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Laetitia Colombani: Der Zopf [Rezension]

Drei Frauen, drei Kämpfe, ein Zopf. 

Für man­che Frau­en ist ihr Haar das wert­volls­te, das sie besit­zen. Für ande­re sind es in ›Der Zopf‹ die Tra­di­tio­nen des seit Genera­tio­nen bestehen­den Fami­li­en­be­triebs oder die eige­ne sprung­haf­te Karriere. 

Doch was pas­siert, wenn der Mensch im Begriff ist, sein Wert­volls­tes zu ver­lie­ren? Wenn es ihm genom­men wird und er es nicht hal­ten kann oder nur durch gro­ße Ver­än­de­run­gen? Und was, wenn er sogar frei­wil­lig bereit ist, es aufzugeben?

Smi­ta aus Bad­la­pur in Indi­en, Giu­lia aus Paler­mo in Sizi­li­en und Sarah aus Mont­re­al in Kana­da haben auf den ers­ten Blick wenig mit­ein­an­der gemein­sam. Smi­ta arbei­tet als Unbe­rühr­ba­re, wird gemie­den und lebt mit ihrer Fami­lie außer­halb der Gesell­schaft. Durch eisern erspar­tes Geld woll­ten sie und ihr Mann ihrer Toch­ter den Besuch einer Schu­le und somit ein bes­se­res Leben ermög­li­chen. Doch Smi­t­as Beruf wird von Genera­ti­on zu Genera­ti­on wei­ter­ge­ge­ben. Und das sozia­le Stig­ma und die damit ver­bun­de­nen Hür­den wol­len ihre Toch­ter nicht loslassen.

»Mit gesenk­tem Blick, das Gesicht hin­ter einem Tuch ver­bor­gen, hält sie sich am Stra­ßen­rand. In man­chen Dör­fern müs­sen sich Dalits eine Raben­fe­der anste­cken, damit man sie erkennt. In ande­ren ver­langt man, dass sie bar­fuß laufen.«

Giu­li­as Leben ist weit von Smi­t­as ent­fernt. Die jun­ge Frau ist bele­sen, gebil­det und nicht auf den Mund gefal­len. Sie liebt die Arbeit in der Fabrik ihres Vaters, die ihr längst ins Blut über­ge­gan­gen ist. Doch nach einem Unfall ihres Vaters steht nicht nur sein Leben auf dem Spiel, son­dern auch die Zukunft sei­ner Fami­lie und der Fabrik. 

»Seit fast einem Jahr­hun­dert lebt ihre Fami­lie von der Cas­ca­tu­ra, einem alten sizi­lia­ni­schen Brauch, der dar­in besteht, Haa­re, die aus­fal­len oder abge­schnit­ten wer­den, zu sam­meln, um spä­ter Tou­pets oder Perü­cken dar­aus zu machen. Giu­li­as Urgroß­va­ter grün­de­te die Lan­fre­di-Werk­statt im Jahr 1926, heu­te ist das Unter­neh­men eines der letz­ten sei­ner Art in Palermo.«

Sarahs Leben und Arbeit glei­chen weder Smi­t­as noch Giu­li­as. Sie ist eine Kar­rie­re­frau, hat es auch eige­ner Kraft in Rekord­zeit nach oben geschafft. Sie lebt für ihre Arbeit und hat ihr gesam­tes Leben danach aus­ge­rich­tet, in der Arbeit die bes­ten Leis­tun­gen brin­gen zu kön­nen. Sarah und ihre Fami­lie sind dabei für ihre Kol­le­gen kaum sicht­bar gewe­sen. Doch ein Besuch beim Arzt und eine Dia­gno­se ändern alles. Doch mehr noch als die Krank­heit selbst sind es ihre Kol­le­gen, die Sarah aus der Bahn werfen.

»Sarah kann­te ehr­gei­zi­ge Män­ner die­ses Schlags zur Genü­ge, Män­ner, die Frau­en hass­ten, weil sie sich von ihnen bedroht fühl­ten, sie umgab sich mit ihnen, aller­dings ohne gestei­ger­ten Wert dar­auf zu legen. Sie bahn­te sich ihren Weg und ließ sie am Stra­ßen­rand zurück.«

So unter­schied­lich die Geschich­ten der drei Frau­en in ›Der Zopf‹ auch sein mögen, haben sie doch vor allem eines gemein­sam: Sie haben sich nicht unter­krie­gen las­sen und gekämpft. Smi­ta für ihre Toch­ter, Giu­lia für die Fabrik der Fami­lie, Sarah für eine gerech­te­re Zukunftsaussicht. 

Colom­ba­ni gelingt es in ›Der Zopf‹, die Per­sön­lich­kei­ten der drei Frau­en bereits nach weni­gen Sei­ten zum Leben zu erwe­cken. In ihrer Beson­der­heit, in ihren Stär­ken und Schwä­chen, in ihren schwe­ren und star­ken Augen­bli­cken. Sie alle ver­su­chen, sich von den Gren­zen und Regeln der ihnen bekann­ten Welt und Gesell­schaft nicht nie­der­rin­gen zu las­sen. Sie for­dern einen Platz für sich und ihre Liebs­ten und sind bereit, sich den Hür­den zu stellen. 

Fazit zu ›Der Zopf

Drei Leben sind es, die Colom­ba­ni in ihrem Roman ›Der Zopf‹ mit­ein­an­der ver­bin­det. Auf eine Art, die nicht ein­mal die drei Prot­ago­nis­tin­nen so zu sehen bekom­men, wie es Colom­ba­ni ihren Lesern und Lese­rin­nen ermög­licht. ›Der Zopf‹ ist einer jener Roma­ne, über die man sich span­nend mit ande­ren aus­tau­schen kann. Auf Colom­ba­nis 2020 erschie­ne­nen Roman ›Das Haus der Frau­en‹ darf mit Span­nung geblickt werden.

Buchinfo

Lae­ti­tia Colom­ba­ni:
Der Zopf

Roman
Über­setzt von: Clau­dia Mar­quardt
Fischer Ver­lag, Frank­furt a. M. 2018
286 S., EUR (D) 20,- inkl. MwSt.
gebun­den mit Schutz­um­schlag
ISBN 978−3−10−397351−8

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John Strelecky: Das Café am Rande der Welt [Rezension]

Von Staus, fehlender Orientierung und anderen Chancen im Leben. 

John braucht in ›Das Café am Ran­de der Welt‹ eine Pau­se. Nach der gan­zen Arbeit muss er ein­fach mal wie­der Urlaub machen, raus­kom­men und abschalten. 

