­ren, weil ich viel bes­ser weiß, was ich wirk­lich behal­ten will. Aus­mis­ten für einen freie­ren Blick auf die Din­ge, die einem wirk­lich am Her­zen liegen.

So ist ›Magic Clea­ning‹ ein kom­pak­ter, auf den Punkt gebrach­ter und erfri­schend geschrie­be­ner Rat­ge­ber, der defi­ni­tiv einen Ver­such wert ist. Auch zum The­ma Arbeit hat Marie Kon­do in ›Joy at Work‹ eini­ge Tricks auf Lager.

Buchinfo

Marie Kon­do:
Magic Clea­ning

Wie rich­ti­ges Auf­räu­men Ihr Leben ver­än­dert
über­setzt von Moni­ka Lubitz
Rowohlt Verlage/rororo, Ham­burg 2013
224 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−499−62481−0

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Die großen Romane der Schwestern Brontë [Schuberrezension]

Drei Schwestern, ihre Pseudonyme und zwei Jahrhunderte. 

Als die drei Bron­të-Schwes­ter – Anne, Char­lot­te und Emi­ly – die Roma­ne die­ses Schu­bers Mit­te des 19. Jahr­hun­derts ver­öf­fent­lich­ten, geschah dies unter männ­li­chen Pseud­ony­men, etli­che Jah­re bevor ›Die gro­ßen Roma­ne der Schwes­tern Bron­të‹ zusam­men ver­öf­fent­licht wer­den soll­ten. Char­lot­te war kaum 30 Jah­re jung, als Jane Eyre erschien, auch Emi­ly und Anne waren zum Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung von Sturm­hö­he (Wut­he­ring Heights) und Agnes Grey erst Ende 20. 

Emi­ly und Anne star­ben bereits weni­ge Jah­re nach der Ver­öf­fent­li­chung, Char­lot­te soll­te mit nur 38 Jah­ren das längs­te Leben unter den Geschwis­tern ver­gönnt sein.

Sturm­hö­he erzählt die Geschich­te des Fin­del­kin­des Hea­th­cliff und der Toch­ter des Man­nes, in des­sen Obhut Hea­th­cliff auf­wächst – Cathe­ri­ne Earns­haw –, über meh­re­re Genera­tio­nen hin­weg. Die Ver­bin­dung der bei­den zuein­an­der ist stark, sie ähneln sich in ihrem Tem­pe­ra­ment, ihren Lei­den­schaf­ten und ihrer Wil­lens­stär­ke. Doch nach­dem der alte Earns­haw stirbt, ändert sich das Leben auf Wut­he­ring Heights. Cathe­ri­nes Bru­der Hind­ley setzt alles dar­an, vor allem Hea­th­cliffs Leben zur Höl­le zu machen. Als auch noch der zukünf­ti­ge Erbe des Her­ren­hau­ses Thrush­cross Gran­ge um Cathe­ri­ne wirbt, bre­chen die Gescheh­nis­se über den bei­den herein. 

Emi­ly Bron­tës Roman wird von der düs­te­ren Atmo­sphä­re der Hoch­moo­re von York­shire und der Wild­heit und Lei­den­schaft von Hea­th­cliff und Cathe­ri­ne Earns­haw getra­gen. Wäh­rend ihre beson­de­re Freund­schaft in ihrer Jugend gedei­hen kann, droht sie unter den Anfor­de­run­gen des Erwach­se­nen­le­bens zu zerbrechen.

Char­lot­te Bron­tës Roman Jane Eyre ist mit Abstand der umfang­reichs­te der drei Bän­de des Schu­bers ›Die gro­ßen Roma­ne der Schwes­tern Bron­të‹. Er erzählt die Lebens­ge­schich­te der gleich­na­mi­gen Icher­zäh­le­rin, die als Wai­se unter bedrü­cken­den und schlech­ten Ver­hält­nis­sen aufwächst.

