Archiv des Autors: Libertine

Holly Black: Elfenkönig [Rezension]

Wie weit wür­de ein Mensch gehen, um nicht mehr in Angst und Ernied­ri­gung zu leben? Jude war bereit, eine Spio­nin des Prin­zen zu wer­den. Und sie war bereit, dafür zur Mör­de­rin zu wer­den. Was als Ver­tei­di­gung begann, ent­puppt sich bald als Talent – eines, das nur davon über­trof­fen wer­den kann, wie gut es ihr gelingt, das Volk der Elfen zur Weiß­glut zu treiben. 

Nicht nur die Adli­gen des Hofes haben Jude in ›Elfen­kro­ne‹ unter­schätzt – auch ihrem Zieh­va­ter Madoc ist es so ergan­gen. Nie­mand weiß war­um der jun­ge, schö­ne König sie an sei­ner Sei­te hat und auf ihren Rat hört. Und nur die wenigs­ten wis­sen in ›Elfen­kö­nig‹, dass sie im Ver­bor­ge­nen die Fäden zieht.

Doch das Dasein als Schat­ten­re­gen­tin hat sei­nen Preis. Jude schläft und isst wenig. Mehr­mals begibt sie sich in ›Elfen­kö­nig‹ in Gefahr, ohne es zu ahnen. Denn trotz allem ist Jude kaum erst von der Schul­bank aufgestanden.

»Jude gefiel es eben­falls, wenn sie wütend war, denn Wut war bes­ser als Angst und bes­ser als die Erin­ne­rung dar­an, dass sie eine Sterb­li­che unter Unge­heu­ern war.«

Und wäh­rend sie alles dafür tut, dass Reich der Elfen vor einem Krieg zu bewah­ren, lau­fen die Vor­be­rei­tun­gen für eine Hoch­zeit. Ihre Zwil­lings­schwes­ter soll ihren Ex-Freund hei­ra­ten, der noch immer nicht genug davon hat, Unru­he zu stiften.

Doch zum Glück hat Jude Ver­bün­de­te, die mit allen Was­sern gewa­schen sind. Die Spio­ne des Hofs der Schat­ten, ihre älte­re Schwes­ter Vivi und ihre Dol­che. Doch wo sich Ver­bün­de­te auf­hal­ten, sind zumeist auch Fein­de und Ver­rä­ter nicht weit.

»›Macht‹, sag­te er. ›Macht ist die Gabe zu bekom­men, was man haben will. Macht ist die Gabe, eige­ne Ent­schei­dun­gen tref­fen zu kön­nen. Und wie kom­men wir an die­se Macht?‹«

Zahl­rei­cher als Ver­bün­de­te sind im Elfen­reich für einen Men­schen auf jeden Fall Fein­de. Selbst wenn man nicht den eige­nen Vater gegen sich auf­bringt, in dem man ihm die Kro­ne aus er Hand geris­sen hat, oder den Prin­zen Bale­kin, der sich eben­falls um die Kro­ne betro­gen fühlt. 

Jude ist stark. Und wütend. Wer Rei­bung und Aus­ein­an­der­set­zung will, kann dies bei ihr fin­den. Doch wenn man ein­mal die­sen Pfad ein­ge­schla­gen hat, ist es schwer, sich wie­der davon zu lösen. Denn ver­zei­hen kann Jude schlecht.

Fazit zu ›Elfenkönig

Elfen­kö­nig‹ ist fan­ta­sie­voll, span­nend und bewe­gend. Der zwei­te Band der Rei­he greift das schnel­le Tem­po auf, das das Ende des ers­ten Ban­des ›Elfen­kro­ne‹ geprägt hat. Span­nend wird, was im drit­ten und letz­ten Band der Rei­he ›Elfen­thron‹ noch alles gesche­hen kann. 

Hol­ly Black:
Elfen­kö­nig

Die Elfen­kro­ne-Rei­he, Band 2
Ab 14 Jah­ren
Über­setzt von: Anne Brau­ner
cbj HC, Mün­chen 2021
450 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Roman, Taschen­buch
ISBN 978−3−570−31399−2

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3 Gründe, warum ich Hörbücher so liebe [Buchwelt]

3 Gründe, warum ich Hörbücher so liebe. 

In der letz­ten Zeit habe ich zwei Din­ge wie­der schät­zen gelernt: Let’s plays und Hör­bü­cher. Je weni­ger ich unter Men­schen sein kann, des­to mehr ver­mis­se ich Unter­hal­tun­gen und die Stim­men von Men­schen. Nor­ma­ler­wei­se war das Lesen eines Buches für mich stets ein tol­ler und ruhi­ger Aus­gleich zu einem All­tag, der vol­ler Gesprä­che und Begeg­nun­gen war. 

Für vie­le hat sich 2020 der All­tag ver­än­dert, sowohl in beruf­li­cher als auch in pri­va­ter Hin­sicht. Man­chen wird es dabei so wie mir gehen, dass der All­tag ruhi­ger und weni­ger gesprä­chig gewor­den ist. Pas­sen nicht zu genau so einer Zeit Let’s plays und Hörbücher?


Grund Nummer 1, warum ich Hörbücher so liebe: Durch die Stimme eines Mitmenschen fühlt sich auch das Alleinsein geselliger an

Wenn ich ein Hör­buch höre – ger­ne über Laut­spre­cher und im gan­zen Raum –, kann die Stil­le des Social Distancing weni­ger wir­ken. Und mensch hat gleich etwas, wor­über er spre­chen kann, sobald man das nächs­te Mal mit Freun­den und Bekann­ten spricht. 

Also, war­um nicht gute Bücher in einen oft­mals ruhig gewor­de­nen All­tag holen? Unzäh­li­ge Hörbuchsprecher_innen tum­meln sich im Lite­ra­tur­be­trieb. Wen hörst du dir am liebs­ten an?


Grund Nummer 2, warum ich Hörbücher so liebe: Sie können bei vielen Aufgaben des Alltags begleiten

Ein zwei­ter unglaub­lich tol­ler Vor­teil beim Hören von Hör­bü­chern ist es, dass mensch so unglaub­lich viel neben­bei tun kann. Um das Geschirr zu spü­len oder den Fahr­rad­rei­fen aus­zu­wech­seln, muss ich das Buch qua­si nicht mehr aus der Hand legen. Es kann mich in vie­ler­lei Situa­tio­nen beglei­ten und mir die­se versüßen.

War­um also nicht zu Char­lot­te Bron­tes ›Jane Eyre‹ die Fens­ter put­zen, zu Marie Graß­hoffs ›Neon Birds‹-Tri­lo­gie den Klei­der­schrank aus­mis­ten oder zu Dör­te Han­sens ›Altes Land‹ die Schrau­ben an den Schrank­tü­ren nach­zie­hen? Natür­lich geht das alles auch ohne Hör­buch. Aber wie­so nicht doch ein­fach mal mit Hör­buch probieren?


Grund Nummer 3, warum ich Hörbücher so liebe: Hörbücher sind prima beim Sport 

Ich war in Sport nie ein Über­flie­ger. In der Schu­le habe ich mich, wenn mög­lich, davor gedrückt. Pri­vat war es auch nicht bes­ser. Es hat eini­ge Jah­re gebraucht, bis ich auf den Trich­ter gekom­men bin, dass Sport etwas Gutes für mich sein könn­te. Und selbst danach hat es noch eini­ge Zeit gedau­ert, bis die­ses Wis­sen etwas an mei­ner Frei­zeit­ge­stal­tung ver­än­dert hat. Was es mir sicher­lich ein­fa­cher gemacht hat, waren Hör­bü­cher. Vor allem Span­nen­de, die über­wie­gend line­ar erzählt wer­den und nur an eine Per­spek­ti­ve gebun­den sind. So wur­den beim Sport schnell Kri­mi und Thril­ler zu mei­nen Lieb­lin­gen. Den Anfang mach­te Simon Beckett mit sei­ner ›David Hun­ter‹-Rei­he.