Scha­de nur, dass sich sein Weg in den Urlaub als eben­so stres­sig ent­puppt wie sei­ne Arbeit selbst. Auf dem High­way bewe­gen sich die Autos kei­nen Meter mehr nach vorn, tan­ken könn­te er auch mal wie­der und was zu essen wür­de sicher­lich auch nicht schaden. 

Mehr vor Wut und Anpas­sung als nach reif­li­cher Über­le­gung ver­lässt John den High­way. Nur um sich zur Krö­nung sei­nes Urlaubs­be­ginns hoff­nungs­los zu ver­fah­ren. Zumin­dest so lan­ge, bis er im schein­ba­ren Nir­gend­wo ein Café fin­det. Ein Café, das ihn bald nicht nur froh dar­über sein lässt, dass er sich ver­fah­ren hat, son­dern auch vie­le ande­re Über­ra­schun­gen für ihn bereithält.

»Die­ser Tag über­traf lang­sam bei wei­tem alles, womit ich gerech­net hat­te. Erst eine stun­den­lan­ge Fahrt durch das Nichts, dann ein Café am Ran­de der Welt und jetzt eine Bedie­nung mit einem spitz­bü­bi­schen Lächeln.«

Streleckys Erzäh­lun­gen und Rat­ge­ber über den Sinn des Lebens haben für mich stets zwei Sei­ten. Zum einen die Art und Wei­se, wie er sei­ne Über­le­gun­gen ver­packt und beschreibt. Sei­ne Spra­che ist klar. Kom­ple­xe­re Gedan­ken­gän­ge stellt er mit­hil­fe mög­lichst ein­fa­cher und doch ein­gän­gi­ger Ver­glei­che und Geschich­ten dar. Doch obwohl ›Das Café am Ran­de der Welt‹ in Erzähl­form geschrie­ben ist, wirkt die Geschich­te selbst kon­stru­iert. Nicht alle sei­ner Figu­ren kön­nen Sym­pa­thie­punk­te ergat­tern. Die Bedie­nung Casey scheint all­zeit spitz­bü­bisch und schel­misch zu lächeln und es auch immer noch mal bes­ser zu wissen. 

Anne und Mike hin­ge­gen füh­len sich run­der und mensch­li­cher an. Sie laden dazu ein, im Café zu ver­wei­len und sich mit den Fra­gen der Erzäh­lung auseinanderzusetzen.

© Bogen­ber­ger Autoren­fo­tos, hono­rar­frei, Stand: Dezem­ber 2017

Die zwei­te Sei­te hin­ge­gen ist das, wor­über Strelecky schreibt. Die Fra­gen, mit denen sich der Prot­ago­nist John aus­ein­an­der­set­zen muss, sind exis­ten­zi­ell. Sie füh­ren ihn – und mit ihm die Lesen­den – nah an das eige­ne Selbst her­an. Die­se Fra­ge über den Sinn des Lebens haben Gewicht, sie ver­än­dern und sind zugleich so uni­ver­sell, dass sie wohl vie­len Erwach­se­nen bereits begeg­net sind.

»Sobald ein Mensch weiß, war­um er hier ist, warm er exis­tiert, wel­chen Grund es dafür gibt, dass er am Leben ist, wird er den Wunsch haben, dem Sinn und Zweck sei­ner Exis­tenz gerecht zu wer­den. Es ist so, als erken­ne man auf einer Kar­te, wo ein Schatz ver­steckt ist. Sobald man die Mar­kie­rung ent­deckt hat, fällt es schwer, sie zu igno­rie­ren und nicht nach dem Schatz zu suchen.«

Fazit zu ›Das Café am Rande der Welt

Wer bereit ist, sich auf die zu Anfang viel­leicht etwas kon­stru­iert wir­ken­de Erzäh­lung ›Das Café am Ran­de der Welt‹ ein­zu­las­sen, kann sicher­lich eini­ge Über­le­gun­gen und Erkennt­nis­se aus die­sem Buch mit­neh­men. Viel­leicht auch mit einem Stück saf­ti­gen Rha­bar­ber-Kuchen. Mehr von Strelecky gibt es bei­spiels­wei­se in ›Aus­zeit im Café am Ran­de der Welt‹ zu lesen.

Buchinfo

John Strelecky:
Das Café am Ran­de der Welt
Eine Erzäh­lung über den Sinn des Lebens
Mit Illus­tra­tio­nen von Root Leeb
Über­setzt von Bet­ti­na Lem­ke
dtv, Mün­chen 2007
128 S., EUR (D) 8,95 inkl. MwSt.
Soft­co­ver
ISBN 978−3−423−20969−4

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Diana Wynne Jones: Der Palast im Himmel [Rezension]

Von einem Jungen, der eine Enttäuschung war. 

Nur weni­ge Jah­re nach dem ers­ten Band der ›Howl-Saga‹, ›Das wan­deln­de Schloss‹, erschien bereits der zwei­te Band der Rei­he: ›Der Palast im Him­mel‹.

Auf den ers­ten Blick schei­nen die bei­den Roma­ne die Geschich­ten von voll­kom­men unter­schied­li­chen Per­so­nen zu erzäh­len. Abdul­lah ist ein Tag­träu­mer. Wäh­rend er sich durch den Ver­kauf wert­vol­ler und nicht so wert­vol­ler Tep­pi­che über Was­ser hält, ver­bringt er all sei­ne Frei­zeit damit, sich sein Leben so aus­zu­ma­len, wie es sein könn­te. Was wäre, wenn Abdul­lah in Wahr­heit ein Prinz wäre, der noch als Baby ent­führt wor­den ist? 

So ver­bringt der jun­ge, attrak­ti­ve Mann sei­ne Tage, bis plötz­lich ein Frem­der in sei­nem Laden steht. Er will ihm in höchs­ter Not, wie er sagt, einen magi­schen, flie­gen­den Tep­pich ver­kau­fen. Und so neh­men die selt­sa­men Bege­ben­hei­ten ihren Anfang, die Abdul­lah dem Palast im Him­mel immer näher brin­gen sollen. 

»Unglück­li­cher­wei­se – und auch dar­in waren sich alle einig – hat­te Abdul­lah den Cha­rak­ter von sei­ner Mut­ter geerbt, der zwei­ten Frau sei­nes Vaters. Sie war eine träu­me­ri­sche und ängst­li­che Frau gewe­sen und für alle eine gro­ße Enttäuschung.«

Beim Lesen stellt sich lan­ge die Fra­ge, war­um die­ser Band als Teil 2 der ›Howl-Saga‹ bezeich­net wird. Bekann­te Namen und Gesich­ter las­sen lan­ge auf sich war­ten –, zumin­dest auf den ers­ten Blick. Denn wer ›Das wan­deln­de Schloss‹ gele­sen hat, weiß Jones’ Fähig­kei­ten, das Gesuch­te oder Ver­miss­te direkt vor der eige­nen Nase zu ver­ste­cken, zu schätzen. 

