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Katherine Arden: Das Mädchen und der Winterkönig [Rezension]

Eine Reisende im Land des Schnees. 

Was­ja sieht Wesen, die für ande­re in ›Das Mäd­chen und der Win­ter­kö­nig‹ nur noch in alten Geschich­ten exis­tie­ren. Mär­chen- und Sagen­ge­stal­ten, die ihr Leben zahl­rei­cher bevöl­kern als Men­schen. Nur weni­ge ver­ir­ren sich in ihren Hei­mat­ort in Rus und nicht alle mei­nen es gut. 

Die Ereig­nis­se des ers­ten Ban­des der Win­ter­nacht-Tri­lo­gie von Kathe­ri­ne Arden – ›Der Bär und die Nach­ti­gall‹ – haben Was­ja viel gekos­tet. Doch wem kann sie von einer Gefahr erzäh­len, die für die meis­ten nicht sicht­bar ist? Und wenn sie nicht auf die Hil­fe ihrer Liebs­ten hof­fen kann, kann sie dann dem Win­ter­kö­nig trauen?

Das Fina­le des ers­ten Ban­des der Tri­lo­gie hat Was­jas Leben für immer ver­än­dert. Die Welt, die sie kann­te, exis­tiert nicht mehr. Doch ist sie mutig genug, in den Win­ter hin­aus­zu­zie­hen, um eine neue Welt kennenzulernen?

»›Sie sah Din­ge, die nicht da waren‹, flüs­ter­te er. ›Sie ging in den Wald und kann­te kei­ne Angst. Über­all im Dorf spra­chen die Leu­te davon. Die freund­li­chen sag­ten, sie sei ver­rückt. Aber die ande­ren spra­chen von Hexerei.‹«

Was­jas Geschwis­ter, die im ers­ten Band zum Teil in die Welt hin­aus­ge­zo­gen sind, fin­den nun wie­der Platz in ihrer Geschich­te. Doch nicht nur freund­li­che Gesich­ter kreu­zen Was­jas Weg wie­der. Auch ein Mann, der ihr bereits im ers­ten Band Schwie­rig­kei­ten berei­te­te, ist in ›Das Mäd­chen und der Win­ter­kö­nig‹ wie­der mit von der Partie.

Zahl­rei­cher als die Mythen- und Sagen­ge­stal­ten in der Win­ter­nacht-Tri­lo­gie sind nur die Gefah­ren. Der unnach­gie­bi­ge, ewi­ge Schnee. Der Groll vie­ler Men­schen. Die Ent­füh­rung vie­ler jun­ger Mäd­chen. Und Was­jas will sich die­ser Welt stel­len, allein, und ohne je von zu Hau­se fort gewe­sen zu sein. 

»›Mei­ne Klei­ne ist kei­ne Schön­heit, aber sie zieht den Blick auf sich. Genau wie ihre Groß­mutter.‹ Die alte Frau bekreu­zig­te sich jedes Mal, wenn sie das sag­te, denn Was­jas Groß­mutter war nicht glück­lich gewe­sen, als sie starb.«

Mit Was­ja ist Kathe­ri­ne Arden eine Prot­ago­nis­tin gelun­gen, die über­zeu­gen kann. Was­ja ist stark, ent­schlos­sen und warm­her­zig. Regeln und Enge bekom­men ihr nicht. Auch in vie­len Wün­schen und Träu­men ihrer Zeit­ge­nos­sen kann sie sich nicht erkennen. 

»Der Haus­herr sah aus wie ein Mensch, doch sei­ne Augen ver­rie­ten ihn. Als er erst­mals in die­sen Wäl­dern gese­hen wor­den war, hat­ten die Mäd­chen noch in einer ande­ren Spra­che zu ihm gesprochen.«

Fazit zu ›Das Mädchen und der Winterkönig

Das Mäd­chen und der Win­ter­kö­nig‹ kann mit dem ers­ten Band der Tri­lo­gie zwar nicht mit­hal­ten, doch bleibt die Geschich­te um Was­ja und den geheim­nis­vol­len Win­ter­kö­nig span­nend. Und so, wie sie die Ereig­nis­se im zwei­ten Band ent­wi­ckelt haben, bleibt nur gespannt auf den drit­ten und letz­ten Band der Rei­he zu warten.