Erst als ihre Ver­trau­te, die Schul­lei­te­rin Miss Temp­le, das Inter­nat Lowood ver­lässt, in dem Jane seit ihrer Kind­heit lebt und nun als Leh­re­rin arbei­tet, geht auch sie von dort fort. Sie tritt auf Thorn­field eine Stel­le als Gou­ver­nan­te an. Bald ent­wi­ckelt sich ein Band des Respek­tes und der gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nung zwi­schen ihr und dem Haus­herrn Mr. Rochester.

Doch immer wie­der wird ihre Zeit auf Thorn­field von selt­sa­men und unheim­li­chen Ereig­nis­sen unter­bro­chen, die bald schon nicht mehr nur zur Pro­be für Jane wer­den, son­dern auch an Mr. Roches­ter nicht spur­los vorübergehen.

Auch Anne Bron­tës Roman Agnes Grey erzählt die Geschich­te einer jun­gen Gou­ver­nan­te. Doch im Ver­gleich zu Jane wächst Agnes in behü­te­ten und lie­be­vol­len Ver­hält­nis­sen auf und ihr Wunsch, als Erzie­he­rin zu arbei­ten, rührt vor allem da her, ihrer Fami­lie hel­fen und nütz­lich sein zu wollen.

Doch ihre Leben als Gou­ver­nan­te erweist sich als weit­aus schwie­ri­ger als bis­lang ange­nom­men und da ihre Schü­le­rin­nen über voll­stän­dig ande­re Wer­te ver­fü­gen, als jene, die ihr wich­tig sind, ver­einsamt die jun­ge Frau zuse­hends. Erst in dem jun­gen Geist­li­chen, Edward West­on, scheint die jun­ge Frau eine ver­wand­te See­le gefun­den zu haben. Doch durch die Abhän­gig­keit, in der sie als Gou­ver­nan­te lebt, steht sie bald vor wei­te­ren Problemen.

So unter­schied­lich die­se drei Roma­ne in ›Die gro­ßen Roma­ne der Schwes­tern Bron­të‹ auch sein mögen, so fehlt es ihnen nicht an Gemein­sam­kei­ten. Jane Eyre und Agnes Grey erzäh­len die Geschich­te einer jun­gen Gou­ver­nan­te, die ver­sucht einen Ort und einen Men­schen zu fin­den, an den und zu dem sie gehört. Auch Cathe­ri­ne Earns­haw ver­sucht, sich ein Leben auf­zu­bau­en, das bes­ser ist als jenes, das sie auf Wut­he­ring Heights füh­ren kann. Ihre Ver­bin­dun­gen zu Män­nern wer­den ent­we­der durch ihren sozia­len Stand und ihre Wer­te­vor­stel­lun­gen erschwert, auf die Pro­be gestellt oder dro­hen, ver­hin­dert zu werden.

Agnes Grey zeich­net sich nicht durch die Düs­ter­nis und die unheim­li­che Atmo­sphä­re aus, die in Jane Eyre und Sturm­hö­he bis­wei­len herrscht. Und doch geben alle drei Roma­ne in ›Die gro­ßen Roma­ne der Schwes­tern Bron­të‹ einen Ein­blick in die Schwie­rig­kei­ten von Frau­en – und Män­nern –, denen sich die­se im 19. Jahr­hun­dert gegen­über fan­den, unter Schick­sals­schlä­gen und Entbehrungen.