»Der Tep­pich gehorch­te, indem er sich wie eine Schlan­ge über die hohen Mau­ern wand. Danach glitt er über die Haus­dä­cher wie eine Flun­der über den Mee­res­bo­den. Abdul­lah, der Sol­dat und auch die Kat­zen blick­ten stau­nend nach unten.«

Der Palast im Him­mel‹ lebt von Fan­ta­sie und Magie. Lie­bens­wer­te, leicht schrä­ge und in jedem Fall beson­de­re Cha­rak­te­re stel­len sich einem Aben­teu­er, das aus Träu­men gebaut sein könn­te. Ein flie­gen­der Tep­pich mit einer Schwä­che für Schmei­che­lei­en, ein Sol­dat mit einer Vor­lie­be für Kat­zen und ein Dschinn, der bereit ist, alles zu tun, um sein Leben zurückzuerlangen. 

Fazit zu ›Der Palast im Himmel

Der zwei­te Band, ›Der Palast im Him­mel‹, kommt zwar nicht ganz an den ers­ten Teil her­an, ist jedoch eines der Bücher, das man auf jeden Fall zwei­mal lesen soll­te. Das ers­te Mal, um das Aben­teu­er Abdul­lahs zu erle­ben, das zwei­te Mal, um das Wie­der­se­hen mit den Cha­rak­te­ren aus ›Das wan­deln­de Schloss‹ in vol­len Zügen genie­ßen zu können.

Buchinfo

Dia­na Wyn­ne Jones:
Der Palast im Him­mel

Die Howl-Saga, Band 2
Über­setzt von Doro­thee Haent­jes-Hol­län­der
Droemer Knaur, Mün­chen 2020
272 S., EUR (D) 12,99 inkl. MwSt.
Roman, Paper­back
ISBN 978−3−426−52539−5

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Katharina Seck: Die Silberne Königin [Rezension]

Silberminen, Schokolade und ein König ohne Herz. 

Ein Land aus Eis und Schnee. Jeder Schritt fern­ab der Wege kann in ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ den Tod bedeu­ten, denn ein Sturz genügt, um zu erfrie­ren. Es wird von einem König regiert, den kaum jemand je zu Gesicht bekommt, doch des­sen Herz eben­so kalt sein soll wie sein Land. 

Wie die meis­ten Bewoh­ner der Stadt hält sich Emma vom Schloss fern. Selbst wenn sie es woll­te, hät­te sie kaum die Zeit, so weit von ihrem gewohn­ten Weg abzu­kom­men. Denn Emma arbei­tet in den Sil­ber­mi­nen, in denen sie sich zwar nie sicher gefühlt hat, aber auch nicht so sehr in Gefahr, wie an dem Tag, als einer der Stol­len wäh­rend ihrer Schicht ein­stürzt. Emma will nie wie­der zurück in die Minen. Und Arbeit ist im Land eben­so sel­ten wie Son­nen­stun­den. Doch Emma braucht Arbeit. Nicht nur für sich, son­dern auch für ihren Vater, der seit dem Tod ihrer Mut­ter kaum mehr das Haus ver­lässt, nicht arbei­tet und zu viel trinkt. 

»Am nächs­ten Mor­gen war der Berg wie­der zu Ruhe gekom­men, aber in Emmas Träu­men groll­te er noch immer.«

Doch alles ändert sich, als es Emma wie durch ein Wun­der gelingt, einen Job in der Cho­co­la­te­rie zu fin­den. Denn dort fin­det Emma nicht nur Arbeit, son­dern auch ech­te Freun­de und lernt den Zau­ber von Geschich­ten ken­nen. Geschich­ten, die mehr Wahr­heit in sich tra­gen, als sie je geahnt hätte.

Auch die Arbeit in der Cho­co­la­te­rie ist es, die Emma das ers­te Mal über die Schwel­le des Schlos­ses führt. Denn der König ist einer der Weni­gen, der sich den Luxus von Scho­ko­la­de noch erlau­ben kann. Nur das Schloss ist noch käl­ter als das es umge­ben­de Land aus Eis und Schnee. Und als die zen­tra­le Han­dels­stra­ße durch den Schnee unpas­sier­bar wird, wis­sen die Bewoh­ner der Stadt, dass nun ein Wett­lauf gegen das Ver­hun­gern begon­nen hat.

»Casper neig­te den Kopf. Das amü­sier­te Lächeln auf sei­nen Lip­pen hät­te char­mant wir­ken kön­nen, wenn die­ses Blit­zen in sei­nen Augen nicht wäre. Es war der Aus­druck eines Raub­tiers, das mit sei­ner Beu­te spielte.«

Fast 150 Sei­ten dau­er­te es, bis ich mit die­sem Buch wirk­lich warm gewor­den bin. Erst als der König in Erschei­nung tritt, hat sich die Geschich­te so ver­dich­tet, dass sie ihre Sog­wir­kung ent­fal­tet hat. Mit dem König Casper ist Seck ein wun­der­bar fas­zi­nie­ren­der Cha­rak­ter gelun­gen. Ein Herz aus Eis, den Men­schen fern, und nur durch das Erzäh­len eines Mär­chens dazu zu bewe­gen, sei­ne dunk­len Vor­ha­ben auf­zu­schie­ben. Ein wenig wie ›Tau­send­und­ei­ne Nacht‹, nur viel käl­ter. Und doch eine Lie­bes­er­klä­rung an die Kraft und den Zau­ber von Mär­chen und Geschichten.

Fazit zu ›Die Silberne Königin

Wäh­rend sich die Ereig­nis­se für mich anfangs zu lang­sam ent­fal­te­ten, ging mir bei der Pro­blem­lö­sung dann alles etwas zu schnell, um es spoi­ler­frei zu for­mu­lie­ren. In ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ ste­cken vie­le, wun­der­schö­ne Ele­men­te, mit­ein­an­der ver­wo­ben durch eine mär­chen­haf­te, das Beson­de­re fin­den­de Spra­che. Nur bei der Aus­ar­bei­tung hät­te ich mir mehr gewünscht. Den­noch, wer Mär­chen und Fan­ta­sy liebt, kann die­sem Buch ger­ne eine Chan­ce geben. Sobald man sich warm gele­sen hat, lohnt es sich, die Geschich­te um Casper zu erfahren. 

Wer ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ mag, dem könn­te auch ›Der Dieb ohne Herz‹ gefal­len.