Buchinfo

Kathe­ri­ne Arden:
Das Mäd­chen und der Win­ter­kö­nig

Win­ter­nacht-Tri­lo­gie, Band 2
Über­setzt von Micha­el Pfingstl
Roman
Hey­ne, Mün­chen 2020
480 S., EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Paper­back
ISBN 978−3−453−32083−3

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Julian Auringer (Hrsg.): Rot wie Blut. Grausige Märchen und Sagen [Rezension]

Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage? 

Dass Mär­chen nicht in ers­ter Linie für Kin­der gesam­melt und geschrie­ben wor­den sind, zeigt sich in ›Rot wie Blut‹ sehr deut­lich. Eben­so, wie weit die ursprüng­li­che­ren Ver­sio­nen der Mär­chen und das, was heu­te noch von ihnen erin­nert wird, auseinanderliegen. 

Ob es das Mär­chen um König Dros­sel­bart ist, Dorn­rös­chen, Rapun­zel oder Rot­käpp­chen: Die Mär­chen und Sagen, die Juli­an Aurin­ger in ›Rot wie Blut‹ gesam­melt hat, machen dem Unter­ti­tel des Buches alle Ehre. Nicht nur blu­ti­ger und gro­tes­ker, auch sexua­li­sier­ter erschei­nen diese. 

In ›Rot wie Blut‹ hat Aurin­ger Mär­chen und Sagen nam­haf­ter Autoren und Autorin­nen bezie­hungs­wei­se Samm­lern und Samm­le­rin­nen zusam­men­ge­stellt. Von Giam­bat­tis­ta Basi­le, über Marie-Cathé­ri­ne d’Aulnoy, Charles Per­rault, Chris­ti­an August Vul­pi­us, Karo­li­ne Stahl, den Brü­dern Grimm, Karl Bartsch, Anton Bir­lin­ger, Carl und Theo­dor Cols­horn, Fried­rich Gott­schalck, Johann Hein­rich Leh­nert, Alex­an­der von Ungern-Stern­berg, Adal­bert Kuhn, Ernst Mei­er, Johan­nes Wil­helm Wolf, Karl Müllen­hoff, Ulrich Jahn, Karl Spie­gel bis hin zu Josef Müller.

»Als schon alles am Tische saß, trat plötz­lich noch eine alte Fee ein, die nicht ein­ge­la­den war und die man ver­ges­sen hat­te, weil man seit mehr als hun­dert Jah­ren nichts von ihr wuss­te und sie für tot oder ver­schol­len hielt.«

Das Dorn­rös­chen oder: Die schla­fen­de Schö­ne im Wald‹

So fin­den sich neben eini­gen der sicher­lich bekann­tes­ten Mär­chen und Sagen auch eini­ge, die im Ver­gleich weni­ger bekannt sind. Mehr­fach sind Illus­tra­tio­nen in die Erzäh­lun­gen eingefügt. 

Doch selbst wer ver­gleichs­wei­se mär­chen­fest zu sein glaubt, kann in ›Rot wie Blut‹ an der ein oder ande­ren Stel­le Neu­es erfah­ren. So wird sich zei­gen, was Dorn­rös­chen mit einer Oge­rin zu tun hat und wie Hän­sel und Gre­tel mit See­räu­bern in Ver­bin­dung stehen. 