Fazit zu ›Die großen Romane der Schwestern Brontë

Noch heu­te haf­tet den Roma­nen ›Die gro­ßen Roma­ne der Schwes­tern Bron­të‹ eine Inten­si­tät und Stim­mung an, die den Leser oder die Lese­rin in die Welt der Roma­ne zie­hen kann: in Moor­land­schaf­ten, alte Her­ren­hö­fe und Graf­schaf­ten. Zugleich sind ›Die gro­ßen Roma­ne der Schwes­tern Bron­të‹ Zeug­nis der lite­ra­ri­schen Pro­duk­ti­on von Frau­en, denen die Umstän­de gebo­ten, unter männ­li­chen Pseud­ony­men zu ver­öf­fent­li­chen. Nicht nur für Fans von Klas­si­kern sind die­se Roma­ne ein Muss. Durch die­sen wun­der­schö­nen Schu­ber von Reclam wird nicht nur der Inhalt zum Erleb­nis, auch optisch kön­nen die Bän­de begeistern. 

Buchinfo

Die Bron­të-Schwes­tern:
Die gro­ßen Roma­ne der Schwes­tern Bron­të

Drei Bän­de im Schu­ber:
Anne Bron­të: Agnes Grey | Char­lot­te Bron­të: Jane Eyre | Emi­ly Bron­të: Sturm­hö­he
Reclam, Stutt­gart 2020
ins­ge­samt 1434 S., EUR (D) 28,- inkl. MwSt.
gebun­den, im Schu­ber
ISBN 978−3−15−030066−4

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Catana Chetwynd: Die kleinen Momente der Liebe [Rezension]

Der Alltag und seine Besonderheiten. 

Einen Dra­chen töten, eine sel­te­ne Blu­me am Fuße eines dunst­ver­han­ge­nen Ber­ges fin­den oder ein König­reich erobern? Die gro­ßen Momen­te der Lie­be fin­den sich in der Lite­ra­tur aller Zei­ten und Län­der. Hei­ra­ten, und dann den lie­ben lan­gen Tag damit zubrin­gen, ihn sich gegen­sei­tig zur Höl­le zu machen? Auch dafür kennt die Welt­li­te­ra­tur vie­ler­lei Beispiele. 

Blind ver­ste­hen, dass eine Piz­za gera­de das Bes­te auf der Welt wäre, kuscheln manch­mal die gan­ze Welt ein wenig bes­ser macht und man auch unge­schminkt und gam­me­lig abso­lut lie­bens­wert ist, zeich­net hin­ge­gen das Bild aus, das Chet­wynds lie­be­vol­le Comics von der Lie­be ent­wer­fen. Und das auf über 150 Sei­ten vol­ler Comic­zeich­nun­gen der bereits aus dem Inter­net bekann­ten Zeich­ne­rin Cata­na Chet­wynd, deren Stil auf dem Cover zuse­hen ist. Wer ger­ne eine kla­re­re Vor­stel­lung der Zeich­nun­gen bekom­men möch­te, wird auf der Web­site von Cata­na Comics oder der Ver­lags­home­page von dtv sicher­lich fündig.

Chet­wynds Comics in ›Die klei­nen Momen­te der Lie­be‹ sind schlicht, zei­gen oft­mals nicht mehr als die bei­den Figu­ren Cata­na und John in ihrem All­tag und sind damit auf das Wesent­li­che redu­ziert: Die klei­nen Momen­te der Lie­be sicht­bar zu machen. 

Die­se schö­ne Aus­ga­be von bold und dtv lädt dazu ein, allein oder mit dem Part­ner die Sei­ten zu durch­stö­bern und bekann­te Erfah­run­gen in vie­len der Comics zu fin­den: ob gemein­sa­me Aben­de daheim, zusam­men Aus­ge­hen oder Stun­den allein.

Es ist schwer, anders zu kön­nen, als die bei­den Comic­fi­gu­ren Cata­na und John in ›Die klei­nen Momen­te der Lie­be‹ zu mögen und sich in ihnen wie­der­zu­fin­den. Ähn­lich ist es mit dem Bild von Lie­be das Chet­wynd hier – im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes – zeich­net. Lie­be fern­ab der gro­ßen, hel­den­haf­ten Momen­te, für die der All­tag oft kaum Zeit lässt, und dafür spür­bar in der eige­nen Lebenswirklichkeit. 