Buchinfo

Katha­ri­na Seck:
Die Sil­ber­ne Köni­gin

Roman
Bas­tei Lüb­be, Köln 2016
366 S., EUR (D) 12,- inkl. MwSt.
Paper­back
Alters­emp­feh­lung: ab 16 Jah­ren
ISBN 978−3−404−20862−3

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Robert Galbraith: Der Ruf des Kuckucks [Rezension]

Von einem taumelnden Detektiv. 

250 Sei­ten hat es gedau­ert, bis ich mit ›Der Ruf des Kuckucks‹ warm gewor­den bin. Zuge­ge­ben, wenn das Buch von einer ande­ren Autorin oder einem ande­ren Autor geschrie­ben wor­den wäre, hät­te ich ihm ver­mut­lich nicht so viel Zeit gege­ben. Ich habe es immer wie­der zurück auf mei­nen Lese­sta­pel gelegt, um es dann irgend­wann wie­der hervorzuholen. 

Aber ich den­ke, dass mein Pro­blem mit dem Anfang des Buches vor allem durch eines kam: Ich hat­te es nicht aus­ge­sucht, weil ich den Klap­pen­text viel­ver­spre­chend fand, son­dern nur, weil ich die Autorin so sehr mag. Nor­ma­ler­wei­se hät­te mich das Set­ting des Romans nicht sehr inter­es­siert, da es mir nicht atmo­sphä­risch genug erschie­nen wäre.

Somit sagen mei­ne Pro­ble­me mit dem Anfang des Roma­nes wohl nicht unbe­dingt etwas über die Qua­li­tät des­sel­ben aus, son­dern vor allem dar­über, dass ich ihn mir nicht aus den rich­ti­gen Grün­den gekauft hat­te. Aber den­noch: Nach­dem ich mit dem Set­ting warm­ge­wor­den war und end­lich einen Durch­blick über all die unter­schied­li­chen Figu­ren bekom­men hat­te, war das Buch sehr schnell ver­schlun­gen. Für die ers­ten 250 Sei­ten brauch­te ich fast zwei Jah­re, für die rest­li­chen knapp 400 Sei­ten kei­ne 24 Stunden.

»… durch sei­ne Grö­ße und beträcht­li­che Kör­per­be­haa­rung, gepaart mit einem deut­li­chen Bauch­an­satz, erin­ner­te sei­ne Erschei­nung an einen Grizz­ly. Er hat­te ein ange­schwol­le­nes blau­es Auge; unter der Augen­braue befand sich ein Schnitt.«

Das ange­sag­te Top­mo­del Lula Landry stirbt bei einem Sturz von ihrem Bal­kon. Was zuerst nach Selbst­mord aus­sieht, wird bald von eini­gen ihrer Ange­hö­ri­gen infra­ge gestellt. Die Gerüch­te häu­fen sich. Hat­te Lula vor ihrem Tod Streit mit ihrem eben­falls berühm­ten Freund? Haben ihre leib­li­chen Eltern etwas mit ihrem Tod zu tun, oder war gar ihre Adop­tiv­fa­mi­lie dar­in ver­wi­ckelt? Mit ihrem Tod hin­ter­lässt das Model meh­re­re Mil­lio­nen und eine Men­ge unge­klär­ter Fragen.

Auch das Leben, wie es sich der Detek­tiv Cormo­ran Strike vor­ge­stellt hat­te, ist vor­bei: Die Tren­nung von sei­ner Ver­lob­ten, die Ampu­ta­ti­on sei­nes Bei­nes nach sei­ner Zeit beim Mili­tär, die finan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten, die ihn auf einer Cam­pin­glie­ge in sei­nem Büro schla­fen lassen. 

Als ihn John Bris­tow, der Adop­tiv­bru­der des ver­stor­be­nen Models Lula Landry, auf­sucht, strahlt Cormo­ran Strikes hells­ter Stern nicht. Doch der Vor­schuss für die Über­nah­me der Ermitt­lun­gen ist groß und ein Kind­heits­freund, eben­falls ein Adop­tiv­bru­der von John Bris­tow, ver­bin­det die Män­ner mit­ein­an­der. Zu sei­nem neu­en Fall bekommt Cormo­ran auch eine neue Sekre­tä­rin ins Haus, die sich schon bald als über­aus flei­ßig und begabt entpuppt.

»Obwohl Robin Ella­cotts fünf­und­zwan­zig­jäh­ri­ges Leben nicht frei von auf­re­gen­den und dra­ma­ti­schen Ereig­nis­sen gewe­sen war, so hat­te sie doch nie zuvor das Bett in der fes­ten Gewiss­heit ver­las­sen, dass sie den anbre­chen­den Tag für den Rest ihres Lebens im Gedächt­nis behal­ten würde.«

Und so begibt sich Cormo­ran Strike in ›Der Ruf des Kuckucks‹ für sei­ne Ermitt­lun­gen in die Welt des Blitz­licht­ge­wit­ters und die vie­len, mit­ein­an­der ver­wo­be­nen Schich­ten des Romans fal­ten sich vor dem Leser oder der Lese­rin auf.

Der Ruf des Kuckucks‹ war das ers­te Buch, das ich von J. K. Row­ling gele­sen habe – die hier unter dem Pseud­onym Robert Gal­braith schreibt –, das nicht zum ›Har­ry Pot­ter‹-Uni­ver­sum zählt. Und ich habe lan­ge gebraucht, um zu ver­dau­en, dass in ›Der Ruf des Kuckucks‹ nie­mand mit Zau­ber­stä­ben auf­ein­an­der los­geht. Natür­lich weiß ich, dass Schrift­stel­ler unter­schied­li­che Wel­ten erschaf­fen kön­nen: Doch J. K. Row­ling war durch mei­ne Kind­heit hin­durch so stark mit ›Har­ry Pot­ter‹ ver­knüpft, dass ich es für die­sen Roman wie­der neu ler­nen musste.

»Strike hat­te ein­mal ver­sucht, die Schu­len zu zäh­len, die er in sei­ner Jugend besucht hat­te, und war auf sieb­zehn gekom­men, wobei er jedoch den Ver­dacht heg­te, ein paar ver­ges­sen zu haben. Nicht mit ein­ge­rech­net hat­te er die kur­ze Zeit, in der er angeb­lich Pri­vat­un­ter­richt erhal­ten hat­te: als er mit sei­ner Mut­ter und sei­ner Halb­schwes­ter in einem besetz­ten Haus in der Atlan­tic Road in Brixton wohnte.«

Eines der gro­ßen Talen­te von Robert Gal­braith und J. K. Row­ling (›Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen‹ & ›Grin­del­walds Ver­bre­chen‹) ist ihr Gespür für Men­schen, die Wir­ren ihrer Bezie­hun­gen und die Glaub­wür­dig­keit ihrer Emo­tio­nen. ›Der Ruf des Kuckucks‹ ent­wi­ckelt sich nach und nach zu einem Kri­mi­nal­ro­man, in dem die Taten und Wün­sche der ver­schie­de­nen Figu­ren so fein mit­ein­an­der ver­wo­ben sind, dass der Roman ein stim­mi­ges Gesamt­bild ergibt.