»Es war ein­mal ein König, der hat­te drei Töch­ter, in sei­nem Hof aber stand ein Brun­nen mit schö­nem kla­rem Was­ser. An einem hei­ßen Som­mer­tag ging die ältes­te hin­un­ter und schöpf­te sich ein Glas voll her­aus, wie sie es aber so ansah und gegen die Son­ne hielt, sah sie, dass es trüb’ war.«

Der Frosch­prinz

Doch Aurin­gers aus­ge­wähl­te Mär­chen und Sagen sind nicht nur grau­sig und blu­tig. Sie sind magisch, bekannt und zugleich fremd. Ihnen haf­tet der Zau­ber einer ver­gan­ge­nen Zeit an, der auch durch Erzäh­len und Wie­der­erzäh­len noch im Gedächt­nis geblie­ben ist.

»Es saß ein­mal eine Köni­gin zur Win­ters­zeit, als drau­ßen Schnee lag, am Fens­ter, und stick­te an einem Tuche, das in einem Rah­men von schwar­zem Eben­holz gespannt war. Da stach sie sich mit der Näh­na­del in den Fin­ger, dass es blu­te­te, und mach­te das Fens­ter auf, und ließ das Blut auf den Schnee tropfen.«

Schnee­witt­chen
Fazit zu ›Rot wie Blut

Die von Juli­an Aurin­ger aus­ge­wähl­ten Mär­chen und Sagen in ›Rot wie Blut‹ hal­ten, was der Titel des Buches ver­spricht. Mehr als ein Dut­zend unter­schied­li­cher Autoren und Autorin­nen haben hier Ein­zug gefun­den und machen ›Rot wie Blut‹ zu einem teils span­nen­den, teils ver­trau­ten Lese­ver­gnü­gen. Wer Mär­chen und Sagen mag, dem könn­ten auch ›Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen‹ und ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹ gefal­len.

Buchinfo

Juli­an Aurin­ger (Hrsg.):
Rot wie Blut

Grau­si­ge Mär­chen und Sagen
Mit Illus­tra­tio­nen aus den Bil­der­bo­gen
des 19. Jahr­hun­derts
Ana­con­da, Mün­chen 2020
256 S., EUR (D) 4,95 inkl. MwSt.
Hard­co­ver
ISBN 978−3−7306−0908−8

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Tomi Adeyemi: Children of Virtue and Vengeance [Rezension]

Von alten und neuen Wunden. 

Obwohl die Magie in ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ nach Orï­sha zurück­ge­kehrt ist, fin­den Zélie und Ama­ri kei­ne Ruhe. Die Magie ist nicht mehr so, wie sie vor der Blut­nacht gewe­sen war, an der sie ihnen genom­men wur­de. Sie ist unbe­re­chen­bar und nicht nur in den Hän­den von Zélies Geg­nern eine gefähr­li­che Waffe. 

Um sie zurück­zu­ho­len, muss­te vie­les geop­fert wer­den: Fami­li­en, Hei­mat, Lie­be. Wäh­rend die Magie sich im Land aus­brei­tet, sit­zen Schmerz und Miss­trau­en in Orï­sha noch immer tief. Kaum jemand scheint durch die Schre­cken der Mon­ar­chie oder des Miss­brauchs von Magie ver­schont geblie­ben zu sein.

Neben dem Gefühl von Schuld pla­gen Zwei­fel Zélie. Zwei­fel an sich, und an ihrer Magie. Zu vie­le sind bereits ver­lo­ren, die sie durch die Magie beschüt­zen wollte. 

»›Wenn du dei­ne Magie nicht mehr willst, was willst du dann?‹
Sei­ne Fra­ge lässt mich inne­hal­ten. Ich will die Men­schen zurück, die ich ver­lo­ren habe, mehr nicht.«

Im zwei­ten Band der Rei­he ›Child­ren of Blood and Bone‹ wer­den Zélie und ihre Ver­bün­de­te ans Äußers­te getrie­ben. Eben­so span­nend, wie der ers­te Band, ›Gol­de­ner Zorn‹, ende­te, geht es im zwei­ten Band wei­ter. Hass und Kampf herr­schen in Orï­sha schon so lan­ge, dass sich kaum noch jemand zu erin­nern scheint, wie es anfing. Zu ver­floch­ten sind ihre Leben und zu ver­win­kelt ihre Entscheidungen.