Als wirk­lich per­fekt für mich haben sich die Hör­bü­cher zu Sher­lock Hol­mes erwie­sen. Vie­le der Geschich­ten um Hol­mes und Wat­sons sind eher kurz und las­sen sich somit per­fekt in einer Lauf(-band)-Session durch­hö­ren. War­um das Jahr also nicht mit Sport und Hör­bü­chern füllen?


Hörst du ger­ne Hör­bü­cher? Und wenn ja, wann am liebs­ten? Ich freue mich über eure Mei­nun­gen und Ideen. 


In freund­li­cher Zusam­men­ar­beit mit Audible. 

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Ekstedt & Ennart: Happy Food [Rezension]

14 Kapitel voller Wissen und Rezepte. 

Dass Ernäh­rung wich­tig ist, ist bekannt. Eben­so, dass wir uns den­noch nicht unbe­dingt gesund ernäh­ren. Zugleich rei­hen sich in Buch­hand­lun­gen und Büche­rei­en Koch­bü­cher aneinander. 

Doch wenn sich ein Wis­sen­schafts­jour­na­list, der auf mehr als 15 Jah­re Erfah­rung zurück­bli­cken kann, und einer der füh­ren­den Ster­ne­kö­che Schwe­dens zusam­men­tun, kann ein Buch ent­ste­hen, das so wohl noch nicht in vie­len Rega­len steht. ›Hap­py Food‹ ist kein klas­si­sches Koch­buch. In 14 Kapi­teln ist es voll von aktu­el­len For­schungs­er­geb­nis­sen, Tipps, Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen und vie­len tol­len Rezepten.

Die Rezep­te ste­hen in ›Hap­py Food‹ nicht im Vor­der­grund. Den Haupt­teil des Buches neh­men aller­lei Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zum The­ma Ernäh­rung und ihrer Aus­wir­kun­gen ein. Ver­ständ­lich und unter­halt­sam geschrie­ben, ohne den Lesen­den aus dem Blick zu verlieren.

»Immer mehr soli­de For­schungs­er­geb­nis­se legen nahe, dass das­sel­be zucker­las­ti­ge Indus­trie­es­sen, das glo­ba­le Epi­de­mien von Fett­lei­big­keit und Dia­be­tes ver­ur­sacht, Glu­ten­in­to­le­ranz begüns­tigt und die Zahl der Magen-Darm-Erkran­kun­gen auf nie dage­we­se­ne Höhen getrie­ben hat, auch zu der aktu­el­len Wel­le von psy­chi­schen Erkran­kun­gen beiträgt.«

Nütz­li­che Infor­ma­tio­nen und Zusam­men­hän­ge über Bauch und Hirn – von einem Crash­kurs zum The­ma Darm­bak­te­ri­en bis hin zu Stress, Ent­zün­dun­gen und Depres­sio­nen –, machen aus ›Hap­py Food‹ ein eben­so tol­les Buch wie des­sen anspre­chen­de Auf­ma­chung samt tol­ler Essensfotografien. 

Doch ›Hap­py Food‹ lässt es nicht dabei, über die The­men Gesund­heit und Ernäh­rung nur anschau­lich zu infor­mie­ren. Die­ses Buch will nicht nur Theo­rie ver­mit­teln, son­dern vor allem zu ihrer prak­ti­schen Umset­zung motivieren. 

»Wir kön­nen Darm­flo­ra wie­der­her­stel­len, solan­ge noch eini­ge Bak­te­ri­en übrig sind. Aller­dings könn­ten die nicht mehr vor­han­de­nen für immer ver­schwun­den sein, ganz egal, auf wie vie­len Faser­stof­fen wir herumkauen.«

Bei der Umset­zung, um aus jenen Lebens­mit­teln, die sich in der For­schung als gesund bewährt haben, umsetz­ba­re Rezep­te zu gestal­ten, kommt der schwe­di­sche Ster­ne­koch Niklas Eks­tedt ins Spiel.

Ob im Gan­zen geba­cke­ner Cur­ry-Blu­men­kohl mit gerös­te­ten Man­deln, Lein­sa­men­kek­se mit Roque­fort, Wal­nüs­sen und Honig oder ein Super­sa­lat mit Boh­nen, Gers­te, Topinam­bur und Äpfeln. Von schlicht bis hin zu beson­ders sind für vie­le Geschmä­cker pas­sen­de Rezep­te dabei.

»Die Revo­lu­ti­on hat bereits begon­nen! Die Ergeb­nis­se von mehr als der Hälf­te der jemals über die Darm­flo­ra unter­nom­me­nen For­schun­gen wur­den allein in den letz­ten zwei Jah­ren publi­ziert, und in zuneh­men­der Geschwin­dig­keit kom­men und qua­si stünd­lich neue Erkennt­nis­se hinzu.«

Reset your Body‹ hat mich auf den Geschmack gebracht, der Fra­ge nach­zu­ge­hen, wie wir durch Ernäh­rung unse­ren Kör­per und Geist am bes­ten dabei unter­stüt­zen, den unter­schied­lichs­ten Her­aus­for­de­run­gen gewach­sen zu sein. ›Darm mit Charme‹ hat mich mit Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen dar­über ver­sorgt, was der Darm so alles kann.

Fazit zu ›Happy Food

War­um zögern, wenn gesund so lecker sein kann? Eks­tedt und Ennart haben in ihrem Buch ›Hap­py Food‹ eine beson­de­re Mischung geschaf­fen: anschau­li­che Infor­ma­tio­nen, aktu­el­le For­schung und super­le­cke­re Rezep­te. Was will man mehr? Ich bin jeden­falls schon sehr gespannt auf ›Noch mehr Hap­py Food‹.

Buchinfo

Niklas Eks­tedt & Hen­rik Ennart:
Hap­py Food

War­um Man­gold vor Depres­sio­nen schützt und
Wal­nüs­se schlau machen
süd­west, Hürth 2018
240 S., EUR (D) 22,- inkl. MwSt.
Hard­co­ver
ISBN 978−3−517−09745−9

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Hanno Rinke: Fast am Ziel [Rezension]

Von der Kunst, gutes Essen und immer einen Parkplatz zu finden. 

Regis­seur, Kom­po­nist und Schrift­stel­ler – Han­no Rin­ke ist vie­les, aber sicher­lich nicht lang­wei­lig. 1946 in Ber­lin gebo­ren kann er auf vie­le tur­bu­len­te Jahr­zehn­te zurück­bli­cken. In ›Fast am Ziel‹ lädt er dazu ein, ihn auf eine Rei­se von Ham­burg nach Slo­we­ni­en, Kroa­ti­en oder Apu­li­en zu begleiten. 

In 99 Umwe­gen schil­dert er nicht nur den Kampf um Park­plät­ze und gutes Essen, son­dern erzählt über sein Leben. Über die Orte und vor allem auch Men­schen, die es aus­ma­chen und aus­ge­macht haben. 

Han­nos Rei­se umfasst fast vier Mona­te – vom 23. Mai 2016 bis zum 15. Okto­ber 2016 – oder 428 Seiten. 