Fazit zu ›Der Ruf des Kuckucks

Nun, viel­leicht habe ich ›Der Ruf des Kuckucks‹ aus den fal­schen Grün­den ange­fan­gen zu lesen, aber sicher­lich habe ich ihn aus den rich­ti­gen Grün­den zu Ende gele­sen: Die Ver­stri­ckun­gen und die orga­ni­sche Ent­wick­lung der unter­schied­li­chen Figu­ren in ihren Bezie­hun­gen zuein­an­der hat mir kei­ne ande­re Wahl gelas­sen. So hat sich für mich auch das Ende über­aus stim­mig ange­fühlt und mir gro­ße Lust gemacht, die­se Rei­he trotz mei­ner Start­schwie­rig­kei­ten weiterzulesen.

Buchinfo

Robert Gal­braith:
Der Ruf des Kuckucks

Ein Fall für Cormo­ran Strike
Die Cormo­ran-Strike-Rei­he, Band 1
Aus dem Eng­li­schen von Wulf Berg­ner,
Chris­toph Göh­ler, Kris­tof Kurz
Roman, Kri­mi
Blan­va­let, Mün­chen 2014
656 S., EUR (D) 10,99 inkl. MwSt.
Taschen­buch, Klap­pen­bro­schur
ISBN 978−3−442−38321−4

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Anne Brontë: Agnes Grey [Rezension, Schuberexemplar]

Vom Wusch, Gouvernante zu werden und sich selbst treu zu bleiben. 

Als sich eine jun­ge, vor­neh­me Frau aus gutem Hau­se ent­schei­det, einen Geist­li­chen zu hei­ra­ten, wird sie ent­erbt und ver­liert jeg­li­chen Kon­takt zu ihrer Fami­lie. Von da an muss sie auf alle Annehm­lich­kei­ten ver­zich­ten, die sie bis­lang kann­te, doch bereu­en wird sie ihre Ent­schei­dung nie. 

Spä­tes­tens als ihre Töch­ter Mary und die jün­ge­re Agnes gebo­ren wer­den, ist ihr Glück per­fekt. Doch ihr Mann kann nie ganz über­win­den, dass er sei­ne Frau um so vie­les gebracht hat, und inves­tiert in ris­kan­te finan­zi­el­le Geschäf­te. Als sich sei­ne Hoff­nun­gen zer­schla­gen, steht die Fami­lie einem Schul­den­berg gegen­über. Wäh­rend die älte­re Toch­ter Mary selbst gezeich­ne­te Aqua­rel­le ver­kauft, will Agnes eine Stel­le als Gou­ver­nan­te antre­ten, um die Fami­lie unter­stüt­zen zu können.

Doch obwohl Agnes über­zeugt ist, als Erzie­he­rin zurecht­zu­kom­men, da sie sich selbst noch gut in ihre Bedürf­nis­se ein­zu­füh­len zu kön­nen glaubt, stößt sie vor vie­le Pro­ble­me. Wäh­rend die Erwar­tung an sie kaum grö­ßer sein könn­ten, hat sie bei der Wahl ihrer Erzie­hungs­me­tho­den aller­lei Ein­schrän­kun­gen hinzunehmen.

»Hät­te sie der Gat­tung der Tie­re ange­hört, wäre Matil­da akzep­ta­bel gewe­sen in ihrer Leb­haf­tig­keit, Vita­li­tät und ihrem Bewe­gungs­drang, als mensch­li­ches Wesen aber war sie unge­heu­er ein­fäl­tig, unge­leh­rig, gleich­gül­tig und unver­nünf­tig und somit eine Qual für jeman­den, der die Auf­ga­be hat­te, ihren Ver­stand zu ent­wi­ckeln, ihre Umgangs­for­men zu ver­bes­sern und ihr zu hel­fen, sich zu schmü­cken und zurecht­zu­ma­chen, was sie, im Gegen­satz zu ihrer Schwes­ter, wie alles ande­re auch verachtete.«

Agnes merkt schnell, dass die Wer­te­vor­stel­lun­gen ihrer Schütz­lin­ge und ihrer Fami­li­en weit ent­fernt von ihren eige­nen lie­gen. Da sie sich kaum mit jeman­dem aus­tau­schen kann, der ihr ähn­lich ist, beginnt die jun­ge Frau, zu vereinsamen.

Agnes Grey erzählt die Geschich­te einer jun­gen Frau, die durch ihre beruf­li­che Stel­lung in einer Art ›Dazwischen‹-Zustand leben muss. Weder zu den vor­neh­men Per­so­nen gehö­rend, die sie erzie­hen muss, noch zur Die­ner­schaft, scheint sie für die meis­ten Men­schen um sie her­um fast unsicht­bar zu sein. Sie wird sel­ten gegrüßt oder ange­spro­chen, noch sel­te­ner nach ihrem Befin­den gefragt.

Doch wäh­rend Agnes für die meis­ten ihrer Mit­men­schen unsicht­bar ist, nimmt die jun­ge Frau die Welt um sie her­um wahr: die Lie­be­lei­en und Ver­feh­lun­gen ihrer Schü­ler und Schü­le­rin­nen. Zwar ist die­se Wahr­neh­mung durch­weg durch Agnes beson­de­ren Blick auf die Welt gefärbt – sie ist christ­lich erzo­gen und schätzt vor allem christ­li­che Tugen­den wie die Nächs­ten­lie­be –, doch ermahnt sie sich mehr­mals zur Reflexion.

So legt Anne Bron­të in ihrem Roman­de­büt Agnes Grey eine Cha­rak­ter­stu­die vor, die durch die kon­tras­tie­ren­de Gegen­über­stel­lung von Per­so­nen an Schär­fe gewinnt.

»… da ich es aber mit eige­nen Augen sah und auch dar­un­ter litt, konn­te ich nur fol­gern, dass über­mä­ßi­ge Eitel­keit genau wie Trunk­sucht das Herz ver­här­tet, die natür­li­chen Anla­gen ver­küm­mern lässt und die Gefüh­le ver­dirbt; und dass Hun­de nicht die ein­zi­gen Geschöp­fe sind, die, nach­dem sie sich bis oben­hin satt gefres­sen haben, sich noch über das freu­en, was sie gar nicht mehr her­un­ter­brin­gen, dem hun­gern­den Bru­der aber noch den kleins­ten Bis­sen missgönnen.«

Die­ser wun­der­schö­ne Schu­ber, des­sen ein­zel­ne Roma­ne mit Nach­wor­ten ver­se­hen sind, lädt dazu ein, die drei gro­ßen Roma­ne der Bron­të-Schwes­tern ver­glei­chend zu betrachten.