© pri­vat, Stand: August 2019
Fazit zu ›Die kleinen Momente der Liebe

Die Lie­be in den schein­bar klei­nen, oft über­se­he­nen Din­gen ist es, die Chet­wynd in ihren Zeich­nun­gen ein­zu­fan­gen ver­steht: amü­sant und hin­rei­ßend ehrlich.

Buchinfo

Cata­na Chet­wynd:
Die klei­nen Momen­te der Lie­be

Aus dem Ame­ri­ka­ni­schen von
Knut Krü­ger
dtv, Mün­chen 2020
160 S., EUR (D) 12,- inkl. MwSt.
Hard­co­ver
ISBN 978−3−423−23013−1

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George Saunders: Fuchs 8 [Rezension]

Ein Fuchs wartet auf Antwort. 

Unge­se­hen sitzt er vor dem Fens­ter eines Hau­ses und lauscht den Geschich­ten, die aus dem Innern zu ihm drin­gen. So lernt er, die Spra­che der Men­schen zu spre­chen, zu lesen und zu schreiben. 

Was bei eini­gen nun viel­leicht Erin­ne­run­gen an den Sprach­er­werb von Fran­ken­steins Mons­ter erweckt, wird die­ses Mal jedoch von einem Wesen ange­wandt, das um eini­ges klei­ner ist als das Mons­ter aus ›Fran­ken­stein‹: Es ist ein Fuchs, der die mensch­li­che Spra­che lernt. 

Fuchs 8 wird die­ser beson­de­re Fuchs genannt, denn alle Mit­glie­der sei­nes Rudels tra­gen eine Zahl in ihrem Namen. Und die­ser Fuchs ist nicht nur, wenn es um die Geschich­ten der Men­schen geht, sehr neu­gie­rig. Sei­ne Neu­gier beglei­tet ihn das gan­ze Buch über, zum Guten und zum Schlechten. 

»Zuers möch­te ich sagen, Enschul­di­gung für alle Wör­ter di ich falsch schrei­be. Weil ich bin ein Fuks! Und schrei­be oder buch­sta­b­i­re des­halb nich perfekk.«

Und die­ser Fuchs hat eini­ge Fra­gen an uns.

Fuchs 8 Art zu spre­chen und zu schrei­ben scheint im ers­ten Moment gewöh­nungs­be­dürf­tig, doch in Win­des­ei­le ver­fliegt die­ser Ein­druck, denn das, was die­ser Fuchs zu erzäh­len hat, ist um eini­ges wich­ti­ger, als die Wör­ter, in die er es klei­det. Und für einen Auto­di­dak­ten ohne Gesprächs­part­ner macht er sei­ne Sache doch sehr gut.

»Ir soll­tet mal di vilen nich net­ten Sachen hören di ein Ber in Berisch sagt wärend er ein jakt, wärend man gera­de noch um ein Har in den Bau schlüpft und ver­sucht, vor den ande­ren Fül­sen nich gleich loszuhoilen.«

Es ist schwer, über ein Buch zu schrei­ben, das einen ver­zau­bert hat. Zual­ler­erst will Fuchs 8 eines klar­stel­len: Füch­se sind nicht so, wie Mär­chen sie dar­stel­len, nicht lis­tig und schlau – auch bei Bären, Eulen und vor allem Hüh­nern wei­chen unse­re Mär­chen von sei­nen Erfah­run­gen ab.

»Wir legen kei­ne Hüner rein! Wir sind sehr offen und erlich mit Hünern! Mit Hünern haben wir ein super fären Dil, der get so: Si machen di Aja, wir neh­men di Aja, si machen noie Aja.«

Spoi­ler // Die­ser Fuchs lebt ein fröh­li­ches Leben in sei­nem Rudel, bis ihr Wald kahl geschla­gen wird, um ein Ein­kaufs­zen­trum zu errich­ten. Und selbst dann behält Fuchs 8 sei­ne Neu­gier und Offen­heit und beschließt, in die­sem Ein­kaufs­zen­trum nach Fut­ter zu suchen, um sei­ne Freun­de zu retten.