»Aber weil Schwei­gen mich zu sehr an Tot­sein erin­nert und ich die­sem Zustand ja mit unse­rer Rei­se ent­ge­gen­wir­ken will, schrei­be ich trotz­dem weiter.«

Fast am Ziel‹ ist weder eine klas­si­sche Bio­gra­fie noch ein typi­scher Rei­se­be­richt. Mit Witz und Charme ver­webt Rin­ke bei­des. Vie­le der Orte auf sei­ner Rei­se besuch­te Rin­ke bereits in der Ver­gan­gen­heit, zumeist in ande­rer Beglei­tung, sodass mit Bezug auf den Ort bei­des geschil­dert wer­den kann: das Ver­gan­ge­ne und das Gegen­wär­ti­ge. Auch die Zeit war eine andere. 

Seit sei­nem Schlag­an­fall kann Rin­ke die Welt nicht mehr erlau­fen, wie er es in frü­he­ren Tagen getan hät­te. Wenn mög­lich, brin­gen ein Roll­stuhl und die Fahr­küns­te sei­nes Beglei­ters Rafał an sein Ziel. Häu­fi­ger jedoch muss Rin­ke sich die Orte sei­ner Rei­se über sei­ne Erin­ne­rung erschlie­ßen. Die­se zeigt sich jedoch so leben­dig und ein­la­dend, wie es der Ort selbst kaum sein könn­te, bei lus­ti­gen und bedrü­cken­den Momenten.

»Glücks­mo­men­te habe ich nie durch den Glau­ben erlebt – wie auch? –, son­dern nur im Sex.«

Rin­kes Schreib­stil in ›Fast am Ziel‹ ist poin­tiert und höchst sub­jek­tiv. Sel­ten spre­chen die Sät­ze sei­nes Rei­se­be­richts voll­stän­dig für sich selbst, erst das Wei­ter­le­sen ermög­licht die Ein­ord­nung. Sein kör­per­li­ches Erle­ben ist ein ande­res geworden. 

Denn auch die Glücks­mo­men­te durch Sex schei­nen in die Ver­gan­gen­heit gerückt und nur noch durch sei­ne Erin­ne­rung zu grei­fen. Öff­ne­te er im vor­he­ri­gen Zitat noch eine Art Gegen­satz zwi­schen Glück und Glau­ben, spitzt sich die Pas­sa­ge in der Über­le­gung zu, dass er in Bezug auf sei­ne Glücks­mo­men­te sei­ner Erin­ne­rung ver­trau­en muss, an die­se glau­ben muss.

»Ich woll­te gewandt, durch­trai­niert, ein­fühl­sam und bedeu­tend wer­den. Und was bin ich gewor­den? Begü­tert – mate­ri­ell zumin­dest. Das fin­de ich, wenn die Träu­me nicht in Erfül­lung gehen, einen ange­mes­se­nen Schadenersatz.«

Erleb­tes, Genuss, Sex und Glau­be sind nur eini­ge der zahl­rei­chen The­men, denen sich Rin­ke auf sei­ner Rei­se widmet.

Ergänzt wird sein Rei­se­be­richt von zahl­rei­chen Fotos, Tage­buch­pas­sa­gen, Gedicht- oder Redeauszügen.

Fazit zu ›Fast am Ziel

Fast am Ziel‹ ist eines jener Bücher, das einem nicht stän­dig in die Hän­de fällt. Es gibt Ein­bli­cke in das Leben Han­no Rin­kes und in sei­nen Ver­such, sich mit dem Altern zu arran­gie­ren. Lus­tig, nost­al­gisch, mit­un­ter melan­cho­lisch und über­ra­schend liest sich sein Rei­se­jour­nal, das nicht nur für Rei­se­fans inter­es­sant sein könnte.

Buchinfo

Han­no Rin­ke:
Fast am Ziel
99 Umwe­ge
Rei­se­jour­nal, Flexo­co­ver
Mit­tel­deut­scher Ver­lag, Hal­le 2020
428 S., EUR (D) 20,- inkl. MwSt.
ISBN 978−3−96311−379−6

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Neuerscheinungen 2021

2020 ist sicher­lich in vie­ler­lei Hin­sicht ein beson­de­res Jahr gewe­sen. Doch wie jedes Jahr war­ten auch in die­sem die Ver­lags­vor­schau­en für Frühjahr/Sommer 2021 dar­auf, durch­stö­bert zu wer­den. Eines ist sicher: 2021 ver­spricht ein span­nen­des Lese­jahr in vie­len Gen­res zu wer­den und macht rich­tig Lust auf sei­ne Neu­erschei­nun­gen 2021. Bücher, die mir bereits jetzt ins Auge gesprun­gen sind und auf deren Erschei­nen ich mich schon sehr freue, stel­le ich Euch hier ger­ne vor. Bestimmt wer­den jedoch über das Jahr noch eini­ge Neu­erschei­nun­gen 2021 in mei­ner Lis­te hinzukommen. 

Navi­ga­ti­on
1. Gegen­warts­li­te­ra­tur
2. Klas­si­ker
3. Phan­tas­tik
4. Sach­bü­cher
5. Über­blicks­lis­te

Neuerscheinungen 2021 – Gegenwartsliteratur

Mei­ne Lie­be zu Kat­zen und den meis­ten Tie­ren ist kein Geheim­nis. Umso mehr freue ich mich auf die­ses viel­ver­spre­chen­de Buch, das 2021 im DuMont-Ver­lag erschei­nen soll. Tokyo, die Acht­zi­ger­jah­re und Außen­sei­ter – klingt nach einer tol­len Mischung, oder?
Bücher, in denen Wär­me und Kat­zen­lie­be auf­ein­an­der tref­fen, sind für mich einen genaue­ren Blick wert. 2016 erschie­nen bereits Suke­ga­was Bücher ›Kirsch­blü­ten und rote Boh­nen‹ und ›Die Insel der Freund­schaft‹ bei DuMont.

Duri­an Suke­ga­wa: Die Kat­zen von Shin­juku,
ca. 272 S., ISBN 978−3−8321−8147−5, DuMont,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 12.02.2021


Seit ›Faser­land‹ ist Chris­ti­an Krachts Name aus dem Lite­ra­tur­be­trieb nicht mehr weg­zu­den­ken. Nach wei­te­ren Wer­ken schien dann 2016 ›Die Toten‹ als sein bis­lang neus­tes Buch bei Kiepenheuer&Witsch. Ich bin rich­tig gespannt, was die Leser und Lese­rin­nen in ›Euro­trash‹ erwar­tet. Das Cover sieht jeden­falls toll aus und auch der Klap­pen­text macht Lust.
Nur bis März muss ich mich noch gedul­den, aber ich bin sicher, das War­ten lohnt sich. 

Chris­ti­an Kracht: Euro­trash,
ca. 224 S., ISBN 978−3−462−05083−7, Kiepenheuer&Witsch,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 04.03.2021


Von Bene­dict Wells hät­te ich schon so viel mehr lesen sol­len, als ich es bis­lang getan habe. Seit 2008 erschei­nen sei­ne Bücher im Dio­ge­nes-Ver­lag und jedes hat sei­nen Reiz. Sein neu­es­tes Werk ›Hard Land‹ führt nach Mis­sou­ri und ins Jahr 1985.
Die Geschich­te dreht sich um den 15-jäh­ri­gen Außen­sei­ter Sam, der einen Feri­en­job in einem Kino annimmt und damit den Som­mer sei­nes Lebens erlebt. Klingt super vielversprechend.

Bene­dict Wells: Hard Land,
ca. 352 S., ISBN 978−3−257−07148−1, Dio­ge­nes,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 24.02.2021

Neuerscheinungen 2021 – Klassiker

Mary Shel­leys Buch ›Fran­ken­stein‹ gehört zu mei­nen unan­ge­foch­te­nen Lieb­lin­gen der Sci­ence-Fic­tion-Lite­ra­tur und unter den Klas­si­kern.
Als ich gese­hen habe, dass Reclam im nächs­ten Jahr auch eine Neu­über­set­zung von ›Der letz­te Mensch‹ raus­bringt, war mir sofort klar, dass die­ses Buch ganz oben auf mei­ne Lese­lis­te für das kom­men­de Jahr gehört. Denn eines ist bei Mary Shel­leys Büchern sicher: Sie ver­spre­chen viel Stoff zum Nachdenken. 