So fällt auf, dass Agnes Grey weit weni­ger unheim­lich und rät­sel­haft erscheint als das Anwe­sen in Jane Eyre oder die Moor­land­schaft von Sturm­hö­he‹. Auch die zer­stö­re­ri­sche Lei­den­schaft, die vor allem Sturm­hö­he‹ inne­wohnt, scheint dem Roman fern. Und doch erzählt Agnes Grey auf sei­ne Wei­se die Geschich­te einer jun­gen Frau, die sich ihren Weg vor dem Hin­ter­grund gesell­schaft­li­cher Stel­lun­gen, Hin­ter­list und Lie­be zu erkämp­fen suchte.

»Das mensch­li­che Herz ist sehr dehn­bar: Schon eine Klei­nig­keit lässt es schwel­len, aber es bedarf gro­ßer Anläs­se, es zum Bers­ten zu brin­gen. Denn wenn auch ›schon ein wenig mehr als nichts das Herz beun­ru­higt, brauchts doch kaum weni­ger als alles‹, es zu bre­chen. So wie unse­re Glied­ma­ßen besitzt auch das Herz eine eige­ne leben­di­ge Kraft, die es gegen Ver­let­zun­gen von außen stark macht.«

Fazit zu ›Agnes Grey

Nach ›Agnes Grey‹ ver­öf­fent­lich­te Anne Bron­të (1820–1849) nur ein wei­te­res Werk – ›The Ten­ant of Wild­fell Hall(›Die Her­rin von Wild­fell Hall‹) –, bevor sie 1849 im Alter von 29 Jah­ren ver­starb. Doch das im Ver­gleich zu ›Jane Eyre‹ und ›Sturm­hö­he‹ oft weni­ger bekann­te Werk der jüngs­ten der Bron­të-Schwes­tern ist defi­ni­tiv eine nähe­re Betrach­tung wert.

Buchinfo

Anne Bron­të:
Agnes Grey

Teil des Schu­bers: Die gro­ßen Roma­ne
der Schwes­tern Bron­të
Reclam, Stutt­gart 2020
1434 S. (256 S.), EUR (D) 28,- inkl. MwSt.
gebun­den, im Schu­ber
ISBN 978−3−15−030066−4

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Walter Moers: Ensel und Krete [Rezension]

Von Hexen, Birken und dem Unheimlichen. 

Ich kann nicht genau sagen, war­um, aber bei den Büchern von Wal­ter Moers habe ich auf den ers­ten ca. 100 Sei­ten oft das Gefühl, dass die­ses Buch dies­mal nichts für mich ist. So ging es mir bei ›Ensel und Kre­te‹, aber auch bei den gro­ßen ›Zamo­nien‹-Roma­nen. Zwar mag ich in die­sen Momen­ten die beson­de­re Welt und die Figu­ren, die er erschaf­fen hat, aber irgend­wie kön­nen mich sei­ne Bücher auf den ers­ten Sei­ten nicht für sich gewinnen. 

Und dann lese ich wei­ter, anfangs wegen Emp­feh­lun­gen, mitt­ler­wei­le weil ich die Erfah­rung schon ken­ne, und bin super froh dar­über. In Wal­ter Moers Roma­nen gibt es für mich immer die­sen einen Punkt, bei dem plötz­lich alles inein­an­der greift: die Beschrei­bun­gen nicht mehr für sich ste­hen, die Figu­ren Eigen­le­ben ent­wi­ckeln und das Kon­zept der Geschich­te auf­geht. Und dann hat Moers mich kom­plett in sei­nem Bann. 

Bei ›Ensel und Kre­te‹ wur­de mein anfäng­li­cher Ein­druck, dass die­ses Buch von Moers die­ses Mal nichts für mich sei, durch die Beson­der­hei­ten des Tex­tes, wie erklä­ren­de Fuß­no­ten und Ein­schü­be einer Autor­fik­ti­on, noch ver­stärkt. Doch auch die­ses Mal füg­te sich für mich alles wie­der zu einer tol­len und ein­zig­ar­ti­gen Geschich­te, Fuß­no­ten und Ein­schü­be inbegriffen.

»Wenn man in Zamo­nien das Bedürf­nis nach voll­kom­me­ner Har­mo­nie hat­te, dann mach­te man Feri­en im Gro­ßen Wald.«

Ein Geschwis­ter­paar ent­schei­det sich bei ihrem Urlaub in Bau­ming, einer lie­be­voll beschrie­be­nen Lebens­welt der Bunt­bä­ren, von den zuge­las­se­nen Wegen abzu­ge­hen und fin­det den Weg nicht mehr zurück. Was bekannt klingt, formt Moers zu einem völ­lig neu­en Abenteuer.

»Der Natur sind die Tra­gö­di­en, die sich in ihr abspie­len, egal. Noch kein Gal­gen­baum hat sich dar­über auf­ge­regt, daß Unschul­di­ge an ihm auf­ge­knüpft wur­den. Kein Gras­halm eines Schlacht­fel­des trau­ert den Gefal­le­nen nach.«

Und somit ist ›Ensel und Kre­te‹ nicht nur ein span­nen­des Spiel mit bekann­ten und neu ange­wand­ten Mär­chen­ele­men­ten – was durch den Buch­ti­tel sicher­lich nicht über­rascht –, son­dern eines mit Inter­tex­tua­li­tät und Autor­fik­ti­on. Denn der ›Autor‹ Hil­de­gunst von Mythen­metz unter­bricht den Text nicht nur mit für das unmit­tel­ba­re Ver­ständ­nis wich­ti­gen Ein­schü­ben, son­dern auch mit Sei­ten­hie­ben auf sei­ne zamo­ni­schen Kritiker.

Fazit zu ›Ensel und Krete

Ensel und Kre­te‹ hat mich dar­an erin­nert, wie wich­tig es oft ist, der Geschich­te eines Buches sei­ne Zeit zu geben, um sich zu ent­fal­ten. Denn die Geduld ist in die­sem Fall defi­ni­tiv belohnt worden.

Buchinfo

Wal­ter Moers:
Ensel und Kre­te

Ein Mär­chen aus Zamo­nien
Gold­mann, Mün­chen 2002
256 S., EUR (D) 9,95 inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−442−45017−6

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Daniel Kehlmann: Beerholms Vorstellung [Rezension]

Von einem Mann, der auszog, um Theologie zu studieren, und zu einem Magier wurde. 