Fazit zu ›Fuchs 8

In all sei­ner Ein­fach­heit und Kür­ze rührt Geor­ge Saun­ders ›Fuchs 8‹. Es ist kein lau­tes Buch, das mit wich­tig klin­geln­den Begrif­fen und Fach­wör­tern auf sich auf­merk­sam machen will, son­dern ein sehr lei­ses Buch: Fuchs 8 kann die Din­ge, die er sieht und erlebt, nicht erklä­ren. Doch er hat nach vie­len, vie­len Aben­den vor einem Fens­ter die Spra­che der Men­schen erlernt, um sei­ne Erleb­nis­se mit­zu­tei­len und die­se fra­gen zu kön­nen: oft amü­sant und lie­be­voll formuliert.

Buchinfo

Geor­ge Saun­ders:
Fuchs 8

Aus dem Ame­ri­ka­ni­schen von
Frank Hei­bert
Luch­ter­hand, Mün­chen 2019
56 S., EUR (D) 12,- inkl. MwSt.
Hard­co­ver mit Schutz­um­schlag
ISBN 978−3−630−87620−7

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Neil Gaiman: Nordische Mythen und Sagen [Rezension]

Vom Ende und vom Anfang der Götter. 

Spä­tes­tens seit der Ver­fil­mung der Mar­vel-Comics sind Thor, Loki, Odin und wei­te­re Ver­tre­ter der nor­di­schen Göt­ter wie­der im Bewusst­sein von vie­len. ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹ erscheint somit zur pas­sen­den Zeit.

Doch schon mit der ›Edda‹ lie­gen lite­ra­ri­sche Wer­ke vor, die in alt­is­län­di­scher Spra­che über die Göt­ter und Hel­den erzäh­len: von Odin, Loki, Bal­der und vie­len wei­te­ren, zum Teil heu­te noch bekann­ten Figu­ren der Welt der nor­di­schen Mythen. 

Zwi­schen den Schrif­ten der ›Edda‹ und den Comics von Mar­vel lie­gen vie­le, vie­le Jahr­hun­der­te. Wie lan­ge die münd­li­che Über­lie­fe­rung der Geschich­ten der nor­di­schen Göt­ter zuvor bereits exis­tiert hat, weiß viel­leicht nur Odin selbst. Doch auch in den Jahr­hun­der­ten zwi­schen der Ver­schrift­li­chung der ›Edda‹ und der Wie­der­auf­er­ste­hung der nor­di­schen Göt­ter durch Tom Hidd­les­ton, Chris Hems­worth und Antho­ny Hop­kins war es um die Göt­ter nicht still.

Myths of the Nor­se­men: Retold from the Old Nor­se Poems and Tales‹ von Roger Lan­ce­lyn Green, erschie­nen im Jah­re 1960, und Wer­ke des 1941 gebo­re­nen Autors Kevin Cross­ley-Hol­land über die nor­di­sche Mytho­lo­gie haben nicht nur Neil Gai­man tief beeindruckt.

Es gibt sel­ten Bücher, bei denen ich mich bereits in die Ein­lei­tung ver­liebt habe. Neil Gai­man ist das mit ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹ gelun­gen. Eine Wir­kung, die auch im Ver­lauf des knapp 250 Sei­ten lan­gen Buches nicht nachließ.