Mary Shel­ley: Der letz­te Mensch (Neu­über­set­zung),
ca. 596 S., ISBN 978−3−15−011328−8, Reclam,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 12.02.2021


Auch Daph­ne du Mau­ri­er hat sich mit ihrem Buch ›Rebec­ca‹ einen Platz unter mei­nen Klas­sik­er­lieb­lin­gen gesi­chert. Hat mich auf ›Rebec­ca‹ noch das gleich­na­mi­ge und wahn­sin­nig tol­le Musi­cal auf­merk­sam gemacht, kommt die­ses Buch allein schon wegen der begab­ten Autorin auf mei­ne Lese­lis­te für das kom­men­de Jahr.
Lie­be, Geheim­nis­se und das Leben auf See – klingt nach einer viel­ver­spre­chen­den Mischung, oder nicht? Ich bin jeden­falls super gespannt auf die­ses Buch.

Daph­ne du Mau­ri­er: Die Bucht des Fran­zo­sen,
ca. 300 S., ISBN 978−3−458−68154−0, Suhrkamp/insel,
erscheint vor­aus­sicht­lich 21.06.2021


Zu mei­ner wirk­lich gro­ßen Schan­de muss ich geste­hen, dass ich noch kein Buch von Geor­ge Orwell gele­sen habe. Und das, obwohl der Autor aus der Welt der Lite­ra­tur nicht mehr weg­zu­den­ken ist.
Somit ver­spre­chen die­se bei­den Neu­über­set­zun­gen von ›1984‹ und ›Farm der Tie­re‹ ein super Anfang für mich zu sein. Die bei­den Buch­co­ver fin­de ich jeden­falls mehr als gelungen.

Geor­ge Orwell: 1984 und Farm der Tie­re (Neu­über­set­zun­gen),
ca. 400 & 144 S., ISBN 978−3−7306−0976−7 & 978−3−7306−0977−4, Pen­gu­in Ran­dom House,
erschei­nen vor­aus­sicht­lich am 18.01.2021

Neuerscheinungen 2021 – Phantastik

Auch V. E. Schwab ist eine jener Schrift­stel­le­rin­nen, von denen ich lei­der noch viel zu wenig gele­sen habe. Und nach­dem die eng­lisch­spra­chi­ge Ori­gi­nal­ver­si­on bereits vie­le Anhän­ger gefun­den hat, bin ich umso gespann­ter, auf die deutsch­spra­chi­ge Über­set­zung, die 2021 im Fischer-Ver­lag erschei­nen wird. Ein Teu­fels­pakt, eine span­nen­de Prot­ago­nis­tin und die Kunst – die­se span­nen­de Kom­bi­na­ti­on weckt Vor­freun­de auf die­sen his­to­ri­schen Fantasy-Roman.

V. E. Schwab: Das unsicht­ba­re Leben der Addie LaRue,
ca. 592 S., ISBN 978−3−596−70581−8, Fischer,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 26.05.2021


Leigh Bar­d­u­go ist 2020 in Win­des­ei­le unter mei­ne liebs­ten Fan­ta­sy-Autorin­nen auf­ge­stie­gen. Sowohl die Tri­lo­gie ›Legen­den der Gri­sha‹ als auch die Krä­hen-Dilo­gie sowie ›King of Scars‹ habe ich wahn­sin­nig ger­ne gele­sen.
Und der ers­te Band der ›King-of-Scars‹-Dilo­gie hat an einem Punkt geen­det, an dem wirk­lich jeder Fort­gang der Sto­ry mög­lich ist. Ich bin also wahn­sin­nig gespannt, wie es wei­ter geht für Niko­lai, Nina, und all die ande­ren Figu­ren des Grishaverse. 

Leigh Bar­d­u­go: Rule of Wol­ves, King-of-Scars-Dilo­gie Band 2,
ca. 592 S., ISBN 978−3−426−22701−5, Droemer Knaur,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 01.06.2021


Ich lie­be den Film Das wan­deln­de Schloss von Stu­dio Ghi­b­li. Mir war also sofort klar, dass ich Band 1 der Howl-Saga ›Das wan­deln­de Schloss‹ unbe­dingt lesen muss. Auch Band 2 ›Der Palast im Him­mel‹ habe ich ver­schlun­gen, obwohl ich den ers­ten Band der Saga wesent­lich lie­ber moch­te.
Umso gespann­ter bin ich nun auf Band 3 der Howl-Saga ›Das Haus der tau­send Räu­me‹ und wel­che Aben­teu­er auf Howl & Co. warten.

Dia­na Wyn­ne Jones: Das Haus der tau­send Räu­me, Howl-Saga Band 3,
ca. 272 S., ISBN 978−3−426−52540−1, Knaur,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 01.03.2021

Neuerscheinungen 2021 – Sachbuch

Von Ste­fan Klein konn­te ich in der Ver­gan­gen­heit bereits zwei Bücher lesen, ›Die Glücks­for­mel‹ und ›Träu­me‹, die mir bei­de gut bis sehr gut gefal­len haben. Vor allem ›Träu­me‹ konn­te mich nach­hal­tig begeis­tern, sodass ich noch immer ger­ne über das Buch rede.
Umso gespann­ter bin ich natür­lich auf das neue Buch von Ste­fan Klein ›Wie wir die Welt ver­än­dern‹. Inno­va­tio­nen, der Geist und der Fort­schritt – eine super span­nen­de the­ma­ti­sche Mischung.

Ste­fan Klein: Wie wir die Welt ver­än­dern,
ca. 256 S., ISBN 978−3−10−002492−3, Fischer,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 10.03.2021


Wenn bei mir etwas kaputt­geht, dass ich für rett­bar hal­te, zie­he ich zumeist das Inter­net zu rate. In vie­len Fäl­len bringt mir das auch eine Lösung. Trotz­dem schmei­ße ich noch zu viel weg oder benut­ze es noch, auch wenn es nicht mehr gut funk­tio­niert.
Zum einen sind die Lösun­gen des Inter­nets nicht immer ein­deu­tig oder gut. Zum ande­ren aber, komm ich bei zu vie­len Din­gen ver­mut­lich nicht ein­mal auf die Idee, dass ich sie repa­rie­ren könn­te. Und um das ver­än­dern, bin ich schon super gespannt auf Nick Har­pers Buch ›Wie man alles repa­riert‹.

Nick Har­per: Wie man alles repa­riert,
ca. 256 S., ISBN 978−3−7306−0953−8, Pen­gu­in Ran­dom House,
erscheint vor­aus­sicht­lich am 22.03.2021


Wie ihr seht, wird auch 2021 wie­der ein viel­sei­ti­ges und viel­ver­spre­chen­des Lese­jahr. Bestimmt wird im Lau­fe des Jah­res hier noch das ein oder ande­re Buch dazu­kom­men. Aber natür­lich wer­de ich nicht nur Neu­erschei­nun­gen lesen, also bleibt abzu­war­ten, was in die­sem Jahr alles auf mei­nem Lese­sta­pel lan­den wird, das kei­ne Neu­erschei­nung mehr ist.