Adey­e­mi gelingt es, mit ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ einen Roman zu schrei­ben, der jun­ge Men­schen zeigt, die von Her­zen ver­su­chen, das Rich­ti­ge zu tun und doch immer wie­der an Wän­de und Wun­den sto­ßen, die ihnen alles abver­lan­gen. Die Welt von Zélie und ihren Freun­den und Fein­den ist kei­ne ein­fa­che – und auch Adey­e­mi macht es sich beim Erzäh­len die­ser Geschich­te nicht ein­fach: Sie zeigt bei­de Per­spek­ti­ven, jene der Mon­ar­chie und jene der Maji, und ver­steht es, die Kom­ple­xi­tät abzu­bil­den, die in einem Leid wie dem von Orï­sha liegt. Eine ein­zel­ne Tat kann nicht alles wie­der gut wer­den las­sen, zu tief sit­zen Miss­trau­en, Schmerz und Hass, zu ver­wo­ben sind die Geschich­ten der Figuren. 

»Die Göt­ter haben mit mir gespielt wie mit einer Pup­pe und mich bei­sei­te­ge­wor­fen, als die Magie zurück­kam. Ich ver­traue ihnen nicht mehr. Sie haben mir nichts als Schmerz gebracht.«

Doch obwohl Zélie in ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ am liebs­ten davon­lau­fen und Orï­sha hin­ter sich las­sen wür­de, bleibt sie, um für eine bes­se­re Zukunft zu kämp­fen. Und mit ihr ande­re jun­ge Men­schen, oft noch Kin­der, die sich an die Welt ihrer Eltern kaum noch erin­nern kön­nen. In der vagen Hoff­nung, dass ein bes­se­res Orï­sha mög­lich ist, für alle. 

Fazit zu ›Children of Virtue and Vengeance

Und wäh­rend ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ eine Geschich­te erzählt, die berührt und den Atem raubt, lässt sie Raum, um auf­zu­at­men. An einem klei­nen Häus­chen, von Was­ser umge­ben, bei einer Samm­lung von Brie­fen oder in den Armen eines char­man­ten Söld­ners. Es bleibt span­nend, wohin die Rei­se von Zélie und ihren Freun­den füh­ren wird – auf jeden Fall wird sie magisch. 

Buchinfo

Tomi Adey­e­mi:
Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce

Child­ren of Blood and Bone, Band 2
Flam­men­de Schat­ten
Über­setzt von: Andrea Fischer
FISCHER FJB, Frank­furt a. M. 2020
496 S., EUR (D) 18,99 inkl. MwSt.
Roman, Hard­co­ver
ISBN 978−3−8414−4030−3

Rezen­si­on erst­mals erschie­nen auf: Liz­zy­Net

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Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone – Goldener Zorn [Rezension]

Die Schrecken von Mensch und Magie. 

Die Zeit, in der die Macht der Maji die Welt beherrsch­te, ist in ›Gol­de­ner Zorn‹ vor­über. Und mit ihr ist die Magie ver­schwun­den. Doch obwohl die Gefahr durch den Miss­brauch von Magie gebannt ist, müs­sen all jene ster­ben, die in der Lage waren, sie auszuführen. 

Wäh­rend mit der Magie die Maji ver­schwin­den, ver­lie­ren vie­le Freun­de, Geschwis­ter, Eltern. Nur wer zu jung ist, um Magie ein­ge­setzt zu haben, darf überleben. 

Doch das Leben jener, die durch das wei­ße Haar noch immer davon zeu­gen, dass es die Maji ein­mal gege­ben hat, ist hart: Sie wer­den grund­los ernied­rigt, gequält oder getö­tet. Wer ihnen hilft, muss mit Pro­ble­men rechnen. 