»Odin und Vili und Ve töte­ten den Rie­sen Ymir. Es muss­te gesche­hen, denn es gab kei­ne ande­re Mög­lich­keit, die Wel­ten zu erschaf­fen. Dies war der Anfang von allem, der Tod, der alles Leben mög­lich machte.«

Neben der Wie­der­ga­be der alten, nor­di­schen Geschich­ten gelingt es Gai­man in ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹, weit mehr als den Inhalt der Geschich­ten wie­der­zu­ge­ben: Er gibt die Fas­zi­na­ti­on für sie wei­ter. Mög­lichst zugäng­lich, span­nend und greif­bar geschrie­ben, kön­nen die Geschich­ten der alten Göt­ter durch ihn Leser von heu­te ohne Vor­wis­sen und beson­de­re Sprach­kennt­nis­se errei­chen und abho­len in eine Welt, die noch ande­ren Geset­zen folgte.

»Thor sag­te nichts. Er dach­te an den ver­gan­ge­nen Abend, dar­an wie er mit dem hohen Alter gerun­gen und den Oze­an getrun­ken hat­te. Er dach­te an die Midgardschlange.«

Neil Gai­man legt mit ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹ kei­ne his­to­risch-kri­ti­sche Ver­si­on der ›Edda‹ vor, son­dern eine Nach­er­zäh­lung von Geschich­ten, die span­nend sein und unter­hal­ten will, und den­noch den alten Göt­tern der nor­di­schen Welt nah bleibt. Von Ymir bis zu Ragna­r­ök und über all die Gestal­ten, die ihre Welt bevölkern.

Eini­ge der 15 Geschich­ten des Buches zeich­nen sich durch Witz und Humor aus, wie die Geschich­ten, wie Sif ihr Haar ver­liert oder Thor sei­nen Ham­mer. Ande­re hin­ge­gen wer­den durch Span­nung und Tra­gik getra­gen, wie die Geschich­ten, wie Höd sei­nen Bru­der ver­liert oder Tyr sei­ne Hand.

»Die Tat­sa­che, dass die­se Welt und ihre Geschich­ten enden wür­den, und die Art, wie sie eines Tages enden und neu ent­ste­hen soll­ten, mach­te die Göt­ter und die Rie­sen und alle ande­ren Figu­ren zu tra­gi­schen Hel­den und zu tra­gi­schen Schurken.«

Fazit zu ›Nordische Mythen und Sagen

Doch eines eint die Geschich­ten von Neil Gai­man, obwohl ihnen allen eine Art Ende inne­wohnt: Sie sind vol­ler Leben und begeis­tern für ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹.

Buchinfo

Neil Gai­man:
Nor­di­sche Mythen und Sagen

Aus dem ame­ri­ka­ni­schen Eng­lisch über­setzt
von André Mum­ot
Eich­born Ver­lag, Köln 2019
253 S., EUR (D) 14,- inkl. MwSt.
Paper­back
Alters­emp­feh­lung: ab 16 Jah­ren
ISBN 978−3−8479−0667−4

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Diana Wynne Jones: Das wandelnde Schloss [Rezension]

Von einem Mädchen, das an sein Unglück glaubte. 

Als Dia­na Wyn­ne Jones (1934–2011) im Jah­re 1986 den ers­ten Band der ›Howl-Saga‹ ›Das wan­deln­de Schloss‹ ver­öf­fent­lich­te, war sie im Lite­ra­tur­be­trieb längst kei­ne Unbe­kann­te mehr. Neben eigen­stän­di­gen Wer­ken der Kinder‑, Jugend- und Erwach­se­nen­li­te­ra­tur hat­te sie bereits die ers­ten Bän­de ihrer ›Chres­to­man­ci‹- und ihrer ›Dale­mark‹-Serie ver­öf­fent­licht.

Das wan­deln­de Schloss‹ erzählt die Geschich­te der jun­gen Sophie Hat­ter, die in einem Hut­la­den arbei­tet und beson­de­re Hüte schnei­dert, bis sie eines Tages von einem bösen Fluch in eine alte Frau ver­wan­delt wird. Sophie, die über­zeugt davon ist, das nur das Unglück auf sie war­te, weil sie die ältes­te von drei Schwes­tern ist, kann sich nie­man­dem in ihrem Hei­mat­ort anvertrauen. 