Ich wün­sche dir ein span­nen­des Lese­jahr mit den Neu­erschei­nun­gen 2021 und wenn ihr mir Bücher emp­feh­len wollt, auf die ich defi­ni­tiv einen Blick wer­fen soll­te, dann lasst doch ein­fach einen Kom­men­tar da, ich wür­de mich sehr freuen. 🙂

  • Voraussichtliche Erscheinungstermine
    Neuerscheinungen 2021

    Neuerscheinungen 2021 – Januar/Februar/März

    Janu­ar Kei Ohku­bo: Arte 4 (Carl­sen)
    15.01. Immun­boos­ter (Droemer Knaur)
    22.01. Geor­ge Orwell: Farm der Tie­re (Neu­über­set­zung, dtv)
    Febru­ar Micha­el Ende: Momo (Thie­ne­mann-Ess­lin­ger)
    Febru­ar Anne Fleck: Mee­res­glü­hen (Cop­pen­rath)
    01.02. Matt Haig: Die Mit­ter­nachts­bi­blio­thek (Droemer Knaur)
    02.02. Han­nah Frey: Zucker­frei (GU)
    02.02. Eli­sa­beth Meck­len­burg: Mein City-Obst­gar­ten (GU)
    12.02. Duri­an Suke­ga­wa: Die Kat­zen von Shin­juku (Dumont)
    12.02. Mary Shel­ley: Der letz­te Mensch (Reclam)
    18.01. Geor­ge Orwell: 1984 (Neu­über­set­zung, Pen­gu­in Ran­dom House)
    18.01. Geor­ge Orwell: Farm der Tie­re (Neu­über­set­zung, Pen­gu­in Ran­dom House)
    24.02. Miku Sophie Küh­mel: Kint­su­gi (Fischer Taschen­buch)
    24.02. Jay Kristoff: Never­night. Die Prü­fung (Fischer)
    24.02. Doris Dör­rie: Ein­la­dung zum Schrei­ben (Dio­ge­nes)
    24.02. Chris­toph Nie­mann: Away (Dio­ge­nes)
    24.02. Bene­dict Wells: Hard Land (Dio­genes)
    26.02. Anne Pret­tin: Die vier Gezei­ten (Bas­tei Lüb­be)
    März Kei Ohku­bo: Arte 5 (Carl­sen)
    01.03. Dia­na Wyn­ne Jones: Das Haus der tau­send Räu­me (Droemer Knaur)
    02.03. Dia­na Kin­nert: Die neue Ein­sam­keit (Hoff­mann und Cam­pe)
    04.03. Chris­ti­an Kracht: Euro­trash (Kiwi)
    10.03. Ste­fan Klein: Wie wir die Welt ver­än­dern (Fischer)
    12.03. Mary Mcla­ne: Mei­ne Freun­din Anna­bel Lee (Reclam)
    15.03. Anja Kamp­mann: Der Hund ist immer hung­rig (Han­ser)
    15.03. Ste­phen Fry: Mythos (auf­bau)
    15.03. Roman Wolf: Die Nibe­lun­gen (auf­bau)
    18.03. Hel­ga Schu­bert: Vom Auf­ste­hen (dtv)
    18.03. Anne Fleck: Ener­gy! (dtv)
    20.03. Bern­hard Heck­ler: Das Lie­bes­le­ben der Pin­gui­ne (Klett-Cot­ta)
    22.03. Nick Har­per: Wie man alles repa­riert (Pen­gu­in Ran­dom House)
    26.03. Susan­ne Esche-Bel­ke/­Su­zann Kir­sch­ner-Brouns: Re-Power (Bas­tei Lüb­be)
    26.03. Gret­chen Lidi­cker: Mein Magne­si­um (Bas­tei Lüb­be)
    26.03. Ewald Arenz: Der gro­ße Som­mer (Dumont)


    Neuerscheinungen 2021 – April/Mai/Juni

    April Chris­ti­na Hie­mer: The Second Princess (Carl­sen)
    April Liz Bras­well: Die Schö­ne und ihr Geheim­nis (Carl­sen)
    April Haji­me Isaya­ma: Attack on Titan Delu­xe VIII (Carl­sen)
    01.04. Leigh Bar­d­u­go: Rule of Wol­ves (Droemer Knaur)
    01.04. Mech­tild Borr­mann: Glück hat einen lang­sa­men Takt (Droemer Knaur)
    01.04. Yael Adler: Haut nah (Droemer Knaur)
    01.04. Julia Marie Schmoll: Die Maschen der Nar­ziss­ten (GU)
    01.04. Matt Prit­chard: Dir­ty Vegan (GU)
    23.04. Julie Estève: Ich, Antoi­ne (dtv)
    23.04. Ildy Bach: Die Stief­toch­ter (dtv)
    24.04. Susann Sitz­ler: Väter und Töch­ter (Klett-Cot­ta)
    30.04. Neil Gai­man: Der Oze­an am Ende der Stra­ße. Illus­triert (Bas­tei Lüb­be)
    Mai Kei Ohku­bo: Arte 6 (Carl­sen)
    Mai Phil­ip Le Roy: Die Nacht der Acht (Carl­sen)
    17.05. Lucy Pol­lock: Das Buch über das Älter­wer­den (Dumont)
    26.05. V. E. Schwab: Das unsicht­ba­re Leben der Addie LaRue (Fischer)
    26.05. Car­los Ruiz Zafón: Der Fried­hof der ver­ges­se­nen Bücher (Fischer)
    31.05. Oli­ver Pötzsch: Das Buch des Toten­grä­bers (Ull­stein)
    01.06. Nora Bendzko: Die Göt­ter müs­sen ster­ben (Droemer Knaur)
    15.06. Daph­ne du Mau­ri­er: Die Bucht des Fran­zo­sen (Suhrkamp/insel)
    21.06. Chris­ti­na Hen­ry: Die Chro­ni­ken von Peter Pan (Pen­gu­in Ran­dom House)
    23.06. Mar­tin Suter: All­men und der Koi (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    23.06. Amé­lie Nothomb: Klopf an dein Herz (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    23.06. Den­ken mit Oscar Wil­de (dio­ge­nes delu­xe)
    23.06. Pau­lo Coel­ho: Untreue (dio­ge­nes delu­xe)


    Neuerscheinungen 2021 – Juli/August/September

    Juli Zidrou/Frank Pé: Die Bes­tie (Carl­sen)
    Juli Kei Ohku­bo: Arte 7 (Carl­sen)
    05.07. Mark Fah­nert: Echo des Ver­rats (Piper)
    08.07. Simon Beckett: Die Ver­lo­re­nen (Rowohlt)
    28.07. Simo­ne Lap­pert: Der Sprung (Dio­ge­nes Taschen­buch)
    30.07. Marie Graß­hoff: Der dunk­le Schwarm (Bas­tei Lüb­be)
    Sep­tem­ber Kei Ohku­bo: Arte 8 (Carl­sen)
    14.09. René Wadas: Der Pflan­zen­arzt (Rowohlt)
    30.09. Anne Pät­zold: Right Here (Bas­tei Lüb­be, Lyx)


    Neuerscheinungen 2021 – Oktober/November/Dezember


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Julian Auringer (Hrsg.): Rot wie Blut. Grausige Märchen und Sagen [Rezension]

Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage? 

Dass Mär­chen nicht in ers­ter Linie für Kin­der gesam­melt und geschrie­ben wor­den sind, zeigt sich in ›Rot wie Blut‹ sehr deut­lich. Eben­so, wie weit die ursprüng­li­che­ren Ver­sio­nen der Mär­chen und das, was heu­te noch von ihnen erin­nert wird, auseinanderliegen. 

Ob es das Mär­chen um König Dros­sel­bart ist, Dorn­rös­chen, Rapun­zel oder Rot­käpp­chen: Die Mär­chen und Sagen, die Juli­an Aurin­ger in ›Rot wie Blut‹ gesam­melt hat, machen dem Unter­ti­tel des Buches alle Ehre. Nicht nur blu­ti­ger und gro­tes­ker, auch sexua­li­sier­ter erschei­nen diese. 