Doch der Geist der Divî­nés, die in der Zeit der Magie zu Majis gewor­den wären, ist nicht erlo­schen. Im Gehei­men trai­nie­ren eini­ge von ihnen. Dür­fen sie auch kei­ne Waf­fen tra­gen, schu­len sie den­noch ihre Fähig­kei­ten, als spür­ten sie, dass der Tag kom­men wür­de. Und der Tag kommt.

»Die Göt­ter haben bereits ein­ge­grif­fen. Nach so lan­ger Zeit schen­ken sie uns unse­re Gaben erneut. Ihr müsst dar­auf ver­trau­en, dass sie nicht mit dem Schick­sal der Maji spie­len würden.«

Zélie war noch ein Kind, als ihre Mut­ter vor ihren Augen ver­schleppt wur­de. Als sie sie das nächs­te Mal sieht, ist sie bereits tot. Der Geist des Vaters gebro­chen. Der Bru­der selbst noch ein Kind. Und Zélie weiß, dass ihre Mut­ter noch leben wür­de, wenn man ihr zuvor nicht die Magie genom­men hätte.

Doch jetzt, nach vie­len Jah­ren, geschieht etwas, das die Welt wie­der ver­än­dern könn­te: Ist es mög­lich, die Magie zurückzubringen? 

Zélie hofft es, denn so kann es für die Divî­nés nicht wei­ter­ge­hen. Fern ab von dem Dorf, in dem sie auf­wuchs, will sie die­se Hoff­nung wahr machen – und das nicht allein. Doch wäh­rend sie Hil­fe von uner­war­te­ten Ver­bün­de­ten erhält, wächst die Zahl ihrer Fein­de schnell. In einem Land, das von Raub­tie­ren bevöl­kert ist, in dem die Toten von ihren Trau­ma­ta im Dies­seits gehal­ten wer­den und das Leben einer Divî­né nichts wert ist.

»Töte das Mäd­chen.
Ver­nich­te die Magie.
Das ist mein ein­zi­ger Plan.«

Adey­e­mis Figu­ren in ›Gol­de­ner Zorn‹ haben vor allem eines: Mut. Sie las­sen alles hin­ter sich, was sie gekannt haben. Obwohl sie sich noch an die Grau­en der Blut­nacht, die Zélies Mut­ter das Leben gekos­tet hat, erin­nern. Die Regeln die­ser Welt sind grau­sam für jene wie Zélie, die mit wei­ßen Haa­ren gebo­ren sind. Leben ist kaum mehr als Über­le­ben – und auch das nur, falls sie Glück haben.

Doch trotz der Schre­cken, die sie erlebt haben, sprü­hen Adey­e­mis Figu­ren in ›Gol­de­ner Zorn‹ vor Ener­gie. Sie sind nicht auf den Mund gefal­len, kön­nen ihr Tem­pe­ra­ment nicht immer zügeln und hal­ten an den Din­gen fest, an die sie glauben.

Fazit zu ›Goldener Zorn‹

Gol­de­ner Zorn‹ ist ein star­ker Anfang einer Rei­he, der ledig­lich etwas ver­liert, da die klei­nen Span­nungs­bö­gen oft­mals zu früh auf­ge­löst wer­den. Doch wer will schon über man­che der klei­nen Span­nungs­bö­gen kla­gen, wenn der Haupt­span­nungs­bo­gen so über­zeu­gen kann? Der zwei­te Teil ›Child­ren of Vir­tue and Ven­ge­an­ce‹ ver­spricht span­nend zu werden.

Buchinfo

Tomi Adey­e­mi:
Child­ren of Blood and Bone

Band 1
Gol­de­ner Zorn
Über­setzt von: Andrea Fischer
FISCHER FJB, Frank­furt a. M. 2018
624 S., EUR (D) 18,99 inkl. MwSt.
Roman, Hard­co­ver
ISBN 978−3−8414−4029−7

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Katherine Arden: Der Bär und die Nachtigall [Rezension]

Die Kälte und ihre Kinder. 