Ein jun­ger Mann ›Beer­holms Vor­stel­lung‹ will Theo­lo­gie stu­die­ren und Pries­ter sein, bis er es nicht mehr sein will. Ein jun­ger Mann will sich der Zau­be­rei wid­men und Magi­er wer­den, bis er es nicht mehr will. 

Arthur Beer­holm hat die­se bei­den Leben gelebt. Und umso unter­schied­li­cher sie in ihrem Wesen auch klin­gen, des­to stär­ker fal­len die Din­ge auf, die bei Beer­holm über bei­de Beru­fe hin­weg kon­stant geblie­ben sind. 

Zum einen Beer­holms Vor­lie­be für Schlaf­ta­blet­ten. Manch­mal scheint es, als wäre sei­ne Lebens­ge­schich­te von nichts so stark beglei­tet, als von sei­nem Tablet­ten­miss­brauch. Zum ande­ren gesund­heit­li­che Pro­ble­me, die mehr­mals mit sei­ner Wahr­neh­mung zu spie­len scheinen. 

»Weißt du eigent­lich, daß man unun­ter­bro­chen auf sich selbst ein­re­det? In einem Win­kel unse­res Kop­fes sitzt ein Schwät­zer und spricht, spricht, spricht vom Augen­blick unse­res Auf­wa­chens bis in die letz­ten im Dun­kel ver­schwim­men­den Regun­gen vor dem Einschlafen.«

Kehl­manns Debüt­ro­man ›Beer­holms Vor­stel­lung‹ ist ein Kipp­bild: In man­chen Momen­ten ist er voll wun­der­sa­mer Ereig­nis­se, der Zau­be­rei scheint ech­te Magie inne­zu­woh­nen. In ande­ren Momen­ten tauscht er sei­nen Zau­ber gegen Alter­na­tiv­erklä­run­gen, wie Träu­me, Fie­ber­wahn, Tablet­ten­miss­brauch. Exis­tiert Magie in ›Beer­holms Vor­stel­lung‹ oder han­delt es sich in vie­len Momen­ten ledig­lich um außer­ge­wöhn­li­che Zufäl­le, die den Anschein von Bedingt­heit und Vor­be­stim­mung erwe­cken? Schafft Wahr­schein­lich­keit Realität?

»Ich setz­te ein iro­ni­sches Lächeln auf – was außer den unbe­ein­druck­bar schwei­gen­den Mön­chen kei­ner sah – und beschloß, die Sei­te von ihrer komi­schen Sei­te zu betrach­ten. Dann, nach und nach, fand ich her­aus, daß sie kei­ne komi­sche Sei­te hatte.«

Fazit zu ›Beerholms Vorstellung

Bereits in sei­nem Erst­lings­werk sind eini­ge der The­men ange­legt, die auch für Kehl­manns spä­te­res Werk maß­ge­bend sein wer­den, wie ›F‹ oder ›Tyll‹. Die Wirk­lich­keit und ihre Wahr­neh­mung wer­den spie­le­risch auf die Pro­be gestellt. Doch scheint es ›Beer­holms Vor­stel­lung‹ im Ver­gleich zu sei­nen spä­te­ren Wer­ken noch an Schliff zu feh­len, die­se The­men sind noch nicht so prä­zi­se her­aus­ge­ar­bei­tet, wie es ihm in spä­te­ren Roma­nen gelin­gen wird, ohne, dass sein vir­tuo­ser Umgang mit Wirk­lich­keit dar­un­ter zu lei­den hät­te. Doch ver­fliegt dies nach 50 Sei­ten wie­der und übrig bleibt ein Roman, der sich auch am Ende nicht in die Enge drän­gen lässt.

Denn die eige­ne Wahl, ob Magie in Beer­holms Lebens­wirk­lich­keit exis­tiert oder nicht, bleibt für den Roman­ver­lauf nicht folgenlos.

Buchinfo

Dani­el Kehl­mann:
Beer­holms Vor­stel­lung

Roman
rowohlt/rororo, Ham­burg 2007
256 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−499−24549−7

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J. K. Rowling: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Das Originaldrehbuch [Rezension]

Von der Liebe zu Tierwesen. 

Wie vie­le, vie­le ande­re in mei­ner Genera­ti­on (und nicht nur die­ser) bin ich schon vor ›Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen und wo sie zu fin­den sind. Das Ori­gi­nal­dreh­buch‹ ein rie­si­ger Fan von ›Har­ry Pot­ter‹ und alles, was J. K. Row­ling zum ›Har­ry Pot­ter‹-Uni­ver­sum schreibt, lan­det frü­her oder spä­ter auf mei­nem Lesestapel. 

Ihre Geschich­ten um den jun­gen Har­ry Pot­ter und sei­ne Freun­de haben mei­ne Welt ein gro­ßes Stück magi­scher und wär­mer gemacht. 

Es über­rascht somit nicht, dass ich auch ›Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen und wo sie zu fin­den sind. Das Ori­gi­nal­dreh­buch‹ gele­sen habe. Was mich hin­ge­gen über­rascht hat, war, dass ich es erst die­ses Jahr getan habe. Als der Film Ende 2016 in die deut­schen Kinos kam, muss­te ich unbe­dingt rein. Nor­ma­ler­wei­se hät­te ich zuerst das Buch gele­sen, aber irgend­wie hat­te es sich in die­sem Jahr anders ergeben.

»Mr Gra­ves, Sir, das ist Mr Sca­man­der.
Er hat ein när­ri­sches Geschöpf in
sei­nem Kof­fer, das in einer Bank
ent­flo­hen war und für Auf­re­gung
gesorgt hat.«

Ich weiß nicht, was ich von dem Film erwar­tet habe, aber es war von Anfang an klar, dass er nur schwer wür­de an mei­ne Lie­be zu den ›Har­ry Pot­ter‹-Büchern anknüp­fen kön­nen. An sich gese­hen ist der Film schön: Die Tier­we­sen sind lie­be­voll aus­ge­ar­bei­tet auf die Lein­wand gezau­bert wor­den, eini­ge der Schau­spie­ler wie Eddie Red­may­ne gehör­ten bereits vor dem Film zu mei­nen Lieblingen.