In ›Rot wie Blut‹ hat Aurin­ger Mär­chen und Sagen nam­haf­ter Autoren und Autorin­nen bezie­hungs­wei­se Samm­lern und Samm­le­rin­nen zusam­men­ge­stellt. Von Giam­bat­tis­ta Basi­le, über Marie-Cathé­ri­ne d’Aulnoy, Charles Per­rault, Chris­ti­an August Vul­pi­us, Karo­li­ne Stahl, den Brü­dern Grimm, Karl Bartsch, Anton Bir­lin­ger, Carl und Theo­dor Cols­horn, Fried­rich Gott­schalck, Johann Hein­rich Leh­nert, Alex­an­der von Ungern-Stern­berg, Adal­bert Kuhn, Ernst Mei­er, Johan­nes Wil­helm Wolf, Karl Müllen­hoff, Ulrich Jahn, Karl Spie­gel bis hin zu Josef Müller.

»Als schon alles am Tische saß, trat plötz­lich noch eine alte Fee ein, die nicht ein­ge­la­den war und die man ver­ges­sen hat­te, weil man seit mehr als hun­dert Jah­ren nichts von ihr wuss­te und sie für tot oder ver­schol­len hielt.«

Das Dorn­rös­chen oder: Die schla­fen­de Schö­ne im Wald‹

So fin­den sich neben eini­gen der sicher­lich bekann­tes­ten Mär­chen und Sagen auch eini­ge, die im Ver­gleich weni­ger bekannt sind. Mehr­fach sind Illus­tra­tio­nen in die Erzäh­lun­gen eingefügt. 

Doch selbst wer ver­gleichs­wei­se mär­chen­fest zu sein glaubt, kann in ›Rot wie Blut‹ an der ein oder ande­ren Stel­le Neu­es erfah­ren. So wird sich zei­gen, was Dorn­rös­chen mit einer Oge­rin zu tun hat und wie Hän­sel und Gre­tel mit See­räu­bern in Ver­bin­dung stehen. 

»Es war ein­mal ein König, der hat­te drei Töch­ter, in sei­nem Hof aber stand ein Brun­nen mit schö­nem kla­rem Was­ser. An einem hei­ßen Som­mer­tag ging die ältes­te hin­un­ter und schöpf­te sich ein Glas voll her­aus, wie sie es aber so ansah und gegen die Son­ne hielt, sah sie, dass es trüb’ war.«

Der Frosch­prinz

Doch Aurin­gers aus­ge­wähl­te Mär­chen und Sagen sind nicht nur grau­sig und blu­tig. Sie sind magisch, bekannt und zugleich fremd. Ihnen haf­tet der Zau­ber einer ver­gan­ge­nen Zeit an, der auch durch Erzäh­len und Wie­der­erzäh­len noch im Gedächt­nis geblie­ben ist.

»Es saß ein­mal eine Köni­gin zur Win­ters­zeit, als drau­ßen Schnee lag, am Fens­ter, und stick­te an einem Tuche, das in einem Rah­men von schwar­zem Eben­holz gespannt war. Da stach sie sich mit der Näh­na­del in den Fin­ger, dass es blu­te­te, und mach­te das Fens­ter auf, und ließ das Blut auf den Schnee tropfen.«

Schnee­witt­chen
Fazit zu ›Rot wie Blut

Die von Juli­an Aurin­ger aus­ge­wähl­ten Mär­chen und Sagen in ›Rot wie Blut‹ hal­ten, was der Titel des Buches ver­spricht. Mehr als ein Dut­zend unter­schied­li­cher Autoren und Autorin­nen haben hier Ein­zug gefun­den und machen ›Rot wie Blut‹ zu einem teils span­nen­den, teils ver­trau­ten Lese­ver­gnü­gen. Wer Mär­chen und Sagen mag, dem könn­ten auch ›Die schöns­ten nor­we­gi­schen Mär­chen‹ und ›Nor­di­sche Mythen und Sagen‹ gefal­len.

Buchinfo

Juli­an Aurin­ger (Hrsg.):
Rot wie Blut

Grau­si­ge Mär­chen und Sagen
Mit Illus­tra­tio­nen aus den Bil­der­bo­gen
des 19. Jahr­hun­derts
Ana­con­da, Mün­chen 2020
256 S., EUR (D) 4,95 inkl. MwSt.
Hard­co­ver
ISBN 978−3−7306−0908−8

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Kei Ohkubo: Arte 3 [Rezension]

Von Kunst und der ersten Prügelei. 

Die jun­ge Ade­li­ge und Maler­schü­le­rin Arte hat es auch in ›Arte 3‹ nicht leicht. Sie lebt in einer von Män­nern domi­nier­ten Welt und arbei­tet in einem von Män­nern domi­nier­ten Beruf. Die wenigs­ten trau­en ihr mehr zu, als hübsch auszusehen. 

Doch wer glaubt, dass Arte sich davon unter­krie­gen oder abschre­cken las­sen wür­de, hat sich geschnit­ten. Sie scheut kei­ne Arbeit, ist sie auch noch so hart. Doch obwohl sie über jede Men­ge Wil­lens­kraft und Mut ver­fügt, muss auch sie sich Auf­ga­ben stel­len, für die sie über sich hin­aus­wach­sen muss. Und Arte wäre nicht Arte, wenn sie sich vor die­sen Auf­ga­ben drü­cken würde. 

»Dann neh­me ich die Her­aus­for­de­rung an. Ich wer­de eine Male­rin, die mit ihren Wer­ken auch Kun­den wie Sie über­zeu­gen kann.«

Ohku­bos ›Arte 3‹ ist ein Lie­bes­lied auf die Eigen­stän­dig­keit und Kraft der Frau, ohne Män­nern dadurch posi­ti­ve Eigen­schaf­ten abzu­spre­chen. Mag die jun­ge Frau auf den ers­ten Blick auch etwas naiv erschei­nen, hat sie das Herz und den Ver­stand doch am rech­ten Fleck. Und so fin­det Arte Freun­de und Unter­stüt­zer – jedoch nicht ohne einer hand­fes­ten Aus­ein­an­der­set­zung –, die von ihrer Arbeits­wei­se und ihrer Art begeis­tert sind.

»Ich fand dich schon beim letz­ten Mal viel­ver­spre­chend, aber noch jung und unsi­cher. Leo hat sich einen sehr kampf­be­rei­ten und lus­ti­gen Lehr­ling ins Haus geholt.«

Wäh­rend Arte selbst von Fröh­lich­keit und Leich­tig­keit beschwingt scheint, erlau­ben die Neben­fi­gu­ren des Man­gas einen kla­re­ren Blick auf das Flo­renz des 16. Jahrhunderts. 

In der Welt der Male­rei war­ten auf Arte weder Luxus, Bequem­lich­keit noch reich­lich gedeck­te Tische. Und doch erkauft sie sich Ein­tritt in die­sel­be und bezahlt dafür mit ihrem lan­gen Haar und dem Leben, wie sie es gewohnt war. Doch trotz die­ses Prei­ses ist nur ein Maler­meis­ter bereit, sie in sei­nen Dienst zu nehmen. 