Immer wie­der erzählt die alte Dun­ja Mär­chen über Rus und sei­ne Sagen­ge­stal­ten. Pjo­trs Kin­dern und sei­ner Frau sind sie ver­traut, und doch lau­schen sie der alten Frau stets aufs Neue, beson­ders wenn dicke Schnee­de­cken über dem Land lie­gen und die Fami­lie vor der Wär­me des Ofens näher zusammenrückt.

Obwohl Pjo­trs Frau, Mari­na, bereits drei Söh­ne und eine Toch­ter hat und aus­ge­zehrt ist vom Win­ter, will sie, als sie wie­der schwan­ger wird, das Kind auf jeden Fall behal­ten. Denn sie hat zwar eine Toch­ter, aber die­se erin­nert wenig an Mari­nas eige­ne Mut­ter, die Geheim­nis­se und Geschich­ten umranken.

So bringt sie die klei­ne Was­ja zur Welt, doch sie über­lebt nicht, um das jun­ge Mäd­chen auf­wach­sen zu sehen.

Die klei­ne Was­ja wächst in ›Der Bär und die Nach­ti­gall‹ ohne ihre Mut­ter auf, doch umge­ben von ihren Geschwis­tern, Dun­ja, ihrem Vater und Gestal­ten, die nur sie sehen kann. »Ver­giß uns nicht«, flüs­tern die Rusal­ka und der Domo­woi, alte Sagen­we­sen, für die meis­ten Men­schen nur noch in Mär­chen existent.

Und wäh­rend die­se Was­ja anfle­hen, sie nicht zu ver­ges­sen, ist auch ›Der Bär und die Nach­ti­gall‹ gefüllt von die­sem Wunsch. Lie­be­voll erzählt steckt in den Sei­ten des Buches der Zau­ber alter Erzäh­lun­gen, von Volks­glau­ben und von Beson­der­hei­ten der rus­si­schen Erzähltradition.

Erfri­schend echt sind auch die Figu­ren, die Kathe­ri­ne Arden in ihrem Roman schafft: Frau­en, die sich selbst zu hel­fen wis­sen in einer Zeit, in denen ihnen nur die Ehe oder das Klos­ter offen­stand; Män­ner, die mehr sind als Mus­keln, coo­le Sprü­che und Lovein­te­rests. Die Figu­ren in ›Der Bär und die Nach­ti­gall‹ sind mit Lie­be fürs Detail geschnitzt und laden dazu ein, das Rus aus Kathe­ri­ne Ardens Roman­welt mit ihnen kennenzulernen.

Fazit zu ›Der Bär und die Nachtigall

Wer also beson­de­re Figu­ren mag, ger­ne in Mär­chen oder Sagen­wel­ten ein­taucht, oder sich für his­to­ri­sche Phan­tas­tik inter­es­siert, kann das gelun­ge­ne Debüt ›Der Bär und die Nach­ti­gall‹ auf jeden Fall lesen und sich mit mir dar­über freu­en, dass noch wei­te­re Nach­fol­ge­bän­de kom­men wer­den. Band 2 der Rei­he trägt den viel­ver­spre­chen­den Titel ›Das Mäd­chen und der Win­ter­kö­nig‹.

Buchinfo

Kathe­ri­ne Arden:
Der Bär und die Na
chti­gall
Win­ter­nacht-Tri­lo­gie, Band 1
Über­setzt von Micha­el Pfingstl
Roman
Hey­ne, Mün­chen 2019
432 S., EUR (D) 16,99 inkl. MwSt.
Paper­back
ISBN 978−3−453−32003−1

Rezen­si­on erst­mals erschie­nen auf Liz­zy­Net

Lust bekom­men?

Das hier dar­ge­stell­te Cover und die ange­ge­be­ne Aus­ga­be sowie die Anga­ben zum Buch kön­nen von den der­zeit erhält­li­chen Aus­ga­ben abweichen.


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