Sie geht fort und ent­schließt sich, als ihr die Stra­pa­zen ihres neu­en Alters bewusst wer­den, zum Schloss des Zau­be­rers Howl zu gehen, von dem behaup­tet wird, dass er jun­ge Mäd­chen ent­füh­re und auffresse. 

Doch statt auf einen men­schen­fres­sen­den Zau­be­rer zu tref­fen, wird sie Teil der selt­sams­ten und lie­bens­wür­digs­ten Wohn­ge­mein­schaft, die man sich vor­stel­len kann. 

»Was mich her­ge­führt hat, jun­ger Mann?«, frag­te sie. Das lag doch auf der Hand, jetzt, wo sie das Schloss gese­hen hat­te. »Ich bin her­ge­kom­men, weil ich dei­ne neue Putz­frau bin, ist doch klar.«

Mit einer wohl plat­zier­ten und dosier­ten Por­ti­on Humor räumt Sophie Hat­ter in vie­ler­lei Hin­sicht in die­ser neu­en Welt der Zau­be­rei auf. Umge­ben von dem sich stets bekla­gen­den Ofen­feu­er, dem ver­lieb­ten Lehr­ling des Zau­be­rers, ver­folgt von einer flot­ten Vogel­scheu­che und stets bereit, eine neue Sei­te an Howl ken­nen­zu­ler­nen, fin­det sie weit mehr als das Unglück, das sie in ihrem Leben erwar­tet hatte. 

Klas­si­sche Ele­men­te der Fan­tas­tik wie die Sie­ben­mei­len­stie­fel, ver­zau­ber­te Gegen­stän­de und Tie­re, wer­den gemischt mit ori­gi­nel­len Figu­ren und einer zau­ber­haf­ten Schreib­wei­se und machen so ›Das wan­deln­de Schloss‹ zu einem gro­ßen Ver­gnü­gen – und dies nicht nur für jene, die bereits den gleich­na­mi­gen Film von ›Stu­dio Ghi­b­li‹ mochten. 

»Die­ser Mann und die­ses rie­si­ge, wich­ti­ge Ding, sein König­tum eben, kamen ihr in ihrem ver­wirr­ten Zustand vor wie zwei unter­schied­li­che Wesen, die nur durch Zufall den­sel­ben Ses­sel besetz­ten. Und ihr ging auf, dass sie jedes Wort der von Howl sorg­sam aus­ge­tüf­tel­ten Rede ver­ges­sen hatte.«

Der ers­te Band der ›Howl-Saga‹ lebt von dem Unaus­ge­spro­che­nem. Die Per­so­nen haben Geheim­nis­se vor­ein­an­der, nicht alles ist leicht aus­zu­spre­chen, ob durch Angst oder einen Fluch. Und obwohl die Kapi­tel­über­schrif­ten bereits einen Vor­aus­blick zulas­sen, um zu wis­sen, was das Kapi­tel brin­gen wird, trägt das Unaus­ge­spro­che­ne als Grund­span­nung über den Roman hinweg. 

Fazit zu ›Das wandelnde Schloss

Das wan­deln­de Schloss‹ ist eine Lie­bes­er­klä­rung an die Fan­tas­tik, an lie­be­voll ent­wor­fe­ne Figu­ren mit Kan­ten und an klei­ne Hel­den und Hel­din­nen, die zusam­men Gro­ßes bewir­ken kön­nen. Ich freue mich auf ein Wie­der­se­hen mit Howl und Sophie in ›Der Palast im Him­mel‹.

Buchinfo

Dia­na Wyn­ne Jones:
Das wan­deln­de Schloss

Die Howl-Saga, Band 1
Über­setzt von Dr. Gabrie­le Haefs
Droemer Knaur, Mün­chen 2019
304 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−52538−8

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