»[Leo] hat­te tat­säch­lich vie­le unkind­li­che Sei­ten. Er war dreist und vor­laut. Schon bei unse­rer ers­ten Begeg­nung war er unausstehlich.«

Fazit zu ›Arte 3‹

Arte 3‹ ist – wie auch ›Arte 1‹ und ›Arte 2‹ – die Geschich­te einer jun­gen Frau, die sich nicht unter­krie­gen lässt und bereit ist, für ihre Träu­me jeden Kampf aus­zu­tra­gen. Wun­der­voll gezeich­net, mit zahl­rei­chen lie­be­vol­len Details lädt Kei Ohku­bos Man­ga die Leser und Lese­rin­nen dazu ein, Arte auf ihrem Weg zu beglei­ten. Ein Man­ga mit Wohlfühlfaktor. 

Buchinfo

Kei Ohku­bo:
Arte

Band 3
über­setzt von: Yuki Kow­alsky
Carl­sen, Ham­burg 2020
194 S., EUR (D) 10,- inkl. MwSt.
Man­ga, Soft­co­ver
Alter: ab 14 Jah­ren
ISBN 978−3−551−79863−3

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Marc Raabe: Die Hornisse [Rezension]

Geheimnisse einer vergangenen Zeit. 

Ein bru­ta­ler Mord im Gäs­te­haus der Poli­zei hält das Ermitt­lungs­team in ›Die Hor­nis­se‹ in Atem. Bei dem Opfer han­delt es sich um Brad Gal­lo­way, der von sei­nen zahl­rei­chen Fans ver­ehrt wird. 

Nie­mand weiß, wie das Opfer auf das Poli­zei­ge­län­de gekom­men ist. Auch die Bot­schaft, die auf Gal­lo­ways Brust geschrie­ben steht, lässt das Ermitt­lungs­team um Tom Baby­lon im Dun­keln tappen. 

Mit jeder gefun­de­nen Spur steigt die Hoff­nung, das Ver­bre­chen auf­zu­klä­ren. Doch umso mehr Spu­ren sie sam­meln, des­to deut­li­cher wird, dass alle in eine Rich­tung wei­sen. Und der Alb­traum beginnt.

»Gar nicht so lan­ge her, denkt er, da gab es auch in Deutsch­land noch Todes­ur­tei­le. Amt­lich, mit Stem­pel. Getippt im Zwei-Fin­ger-Such­sys­tem auf bucke­li­gen Schreib­ma­schi­nen mit Durch­schlag­pa­pier und aus­ge­führt im Ver­bor­ge­nen, von Sol­da­ten ohne Uniform.«

In ›Die Hor­nis­se‹ knüpft Raa­be geschickt zwei Zei­ten anein­an­der, das hier und jetzt und das Jahr 1989. Ist das Ver­schwin­den von Tom Baby­lons klei­ner Schwes­ter noch immer unge­klärt, führt das Jahr 1989 in eine Zeit zurück, in der sie noch ein Baby war. 

Auch Tom ist noch ein klei­ner Jun­ge, der noch nicht ahnen kann, wel­che Schre­cken die Zukunft für ihn bereit­hal­ten wird. Sei­ne Mut­ter will unbe­dingt die DDR ver­las­sen, um ihre Kin­der im Wes­ten auf­wach­sen zu sehen. Doch könn­te jemand ahnen, was sie vor­hat und hin­ter ihr Geheim­nis gekom­men sein? Hil­fe kann sie nur von einem erwarten.

»Ben­no hat­te zwei Sei­ten. Die, die sie magisch anzog, und die ande­re, manch­mal düs­te­re Sei­te, die sie nicht weni­ger anzie­hend fand. Es mach­te schließ­lich etwas mit einem, wenn man wie er stän­dig Zeit unter der Erde ver­brach­te und Tun­nel grub.«

In einem Wech­sel­spiel aus Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart grei­fen die­se inein­an­der über. Das Netz aus Geheim­nis­sen und Ver­stri­ckun­gen hat Raa­be in ›Die Hor­nis­se‹ fein gewebt. Gespannt kön­nen die Leser und Lese­rin­nen dabei zuse­hen, wie sich die Figu­ren im Thril­ler dar­in verfangen. 

»Inge stand im Bad, hielt sich mit bei­den Hän­den am Wasch­be­cken fest und starr­te ihr Spie­gel­bild an. Die Ver­zweif­lung stand ihr ins Gesicht geschrieben.«

Für das Ver­ständ­nis von ›Die Hor­nis­se‹ ist es nicht wich­tig, die ers­ten bei­den Bän­de der Tom Baby­lon-Serie – ›Schlüs­sel 17‹ und ›Zim­mer 19‹ – gele­sen zu haben, so war es bei mir. Doch wer viel­leicht die kom­plet­te Rei­he lesen will, soll­te auf jeden Fall mit Band 1 anfan­gen. In ›Die Hor­nis­se‹ wird sich auf Ele­men­te bezo­gen, die ver­mut­lich durch die Auf­lö­sung in Band 1 und 2 bekannt wer­den. Wer also der Rei­he nach liest, hat bei allen Bän­den den maxi­ma­len Lesegenuss. 

Fazit zu ›Die Hornisse

Die Hor­nis­se‹ ist nicht nur für ein­ge­fleisch­te Marc Raa­be- und Tom Baby­lon-Fans Span­nung pur. Doch mit jeder wei­te­ren Sei­te gera­ten Leser und Lese­rin tie­fer in die dich­te, atmo­sphä­ri­sche Welt die­ses Thril­lers. Neben Tom Baby­lon und Sita Johanns bie­tet ›Die Hor­nis­se‹ viel Raum für die heim­li­che­ren Hel­den, die die­sen Roman so beson­ders machen.

Buchinfo

Marc Raa­be:
Die Hor­nis­se

Tom Baby­lon-Serie 3
Thril­ler
ull­stein buch­ver­la­ge, Ber­lin 2020
544 S., EUR (D) 14,99 inkl. MwSt.
Paper­back
ISBN 978−3−86493−151−2

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Ney Sceatcher: Der Dieb ohne Herz [Rezension]

Eine junge Frau auf der Suche nach ihrer Geschichte. 

Eine jun­ge Frau wächst in einem klei­nen Fischer­dorf in der Nähe des Wal­des auf. Vie­le Geschich­ten ran­ken sich in ›Der Dieb ohne Herz‹ um die­sen. Um Men­schen, die ver­schwin­den, und einen Dieb, der in ihm hau­sen soll. Die wenigs­ten trau­en sich, die­sen zu durch­que­ren, noch weni­ger freiwillig. 

Doch die Not im Fischer­dorf ist groß. Fischer ster­ben bei dem Ver­such, auch nachts zu fischen, um irgend­wie über die Run­den zu kom­men. Auch die jun­ge Frau namens Mali­na und ihre Zieh­mut­ter bekom­men die­se Not zu spü­ren. Sie fer­ti­gen Mas­ken an, die jedoch in die­sen Zei­ten kaum noch jemand kau­fen kann.

Mali­na wünscht sich vom Her­zen, ihrer Zieh­mut­ter hel­fen zu kön­nen. Doch ihr Wunsch hat einen Preis und wird sie mit­ten in die Tie­fen des Wal­des füh­ren. Sie ahnt nicht, dass sie bald in alte Geheim­nis­se und Mär­chen hin­ein­ge­zo­gen wer­den wird, als sie am Meer einem frem­den Mann begeg­net. Oder, dass sie bald schon selbst Teil von einem wer­den wird. Denn Hoff­nung kann sie sich nur von einem Besuch bei der ver­rück­ten Köni­gin versprechen.

»Magie, hat­te Irena die­sen Vor­gang genannt. Magie war der Teil des Lebens, der einen zum Stau­nen brachte.«

Mit ›Der Dieb ohne Herz‹ erzählt Sceat­cher nicht nur die Geschich­te der jun­gen Hel­din, son­dern lässt den mär­chen­haf­ten Zau­ber von Geschich­ten ver­spü­ren. Vie­le Her­aus­for­de­run­gen stel­len sich ihr in den Weg. Feind­schaf­ten fast so alt wie sie selbst und Geheim­nis­se, die nur dar­auf war­ten, von den Lesern und Lese­rin­nen gelüf­tet zu werden. 