Bild: Die Autorin J. K. Row­ling (Quel­le: Carl­sen)
© Debra Hur­ford Brown

Trotz­dem konn­te der Film mich nicht ganz über­zeu­gen. Ver­mut­lich, weil die ›Har­ry Pot­ter‹-Bücher mit jedem wei­te­ren Band an unglaub­li­cher Inten­si­tät zuge­nom­men hat­ten und mit ›Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen und wo sie zu fin­den sind. Das Ori­gi­nal­dreh­buch‹ erst wie­der etwas Neu­es begin­nen muss­te, das Zeit brau­chen wür­de, eine ähn­li­che Inten­si­tät zu ent­wi­ckeln. Als ich 2019 dann tat­säch­lich das Ori­gi­nal­dreh­buch zum Film las, hat sich die­ses Gefühl bestä­tigt. Der alt­ein­ge­ses­se­ne Fan in mir muss­te erst ler­nen, dass sie zwar ein Stück weit zusam­men­ge­hör­ten, ›Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen‹ jedoch erst ein­mal sei­ne eige­ne Geschich­te erzäh­len musste. 

Die Geschich­te des Tier­we­sen­lieb­ha­bers Newt Sca­man­der, der Auro­rin Tina und ihren Freun­den und Ver­bün­de­ten. Doch sind bereits in ›Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen und wo sie zu fin­den sind. Das Ori­gi­nal­dreh­buch‹ eini­ge Hin­wei­se ver­steckt, die die Ver­bun­den­heit zu den ›Har­ry Pot­ter‹-Bän­den, die chro­no­lo­gisch nach ›Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen und wo sie zu fin­den sind. Das Ori­gi­nal­dreh­buch‹ ange­sie­delt sind, erah­nen lassen.

Fazit zu ›Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Das Originaldrehbuch

Zum Ende hin ver­dich­tet sich die Geschich­te um Newt und Tina und macht gro­ße Lust, den nächs­ten Band von ›Phan­tas­ti­sche Tier­we­senGrin­del­walds Ver­bre­chen‹ – in die Hän­de zu bekom­men. Die deutsch­spra­chi­ge Aus­ga­be, die bei Carl­sen erschie­nen ist, macht das Buch auf jeden Fall auch zu einem opti­schen Hin­gu­cker, dem ver­mut­lich kein Niff­ler wider­ste­hen könnte.

»Es gesche­hen selt­sa­me Din­ge über­all
in der Stadt. Dahin­ter ste­cken Leu­te,
die nicht so sind wie wir. Das ist
Hexe­rei, siehst du das nicht?«

Buchinfo

J. K. Row­ling:
Phan­tas­ti­sche Tier­we­sen
und wo sie zu fin­den sind

Das Ori­gi­nal­dreh­buch
Aus dem Eng­li­schen von Anja Han­sen-Schmidt
Carl­sen Ver­lag, Ham­burg 2017
304 S., EUR (D) 19,99 inkl. MwSt.
Hard­co­ver, gebun­den mit Schutz­um­schlag
Alters­emp­feh­lung: ab 14 Jah­ren
ISBN 978−3−551−55694−3

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Hube (Hrsg.): Die schönsten norwegischen Märchen [Rezension]

Von vielköpfigen Trollen und weißen Bären. 

Auf über 200 Sei­ten hat Hans-Jür­gen Hube sie gesam­melt: ›Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen‹. Sie sind voll von muti­gen Prin­zen, ent­führ­ten Prin­zes­sin­nen, lie­bens­wer­ten Hel­fern und rol­len­den Troll­köp­fen. Miss­güns­ti­ge Brü­der, die den jüngs­ten nicht mit­neh­men wol­len und sich über ihn lus­tig machen, fin­den eben­so Ein­zug in die Geschich­ten wie Stief­müt­ter, die sich der ver­hass­ten Stief­söh­ne ent­le­di­gen wollen. 

Ein­ge­lei­tet wer­den die ein­zel­nen Geschich­ten von der ver­trau­ten Mär­chen-For­mel »Es war ein­mal«, doch geschlos­sen nur sel­ten von der alt­be­kann­ten »Und wenn sie nicht gestor­ben sind«-Formel.

Neben bekann­ten Mär­chen-Ele­men­ten, wie dem Raub der schö­nen Prin­zes­sin, fin­den sich vie­le, den nor­we­gi­schen Mär­chen eige­ne Ele­men­te, wie die viel­köp­fi­gen Trol­le und den bös­ar­ti­gen Trollhexen.

»Als Lil­le­kort ein Weil­chen gewan­dert war, traf er ein altes, krum­mes buck­li­ges Weib, das nur ein Auge hatte.«

Zudem vari­ie­ren die ein­zel­nen Mär­chen erheb­lich in ihrer Län­ge. Wäh­rend man­che Geschich­ten kaum eine Sei­te lang sind, erstre­cken sich wie­der ande­re auf ein hal­bes Dut­zend Sei­ten. Unter den Ele­men­ten, von denen sich eini­ge immer­fort zu wie­der­ho­len schei­nen, fal­len doch jene Geschich­ten beson­ders auf, die eige­ne­re Inhal­te erzählen. 

Unter mei­nen liebs­ten nor­we­gi­schen Mär­chen dür­fen sowohl der ›Weiß­bär König Vale­mon‹, ›Die Müh­le auf dem Mee­res­grun­de‹, ›Lil­le­kort‹ als auch ›All­schwarz und All­weiß‹ nicht fehlen. 

Auf jeden Fall zäh­le ich ›Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen‹ schon jetzt zu den Büchern, die ich in die­sem Jahr gele­sen habe und deren Cover mir mit am meis­ten gefal­len hat.

Ich fin­de, dass das Cover die Stim­mung der Geschich­ten in ›Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen‹ wun­der­bar ein­fängt und gro­ße Lust macht, das hüb­sche und hand­li­che Büch­lein wie­der und wie­der in die Hand zu nehmen.

»Es waren ein­mal zwei Brü­der, der eine hieß Treu, der ande­re Unge­treu; und Treu war stets gut und auf­rich­tig, Unge­treu aber böse und vol­ler Lügen; nie­mand konn­te sich auf ihn ver­las­sen. Ihre Mut­ter war eine arme Wit­we, die nur wenig zum Leben hatte …«

Fazit zu ›Die schönsten norwegischen Märchen

Wer sich für Mär­chen inter­es­siert, soll­te, obwohl auch ein paar der Mär­chen durch die sich wie­der­ho­len­den, jedoch mär­chen­ty­pi­schen Ele­men­te ein­tö­nig wir­ken kön­nen, doch auch ein­mal einen Blick auf nor­we­gi­sche Mär­chen wer­fen, unter denen sicher­lich der eine oder ande­re Lieb­ling gewon­nen wer­den kann.

Buchinfo

Hans-Jür­gen Hube (Hrsg.):
Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen

Über­setzt v. F. Bre­se­mann & H.-J. Hube
insel taschen­buch, Ber­lin 2019
231 S., EUR (D) 11,- inkl. MwSt.
Taschen­buch
ISBN 978−3−458−36400−9

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