Nicht nur der titel­ge­ben­de Dieb ohne Herz umge­ben eini­ge, auch die ande­ren Mit­glie­der sei­ner Ban­de hüten die ihren. Doch das für Mali­na größ­te Geheim­nis ist die Fra­ge nach ihrer Herkunft.

»Doch das Mäd­chen leb­te nicht von klein auf in die­sem Dorf. An einem stür­mi­schen Win­ter­tag tauch­te es auf und nie­mand wuss­te, wer es war und woher es kam.«

Sceat­chers ›Der Dieb ohne Herz‹ ist von der ers­ten bis zur letz­ten Sei­te dicht gefüllt mit Geschich­ten, uner­war­te­ten Bege­ben­hei­ten und der Fra­ge, ob in jedem Men­schen das Gute gefun­den wer­den kann. Eine beson­de­re Stär­ke zeigt Ney Sceat­cher bei der Erschaf­fung der Neben­fi­gu­ren. Blei­ben die­se in vie­len Geschich­ten ande­rer Autoren und Autorin­nen kon­tur­lo­se Abzieh­bil­der, sind die­se in ›Der Dieb ohne Herz‹ facet­ten­reich, span­nend und sympathisch.

»Es war ein­mal vor lan­ger Zeit, so erzähl­te man sich, da exis­tier­te eine Stadt, in der die Men­schen Mas­ken tru­gen, um ihr wah­res Gesicht zu ver­ber­gen. Mas­ken aus Glas, aus Papier, aus Holz oder aus Metall.«

Fazit zu ›Der Dieb ohne Herz

Wer Mär­chen und Geheim­nis­se liebt, für den könn­te ›Der Dieb ohne Herz‹ das per­fek­te Buch sein. Mali­na ist eine ange­neh­me Icher­zäh­le­rin mit Mut, Herz und viel Fan­ta­sie. Auch die Freund­schaf­ten, die sie auf ihrer Rei­se knüpft, machen das Buch zu etwas Besonderem.

Wem ›Der Dieb ohne Herz‹ ohne Herz gefal­len hat, dem könn­te auch ›Die Sil­ber­ne Köni­gin‹ von Katha­ri­na Seck gefallen.

Buchinfo

Ney Sceat­cher:
Der Dieb ohne Herz

High Fan­ta­sy Romance, Ein­zel­band
Dra­chen­mond Ver­lag, Hürth 2020
ca. 280 S., EUR (D) 12,90 inkl. MwSt.
Soft­co­ver
ISBN 978−3−95991−418−5

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Anne Weber: Annette ein Heldinnenepos [Rezension]

Die Geschichte einer Frau, die viele Namen hatte. 

Es gibt Geschich­ten, die man nicht mehr ver­ges­sen wird. Anne Weber ist es gelun­gen, mir mit ›Annet­te ein Hel­din­nen­epos‹ eine sol­che zu erzählen. 

Von klein auf strebt Annet­te nach Ver­än­de­rung. Sie kann die Unge­rech­tig­keit nicht hin­neh­men, die sie sieht. Weder die, die ihr und ihren Liebs­ten zuteil wird noch die der anderen. 

Sie weiß, dass es gefähr­lich ist, die­ses Bestre­ben in Taten umzu­set­zen. Sie könn­te alles ver­lie­ren: ihre Gesund­heit, ihr Leben, ihre Liebsten.

Doch Weber erzählt die Lebens­ge­schich­te einer Frau, die den gefähr­li­chen Weg gewählt hat. Mehr­fach. In der tie­fen Über­zeu­gung, dass es der not­wen­di­ge Weg ist. Doch noch bevor Leser und Lese­rin­nen an ihrem Kampf gegen die Unge­rech­tig­keit teil­ha­ben, erzählt Weber in ›Annet­te ein Hel­din­nen­epos‹ die Geschich­te von Annet­tes Familie. 

»Die Unter­kunft ist küm­mer­lich, und dem­entspre­chend nied­rig ist die Mie­te, doch das Gerin­ge ist noch viel für sie, die früh ver­wit­wet ihre Kin­der mit dem Ertrag der pêche à pied oder des Fischens ohne Boot her­an­ge­zo­gen hat: Tag für Tag macht sie sich bei Ebbe auf den Weg und stö­bert aus­dau­ernd im nas­sen Sand aller­lei Mee­res­ge­tier auf«

Die­se Aus­dau­er und das vie­le, vie­le Lau­fen wer­den auch Annet­tes Leben aus­zeich­nen. Doch neben dem Lau­fen auch das vie­le War­ten, Unge­wiss­hei­ten, Risi­ken. Annet­te wird sich an vie­le Namen gewöh­nen und von die­sen wie­der entwöhnen. 

Sie macht ihre Arbeit gut, wenn sie nicht auf­fällt und sich an die Regeln hält. Meis­tens gelingt ihr das. Nicht auf­zu­fal­len gelingt ihr schein­bar leicht, sich immer an die Regeln zu hal­ten manch­mal nicht. Denn wozu sind Regeln da, wenn sie zu bre­chen, Leben ret­ten kann? Zugleich jedoch wer­den durch das Bre­chen der Regeln Leben gefähr­det. Annet­te muss vie­le Ent­schei­dun­gen tref­fen, ein­fach sind die wenigsten.

»Das Mäd­chen wirkt erfreu­lich harm­los, tau­send­mal harm­lo­ser ver­mut­lich, als es ist. Da hat er recht.«

Annet­te ein Hel­din­nen­epos‹ ist in vie­ler­lei Hin­sicht etwas Beson­de­res. Webers Spra­che ist aus­drucks­stark und berüh­rend. Die Leben, die sie schil­dert, sind oft­mals kaum bekannt oder lan­ge ver­ges­sen. Doch in Dru­cker­schwär­ze macht Weber für sie Platz, erin­nert, lässt begrei­fen. Wie vie­le, unzähl­ba­re sterb­li­che Schick­sa­le in die gro­ßen Momen­te der Geschich­te ver­wi­ckelt waren. 

Annet­te ist mutig, weit mehr als das. Sie lebt den Wider­stand gegen die Unge­rech­tig­keit und zahlt dafür mehr­mals einen hohen Preis.

»Denn wie das meis­te ist auch das Wider­ste­hen anders, als man es sich denkt, näm­lich kein ein­ma­li­ger Ent­schluss, kein kla­rer, son­dern ein unmerk­lich lang­sa­mes Hin­ein­ge­ra­ten in etwas, wovon man kei­ne Ahnung hat. Das Ers­te, dems zu wider­ste­hen gilt, das ist man selbst. Der eige­nen Angst.«

Fazit zu ›Annette ein Heldinnenepos

Annet­te ein Hel­din­nen­epos‹ ist kei­nes der Bücher, das ich neben­bei in der Strand­lie­ge lesen könn­te. Die­ses Buch lädt nicht nur dazu ein, es zu lesen, son­dern mit­zu­füh­len – nicht im all­tags­sprach­li­chen Sin­ne. Stau­nend lässt es einen über eine Frau zurück, die so viel Mut und Aus­dau­er gezeigt hat. Inspi­rie­rend, berüh­rend und nachgehend.

Buchinfo

Anne Weber:
Annet­te, ein Hel­din­nen-Epos

Mat­thes & Seitz, Ber­lin 2020
208 S., EUR (D) 22,- inkl. MwSt.
Gebun­den mit Schutz­um­schlag
ISBN 978−3−95757−845−7

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